Fotografie "Ich war sofort total verliebt"Seite 8/8

Goldin: Aber wenn ein Mensch, den ich wirklich respektiere, meine Arbeit schätzt, dann bedeutet das viel für mich.

Sie schaut Eggleston an. Sie schweigen eine ganze Weile.

ZEITmagazin: Denken Sie, wenn Sie fotografieren?

Goldin: Ich denke nie, wenn ich ein Bild mache. Ich glaube, viele junge Menschen denken, wenn sie Kunst machen.

Eggleston: Ich denke auch nicht viel, wenn ich Kunst mache. Da ist nichts, was man planen kann. Ich glaube… wir trinken und fühlen.

Goldin: Ich glaube, wir würden jetzt gerne noch etwas unter uns sein.

Nan Goldin wurde 1953 in Washington, D.C., geboren. Nach dem Selbstmord ihrer Schwester zieht sie von zu Hause aus, lebt seit den späten siebziger Jahren unter Künstlerkollegen in New York. Ihr Privatleben in der Boheme macht sie zum Thema ihrer Arbeit. Ihr wichtigstes Werk ist die "Ballade von der sexuellen Abhängigkeit" (1986). Ihre Fotografien wurden vielfach ausgezeichnet. Sie lebt heute in New York und vor allem in Paris.

William Eggleston wurde 1939 in Memphis, Tennessee, geboren. Er wuchs auf der Baumwollplantage seiner Familie auf. Schon im Alter von zehn Jahren beginnt Eggleston zu fotografieren. Spätestens  seit seiner – von der Kritik gehassten – Einzelausstellung 1976 im New Yorker MoMA gilt er als Erfinder der Farbfotografie. Als künstlerische Form ist sie inzwischen längst etabliert. Heute besitzen viele internationale Museen und Sammlungen Bilder von Eggleston. Er lebt mit seiner Frau in Memphis.

 
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