Islam Die Freiheit lesen

Barack Obama hat in Kairo eine historische Rede an die Muslime gehalten. Aber er hat vergessen, für das Wichtigste zu werben

Als Präsident Barack Obama im Frühjahr Königin Elisabeth II. im Buckingham-Palast besuchte, schenkte er ihr einen iPod. Anlässlich seiner jüngsten Reise in den Mittleren Osten hatte ich darum fast erwartet, Obama werde den dortigen Potentaten lauter Kindles überreichen, jene neuen superleichten elektronischen Lesegeräte, auf denen man Hunderte Bücher speichern kann.

Ich stellte mir vor, wie er dem saudischen König einen Kindle in die Hand drücken würde und ebenso dem Großscheich der Al-Azhar-Universität von Kairo, wo Obama seine Rede an die Muslime hielt. Eine dritte Lesemaschine, so malte ich mir aus, hätte der Präsident dem iranischen Botschafter in Ägypten verehren können, dem Mann, der den Ayatollah vertritt, die höchste Autorität der schiitischen Muslime. Doch das alles spielte sich nur in meiner Fantasie ab.

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Anders als das Vereinigte Königreich von Großbritannien hat die islamische Umma, die Gemeinschaft der Muslime, keinen symbolischen Anführer, von einem offiziellen ganz zu schweigen. Der König von Saudi-Arabien, der Großscheich der Al-Azhar-Universität, der angesehendsten islamischen Hochschule, und der Führer der Islamischen Republik Iran – sie alle behaupten gleichermaßen, Herz und Seele der Umma zu vertreten.

Und sie pflegen ihre Differenzen. Der König ist der Hüter der heiligen Stätten des Islam. Der Großscheich besitzt zwar keine offizielle politische Macht, aber er steht einer der einflussreichsten Institutionen der islamischen Welt vor. Und der Iran reklamiert nicht nur religiöse Macht, sondern strebt nach politischer und militärischer Vorherrschaft. Der Streit darüber, wer für den Islam sprechen darf, ist vielleicht Amerikas schlimmster Albtraum in Mittelost. Nur wird das von denen, die Amerikas Außenpolitik entwerfen, nicht recht einkalkuliert. Das macht die Debatte über die Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen weitaus schwieriger, als Obamas Redenschreiber glauben wollen.

Ganz wie seine Vorgänger hat auch Obama den islamischen Extremismus verurteilt, ohne ein einziges Mal den Islam selbst mit extremistischen Tendenzen in Verbindung zu bringen. Energisch betonte er, Amerika führe keinen Krieg gegen den Islam und werde dies auch niemals tun. Und er lud die Muslime ein, Amerika im Kampf gegen den Extremismus die Hand zu reichen.

Nun lässt sich (islamischer) Extremismus allerdings auf zweierlei Weise deuten. Einmal in seiner außenpolitischen Wirkung für die Vereinigten Staaten, das heißt in seiner expansionistischen, kriegerischen Bedeutung, eben als Dschihad. Obama versprach, Angriffe von al-Qaida auf amerikanischem Boden mit aller Macht abzuwehren. Das ist freilich ein Versprechen, das sich leicht geben lässt, reklamieren die Vereinigten Staaten damit doch lediglich das Recht auf Selbstverteidigung gegen Angriffe im Namen des Islam: Nicht Amerika führt Krieg gegen den Islam. Der Islam führt Krieg gegen Amerika.

Die zweite Bedeutung, die Obama dem Wort Extremismus in seiner Rede immer wieder zuschrieb, ist ein Euphemismus für die Durchsetzung des islamischen Rechts, die Scharia, in muslimischen Ländern. Offenbar hoffte der Präsident, diesem Trend entgegentreten zu können, indem er die »muslimische Straße« umwarb.

Dieses Werben würzte Obama mit falschem Lob für die islamische Welt, etwa wenn er sagte: »Es war die Erfindungskraft in muslimischen Gemeinschaften, die uns dazu verhalf, Schrift und Druck meisterlich zu beherrschen.« Diese Avancen täuschen gemeinsame Prinzipien vor und führten zu Obamas lächerlichem Versprechen, negative Stereotype des Islam überall zu bekämpfen, wo er sie antreffe. Das ist politische Rhetorik, führt aber nicht zu konkreten Veränderungen. In meinen Augen ist es die falsche Strategie. Statt so zu tun, als hätten die Muslime die Druckerpresse erfunden, sollte der Präsident die islamische Welt besser mit gedruckten Schlüsselwerken des Westens konfrontieren. Und dabei könnten die Kindles von großem Nutzen sein.

Leser-Kommentare
  1. fehlt nur noch, dass Sie dem Islam die Schuld an der Pest vorwerfen.
    Ihre erfahrungen mit dem Islam mag schlecht sein, muss aber niemanden interessieren. Wenn Sie meinen, ein Portrait des Islam aus dieser einseitigen Sicht erstellen zu müssen, versuchen Sie doch wenigstens den Schein der Objektivität zu wahren.
    Bezüglich der Sharia und Obama haben Sie recht. Der US-Präsident versucht tatsächlich, diesen Konflikt zu umgehen, statt ihn zu lösen. der gesamte Westen schafft es nicht einzusehen, dass ein Großteil der Muslime in islamisch geprägten ländern die Sharia verlangt.
    Und Freiheit? Würden Sie ebenso für die Freiheit in muslimischen Ländern einstehen, würde die Bevölkerung daraufhin die Sharia wählen? Wohl kaum. Ihr Freiheitsverständnis endet an dieser stelle.
    Eine ziemlich unangenehme Zwickmühle, nicht wahr? Was tun?
    Dem Westen würde es gut tun, wenn sie einsieht, dass es in Zukunft nicht um die Sharia herumgeht. Und Dialog? Dialog führt man nur mit denen, die man auch anerkennt. Ein ausgeprägter Dialog mit gläubigen Muslimen ist nur dann möglich, wenn man die Sharia als Rechtsform auch anerkennt. Aus solch einem Dialog könnte etwas erwachsen. Aber zu sowas ist der westen ja nicht bereit.

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    Das Wesensmerkmal individueller Freiheitsrechte, d.h. der Menschenrechte (die es im Islam nicht gibt) ist ,dass sie auch durch eine Volksabstimmung niemals ausgesetzt werden können. Die Rechte sind einfach universell gültig. So steht es ja auch im Grundgesetz. Die Menschenrechtsparagraphen sind NICHT und NIE änderbar.

    • PhilN
    • 14.06.2009 um 23:08 Uhr

    „Ihre erfahrungen mit dem Islam mag schlecht sein, muss aber niemanden interessieren. „
    Ahah, das ist also des Pudels wahrer Kern. Es muss also niemanden interessieren, was diese Frau für Erfahrungen mit dem Islamofaschismus gesammelt hat? Ihre Meinung im Meinungsbereich der Zeit bringt die Debatte also nicht weiter?
    Falls man an einer konstruktiven Debatte interessiert ist, muss man sich dafür interessieren.
    Sie wollen schließlich auch nicht, dass den Amerikanern die Bedenken der islamischen Welt schei...egal sind, oder?
    Zu Ihrem zweiten Punkt: „Dem Westen würde es gut tun, wenn sie einsieht, dass es in Zukunft nicht um die Sharia herumgeht. Und Dialog? Dialog führt man nur mit denen, die man auch anerkennt. Ein ausgeprägter Dialog mit gläubigen Muslimen ist nur dann möglich, wenn man die Sharia als Rechtsform auch anerkennt. Aus solch einem Dialog könnte etwas erwachsen. Aber zu sowas ist der westen ja nicht bereit.“
    Die Sharia mag teilweise an manchen Orten ihre historische Berechtigung gehabt haben - um z.B. der absoluten Willkür der Obrigkeit einen Riegel vorzuschieben und überhaupt eine Ordnung zu schaffen – als Zukunftsmodell (unabhängig von der Frage der Menschenrechte) taugt diese Ordnung wohl wenig. Warum kommt die arabische Welt denn seit Jahrzehnten trotz Öl und Gas nicht wirklich weiter und die cleversten Köpfe der Länder verlassen diese Länder ganz schnell. Bestimmt nicht, weil die Sharia so fortschrittlich ist und positive Kreativität fördert. Meine Geburtsstadt hat mehr Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften hervorgebracht als die gesammte islamische Welt in den letzten hundert Jahren.
    Soll der Westen die Sharia in islamischen Staaten doch anerkennen, um endgültig eine Debatte zwischen 22. und 10. Jahrhundert zu führen? Des Weiteren wird die Sharia niemals in den westlichen Ländern auf breiter Ebene anerkannt. Eher gibt es Bürgerkrieg. Wilders in den Niederlanden (womit sich der Kreis schließt) ist auch hier ein Zeichen.

    Das Wesensmerkmal individueller Freiheitsrechte, d.h. der Menschenrechte (die es im Islam nicht gibt) ist ,dass sie auch durch eine Volksabstimmung niemals ausgesetzt werden können. Die Rechte sind einfach universell gültig. So steht es ja auch im Grundgesetz. Die Menschenrechtsparagraphen sind NICHT und NIE änderbar.

    • PhilN
    • 14.06.2009 um 23:08 Uhr

    „Ihre erfahrungen mit dem Islam mag schlecht sein, muss aber niemanden interessieren. „
    Ahah, das ist also des Pudels wahrer Kern. Es muss also niemanden interessieren, was diese Frau für Erfahrungen mit dem Islamofaschismus gesammelt hat? Ihre Meinung im Meinungsbereich der Zeit bringt die Debatte also nicht weiter?
    Falls man an einer konstruktiven Debatte interessiert ist, muss man sich dafür interessieren.
    Sie wollen schließlich auch nicht, dass den Amerikanern die Bedenken der islamischen Welt schei...egal sind, oder?
    Zu Ihrem zweiten Punkt: „Dem Westen würde es gut tun, wenn sie einsieht, dass es in Zukunft nicht um die Sharia herumgeht. Und Dialog? Dialog führt man nur mit denen, die man auch anerkennt. Ein ausgeprägter Dialog mit gläubigen Muslimen ist nur dann möglich, wenn man die Sharia als Rechtsform auch anerkennt. Aus solch einem Dialog könnte etwas erwachsen. Aber zu sowas ist der westen ja nicht bereit.“
    Die Sharia mag teilweise an manchen Orten ihre historische Berechtigung gehabt haben - um z.B. der absoluten Willkür der Obrigkeit einen Riegel vorzuschieben und überhaupt eine Ordnung zu schaffen – als Zukunftsmodell (unabhängig von der Frage der Menschenrechte) taugt diese Ordnung wohl wenig. Warum kommt die arabische Welt denn seit Jahrzehnten trotz Öl und Gas nicht wirklich weiter und die cleversten Köpfe der Länder verlassen diese Länder ganz schnell. Bestimmt nicht, weil die Sharia so fortschrittlich ist und positive Kreativität fördert. Meine Geburtsstadt hat mehr Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften hervorgebracht als die gesammte islamische Welt in den letzten hundert Jahren.
    Soll der Westen die Sharia in islamischen Staaten doch anerkennen, um endgültig eine Debatte zwischen 22. und 10. Jahrhundert zu führen? Des Weiteren wird die Sharia niemals in den westlichen Ländern auf breiter Ebene anerkannt. Eher gibt es Bürgerkrieg. Wilders in den Niederlanden (womit sich der Kreis schließt) ist auch hier ein Zeichen.

  2. Das Wesensmerkmal individueller Freiheitsrechte, d.h. der Menschenrechte (die es im Islam nicht gibt) ist ,dass sie auch durch eine Volksabstimmung niemals ausgesetzt werden können. Die Rechte sind einfach universell gültig. So steht es ja auch im Grundgesetz. Die Menschenrechtsparagraphen sind NICHT und NIE änderbar.

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    Unsere Freiheiten sollen universell gültig sein? Und wir haben das Recht, sie anderen Völkern aufzuzwingen? Das macht böses Blut.
    Im 19. Jahrhundert hatte man in England die Freiheit zum Opiumkonsum. Laudanum, also Opiumtinkur, konnte jedermann ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Diese Freiheit zwangen die Briten den Chinesen mit militärischer Gewalt auf. In zwei Opiumkriegen setzten sie durch, Opium in China verkaufen zu dürfen, was den Chinesen gar nicht gut bekam und dazu beitrug, eine antiwestliche Stimmung bis in die breiten Volksmassen hinein zu erzeugen. Auch die Welt des Islam will nicht alle unsere Freiheiten. Das sollten wir inzwischen gemerkt haben und uns bescheiden.

    Unsere Freiheiten sollen universell gültig sein? Und wir haben das Recht, sie anderen Völkern aufzuzwingen? Das macht böses Blut.
    Im 19. Jahrhundert hatte man in England die Freiheit zum Opiumkonsum. Laudanum, also Opiumtinkur, konnte jedermann ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Diese Freiheit zwangen die Briten den Chinesen mit militärischer Gewalt auf. In zwei Opiumkriegen setzten sie durch, Opium in China verkaufen zu dürfen, was den Chinesen gar nicht gut bekam und dazu beitrug, eine antiwestliche Stimmung bis in die breiten Volksmassen hinein zu erzeugen. Auch die Welt des Islam will nicht alle unsere Freiheiten. Das sollten wir inzwischen gemerkt haben und uns bescheiden.

  3. Oh, ich erinnere mich noch gut, wie furchtbar die Enttäuschung 1979 war, als in Iran die Revolution das verhasste Schah-Regime hinwegfegte. Die 68er und Menschen wie ich, die von 68 mitgerissen waren, erwarteten die Morgenröte allseitiger Befreiung für das zurückgebliebene Land - und was kam? Die Ajatollahs und der Rückfall in mittelalterliche Theokratie. Und das war eine Volksbewegung! Das Volk wollte es so: Schleierzwang, aufhängen von Schwulen. Und und und! Es war demokratisch!

    Obama erwartet und fordert nicht viel- das ist weise! Erreichen wir friedliche Koenxistenz mit der Welt des Islam, kann der Westen froh sein. Mehr ist nicht zu erreichen! Enttäuschungen machen bescheiden.

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    ist niemals gleichbedeutend mit Mehrheitsherrschaft. Wenn in einem Staat 40% Langnasige und 60% Kurznasige leben und die Kurznasigen mit Mehrheit beschließen, dass die Langnasigen aus dem Land vertrieben oder umgebracht werden sollen, ist dies eine Mehrheitsentscheidung. Demokratie ist etwas anderes, dazu gehören Minderheitenrechte und Rechtsstaatlichkeit.

    ist niemals gleichbedeutend mit Mehrheitsherrschaft. Wenn in einem Staat 40% Langnasige und 60% Kurznasige leben und die Kurznasigen mit Mehrheit beschließen, dass die Langnasigen aus dem Land vertrieben oder umgebracht werden sollen, ist dies eine Mehrheitsentscheidung. Demokratie ist etwas anderes, dazu gehören Minderheitenrechte und Rechtsstaatlichkeit.

  4. Vieleicht sollte man den entsprechenden Ländern einfach noch mal 200 Jahre Zeit geben um sich für die "Freiheit" zu entscheiden. Wir haben sie hier - und sie ist oft genug bedroht. Was geht uns also die Lebensgestaltung dort an?

  5. "Preventive prolonged detention" nennt Obama, was er gesetzlich festschreiben lassen will: Inhaftierung Verdächtiger ohne Untersuchungsrichter, ohne Anklage, ohne Möglichkeit zur Verteidigung; und das auf Dauer, zum Beispiel für zehn Jahre.

    MSNBC-Video, 8min. <= warum haben wir keine Journalisten wie Rachel Maddow bei ARD oder ZDF?

    Vielleicht hat sich Obama ja bei seinem Besuch im KZ Buchenwald inspirieren lassen, denn dort standen zwischen Juli 1937 und April 1945 insgesamt etwa eine Viertelmillion Menschen unter vorsorglichem Dauerarrest.
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  6. http://www.steinbergreche...
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  7. Unsere Freiheiten sollen universell gültig sein? Und wir haben das Recht, sie anderen Völkern aufzuzwingen? Das macht böses Blut.
    Im 19. Jahrhundert hatte man in England die Freiheit zum Opiumkonsum. Laudanum, also Opiumtinkur, konnte jedermann ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Diese Freiheit zwangen die Briten den Chinesen mit militärischer Gewalt auf. In zwei Opiumkriegen setzten sie durch, Opium in China verkaufen zu dürfen, was den Chinesen gar nicht gut bekam und dazu beitrug, eine antiwestliche Stimmung bis in die breiten Volksmassen hinein zu erzeugen. Auch die Welt des Islam will nicht alle unsere Freiheiten. Das sollten wir inzwischen gemerkt haben und uns bescheiden.

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    im Opiumkrieg ging es nicht um Freiheit oder individuelle Menschenrechte, sondern um die Profite der East India company.
    Der hier auftretende Kulturrelativismus ist etwas irritierend. Gibt es nun Menschenrechte oder gibt es nur die staatlichen Gesetze? Ist es ok. wenn Frauen unterdrückt werden, gesteinigt werden bei Ehebruch und ausgepeitscht wenn sie vergewaltigt werden, oder nicht? ist es ok. wenn kleinen Dieben die Hand abgehackt werden und Apostaten der Kopf, oder ist dies nicht Mittelalter in Reinkultur?
    Freiheiten und Menschenrechte nur für uns?
    Ich finde, die Dame hat recht.

    • PhilN
    • 14.06.2009 um 23:25 Uhr

    http://www.amazon.de/Schu...

    Zeigen Sie mir einen Stamm, ein Volk, eine Zivilisation, eine Nation, ein Staatenbund, eine Religion oder sonst ein von Menschen geschaffenes Konstrukt, das nicht versucht hat andere zu dominieren. Der weiße Mann ist da kein Einzelfall!
    Zumindest ist die EU meinem Verständnis nach eine "benevolent Superpower" und sie hat jedes Recht "für unsere Freiheiten einzutreten" und diese durch soft power in die Welt zu exportieren. Überspitzt gesagt: An unserem Wesen soll noch mal die Welt genesen!

    Menschenrechte sind in ihren verschienden Ausdruckformen universal!!! Da gibt es nicht zu deuten! Alles andere ist Klientelherrschaft und Willkür.
    Vor gar nicht so langer Zeit hat man den Westen mit seinen Werten auch hierzulande (trotz gemeinsamer Wurzeln und Geschichte) verteufelt und als dem deutschen Charakter uneigen gebranntmarkt. Sehen sie da Sie da heute noch irgendwelche Widersprüche?

    im Opiumkrieg ging es nicht um Freiheit oder individuelle Menschenrechte, sondern um die Profite der East India company.
    Der hier auftretende Kulturrelativismus ist etwas irritierend. Gibt es nun Menschenrechte oder gibt es nur die staatlichen Gesetze? Ist es ok. wenn Frauen unterdrückt werden, gesteinigt werden bei Ehebruch und ausgepeitscht wenn sie vergewaltigt werden, oder nicht? ist es ok. wenn kleinen Dieben die Hand abgehackt werden und Apostaten der Kopf, oder ist dies nicht Mittelalter in Reinkultur?
    Freiheiten und Menschenrechte nur für uns?
    Ich finde, die Dame hat recht.

    • PhilN
    • 14.06.2009 um 23:25 Uhr

    http://www.amazon.de/Schu...

    Zeigen Sie mir einen Stamm, ein Volk, eine Zivilisation, eine Nation, ein Staatenbund, eine Religion oder sonst ein von Menschen geschaffenes Konstrukt, das nicht versucht hat andere zu dominieren. Der weiße Mann ist da kein Einzelfall!
    Zumindest ist die EU meinem Verständnis nach eine "benevolent Superpower" und sie hat jedes Recht "für unsere Freiheiten einzutreten" und diese durch soft power in die Welt zu exportieren. Überspitzt gesagt: An unserem Wesen soll noch mal die Welt genesen!

    Menschenrechte sind in ihren verschienden Ausdruckformen universal!!! Da gibt es nicht zu deuten! Alles andere ist Klientelherrschaft und Willkür.
    Vor gar nicht so langer Zeit hat man den Westen mit seinen Werten auch hierzulande (trotz gemeinsamer Wurzeln und Geschichte) verteufelt und als dem deutschen Charakter uneigen gebranntmarkt. Sehen sie da Sie da heute noch irgendwelche Widersprüche?

  8. 8. opium

    im Opiumkrieg ging es nicht um Freiheit oder individuelle Menschenrechte, sondern um die Profite der East India company.
    Der hier auftretende Kulturrelativismus ist etwas irritierend. Gibt es nun Menschenrechte oder gibt es nur die staatlichen Gesetze? Ist es ok. wenn Frauen unterdrückt werden, gesteinigt werden bei Ehebruch und ausgepeitscht wenn sie vergewaltigt werden, oder nicht? ist es ok. wenn kleinen Dieben die Hand abgehackt werden und Apostaten der Kopf, oder ist dies nicht Mittelalter in Reinkultur?
    Freiheiten und Menschenrechte nur für uns?
    Ich finde, die Dame hat recht.

    Antwort auf "@robertsoell"
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    Der Opiumkrieg war Teil der kolonialen Unterwerfung der Dritten Welt. Treibendes Motiv war natürlich Profitstreben. Ein nicht unwichtiges Motiv war aber auch der Narzissmus des weißen Mannes, das heißt, der Stolz, den er aus seiner Überzeugung zog, diesen "primitiven", "zurückgebliebenen" Menschen der Dritten Welt endlich die europäische Zivilisation und Gesittung zu bringen.

    Das Steinigen und Auspeitschen vergewaltigter Frauen ist natürlich ein Gräuel. Aber was soll man tun? Die Römer rechtfertigten die Eroberung Galliens damit, dass diese "primitiven" "Barbaren" ihren Göttern Menschenopfern darbrachten. Die römische Herrschaft beendete dies. Aber wahrlich edle legitime Entwicklungshelfer waren die Römer: Sie kannten zwar keine religiösen Menschenopfer, dafür aber die Gladiatorenkämpfe und Christen, die den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurden.

    Haben wir im Westen das moralische Recht, uns als Entwicklungshelfer aufzuspielen? Wir sind doch dekadent. Wir sterben aus.

    • Anonym
    • 14.06.2009 um 21:17 Uhr

    Nein, es ist nicht ok. Und wenn Sie irgendwann mal zur Kenntnis nehmen wollten, dass es erstens nicht so abläuft und zweitens auch die allergrößte Mehrheit der Muslime es nicht ok fände, wenn es so wäre, wie Sie es beschreiben, dann wäre es endlich möglich, sachbezogen miteinander zu reden...

    Der Opiumkrieg war Teil der kolonialen Unterwerfung der Dritten Welt. Treibendes Motiv war natürlich Profitstreben. Ein nicht unwichtiges Motiv war aber auch der Narzissmus des weißen Mannes, das heißt, der Stolz, den er aus seiner Überzeugung zog, diesen "primitiven", "zurückgebliebenen" Menschen der Dritten Welt endlich die europäische Zivilisation und Gesittung zu bringen.

    Das Steinigen und Auspeitschen vergewaltigter Frauen ist natürlich ein Gräuel. Aber was soll man tun? Die Römer rechtfertigten die Eroberung Galliens damit, dass diese "primitiven" "Barbaren" ihren Göttern Menschenopfern darbrachten. Die römische Herrschaft beendete dies. Aber wahrlich edle legitime Entwicklungshelfer waren die Römer: Sie kannten zwar keine religiösen Menschenopfer, dafür aber die Gladiatorenkämpfe und Christen, die den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurden.

    Haben wir im Westen das moralische Recht, uns als Entwicklungshelfer aufzuspielen? Wir sind doch dekadent. Wir sterben aus.

    • Anonym
    • 14.06.2009 um 21:17 Uhr

    Nein, es ist nicht ok. Und wenn Sie irgendwann mal zur Kenntnis nehmen wollten, dass es erstens nicht so abläuft und zweitens auch die allergrößte Mehrheit der Muslime es nicht ok fände, wenn es so wäre, wie Sie es beschreiben, dann wäre es endlich möglich, sachbezogen miteinander zu reden...

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