Stimmt's Gefährliches Moor
Ulrike Heitmüller aus Berlin fragt: Stimmt es, dass man im Moor versinken kann?

Nur noch ein Finger übrig: Können Menschen wirklich komplett im Moor versinken?
Menschen, die bei Nacht im Moor vom Weg abkommen und dann langsam immer tiefer sinken, bis nur noch die Hand herausschaut, sind ein beliebtes Element von Horror- und Gruselgeschichten. Und gibt es nicht in deutschen Museen über 600 gut konservierte Moorleichen, die von dieser Gefahr ein beredtes Zeugnis ablegen?
Aber dass ein Mensch »einfach so« im Moor versinkt, verhindert schon die Physik. Ein Moor ist eine Art Zwitter zwischen Land und Wasser. Es fällt dort mehr Wasser vom Himmel, als wieder verdunsten kann. Die Folge ist ein Luftabschluss, unter dem Pflanzen, Tiere und auch Menschen anders verrotten als in gewöhnlicher Erde.

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Tückisch ist das Moor, weil es Gebiete mit relativ festem und fast trockenem Untergrund gibt, die dann plötzlich und kaum erkennbar von Flächen mit sehr dünnflüssigem, schlammigem Untergrund abgelöst werden. Aber dieser Schlamm hat ein spezifisches Gewicht, das über dem von Wasser liegt. Und das bedeutet: Ein eingetauchter menschlicher Körper, dessen Dichte etwa der von Wasser entspricht, geht nicht unter – sondern er erfährt schon dann einen Auftrieb, wenn er nur teilweise eingetaucht ist. So kann man im Moor zwar ein sinken (was sehr unangenehm sein kann, zum Beispiel wegen der Stechmücken), aber nicht ver sinken.
Doch was ist mit den Moorleichen? Historiker gehen davon aus, das es sich vor allem bei den Funden aus dem ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung um Opfer für diverse Götter handelt. Später sind häufig Tote, die an einer anderen Ursache gestorben waren, im Moor bestattet worden. Der Tod durch Versinken hingegen ist eine reine Horrorfantasie.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
- Datum 15.09.2009 - 17:19 Uhr
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- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 10.06.2009 Nr. 25
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Ein Hochmoor kann teilweise aus schwimmenden Torfmoos-Flächen bestehen, insbesondere in der Nähe des Moorauges, einer freien Wasserfläche in der Mitte des Moores. Wer dort durchbricht, kann durchaus komplett unter die Oberfläche geraten (wie auch bei einer Eisfläche) und hat dann ein sehr ernsthaftes Problem, durch diese Torfmoos-Schicht wieder an die Oberfläche zu kommen. Das ist natürlich nicht das langsam-dramatische, unaufhaltsame Versinken, das, wie im Artikel gesagt, gern in Literatur und Film beschrieben wird, aber trotzdem lebensgefährlich.
der Autor behauptet, ein Mensch könne nicht völlig einsinken, weil Schlamm und Wasser eine höhere Dichte haben.
Im Moor gibt es jedoch keine Suspension, weil sich der Festanteil bald absetzt.
Richtig ist, dass ein Mensch nur teilweise absinkt, das liegt jedoch an der Verdichtung von vorher nur locker zusammengesunkenen (fließfähigen) Partikeln in dem Wasser/Schlammgemenge, die dann aber durch Bewegung soweit verdichten, dass sie irgendwann tragfähig sind.
Genau das kann aber auch - ist man erst ein Mal eingesunken - aufwärts die Beine einpacken und bewegungsunfähig machen.
Ist ein Mensch jedoch halb eingesunken und findet ringsum keine festere Stelle, so ist die Gefahr groß, dass er sich nicht selbst befreien kann, im leeren Moor keine Hilfe bekommt, irgendwann umfällt und dann ganz versinkt. Solche Leichen werden aber in der Regel auch irgendwann gefunden und geborgen - deshalb ist die These, dass die meisten "Moorleichen" absichtlich im Moor gelandet sind, wohl auch stimmig.
Richtig ist, dass Moore meistens sehr flach sind (ca. 1m), so dass eine Selbstbefreiung meistens möglich ist. Zumal Schlamm aufgrund der "Körnung" nicht richtig fest wird.
Anders ist es z.B. im Wattenmeer: Da können die dort aufgeschwemmten locker liegenden Sandpartikel (ohne feionkornanteil bzw. "Schlamm") durchaus so weit verdichten, dass ein eingesunkener Mensch nur mit Hilfe von starkem Wasserstrahl befreit werden kann (so etwas haben professionelle Retter dort immer dabei) .
Aber es gibt eben kritische Stellen in jedem Moor - nicht nur die im 1.Kommentar erwähnten Moosflächen über tiefem Wasser.
Allgemein gültiger Rat:
Keine Panik! Unbedingt ein Bein ruhig halten, das andere Bein bewegen, um diesem Bein mehr Halt zu verschaffen. So kann man sich langsam hocharbeiten.
irgendwie nicht überzeugend.
nach der logik könnte ja auch niemand ertrinken.
wenn, wie in #2 gesagt, "Moore meistens sehr flach sind (ca. 1m)", dann heisst das immer noch, dass es auch tiefere moore gibt.
wenn zudem noch einschlägige kleidung plus zusatz (rucksack oä) dazukommt, lässt der auftrieb schon nach -- und wenn dann noch mittels kräftiger bewegungen und schreiens die lungen entleert werden, hat sich's bald mit dem auftrieb (weswegen man ja auch in tiefem wasser nicht wild strampeln und schreien sollte).
im ganzen erinnert mich der beitrag an den peinlichen wasserpfeifen-unfug, bei dem sich der herr drösser auch auf nachfrage unfähig zeigte, die seltsamen behauptungen irgendwie zu belegen.
Irgendwie hatte ich schon beim Lesen des Artikels meine Zweifel, ob die dargestellten Fakten wirklich der Wahrheit entsprechen. Dann sah ich heute die Kinder-Wissenssendung Kopfball in der ARD gesehen und da sah das Versinken im Moor durchaus gefährlich aus. H
ier ein Link zur Sendung - der Film spricht für sich:
http://www.wdr.de/tv/kopf...
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