Tatort Fernsehen "Tote Männer"

In Bremerhaven wird ein ermordeter Lustknabe gefunden. Die Kommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund ermitteln in moralischen Angelegenheiten

Früher geschah der Mord im Wohnzimmer. In unseren finsteren Zeiten eilt die Kommissarin Lürsen zu einem halb nackten, mausetoten Stricher am Weserufer. Der Lustknabe aus dem Libanon hatte ein großes Talent: Er war das Liebchen schwuler Herren und ließ sich für die intimen Dienste vergüten. Lürsens Assistent Stedefreund hockt in der Schwulenkneipe am Tresen, und auch wenn der Barmann zickt, er kann ihn niedergrinsen. Bald sitzt er in einem anderen Lokal, der Kellnerin tiefer Ausschnitt entlockt ihm diesmal ein ehrliches Lächeln. Der Frauenschwarm ist aber in erster Linie Polizist, und also zeichnet er auf seiner Verdächtigenliste um einen Namen einen dicken roten Kringel: Leon Hartwig.

Der Mann verdient gutes Geld als Elektroinstallateur auf Baustellen, und weil er das Kinderzimmer allein einrichtet, kann er der Liebeslust seiner hochschwangeren Frau Jutta sicher sein. Ob hetero oder homo, ob bi oder mono, Hauptsache, sexuell, denken wir uns – die Aufgeputzten und Aufgeputschten unserer Tage verschwitzen dann doch ihre Herzhitze in einnächtlichem Sex. Der Lustknabe verkaufte seinen Körper und ist tot. Stedefreund schlief ein einziges Mal mit der Tochter seiner Chefin und bereut es bitter. Der Elektriker Leon wird gelegentlich vom Trieb gepeitscht, sucht und findet Erlösung bei Strichern und muss aber seiner Frau beim ungeborenen Kind schwören, dass er dem Drang widerstehen wird.

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SERIE: TATORT FERNSEHEN. Klicken Sie auf das Bild, um alle Besprechungen von Feridun Zaimoglu zu lesen

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Die Instabilität der Lust bedingt, dass jedes Gefühl beschämt und jedes Tun in Schande übergeht. In der Moderne sind wir, die wir uns so viel klüger als die Männer und Frauen der alten Zeit wähnen, vor Anfällen von Verrücktheit nicht gefeit. Die Moral lässt uns verkümmern, ob der Freiheit zu lieben, sind wir bekümmert.

Den werdenden Familienvater Leon will Jutta zu seinem Glück zwingen, sie fragt ihn: Was haben die, was ich nicht habe? Küssen die anders, oder fassen sie dich anders an? Es will ihr scheinen, dass ihr Mann das reine heile Leben nicht ertragen kann, deshalb trifft er sich mit Männern niederer Neigung. Eine Liebesamateurin ist sie, die Traumprinzen stehen bei ihr nicht Schlange, es bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Spitzengardinen zuzuziehen und die böse perverse Welt auszusperren. Wer verpaart sich mit wem, und wer hat etwas zu verbergen?

Leser-Kommentare
    • ifsoft
    • 14.06.2009 um 23:56 Uhr

    Das Thema Bisexualität: KLASSE! - Der Plot dümlich konstruiert. Wozu diese unsägliche Konstruktion Stedefreund- Lürsen-Tocher-Liebelei. es führt nur zu langweiligen Längen. Schade, eine tolle Idee verkonstruier und zerstört.

  1. eindimensional deshalb, weil es nur einen Verdächtigen gibt, und der ist es natürlich nicht. Frage wer dann, wenn es nur noch eine Person gibt, die mitspielt? Natürlich die Ehefrau, die zu allem Überfluß auch noch gerade schwanger ist und in diesem Zustand Männer umbringt, ziemlich grausam; unter 27 Messerstichen geht´s nicht ab. Einfach brutal, was man da dem Zuschauer alles zumutet und seinen Krimi damit aufpimpt.

    Also, Täter: die schwangere Ehefrau Nur warum gerade die? Aha, die mag keine schwule Konkurrenz. Und deshalb werden die Stricher (immer nur "black-curled mediterranians", also Ausländer - sehr fremdenfeindlich....!?) nach Schema F aus dem Weg geräumt. Damit das Sinn macht, muß sie, die Ehefrau so dumm sein und das versucht der Krimi rüberzubringen, daß sie vom weiteren Leben des Bi-Ehemannes in geordneten Verhältnissen mono und gam, sprich hetero, überzeugt ist. (Sonst müßte sie ja endlos weitermorden).

    Diese Konstellation und Motivationslage ist so irreal (so weit weg jeglicher Realvorlage), daß man diesen "Krimi" getrost vergessen kann. Es wäre vernünftiger/realistischer gewesen einen Krimi zu machen, in der vielleicht die Ehefrau ihren Bi-Mann umbringt. So aber ....?

    Fazit: die in Bremen können es nicht. Ein guter Tatort-Krimis sieht anderes aus. Daran ändert auch nichts, daß vom Erfolgsrezept "Sex sells" fast schon inflationär und in auch nicht-konventioneller Spielart Gebrauch gemacht wird

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    Moment mal, Zitat: Und deshalb werden die Stricher (immer nur "black-curled mediterranians", also Ausländer - sehr fremdenfeindlich....!?) nach Schema F aus dem Weg geräumt.
    Die beobachtung stimmt so nicht und die Schlußfolgerung somit auch nicht, denn weder sind alle Schwulen im Film Ausländer, noch alle Opfer solche!

    Ich fand den Tatort ganz gut. Schön unterhaltsam, man rätselt wer es nur sein könnte und zum Schluß wird der/die Täter/ Täterin verhaftet, genau was ich von einem Tatort erwarte.

    Gruß

    Moment mal, Zitat: Und deshalb werden die Stricher (immer nur "black-curled mediterranians", also Ausländer - sehr fremdenfeindlich....!?) nach Schema F aus dem Weg geräumt.
    Die beobachtung stimmt so nicht und die Schlußfolgerung somit auch nicht, denn weder sind alle Schwulen im Film Ausländer, noch alle Opfer solche!

    Ich fand den Tatort ganz gut. Schön unterhaltsam, man rätselt wer es nur sein könnte und zum Schluß wird der/die Täter/ Täterin verhaftet, genau was ich von einem Tatort erwarte.

    Gruß

  2. Moment mal, Zitat: Und deshalb werden die Stricher (immer nur "black-curled mediterranians", also Ausländer - sehr fremdenfeindlich....!?) nach Schema F aus dem Weg geräumt.
    Die beobachtung stimmt so nicht und die Schlußfolgerung somit auch nicht, denn weder sind alle Schwulen im Film Ausländer, noch alle Opfer solche!

    Ich fand den Tatort ganz gut. Schön unterhaltsam, man rätselt wer es nur sein könnte und zum Schluß wird der/die Täter/ Täterin verhaftet, genau was ich von einem Tatort erwarte.

    Gruß

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    im Krimi sind es die Ausländer..... (Stricher, weil bzw. wenn sie kein Geld mehr haben)

    die edlen Schwulen geben sich freiwillig der Liebe hin.

    Im übrigen. Wenn sie den Film gut fanden: kommen Sie aus Bremen?

    im Krimi sind es die Ausländer..... (Stricher, weil bzw. wenn sie kein Geld mehr haben)

    die edlen Schwulen geben sich freiwillig der Liebe hin.

    Im übrigen. Wenn sie den Film gut fanden: kommen Sie aus Bremen?

  3. im Krimi sind es die Ausländer..... (Stricher, weil bzw. wenn sie kein Geld mehr haben)

    die edlen Schwulen geben sich freiwillig der Liebe hin.

    Im übrigen. Wenn sie den Film gut fanden: kommen Sie aus Bremen?

    Antwort auf "Moment mal, Zitat: Und"
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    bin nicht aus Bremen, war da naoch nie.

    Gruß

    bin nicht aus Bremen, war da naoch nie.

    Gruß

  4. Ich habe nach einiger Zeit umgeschaltet, weil ich den Tatort so langweilig fand. Uninteressante Charaktere, dumpf-pöbelige Polizisten. Was für eine Unterschied zum Beispiel zum "Mentalisten", der gleichzeitig auf Sat 1 lief. Können die Tatort-Bullen und Bullinnen denn nichts anderes, als aggressiv auftreten und die Verdächtigen dumm anmachen? Kommt mir typisch deutsch vor. Zudem schienen mir die privaten Probleme reichlich an den Haaren herbeigezogen. Sorry für die Kritik, die Geschmäcker sind halt unterschiedlich.

  5. 6. Tatort

    Den Tatort als "Krimi" zu bezeichnen fällt mir in der letzten Zeit zunehmend schwerer. Oftmals ist es nur noch ein elendig lahmes Kammerspiel mit ermüdenem Psychogequatsche.

    Wie man hochqualitative und spannende Krimis macht zeigen uns immer wieder die Skandinavier, denke ich an Kommissar Beck oder wie gestern Nacht im ZDF der Thriller "Tod auf See" sehe ich das was ich von einem Krimi erwarte.

    Der Tatort ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Außer den Folgen mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die wenigstens noch humoristischen Unterhaltungswert haben, ist da kaum noch was sehenswert.

  6. Den Verdruss über den gestrigen Tatort kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Ich gehe sogar noch weiter: einige der letzten Folgen fand ich ziemlich großartig, und zwar deshalb, weil sie neben der klassischen Frage nach dem "Whodunnit" auch noch über intensives Schauspiel und hochkarätige Dialoge verfügten.

    Beispiel: "Schiffe versenken" vom 24.05.2009 ("Inga Lührsen")

    Als einzige Frau auf einem Containerschiff, irgendwo im Niemandsland auf hoher See, "aus Versehen" weit weg aus der Schutzzone des Kollegiums, kein Handy-Empfang, feindselige Blicke grobschlächtiger Männer, Schmutz, Kälte, Regen, Sturm, Misstrauen, Drohgebärden, und dann schließlich auch noch körperliche Gewaltanwendung.
    Die Situation konnte auswegloser nicht sein, und da deutsche Krimiserien hin und wieder ja durchaus mal mit dem spontanen Tod eines liebgewonnenen Protagonisten überraschen, fürchtete ich, dies könnte Inga Lührsens letzter Fall gewesen sein. Zum Glück war er es nicht, und wer diesen Tatort langweilig und vorhersehbar fand, der musste bereits kurz vor der Tagesschau eingenickt sein.

    Beispiel: "Im Sog des Bösen" vom 07.06.2009 ("Klara Blum")

    Die TV-Beilage des stern, zumeist beängstigend nah an meinem persönlichen Fernsehgeschmack, ließ Übles befürchten. Doch von Beginn an war ich von Handlung und Darstellern fasziniert. Keine Spur von Langeweile, wie es die stern-Schreiberlinge prophezeit hatten, sondern ein äußerst spannendes, intensiv und mitreissend gespieltes Stück feinster Krimi-Unterhaltung, das seinen finalen Höhepunkt fand, indem sich die Kommissarin eines Nerven zehrenden Kollegenverhörs bediente, um den Protokoll führenden Polizei-Azubi und seinen Kompagnon des Mordes zu überführen.

    To cut it short:
    Ich will keine US-Krimi-Serien mit gestylten Cops in coolen Autos. Ich liebe meine Tatort-Kommissarinnen und -kommissare in ihren verbeulten Jeans, in Morgenmantel und Plüsch-Hausschuhen, schlecht gelaunt, in die falsche Person verliebt, voller Fehler und Fehlbarkeiten. Menschen, halt.

    • TDU
    • 15.06.2009 um 21:09 Uhr

    Vor ein paar Wochen lief im ZDF ein Film mit Inzest Thema. Es wurde gut und spannend diskutiert und beleuchtet. Beim Tatort führen die Themen meist zur Unentschiedenheit Action oder Reden und persönlichem Stress. Der Tod auf See hatte ja kein "Tabuthema".

    Inga Lürsen allerdings wird zunehmend ruppiger und "schlampiger" im Auftreten, wie ein ständiger Morgenmuffel. Wenn`s denn sein muss, nur nicht schön anzusehen. Bei Männern übrigens auch nicht.

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