Warum machen Sie das? "Wir müssen zügig handeln"Seite 3/3
ZEITmagazin: Dennis Meadows schrieb "Die Grenzen des Wachstums" 1975. Heute sagt er: Es ist zu spät.
Palmer: Er ist als Rufer in der Wüste enttäuscht. Wir haben einzelne Grenzen überschritten, aber nicht alle. Entmutigen lassen sollten wir uns nicht. Aber wir müssen zügig handeln.
ZEITmagazin: Am Tübinger Wesen soll die ganze Welt genesen?
Palmer: Um Gottes willen, auf keinen Fall. Wir wollen allenfalls zeigen, dass hohe Lebensqualität und Klimaschutz zusammengehen. Die Welt wird daran nicht genesen, aber wir können lokal handeln, um global etwas zu verändern.
ZEITmagazin: War Ihnen die rot-grüne Regierung grün genug?
Palmer: Natürlich nicht. Aber sie war so grün, wie sie sein konnte.
ZEITmagazin: Übrigens verwirren Sie mich farblich: Sie sind grüner Bürgermeister und rufen in Ihrem Buch über Klimaschutz in der Stadt zum Blau-Machen auf?
Palmer: Blau steht für all die umweltfreundlichen Initiativen in Tübingen und für parteipolitische Neutralität. Es geht hier nicht um den Vorteil für eine Partei, sondern für die Farbe des Himmels, und der blaue Himmel ist so schön, dass man sich keinen grünen wünscht.
Boris Palmer, 37, ist Mitglied der Grünen und Oberbürgermeister von Tübingen. Vor Kurzem erschien sein Buch "Eine Stadt macht blau: Politik im Klimawandel – das Tübinger Modell". Roger Willemsen stellt jede Woche die Frage: "Warum machen Sie das?"
- Datum 10.06.2009 - 10:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.06.2009 Nr. 25
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