Banken Zocken oder Geld verleihen

Manche Banken fahren wieder Milliardengewinne ein, bei den Unternehmen werden die Kredite knapp

Nur 22 Millionen Euro, und Aksys wäre vielleicht noch am Leben. Bei seinen Hausbanken erhielt der marode Wormser Automobilzulieferer kein Geld mehr, also beantragte er einen Kredit bei der KfW. Die Staatsbanker sagten ebenfalls ab. Am 27. Mai meldete Aksys Insolvenz an. »Um Opel kümmert sich die ganze Welt, um uns kümmert sich keiner«, klagt Geschäftsführer Bernd Lieberoth-Leden.

Aksys könnte ein Symbol dieser Krise werden. Der Wirtschaft geht das Geld aus – obwohl die Regierung Milliarden in den Finanzsektor gepumpt hat und etliche Banken schon wieder satte Gewinne einfahren. Die Liquiditätsprobleme könnten »spätestens im Sommer existenzbedrohend werden«, warnten die Wirtschaftsverbände vergangene Woche in einem Schreiben an die Bundeskanzlerin.

Anzeige

Dass sich die Firmen im Abschwung über schärfere Kreditkonditionen beklagen, ist nicht ungewöhnlich. Je schlechter die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens, desto niedriger seine Bonität – und desto schwerer kommt es an Kredite. Schließlich steigt für die Banken das Risiko, dass sie ihr Geld – und dazu gehören auch die Einlagen der Sparer – nicht zurückbekommen. So unangenehm die Knauserei der Finanzhäuser für die betroffenen Firmen sein mag, für die Volkswirtschaft insgesamt ist sie normalerweise ein Segen. In einer Rezession werden auf diese Weise die guten von den schlechten Unternehmen geschieden. Die Kreditvergabe ist das Regulativ einer Marktwirtschaft.

Gefährlich wird es, wenn auch gesunde Firmen kein Geld mehr bekommen. Noch ist das nicht der Fall. Die Banken vergeben zwar weniger neue Darlehen als früher, auch die Konditionen sind nicht mehr so günstig. Das passt aber zur Konjunkturflaute. Die bewirkt nicht nur, dass sich die Bonität der Firmen verschlechtert, sondern auch, dass deren Nachfrage nach Krediten weniger stark wächst. Im April lag das Volumen der Unternehmensdarlehen immerhin noch um 3,3 Prozent über Vorjahr.

Doch je länger die Krise anhält, desto knapper wird das Geld. Die Banken müssen ihre durch hohe Abschreibungen verwüsteten Bilanzen reparieren, da ist der Appetit gering, neue Risiken einzugehen. Viele Institute sind dazu auch gar nicht in der Lage. Wenn das Ausfallrisiko eines Kredits steigt, müssen die Banken für ihn mehr Eigenkapital zurücklegen. Oft ist die Kapitaldecke schlicht zu knapp, als dass im großen Stil Darlehen vergeben werden könnten. Selbst die in vergangenen Wirtschaftskrisen immer großzügigen Sparkassen sind, glaubt man Insidern, neuerdings weniger freigiebig.

Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 12.06.2009 um 18:23 Uhr

    Eigentlich sollten die 480 Mrd Bürgschaften dazu dienen, den Interbankenhandel soweit fit zu bekommen, dass stärkere Institute Kredite an schwächere Institute geben. Dadurch würde der Druck auf die Bilanzen der Mittelstandsfinanzierer sinken. Aber es kam nie zu dieser Selbstheilung des Marktes, die vielleicht kaum etwas gekostet hätte.

    Der nächste Schritt, bereits Ende 2008 vorbereitet, ist die direkte Versorgung mit Geldmitteln. Das kann kaum im großen Maßstab betrieben werden. Allein die HSH Nordbank verschlingt wohl soviel, wie die beiden Japaner nach Italien schmuggeln wollten (100 Mrd).

    Schritt zweikommafünf: Bad Bank für alle. Klappt nicht wegen der damit verbundenen automatischen Offenlegung geschäftsrelevanter Informationen.

    Schritt drei: abwarten, was die USA machen. Bis dahin werden viele "unschuldige" Firmen pleite sein, noch mehr Arbeitslose am Hartz-Konsum anstehen und noch mehr so großartige, verstehende und erklärende Artikel erscheinen.

    • politz
    • 12.06.2009 um 18:42 Uhr

    Es ist schon verwunderlich: überall, wo es in der Wirtschaft brennt, greift der Staat derzeit ein. Ein durchaus nicht ganz kleines Konjunkturprogramm wurde beschlossen, der Staat hilft einzelnen Großunternehmen wie Opel über den Weg und spendiert nebenbei den Großagrariern Steuervorteile in dreistelliger Millionenhöhe. Aber an dem Problem der Wirtschaft schlechthin, der mangelnden Kreditvergabe der Banken, wird nichts getan. Im Gegenteil: man bemüht sich sogar, dass diese Kreditvergabe weiter gedrosselt wird.

    Eine Kreditklemme ist extrem gefährlich. Wird überall der Kredithahn zugedreht, etwa wenn einzelne Kreditlinien auslaufen, kann es ganz schnell zum Zusammenbruch des Wirtschaftssystems kommen. Auch Verschärfungen bei den Kapitalkosten können Unternehmen und damit die Wirtschaft empfindlich treffen, da sie zum Sparen zwingen. Schon angekommen ist die Klemme – zumindest wenn man den Ifo-Umfragen trauen kann – bei den Großunternehmen.

    Ganze 54 % der großen Unternehmen klagen über eine restriktive Kreditvergabe. Das liegt vermutlich daran, dass sie vermehrt von den Großbanken abhängen, die über ein zu niedriges Eigenkapital verfügen und die von der Finanzkrise unmittelbar betroffen wurden. Beim Mittelstand ist zwar noch keine Kreditklemme zu diagnostizieren. Aber die Großunternehmen sind für die gesamte Volkswirtschaft extrem wichtig: eine Kreditklemme dort kann sich ganz schnell zu einem Dominoeffekt ausweiten.

    Und auch die regionalen Banken, deren Kunden viele Mittelständler sind, dürften bald in Bedrängnis kommen. Mit der Veröffentlichung schlechter Unternehmensbilanzen und damit einer geringeren Bonität entsteht für sie die Pflicht, vermehrt Eigenkapital vorzuhalten, um das Risiko des Kreditausfalls besser abzudecken. Durch den scharfen Einbruch der deutschen Wirtschaft im Winter um rund fünf Prozent sind sehr schlechte Bilanzen zu erwarten.

    Auch die Insolvenzen nehmen zu und belasten so das Eigenkapital der Banken – auch der Sparkassen und der Volksbanken. Und so könnte die Kreditklemme auch beim Mittelstand ankommen – mit verheerenden Folgen. Denn der schnelle Einbruch der Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2008 war vor allem auf die Verschärfung der Kreditvergabe in vielen Ländern zurückzuführen, wie sich empirisch an den Umfragen zu den Kreditstandards belegen lässt. Kommt es hier zu einem weiteren Einbruch, haben wir die Depression.

    Das Konjunkturprogramm ist in diesem Szenario völlig irrelevant. Die gesamten konjunkturunabhängigen Staatsausgaben machen weit weniger als die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes aus. Wenn die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft zurückgeht, kann das BIP solange sinken, bis nur noch der öffentliche Sektor besteht: das sind über 50 %. Bis dahin hätten wir aber längst den Staatsbankrott oder andere Grausamkeiten und alles würde nur noch schlimmer.

    Also warum scheut man sich, die Institute einfach mit zusätzlichem Eigenkapital auszustatten? Selbst, wenn es über die Aufnahme neuer Staatsschulden finanziert würde, käme es noch billiger als alternative Modelle, bei denen die Wirtschaft jahrelang am Boden liegt. Noch besser wäre es jedoch, dieses Geld von der Regierung komplett neu zu erschaffen ohne die Verpflichtung, es gegen Zinsen zurückzuzahlen. Dazu kann die EZB Staatsanleihen aufkaufen oder die europäische Regierungen geben einfach neue Banknoten aus.

    Die potenziellen inflationären Wirkungen kommen irgendwann ohnehin, es gilt sie über mehrere Jahre hinweg zu verteilen. Oder man schöpft irgendwo anders bei den privaten Akteuren Geld ab und vernichtet es.

    Also warum geschieht dies nicht? Man hat nun die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit ihren Bürgschafts- und Kreditprogrammen auf den Plan gerufen. Das wäre in der Tat eine Lösung, wenn die KfW die versagten Kredite anderer Banken übernähme und so zu einer insgesamt erhöhten Kreditvergabe beitrüge. So einfach ist das aber nicht. Dann könnte ja jede noch halbwegs gesunde Bank einfach die Rolle aller kaputten "Zombie-Banken" übernehmen und so die Wirtschaft retten.

    Und in der Tat hat die Regierung es so eingerichtet, dass auch die privaten Hausbanken miteinbezogen werden müssen. Sehen diese zu große Risiken, sagt auch die KfW nein. Unternehmen ohne Zukunft wird der Kredit ohnehin versagt. Es hilft eben auch nichts, jene am Überleben zu halten, die vielleicht durch die Finanzkrise ins Strudeln gekommen sind, die aber trotzdem nicht mehr zu retten sind und nur hohe Verluste verursachen. Außerdem wird es nach der Finanzkrise nicht mehr so wie vorher – die Selbstverschuldung der Misslage ist wohl das falsche Kriterium.

    Tatsächlich werden einige Unternehmen durch Bundes- und KfW-Bürgschaften oder -Kredite gerettet. In dem vielfach kritisierten intransparenten Entscheidungsverfahren des Lenkungsausschusses beim BMWi kriegen vorrangig jene Betriebe Hilfe, die man als strategisch wichtig ansehen kann. So ist von Werften zu hören, die man ohne große Bedingungen stützt. Klar, der Schiffsverkehr muss auch in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Jahrzehnten aufrechterhalten werden.

    Und auch Großunternehmen wie Heidelberger Druck können sich über Staatshilfen freuen. Grob gesagt: große Betriebe der Investitionsgüter- und Exportwirtschaft kriegen Zusagen, mittlere und kleine Unternehmen der Binnenwirtschaft nicht. Wenn man den Eliten unterstellt, die Wirtschafts- und Finanzkrise sei ein Produkt politischer Planung, ist das genau die richtige Vorgehensweise. Man lässt alles zusammenkrachen, um große Veränderungen durchzusetzen, aber jene Grundlagen, die man auch nachher braucht, bewahrt man.

    Dazu zählen eben viele Großunternehmen, Infrastrukturunternehmen, die Verkehrswirtschaft, usw. Und nicht zu vergessen die Rüstungsindustrie – die von der Wirtschaftskrise so seltsam unbetroffen ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn ich die Giralgeldschöpfung richtig verstehe, dann müssen Banken nur 2% "echtes" Geld in Reserve halten, der Rest ist buchhalterisches Voodoo.

    Geht der Hokuspokus dennoch schief, dann steht der Steuerzahler mit echtem Geld dafür gerade. Ist unser Bankensystem folglich nicht eine Public-Private-Partnership, bei der die Öffentlichkeit immer draufzahlt, damit Private fette Gewinne macht?

    Wieso definiert man nicht die Kreditvergabe als einen Teil der Infrastruktur - wie Straßen- oder Schienennetz und macht es gleich zur hoheitlichen Aufgabe? Bei den horrenden Gewinnen (nur 2% Einsatz) würde unser Gemeinwesen sicher profitieren.

    PS: Die Erholung der deutschen Volkswirtschaft in den 1930 Jahren wurde auch mit staatlichem Voodoo, den sog. Mefo-Wechseln bewerkstelligt.

    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Wenn ich die Giralgeldschöpfung richtig verstehe, dann müssen Banken nur 2% "echtes" Geld in Reserve halten, der Rest ist buchhalterisches Voodoo.

    Geht der Hokuspokus dennoch schief, dann steht der Steuerzahler mit echtem Geld dafür gerade. Ist unser Bankensystem folglich nicht eine Public-Private-Partnership, bei der die Öffentlichkeit immer draufzahlt, damit Private fette Gewinne macht?

    Wieso definiert man nicht die Kreditvergabe als einen Teil der Infrastruktur - wie Straßen- oder Schienennetz und macht es gleich zur hoheitlichen Aufgabe? Bei den horrenden Gewinnen (nur 2% Einsatz) würde unser Gemeinwesen sicher profitieren.

    PS: Die Erholung der deutschen Volkswirtschaft in den 1930 Jahren wurde auch mit staatlichem Voodoo, den sog. Mefo-Wechseln bewerkstelligt.

    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    • knuham
    • 12.06.2009 um 22:41 Uhr

    Damit die Banken auch weiterhin die Staatsverschuldung mitschultern, dürfen Sie sich auch ausreichend Liquidität bei der EZB beschaffen. Die Papiere, die die Banken für die Liquidität an die EZB verkaufen, dürfen dafür auch ein immer schlechteres Rating besitzen (ab Juli auch covered-bonds). Daß die Unternehmen auf der Strecke bleiben, liegt dabei auf der Hand. Ein Kredit kann eben nur einmal gewährt werden, entweder in dem man "sichere" (wie lange eigentlich noch) Staatsanleihen kauft oder "unsichere" Unternehmenskredite zu gewährt. Raten wir mal, für was sich die Banken entscheiden ? Bleibt bloß in der Zukunft das Problem, wie die Liquidität wieder aus dem Markt genommen werden soll und wer die Zinsen für die Staatsanleihen erwirtschaften soll ? Aber das ist ja erst nach der Bundestagswahl ....

  1. In wirtschaftliche Hardware, sprich produktive Unternehmen, investiert man halt nicht gerne.
    Man macht mit dem weiter, was man bisher auch vorrangig konnte - Zocken mit spekulativen Werten. Die ersten Ergebnisse sind wieder gaaanz toll. Aber erinnert Euch: nur mit Papierwerten funktioniert Wirtschaft nicht.

    Zitat vom echten Mark Twain:
    'Ein Bankier ist ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne scheint - und ihn sofort zurückhaben will, wenn es zu regnen beginnt.'

    • knuham
    • 13.06.2009 um 8:06 Uhr

    hallo M@rkTw@in,

  2. Wenn ich die Giralgeldschöpfung richtig verstehe, dann müssen Banken nur 2% "echtes" Geld in Reserve halten, der Rest ist buchhalterisches Voodoo.

    Geht der Hokuspokus dennoch schief, dann steht der Steuerzahler mit echtem Geld dafür gerade. Ist unser Bankensystem folglich nicht eine Public-Private-Partnership, bei der die Öffentlichkeit immer draufzahlt, damit Private fette Gewinne macht?

    Wieso definiert man nicht die Kreditvergabe als einen Teil der Infrastruktur - wie Straßen- oder Schienennetz und macht es gleich zur hoheitlichen Aufgabe? Bei den horrenden Gewinnen (nur 2% Einsatz) würde unser Gemeinwesen sicher profitieren.

    PS: Die Erholung der deutschen Volkswirtschaft in den 1930 Jahren wurde auch mit staatlichem Voodoo, den sog. Mefo-Wechseln bewerkstelligt.

    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Antwort auf "Einfache Lösung"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • politz
    • 13.06.2009 um 16:48 Uhr

    Die gesamte Bankkreditvergabe ist Voodoo, wenn man darunter versteht, dass es aus dem Nichts geschaffen wird. Wird die Geldmenge, die zur Vergabe von Krediten für Investitionen oder den Konsum verwendet wird, ausgeweitet, gibt es Wachstum und Prosperität. Wird sie zurückgefahren, gibt es Rezession und Stillstand. Im Moment haben wir letzteren Fall. Die Geldmenge in den USA explodiert zwar, aber das entlädt sich nur in erneuten Vermögenspreisblasen wie dem Anstieg der Rohstoffpreise.

    • RalphS
    • 13.06.2009 um 20:09 Uhr

    Nicht einmal für die Staatsschulden nutzt man staatliche Geldschöpfung und das wäre doch sehr sehr naheliegend.
    Die Kreditvergabe definiert man nicht als einen Teil der Infrastruktur - wie Straßen- oder Schienennetz und macht es nicht zur hoheitlichen Aufgabe, da dann die Bourgeoisie nichts davon hat.
    Solange wir keine richtige Demokratie haben, bleibt das auch so.
    Außerdem, das Straßen- oder Schienennetz und die noch staatlichen Banken, also die Sparkassen und Landesbanken werden nach der Wirtschaftskrise auch privatisiert.
    Und das ist auch gut so, denn die Dummheit großer unwissender Bevölkerungsteile muss eben bestraft werden. Sie haben sich für die Blaue Pille entschieden, was ihnen niemand verübeln kann. Somit bleiben sie unwissend und weiterhin ein Opfer der Illusion. Wenn es ihnen dann dreckig geht, merken sie nicht einmal was passiert. Dann werden sie nicht einmal sagen: "Das haben wir nicht gewußt". Unsere zusammengeschalteten "unabhängigen" (haha) Medien sorgen schon dafür, damit dies für immer so bleibt.
    .
    We gave the friends of Milton Friedman billion of dollars, and now we have only debts.
    Don't trust them.
    Destroyed the MATRIX.
    (RalphS and Che Guevara)

    • politz
    • 13.06.2009 um 16:48 Uhr

    Die gesamte Bankkreditvergabe ist Voodoo, wenn man darunter versteht, dass es aus dem Nichts geschaffen wird. Wird die Geldmenge, die zur Vergabe von Krediten für Investitionen oder den Konsum verwendet wird, ausgeweitet, gibt es Wachstum und Prosperität. Wird sie zurückgefahren, gibt es Rezession und Stillstand. Im Moment haben wir letzteren Fall. Die Geldmenge in den USA explodiert zwar, aber das entlädt sich nur in erneuten Vermögenspreisblasen wie dem Anstieg der Rohstoffpreise.

    • RalphS
    • 13.06.2009 um 20:09 Uhr

    Nicht einmal für die Staatsschulden nutzt man staatliche Geldschöpfung und das wäre doch sehr sehr naheliegend.
    Die Kreditvergabe definiert man nicht als einen Teil der Infrastruktur - wie Straßen- oder Schienennetz und macht es nicht zur hoheitlichen Aufgabe, da dann die Bourgeoisie nichts davon hat.
    Solange wir keine richtige Demokratie haben, bleibt das auch so.
    Außerdem, das Straßen- oder Schienennetz und die noch staatlichen Banken, also die Sparkassen und Landesbanken werden nach der Wirtschaftskrise auch privatisiert.
    Und das ist auch gut so, denn die Dummheit großer unwissender Bevölkerungsteile muss eben bestraft werden. Sie haben sich für die Blaue Pille entschieden, was ihnen niemand verübeln kann. Somit bleiben sie unwissend und weiterhin ein Opfer der Illusion. Wenn es ihnen dann dreckig geht, merken sie nicht einmal was passiert. Dann werden sie nicht einmal sagen: "Das haben wir nicht gewußt". Unsere zusammengeschalteten "unabhängigen" (haha) Medien sorgen schon dafür, damit dies für immer so bleibt.
    .
    We gave the friends of Milton Friedman billion of dollars, and now we have only debts.
    Don't trust them.
    Destroyed the MATRIX.
    (RalphS and Che Guevara)

  3. Am Anfang der Kniefall vor den Selbstreinigungskräften des Kapitalismus und am Ende das hohe Lied auf die Finanzwirtschaft, die es größtenteils gar nicht mehr gäbe, wenn sich die Selbstreinigungskräften wirklich entfaltet hätten.

    Wie wär's denn mit dem Schluss: Die Kapitalisten können dann die besten Gewinne machen, wenn der Staat die Unbillen fernhält und sie vor sich selbst beschützt. Wenn er das nicht tut, ruiniert der Kapitalismus sich, die Umwelt und die Menschen in Rekordzeit.

    • politz
    • 13.06.2009 um 16:48 Uhr
    8. Voodoo

    Die gesamte Bankkreditvergabe ist Voodoo, wenn man darunter versteht, dass es aus dem Nichts geschaffen wird. Wird die Geldmenge, die zur Vergabe von Krediten für Investitionen oder den Konsum verwendet wird, ausgeweitet, gibt es Wachstum und Prosperität. Wird sie zurückgefahren, gibt es Rezession und Stillstand. Im Moment haben wir letzteren Fall. Die Geldmenge in den USA explodiert zwar, aber das entlädt sich nur in erneuten Vermögenspreisblasen wie dem Anstieg der Rohstoffpreise.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service