Geschichte Wasser, rot vom BlutSeite 4/4
Am Abend des 24. Juni steigt Napoleon vor den Mauern Cavrianas von seinem Pferd und geht zu Fuß durch das Tor auf den Hauptplatz und dann weiter bis zur Villa Mirra. Er will zeigen, dass er anders ist als andere Monarchen, volksnäher, freundlicher. Kaiser Franz Joseph ist schon am Nachmittag Hals über Kopf abgezogen, und nun empfängt die Villa Mirra erneut einen illustren Gast.
Die kommende Nacht schläft er im selben Bett, in dem sein Gegner vor der Schlacht gelegen hat – eine Geste der Demütigung: Napoleon hat Franz Joseph nicht nur die Lombardei abgenommen, nun macht er sich auch noch in seinem Bett breit. Am Abend kommt der wilde, ungehobelte Viktor Emanuel von Piemont angeritten. Im Salon der Villa trifft er sich mit seinem Verbündeten. Der Mann, der sein Leben damit zubringt, den Frauen nachzustellen, und Napoleon III. verfassen ein Kommuniqué mit dem knappen Titel: Große Schlacht, großer Sieg!
Mehr zum Thema in Ulrich Ladurners Buch »Solferino. Kleine Geschichte eines großen Schauplatzes«, das im Residenz Verlag, Salzburg, erschienen ist (144 S., 17,90 €)
- Datum 24.06.2009 - 16:17 Uhr
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- Serie Zeitläufte
- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
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