New York TimesDer angezählte Champion

Die »New York Times« ist die beste Zeitung der Welt – aber ihrem Verlag droht die Insolvenz: Das Internet macht Konkurrenz, Anzeigen bleiben aus. Muss die Zeitung bald ihren eigenen Tod vermelden?

Jeffrey Bezos ist schon seit 15 Jahren ein Mann der Zukunft, ein Oldtimer der Internetwelt. Der Informatiker hat den Internetbuchhandel amazon.com gegründet und mit seiner elektronischen Vertriebsmethode die amerikanischen Buchhändler an den Rand des Ruins geführt. Nun, am 6. Mai des Jahres 2009, soll es um die Zukunft der Zeitung gehen. Der 45 Jahre alte Milliardär steht im Auditorium der New Yorker Pace University, nicht unweit der Wall Street, und stellt sich einer Schar von Journalisten als Retter der New York Times vor.

Mit ihm gekommen ist ein 57-jähriger schüchterner Mann, der verlegen lächelt: Niemals würde der Verleger und Chairman Arthur Ochs-Sulzberger jr. zugeben, dass seine börsennotierte New York Times Company einem alten Cadillac gleicht, wie manche in der Stadt lästern. Die Marke Cadillac gehört zur Insolvenzmasse des Autogiganten General Motors. Und auch die New York Times Company sei am Ende, behaupten die allzu mächtigen Rating-Agenturen; sie haben die Aktie seiner Gesellschaft auf »junk« herabgestuft, auf Müll also. Von 50 Dollar im Jahr 2005 ist sie auf sechs Dollar gestürzt. Bei solchen Notierungen schließen auch die einst so leichtfertigen New Yorker Banken ihre Kreditschalter. Der New York Times Company droht die Insolvenz.

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Doch die Wende naht, hofft ihr Verleger, hier und jetzt: Jeffrey Bezos zeigt sein jüngstes Produkt in die Runde, einen fingerdünnen Rechner mit Namen Kindle DX, das Kind des Kindle 2, mit einem 24,6-Zentimeter-Bildschirm. Er taugt für den drahtlosen Hochgeschwindigkeitsempfang von Texten und schwarz-weißen Bildern. Er verfügt über 3,3 Gigabyte Speicher, was dem Inhalt von 3500 Büchern entspricht. Und er soll 489 Dollar kosten. Sofort zeigt die hell leuchtende Projektionsfläche in Sulzbergers Rücken ein Kindle-DX-Bild mit der ersten Seite der New York Times. Für 9,50 Dollar pro Monat könne man Ochs-Sulzbergers Zeitung künftig auf Bezos’ Apparat laden. Der Verleger strahlt. »Wir wussten seit einem Jahrzehnt«, sagt er, »dass ein elektronisches Lesegerät dasselbe befriedigende Erlebnis ermöglicht wie eine gedruckte Zeitung!«

Doch plötzlich verschwindet auf der Projektionsfläche des Uni-Auditoriums das ganze Bild. Peinliches Dämmerlicht füllt den Saal, Mr. Bezos lächelt gequält. Irgendjemand in seiner Entourage hat etwas falsch gemacht. Ein böses Omen? Schon wieder? Der Internetmilliardär wird nicht gewusst haben, dass am 16. Januar 1992, genau an dem Tag, und in der Stunde, an dem der korrekt gekleidete Herr neben ihm von seinem Vater Arthur »Punch« Sulzberger zum Verleger der Times bestellt wurde, dass also genau an jenem Tag die große Uhr über dem Eingang zum Verlagshaus auf der 43. Straße in New York stehen geblieben war, aus unerklärlichen Gründen. Das Signal aus der Welt des Zufalls gilt in der Folklore der New York Times inzwischen als böses Vorzeichen der Ära unter Arthur jr.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, diesem Eitelkeitstreffen der Wirtschaftseliten aus aller Welt, hatte der Verleger 2007 erklärt, dass er nicht wisse, ob die New York Times »in fünf Jahren« noch auf Papier gedruckt werde. Es sei ihm auch »ehrlich gesagt: egal«. Dass aber im Gratiskosmos des Internets zahlungswillige Käufer fehlen, merkte er, als das erste Netz-Abonnement seiner Zeitung nicht angenommen wurde. Jetzt also ein zweiter Anlauf. Allerdings fehlt dem Kindle DX die Farbe der gedruckten Ausgabe, das mindert den Wert der meisten Anzeigen. Und die früher so lukrativen schwarz-weißen Kleinanzeigen sind ohnehin längst ins Netz abgewandert. Annoncen für Haushaltshilfen oder gebrauchte Autos sucht man im Blatt vergebens.

Sonntags ersetzte die Lektüre der »Times« den Gottesdienst

Bezos’ Gerät, nein: allen elektronischen Lesehilfen fehle die »Dinghaftigkeit einer Zeitung«, findet der Art Director der Times, Tom Bodkin . Vor drei Jahrzehnten hatten deren Sonntagsausgaben einen Umfang bis zu 1600 Seiten – das sieben Pfund schwere journalistische »Ding an sich« landete krachend vor den Haustüren der aufstrebenden Mittelschicht in New Yorks Suburbia, die Lektüre ersetzte für viele den Gottesdienst.

Die New York Times, sagt ihr Chefredakteur Bill Keller, »kann jeder getrost in der U-Bahn liegen lassen« – anders als den Kindle oder ähnliche Apparate, die man nicht falten kann und auf denen man auch keine Kaffeetasse abstellen sollte. Ein haltbares Geschäftsmodell, ein Zufluchtsort für eine Zeitung wie die Times ist der Kindle nicht, sondern nach Blackberry, iPod und iPhone nur ein weiteres Spielzeug für eine geräteverliebte Nation auf der Suche nach Ablenkung, permanentem Informationsdrama und kurzweiligem Zeitvertreib.

Die Stärke der gedruckten New York Times verkörpert das Gegenteil: geduldige, nachhaltige Aufklärung und intelligente, unparteiische Ordnungssuche im journalistisch gebändigten Nachrichtenchaos. Und – als Folge dieser Mühen – Einfluss auf die politischen, akademischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger des Landes.

Seine Skepsis gegenüber der Internetstrategie seines Verlegers Sulzberger kann Chefredakteur Keller nicht verhehlen. Journalismus-Studenten der Stanford University empfahl er kürzlich, über ihr Berufsziel noch einmal nachzudenken. Ein Reporter der Times, der ungenannt bleiben will, schließt nicht aus, dass sein Verlag in zehn Monaten Insolvenz anmelden könnte. Sein Chefredakteur ist geduldiger. Um ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, sagt Keller, blieben »ein oder zwei Jahre«.

Die wichtigste Zeitung der Vereinigten Staaten erscheint an Wochentagen mit einer knappen Million gedruckter Exemplare, sonntags sogar mit 1,4 Millionen. Ihre Auflage sinkt seit einigen Jahren langsam, in den vergangenen zwei Halbjahren jeweils um 3,6 Prozent. Das ist weniger als der Durchschnitt der amerikanischen Zeitungen. Dennoch steht sie nur Schritte vom finanziellen Abgrund entfernt, solange sie an das Schicksal ihres verlustreichen Medienkonzerns gefesselt bleibt, der aus weiteren 17 Tageszeitungen, über 50 Websites und einer New Yorker Radiostation besteht. Ihr Ende gliche einem Herzinfarkt der kritischen amerikanischen Öffentlichkeit. Es wäre eine finstere Wegmarke für den Niedergang aller subventionsfreien Qualitätszeitungen demokratischer Gesellschaften. Wenn die New York Times es nicht schafft, die tektonischen Verschiebungen des Nachrichten- und Unterhaltungskonsums ins Internet zu überleben, wenn sie den rasanten Niedergang des Anzeigenaufkommens nicht kompensieren, den elektronischen Informations-Tornado nicht abwettern kann, vielleicht gar nicht will – wie, so fragen sich die Verleger anderer seriöser Blätter in Paris, London, Hamburg, Berlin und München, wie soll es dann ihnen gelingen, als Restposten der journalistischen Gutenberg-Ära zu überleben?

Leserkommentare
    • carol
    • 22.06.2009 um 13:53 Uhr

    wenn man die onlineversion und damit die onlineressourcen nutzen möchte, dann kann man sich auch gleich eine onlineversion kaufen. ich hatte das nicht erwähnt, aber es sollte kein problem darstellen, wenn man eine ausgabe im internet kaufen könnte- zur sofortigen nutzung.
    das seite1-code-problem habe ich auch schon bemerkt. die lösung wäre den code im inneren zu platzieren, vielleicht auf seite 2 in der mitte. ich denke nicht das viele menschen so dreist sind und im supermarkt diesen rausreissen würden, auch ist der zugang zum code erst durch öffnen der zeitung möglich, was unauffällig und im stehen ziemlich schwer werden dürfte.

    wenn man für die zukunft seine onlineversionen zugänglich haben möchte, dann könnte jeder user ein konto einrichten, in dem seine authentifizierten versionen vorgehalten werden.
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    Christdemokraten: Für Alles zu haben, zu Nichts zu gebrauchen.

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    wenn es individuelle Archive fuer bestimmte User gibt, dann steigt doch nur unnoetig der Bedarf an serverplatz und der Verwaltungsaufwand. Das ist doch im Grunde nicht noetig.

    Man kann doch einfach sagen, die aktuelle Ausgabe gibt es entweder am Kiosk oder online per click and buy - erst nach einer Woche, wenn die neue Ausgabe draussen ist, werden die Inhalte der vorangegangenen Ausgabe kostenfrei angeboten.

    wenn es individuelle Archive fuer bestimmte User gibt, dann steigt doch nur unnoetig der Bedarf an serverplatz und der Verwaltungsaufwand. Das ist doch im Grunde nicht noetig.

    Man kann doch einfach sagen, die aktuelle Ausgabe gibt es entweder am Kiosk oder online per click and buy - erst nach einer Woche, wenn die neue Ausgabe draussen ist, werden die Inhalte der vorangegangenen Ausgabe kostenfrei angeboten.

  1. wenn es individuelle Archive fuer bestimmte User gibt, dann steigt doch nur unnoetig der Bedarf an serverplatz und der Verwaltungsaufwand. Das ist doch im Grunde nicht noetig.

    Man kann doch einfach sagen, die aktuelle Ausgabe gibt es entweder am Kiosk oder online per click and buy - erst nach einer Woche, wenn die neue Ausgabe draussen ist, werden die Inhalte der vorangegangenen Ausgabe kostenfrei angeboten.

    Antwort auf "doch doch"
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    • carol
    • 22.06.2009 um 15:48 Uhr

    natürlich wird nicht für jeden benutzer ein neues exemplar erzeugt, das würde kein server verkraften. ich meinte die vorhaltung per zeiger, dann würde es nur archive der verlinkungen geben.

    die idee das eine ausgabe kostenlos nach einer gewissen zeit angeboten wird ist nicht schlecht. jedoch habe ich diesen kostenlosen zugang zu dem archiv auch bewusst ausgelassen, weil es auch einen mehrwert darstellt.

    das was aber am wichtigsten ist, dass die leser von den möglichkeiten des internets wissen, damit papierleser langsam aber kontinuierlich herangeführt werden können. deshalb habe das papier mit den vorteilen des internets verbunden- auf einer kostenpflichtigen ebene.

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    • carol
    • 22.06.2009 um 15:48 Uhr

    natürlich wird nicht für jeden benutzer ein neues exemplar erzeugt, das würde kein server verkraften. ich meinte die vorhaltung per zeiger, dann würde es nur archive der verlinkungen geben.

    die idee das eine ausgabe kostenlos nach einer gewissen zeit angeboten wird ist nicht schlecht. jedoch habe ich diesen kostenlosen zugang zu dem archiv auch bewusst ausgelassen, weil es auch einen mehrwert darstellt.

    das was aber am wichtigsten ist, dass die leser von den möglichkeiten des internets wissen, damit papierleser langsam aber kontinuierlich herangeführt werden können. deshalb habe das papier mit den vorteilen des internets verbunden- auf einer kostenpflichtigen ebene.

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    • carol
    • 22.06.2009 um 15:48 Uhr

    natürlich wird nicht für jeden benutzer ein neues exemplar erzeugt, das würde kein server verkraften. ich meinte die vorhaltung per zeiger, dann würde es nur archive der verlinkungen geben.

    die idee das eine ausgabe kostenlos nach einer gewissen zeit angeboten wird ist nicht schlecht. jedoch habe ich diesen kostenlosen zugang zu dem archiv auch bewusst ausgelassen, weil es auch einen mehrwert darstellt.

    das was aber am wichtigsten ist, dass die leser von den möglichkeiten des internets wissen, damit papierleser langsam aber kontinuierlich herangeführt werden können. deshalb habe das papier mit den vorteilen des internets verbunden- auf einer kostenpflichtigen ebene.

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    Der Vorteil fuer die Papierleser ist doch bereits, dass man interessante Artikel nicht mehr ausschneiden und aufbewahren muss, sondern sich allenfalls ein paar keywords dazu notieren muss, um sie auch noch nach Monaten und Jahren in der online-Ausgabe wiederzufinden. Das allerdings muss dann kostenfrei sein.

    Dass man als "Papierleser" auf "dieselbe Ausgabe" im selben Zeitraum auch noch zusaetzlich online zugreifen koennen sollte, halte ich beim Medium Zeitung eigentlich nicht fuer notwendig - selbst wenn man die Zeit nach dem Wochenende bereits entsorgt hat, nun aber doch noch etwas nachlesen will - dann muestte man (bei einem Freischalten der Inhalte nach einer Wochen) ja bloss noch ein paar Tage warten. Da kann man sich den Kodierungsaufwand doch im Grunde sparen - vor allem weil es einen Vorteil des Papiuerlesers gegenuber dem Abonnenten der online-ausgabe darstellen wuerde - denn der kann ja auch nicht zum Kiosk gehen und sagen "die Inhalte hab ich schon gekauft, ich moechte die Zeitung jetzt lediglich gegen eine Gebuehr fuer die Druck- und Vertriebskosten."

    Eine Notwendigkeit, Printleser behutsam ans Medium Internet heranzufuehren sehe ich ueberhaupt nicht. Entweder sie interessieren sich dafuer- oder eben nicht. Allenfalls kann man bestimmte Inhalte ausschliesslich im Printmedium oder online anbieten - und dann an der jeweils anderen Stelle darauf hinweisen, dass in der jeweils anderen Ausgabe dieser Artikel angeboten wird.

    Der Vorteil fuer die Papierleser ist doch bereits, dass man interessante Artikel nicht mehr ausschneiden und aufbewahren muss, sondern sich allenfalls ein paar keywords dazu notieren muss, um sie auch noch nach Monaten und Jahren in der online-Ausgabe wiederzufinden. Das allerdings muss dann kostenfrei sein.

    Dass man als "Papierleser" auf "dieselbe Ausgabe" im selben Zeitraum auch noch zusaetzlich online zugreifen koennen sollte, halte ich beim Medium Zeitung eigentlich nicht fuer notwendig - selbst wenn man die Zeit nach dem Wochenende bereits entsorgt hat, nun aber doch noch etwas nachlesen will - dann muestte man (bei einem Freischalten der Inhalte nach einer Wochen) ja bloss noch ein paar Tage warten. Da kann man sich den Kodierungsaufwand doch im Grunde sparen - vor allem weil es einen Vorteil des Papiuerlesers gegenuber dem Abonnenten der online-ausgabe darstellen wuerde - denn der kann ja auch nicht zum Kiosk gehen und sagen "die Inhalte hab ich schon gekauft, ich moechte die Zeitung jetzt lediglich gegen eine Gebuehr fuer die Druck- und Vertriebskosten."

    Eine Notwendigkeit, Printleser behutsam ans Medium Internet heranzufuehren sehe ich ueberhaupt nicht. Entweder sie interessieren sich dafuer- oder eben nicht. Allenfalls kann man bestimmte Inhalte ausschliesslich im Printmedium oder online anbieten - und dann an der jeweils anderen Stelle darauf hinweisen, dass in der jeweils anderen Ausgabe dieser Artikel angeboten wird.

  2. Aber nur weil die meisten Deutschen gar nichts seltsames daran finden dass "Israel" und "Nahost" in den hiesigen Medien und Debatten präsenter sind als z.B der gesamte lateinamerikanische Kontinent muss das bei den Amerikanern noch lange nicht auch so sein. Und ist es auch nicht. Meiner Meinung nach interpretieren Sie da einfach Dinge rein die es so gar nicht gibt.

    Zur Times an sich. Es wäre eine Ironie der Geschichte. In New York City wurde das "erfunden", ich denke dies kann man durchaus so stehen lassen, was wir als Journalismus begreifen. Investigativ, unabhängig, unbequem, kritisch. Nicht bloßes "berichten". Aber dennoch kein Propagandablatt sondern immer versuchend beide Seiten ausgewogen darzustellen. Es gibt in der Times noch heute quasi zu jedem wichtigeren Thema immer mindestens zwei Sichtweisen, die auch klar als solche gekennzeichnet sind und nicht wie in deutschen Zeitungen gerne in sehr tendentiösen und wertenden Berichten untergebracht werden.
    Dadurch hat sich der Journalismus an sich emanzipiert. Die nächste logische Entwicklungsstufe ist dann dass sich der Journalismus auch von Zeitungen emanzipiert. Das Internet bietet hierzu idealen Nährboden. Die Times ist das Opfer ihrer eigenen Geschichte. Die Frage muss hier aber, ganz in alter Times-Tradition, nicht sein "ist es schade" wenn die Times verschwindet (sicherlich ist es das!) sondern "brauchen" die Amerikaner die Times noch oder haben nicht viel mehr Seiten wie Drudge Report oder Huffington Post die Rolle der Meinungsführerschaft und des Investigativen übernommen? Ich weiss es nicht.

  3. Der Vorteil fuer die Papierleser ist doch bereits, dass man interessante Artikel nicht mehr ausschneiden und aufbewahren muss, sondern sich allenfalls ein paar keywords dazu notieren muss, um sie auch noch nach Monaten und Jahren in der online-Ausgabe wiederzufinden. Das allerdings muss dann kostenfrei sein.

    Dass man als "Papierleser" auf "dieselbe Ausgabe" im selben Zeitraum auch noch zusaetzlich online zugreifen koennen sollte, halte ich beim Medium Zeitung eigentlich nicht fuer notwendig - selbst wenn man die Zeit nach dem Wochenende bereits entsorgt hat, nun aber doch noch etwas nachlesen will - dann muestte man (bei einem Freischalten der Inhalte nach einer Wochen) ja bloss noch ein paar Tage warten. Da kann man sich den Kodierungsaufwand doch im Grunde sparen - vor allem weil es einen Vorteil des Papiuerlesers gegenuber dem Abonnenten der online-ausgabe darstellen wuerde - denn der kann ja auch nicht zum Kiosk gehen und sagen "die Inhalte hab ich schon gekauft, ich moechte die Zeitung jetzt lediglich gegen eine Gebuehr fuer die Druck- und Vertriebskosten."

    Eine Notwendigkeit, Printleser behutsam ans Medium Internet heranzufuehren sehe ich ueberhaupt nicht. Entweder sie interessieren sich dafuer- oder eben nicht. Allenfalls kann man bestimmte Inhalte ausschliesslich im Printmedium oder online anbieten - und dann an der jeweils anderen Stelle darauf hinweisen, dass in der jeweils anderen Ausgabe dieser Artikel angeboten wird.

    Antwort auf "vorhaltung per zeiger"
  4. deshalb schreib ich's nur: Die Washington Post war mir schon immer lieber.

    • knuham
    • 22.06.2009 um 17:33 Uhr

    dann empfiehlt sich zunächst so etwas, was man früher eine "Analyse" nannte, anzustellen.

    Die Verleger sind heute in der gleichen Situation wie Hertie oder Karstadt.
    Mit Premium-Duseleien kommt man heute einfach nicht weiter und subprime läßt läßt grüßen.

    Das Informationsangebot hat sich weiter ausdifferenziert, was früher einer Zeitung als Futter diente, wird mittlerweile von diversen Fachzeitungen angeboten. Der Preis der ZEIT mit 3.60 € ist zwar Premium, aber die Aufmachung ist im Stil ein Eigentor. Die Ausgabe "Habermas", das Titelfoto zwang mir diesen Titel gerade auf, kam in den Warenkorb aus Reminiszenz für den alten Herren, aber z.B. die aktuelle "Revulutions"-Ausgabe stieß mich vom ersten Augenblick ab, aufdringlich, bunt, inhaltsleer. Da kaufe ich mir doch gleich den SPIEGEL. Aufmacher sind ein zweischneidiges Schwert. Die Stärke der ZEIT, wie ich sie noch in Erinnerung habe, hat von Diskussionen über Leitlinien, Paradigmen gelebt. Sie war unverzichtbar. Diskurse waren ihren Geschäft.
    Ich kann mich täuschen, aber eins ist sicher, einen festen Bestandteil hat die Papierausgabe bei nicht mehr. Eine Download-Version (z.B. *.pdf) ändert am schwachen Outfit auch nichts.
    Was Bedeutung besitzt, ist Ihr digitales Forum (den Verantwortlichen übrigens mein Kompliment an dieser Stelle, nicht jede Site besteht meinen persönlichen Streßtest).

    Wie kann es weitergehen ? Was machen Le Monde oder die Washington Post oder die SZ besser hinsichtlich ihrer Finanzsituation ? Also da müssen Sie ganz pragmatisch werden, natürlich kann ein Internetauftritt auf die mittlere Sicht nur vernünftig sein, wenn dadurch Einnahmen generiert werden und Profit abwirft.
    Aus dem hohlen Bauch gesagt :
    Die Papierversion wird nur für Liebhaber ein Thema bleiben. Ein Leckerlie für die, die es sich nicht nehmen lassen wollen. Die Leckerlie wird seinen Preis haben müssen.
    Für den Verleger jedoch kein leichtes Unterfangen, wenn man klare Profitcenter definieren will, bzw. eine solide Kostenrechnung ohne Quersubventionierung erreichen möchte. Guter Rat war übrigens schon immer teuer, nur den Mut nicht verlieren und zunächst wieder Kommunikationsfähigkeit erlangen. So manche Kommentare lassen da tief blicken. MfG

    ________________

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    • carol
    • 22.06.2009 um 20:21 Uhr

    "Mit Premium-Duseleien kommt man heute einfach nicht weiter.."

    dann sollte vielleicht die NYT alles kostenlos ins netz stellen.

    ach ne, geht nicht. das haben die ja schon längst gemacht.

    worin besteht eigentlich ihr "forum stresstest"? in dem sie möglichst unverständlich schreiben? das die ZEIT vielleicht versucht mit aufmachern die auflage zu erhöhen, gefällt mir auch nicht unbedingt, aber was glauben sie was das thema des artikels ist:

    *vertriebsprobleme

    *inhalte

    __________________________________________________
    Christdemokraten: Für Alles zu haben, zu Nichts zu gebrauchen.

    • carol
    • 22.06.2009 um 20:21 Uhr

    "Mit Premium-Duseleien kommt man heute einfach nicht weiter.."

    dann sollte vielleicht die NYT alles kostenlos ins netz stellen.

    ach ne, geht nicht. das haben die ja schon längst gemacht.

    worin besteht eigentlich ihr "forum stresstest"? in dem sie möglichst unverständlich schreiben? das die ZEIT vielleicht versucht mit aufmachern die auflage zu erhöhen, gefällt mir auch nicht unbedingt, aber was glauben sie was das thema des artikels ist:

    *vertriebsprobleme

    *inhalte

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  5. Redaktion

    Die amerikanischen Zionisten streiten sich mit der New York Times mindestens seit dem Ersten Weltkrieg. Schon Arthur Hays Sulzberger, der Großvater des heutigen Verlegers, pflegte eine Dauerfehde mit Rabbi Stephen Wise, einer der bedeutendsten zionistischen Führer in New York in den dreißiger Jahren, die solche Formen annahm, dass sich Roosevelts Schatzmeister Henry Morgenthau als Vermittler einschaltete. Und seit der Gründung Israels wird der Times vorgeworfen, sie unterstütze den Staat nicht genug. Der Boykottaufruf dieses oben erwähnten Rabbis ist, glaube ich, der vierte oder fünfte.

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    • lsnig
    • 22.06.2009 um 18:39 Uhr

    Unsinn als Sinn.

    Leider.

    Die NY Times ist im Durchschnitt eine pro-israelische und immer eine pro-juedische Zeitung.
    Was fuer sie spricht.

    Aber die Redaktion im Allgemeinen wird schlechter und schlimmer Jahr fuer Jahr.
    Ja: Leider.

    Wie anderswo: Der faule Geruch kommt vom Kopf.

    • lsnig
    • 22.06.2009 um 18:39 Uhr

    Unsinn als Sinn.

    Leider.

    Die NY Times ist im Durchschnitt eine pro-israelische und immer eine pro-juedische Zeitung.
    Was fuer sie spricht.

    Aber die Redaktion im Allgemeinen wird schlechter und schlimmer Jahr fuer Jahr.
    Ja: Leider.

    Wie anderswo: Der faule Geruch kommt vom Kopf.

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