Hypo Real Estate Die Mutter aller PleitenSeite 6/6
So bleiben zu viele Fragen offen.
Wird die Bank je wieder Geld verdienen? 2008 hat sie 5,5 Milliarden Euro Verlust gemacht, vor allem wegen Abschreibungen auf Wertpapiere und Wertkorrekturen auf Kredite – beides Geschäfte der alten HRE. Für 2009 und 2010 werden weitere Verluste erwartet, Prognosen zur Höhe gibt es nicht. Die Krise bei Gewerbeimmobilien fängt erst richtig an.
Wie viel Geld muss der Bund noch aufbringen? Die enormen Verluste bringen die HRE in große Kapitalnot. Experten schätzen, dass sie insgesamt bis zu zehn Milliarden Euro benötigt – Eigenkapital, keine Bürgschaften.
Wie lange muss der Bund für die Bank einstehen? Um an Kapital zu kommen, wird die HRE Anleihen mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren herausgeben müssen. Möglich, dass der Staat so lange für sie garantiert.
Auf alle diese Fragen liefert Axel Wieandt keine Antwort. Genauso wenig wie die Regierung. Ob der Staat sein Geld wiedersehen wird, wie er die Bank wieder privatisieren will – die Steuerzahler, Bürger und Wähler werden es so schnell nicht erfahren. Erst in ein paar Monaten wird die Übernahme vollzogen sein, und selbst »wenn der Bund drin ist, haben wir nur die ersten zehn Prozent« des Weges geschafft, sagt einer mit Einblick in die Bank.
Wahrscheinlich ist, dass man Teile der HRE in die Bad Bank auslagert, die der Bund gerade schafft. Möglich ist, dass man den Rest mit der Eurohypo fusioniert, dem Immobilienfinanzierer der Commerzbank. »Nach 18 bis 24 Monaten müssen wir wissen, wohin es mit der Bank geht«, fordert ein maßgeblich Beteiligter. »Ist dann nicht klar, dass die Bank funktioniert, sollte man in die Abwicklung gehen.« Als ob Peer Steinbrück es geahnt hätte.
8. Akt: All die Personen, die beim Fall der HRE, bei ihrer Rettung und Zukunft eine Rolle spielen, werden noch im Untersuchungsausschuss auftreten: Kurt Viermetz an diesem Donnerstag, in den nächsten Wochen dann Josef Ackermann und Axel Wieandt, Jörg Asmussen und Peer Steinbrück, womöglich sogar die Bundeskanzlerin. Zu den Erfahrungen der Parlamentsgeschichte gehört freilich, dass ein Ausschuss in der Regel ergebnislos endet. Die Regierungsparteien haben kein Aufklärungsinteresse, bilden aber die Mehrheit.
Und doch hat dieser Ausschuss schon jetzt etwas geleistet. Weil seine Befragungen deutlich machen, an welchem Punkt der Geschichte man das Drama noch hätte verhindern können – vorausgesetzt, man hätte wirkungsvollere Gesetze gehabt.
Dürfte die BaFin die Geschäftsmodelle von Banken prüfen, hätte sie den Kauf der Depfa wohl untersagt. Die Möglichkeit dazu war 2004 im Entwurf einer Aufsichtsrichtlinie vorgesehen. Sie kam wegen der Lobbyarbeit der Banken so nie zustande.
Gäbe es schärfere Anforderungen an die Besetzung von Aufsichtsräten, hätten die HRE-Kontrolleure womöglich Funke davon abgehalten, die Depfa zu kaufen. Gegen neue Qualifikationsregeln wehren sich die Gewerkschaften. Sie fürchten um Einfluss.
Mit einem reformierten Insolvenzrecht für Banken hätte die HRE vielleicht früh abgewickelt werden können, ohne dass an den Märkten Panik ausgebrochen wäre. Die Politik scheut die Reform. In der Finanzwelt ist die alte Fassung beliebt, es lebt sich gut damit, im Zweifel vom Staat gerettet zu werden.
»Alle müssen aus dieser Krise Lehren ziehen«, sagt Angela Merkel gerne. Sie wolle alles unternehmen, »damit sich so eine Krise nicht wiederholt«. Der Ausschuss zeigt, wo die Kanzlerin bislang versagt.
Im Berliner Paul-Löbe-Haus, im Saal Nummer 2300, wird an diesem Donnerstag weiter der Schuldfrage nachgespürt. Georg Funke muss dafür seine Villa in Vaterstetten verlassen. Irgendwie verstecken wird er sich dennoch. Er wird die Aussage wohl verweigern.
- Datum 08.09.2009 - 15:38 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
- Kommentare 18
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Irgendwie ... schicksalhaft. Griechische Tragödie. Hereingebrochen
- wie ja auch der zweite Weltkrieg - einfach so - ausgebrochen ist.
So einer taugt perfekt als Sündenbock – vor allem für jene, die sich reinwaschen wollen. Die behaupten, schon immer gewarnt zu haben. Die nie irrten. Wie jene Linken, die von jeher wussten, dass der Markt versagt. Wie jene Liberalen, die dem Staat und seinen Beamten nie trauten.
Nun - ich lese die nachdenk-seiten, und ...
danke erstmal fuer so eine umfangreichen bericht.
haette schon viel frueher hier stehen koennen bzw. muessen.
was mich wundert und auch hier nicht geklaert wurde, ist die rolle der deutschen bank/ ackermann.
wieso besetzt quasi er den neuen vorstandsposten und den aufsichtsratvorsitz mit "seinen" leuten?
was hat die deutsche bank denn nun eigentlich mit der hre genau zu tun?
erschreckend ist sowas hier:
"Dürfte die BaFin die Geschäftsmodelle von Banken prüfen, hätte sie den Kauf der Depfa wohl untersagt. Die Möglichkeit dazu war 2004 im Entwurf einer Aufsichtsrichtlinie vorgesehen. Sie kam wegen der Lobbyarbeit der Banken so nie zustande."
das ist offensichtlich nicht mehr unser staat.
[Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]
Dazu und auch zum Untersuchungsausschuss gibt es Fernsehreportagen, namentlich Frontal21 und WISO (ZDF Mediathek) und Monitor und PlusMinus (ARD Mediathek).
Demnach wird vermutet, dass die DB der größte Gläubiger der HRE ist. Außerdem ist der Pfandbriefhandel das wichtigste Standbein der DB in Verbindung mit den Immobiliengeschäften der HRE. Ohne eine Rettung der HRE wäre es auch schlecht um die DB bestellt gewesen.
Ackermann, der heroisch auf direkte Staatshilfen für die DB verzichtet hat, hat die DB indirekt über Staatshilfen für IKB und HRE stabilisiert. Die DB hatte als größter Gläubiger der AIG sogar 11 Millarden $ aus dem amerikanischen Rettungsfonds erhalten.
Im Falle der IKB 2007 war es sogar so, dass es die Deutsche Bank war, welche der IKB die Schrottpapiere verkaufte an denen sie beinahe Pleite ging. Dann hat der Steuerzahler für Ackermanns Renditewahnsinn aufkommen dürfen.
Wie auch immer. Ich danke Zeit Online für diesen ausführlichen Bericht. Das ist genau die Art der Information, welche ich so oft vermisse. Gerade in einer Zeit, in welcher kaltblütige Geschäftemacher die Verworrenheit, Hektik und Panik einer Krise für sich ausnutzen. Bestes Beispiel ist das BMF und die HRE Rettung, ohne dass der Finanzminister ausreichend über die Bank informiert war. Es musste ja plötzlich sehr schnell gehen.
[Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]
Dazu und auch zum Untersuchungsausschuss gibt es Fernsehreportagen, namentlich Frontal21 und WISO (ZDF Mediathek) und Monitor und PlusMinus (ARD Mediathek).
Demnach wird vermutet, dass die DB der größte Gläubiger der HRE ist. Außerdem ist der Pfandbriefhandel das wichtigste Standbein der DB in Verbindung mit den Immobiliengeschäften der HRE. Ohne eine Rettung der HRE wäre es auch schlecht um die DB bestellt gewesen.
Ackermann, der heroisch auf direkte Staatshilfen für die DB verzichtet hat, hat die DB indirekt über Staatshilfen für IKB und HRE stabilisiert. Die DB hatte als größter Gläubiger der AIG sogar 11 Millarden $ aus dem amerikanischen Rettungsfonds erhalten.
Im Falle der IKB 2007 war es sogar so, dass es die Deutsche Bank war, welche der IKB die Schrottpapiere verkaufte an denen sie beinahe Pleite ging. Dann hat der Steuerzahler für Ackermanns Renditewahnsinn aufkommen dürfen.
Wie auch immer. Ich danke Zeit Online für diesen ausführlichen Bericht. Das ist genau die Art der Information, welche ich so oft vermisse. Gerade in einer Zeit, in welcher kaltblütige Geschäftemacher die Verworrenheit, Hektik und Panik einer Krise für sich ausnutzen. Bestes Beispiel ist das BMF und die HRE Rettung, ohne dass der Finanzminister ausreichend über die Bank informiert war. Es musste ja plötzlich sehr schnell gehen.
[Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]
Dazu und auch zum Untersuchungsausschuss gibt es Fernsehreportagen, namentlich Frontal21 und WISO (ZDF Mediathek) und Monitor und PlusMinus (ARD Mediathek).
Demnach wird vermutet, dass die DB der größte Gläubiger der HRE ist. Außerdem ist der Pfandbriefhandel das wichtigste Standbein der DB in Verbindung mit den Immobiliengeschäften der HRE. Ohne eine Rettung der HRE wäre es auch schlecht um die DB bestellt gewesen.
Ackermann, der heroisch auf direkte Staatshilfen für die DB verzichtet hat, hat die DB indirekt über Staatshilfen für IKB und HRE stabilisiert. Die DB hatte als größter Gläubiger der AIG sogar 11 Millarden $ aus dem amerikanischen Rettungsfonds erhalten.
Im Falle der IKB 2007 war es sogar so, dass es die Deutsche Bank war, welche der IKB die Schrottpapiere verkaufte an denen sie beinahe Pleite ging. Dann hat der Steuerzahler für Ackermanns Renditewahnsinn aufkommen dürfen.
Wie auch immer. Ich danke Zeit Online für diesen ausführlichen Bericht. Das ist genau die Art der Information, welche ich so oft vermisse. Gerade in einer Zeit, in welcher kaltblütige Geschäftemacher die Verworrenheit, Hektik und Panik einer Krise für sich ausnutzen. Bestes Beispiel ist das BMF und die HRE Rettung, ohne dass der Finanzminister ausreichend über die Bank informiert war. Es musste ja plötzlich sehr schnell gehen.
die rolle der deutschen bank bzw die vermutungen kannte ich bereits.
wie gesagt, aergerlich das dies hier nicht thematisiert wird.
ich vermute auch mal den "tieferen sinn":
lieber eine hre die im prinzip keiner kennt, als das internationale finanzaushaengeschild der stolzen exportnation.
man stelle sich mal die pleite der deutschen bank, die verstaatlichung oder die uebernahme der deutschen bank durch ein auslaendisches institut vor...
ich wuerde sagen die lobbyarbeit der deutschen bank ist um einiges besser.
nicht umsonst hat ackermann verlaengert - er hat halt die besten beziehungen nach berlin.
ich wuensche dem kontrollausschuss alles gute.
im uebrigen ist mir vollkommen egal aus welchem motiv heraus linke und fdp hier agieren.
und an die zeit: die luecken im artikel duerfen ruhig geschlossen werden.
spaetestens bei einer image-kampagne schaltet die deutsche bank auch in ihrer zeitung wieder anzeigen. ;)
Die Deutsche Bank ist wesentlicher Teil des Problems.
Zuerst hat sie den Handel mit Schrottpapieren kräftig befördert, dann hat sie etwas schneller als andere gemerkt, dass der Crash bevorsteht und ihre Sprengstoffe bei den Dümmeren abgeladen. Der ganz große Hai frisst halt die anderen Haie.
Auch die DB wäre längst bankrott und von Steuermitteln abhängig, wenn sie nicht diesen einen Schritt schneller gewesen wäre.
Soll man dies nun auch noch als Verdienst von Ackermann betrachten?
Der schwadroniert schon wieder von 25% Profiten und tollen Geschäften, die er wieder auf Kosten anderer machen wird.
Es wird ZEIT, dass dies endlich in den Medien aufgearbeitet wird. Von der machthabenden Politkaste ist dies nicht zu erwarten.
Ackermann geht bei Merkel nach Belieben ein und aus. Solange diese Figur Politik, Bankwesen, Großindustrie und die marktradikale Ideologie in Deutschland maßgeblich beeinflusst, kann sich nichts ändern und wird sich auch nichts ändern. Veränderungen fangen bei den Köpfen an.
die rolle der deutschen bank bzw die vermutungen kannte ich bereits.
wie gesagt, aergerlich das dies hier nicht thematisiert wird.
ich vermute auch mal den "tieferen sinn":
lieber eine hre die im prinzip keiner kennt, als das internationale finanzaushaengeschild der stolzen exportnation.
man stelle sich mal die pleite der deutschen bank, die verstaatlichung oder die uebernahme der deutschen bank durch ein auslaendisches institut vor...
ich wuerde sagen die lobbyarbeit der deutschen bank ist um einiges besser.
nicht umsonst hat ackermann verlaengert - er hat halt die besten beziehungen nach berlin.
ich wuensche dem kontrollausschuss alles gute.
im uebrigen ist mir vollkommen egal aus welchem motiv heraus linke und fdp hier agieren.
und an die zeit: die luecken im artikel duerfen ruhig geschlossen werden.
spaetestens bei einer image-kampagne schaltet die deutsche bank auch in ihrer zeitung wieder anzeigen. ;)
Die Deutsche Bank ist wesentlicher Teil des Problems.
Zuerst hat sie den Handel mit Schrottpapieren kräftig befördert, dann hat sie etwas schneller als andere gemerkt, dass der Crash bevorsteht und ihre Sprengstoffe bei den Dümmeren abgeladen. Der ganz große Hai frisst halt die anderen Haie.
Auch die DB wäre längst bankrott und von Steuermitteln abhängig, wenn sie nicht diesen einen Schritt schneller gewesen wäre.
Soll man dies nun auch noch als Verdienst von Ackermann betrachten?
Der schwadroniert schon wieder von 25% Profiten und tollen Geschäften, die er wieder auf Kosten anderer machen wird.
Es wird ZEIT, dass dies endlich in den Medien aufgearbeitet wird. Von der machthabenden Politkaste ist dies nicht zu erwarten.
Ackermann geht bei Merkel nach Belieben ein und aus. Solange diese Figur Politik, Bankwesen, Großindustrie und die marktradikale Ideologie in Deutschland maßgeblich beeinflusst, kann sich nichts ändern und wird sich auch nichts ändern. Veränderungen fangen bei den Köpfen an.
... sach mal einer an: Im o.g. Amt arbeiten seit Jahren über 1.000 Leute die nix anners tun als zu kontrollieren und die haben vonner Bankenpleite nichts gecheckt??? ... *häääää* ...
Die Hauptbeschäftigung im Finanzbusiness schein zu sein, sich gegenseitig Jobs und Einkommen zugeschieben und dann eine riesen Luftnummer zu drehen ... *smile* ... bis es Ihnen zum Halse raushängt. Ich erachte es alles als Dreck und die Teilnehmer an den Börsen agieren ähnlich "Schweinen am Trog".
Abschliessende Frage zum Artikel: Wie ist es möglich, dass bestimmte Personen, wie z.B. Herr Knobloch gar nicht erst auftauchen???
Greetz aus Berlin, Ed
Aber die Reinwaschung der Verantwortlichen stört mich gewaltig. Wenn ich den Artikel lese, waren nur in der Regel erfolgreiche, integere Manager und Politiker im Umfeld der HRE, die auch noch fast alles richtig gemacht haben. Aber leider gibt es Lehman, Bafin, Lobbys, das System und Zufälle, die zusammen so ungünstig gewirkt haben, dass es zum Desaster gekommen ist. So ein Pech aber auch!
In einem ähnlichen Ton würde ich auch schreiben, um die Personen in der Schusslinie zu schützen:
-- Die menschliche Seite herauskehren ("Das ist die offizielle, die falsche Geschichte vom glücklichen Rentner." ... "Dabei ist Bruckermann Ende 2007 schwer krank und in sich gekehrt, als »abgekapselt« beschreibt ihn ein Weggefährte."),
-- Empathie nutzen ("Georg Funke muss dafür seine Villa in Vaterstetten verlassen." Das ist genial -- trotz sachlich richtiger Aussage wird etwas völlig anderes suggeriert.),
-- Vorzüge herausstreichen (und wenn es die Verwandschaft ist oder von Josef Ackermann angerufen zu werden),
-- Kleine Fehler zugeben und große Fehler auf andere schieben ("Mit dem Kauf der Depfa besiegelt Funke das spätere Ende der HRE. Als die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers untergeht, versiegen schlagartig die Geldquellen der Depfa. Sie reißt die HRE mit. Funkes Bank ohne die Iren – sie würde heute vielleicht noch still vor sich hin arbeiten.")
-- Zweifel durch den Verweis auf Zufälle und Fehler anderer streuen ("Am Morgen des 29. September spricht Steinbrück von der »geordneten Abwicklung« der HRE. Drei Tage später braucht die Bank weitere 15 Milliarden Euro.")
Die Absicht ist deutlich zu erkennen, der Grund dafür bleibt unklar.
Was zum Vergleich spannend und für die Meinungsbildung unverzichtbar ist, wäre die böse Variante der Geschichte. Wenn die Verteidigung ein so eindringliches Plädoyer hält, sollte die Staatsanwaltschaft das auch dürfen, oder?
Alles Gute
Kai Hamann
Hinzusetzen möchte ich noch:
Mit Namen arbeiten, wo es ungefährlich ist, ansonsten Superobjekte verwenden. ("Die Linken") ("Die Politik scheut die Reform." Nach 11 Jahren SPD kann ich das nicht bejahen. Es kommt wohl auf die Art der Reform an )
Ein Wanderer zwischen den Welten: bestens vernetzt in der Frankfurter Finanzindustrie, zugleich einer der wenigen Kapitalmarktexperten im politischen Berlin. Asmussen hat die Deregulierungspolitik der Schröder-Jahre umgesetzt, er warb für die Verbriefung von Krediten und setzte sich für die Zulassung von Hedgefonds in Deutschland ein.
[...]
Dürfte die BaFin die Geschäftsmodelle von Banken prüfen, hätte sie den Kauf der Depfa wohl untersagt. Die Möglichkeit dazu war 2004 im Entwurf einer Aufsichtsrichtlinie vorgesehen. Sie kam wegen der Lobbyarbeit der Banken so nie zustande.
Unbedarft wie ich bin, gehe ich jetzt mal davon aus, dass "die Lobbyarbeit" "der Banken" nun nicht eben eine titanische gewesen ist?
Hinzusetzen möchte ich noch:
Mit Namen arbeiten, wo es ungefährlich ist, ansonsten Superobjekte verwenden. ("Die Linken") ("Die Politik scheut die Reform." Nach 11 Jahren SPD kann ich das nicht bejahen. Es kommt wohl auf die Art der Reform an )
Ein Wanderer zwischen den Welten: bestens vernetzt in der Frankfurter Finanzindustrie, zugleich einer der wenigen Kapitalmarktexperten im politischen Berlin. Asmussen hat die Deregulierungspolitik der Schröder-Jahre umgesetzt, er warb für die Verbriefung von Krediten und setzte sich für die Zulassung von Hedgefonds in Deutschland ein.
[...]
Dürfte die BaFin die Geschäftsmodelle von Banken prüfen, hätte sie den Kauf der Depfa wohl untersagt. Die Möglichkeit dazu war 2004 im Entwurf einer Aufsichtsrichtlinie vorgesehen. Sie kam wegen der Lobbyarbeit der Banken so nie zustande.
Unbedarft wie ich bin, gehe ich jetzt mal davon aus, dass "die Lobbyarbeit" "der Banken" nun nicht eben eine titanische gewesen ist?
Hinzusetzen möchte ich noch:
Mit Namen arbeiten, wo es ungefährlich ist, ansonsten Superobjekte verwenden. ("Die Linken") ("Die Politik scheut die Reform." Nach 11 Jahren SPD kann ich das nicht bejahen. Es kommt wohl auf die Art der Reform an )
Ein Wanderer zwischen den Welten: bestens vernetzt in der Frankfurter Finanzindustrie, zugleich einer der wenigen Kapitalmarktexperten im politischen Berlin. Asmussen hat die Deregulierungspolitik der Schröder-Jahre umgesetzt, er warb für die Verbriefung von Krediten und setzte sich für die Zulassung von Hedgefonds in Deutschland ein.
[...]
Dürfte die BaFin die Geschäftsmodelle von Banken prüfen, hätte sie den Kauf der Depfa wohl untersagt. Die Möglichkeit dazu war 2004 im Entwurf einer Aufsichtsrichtlinie vorgesehen. Sie kam wegen der Lobbyarbeit der Banken so nie zustande.
Unbedarft wie ich bin, gehe ich jetzt mal davon aus, dass "die Lobbyarbeit" "der Banken" nun nicht eben eine titanische gewesen ist?
Wenn es bei einer Massenkarambolage zu einer Serie von Auffahrunfallen kommt, dann würde man eventuell dem einzelnen Fahrer Schuld geben können, wenn allerdings solche Auffahrunfälle die Regel im Straßenverkehr sind, dann liegt ein Systemfehler vor. Es hat sich bei der Finanzkrise um ein globales Ereignis gehandelt, so dass man kaum die Schuld auf einzeln abwälzen kann. Wer hier Abhilfe schaffen wollte, wird sich weniger um staatliche Aufsicht als vielmehr um allgemeine Sitten kümmern müssen. Wenn das Umfeld nicht stimmt, dann gibt es auch keine zuverlässige Finanzwirtschaft und man kann noch von Glück sagen, dass es noch alles so gut funktioniert. Die komplizierten Vorgänge von Wirtschaft, Verwaltung und Technik können nur per Vernunft geregelt werden. Zum anderen ist es kaum möglich, dass wildfremde Personen plötzlich Manager oder gar Vorstandschefs von Banken werden - nur wenn das Umfeld entsprechend ist, dann wird soetwas zur Norm. Eine weitere nicht mehr praktizierte Sitte ist die erfahrbare Konsequenz wirtschaftlicher Fehlentscheidungen. Heutzutage ist die Qualität der Entscheidungen beliebig geworden, weil die wirtschaftlichen Konsequenzen dann politisch aufgefangen werden. Nur ein Teil der Aufwendungen muss durch die Erträge des eigentlichen Hauptgeschäftes erbracht werden, ein anderer Teil wird vom Staat, den Gläubigern oder vielleicht sogar durch Geschäfte in der Grauzone abgedeckt. Dies könnte man sicherlich als Komponente eines neuen halbstaatlichen Wirtschaftssystems betrachten, wenn es die Vernunft nicht gebieten würde, auf die Sachzwänge wirtschaftlichen Handelns hinzuweisen. Wenn Unternehmen praktisch in einer Dauerpleite wirtschaften, dann liegt die Vermutung nahe, dass sie wesentlich mehr Ressourcen verbrauchen als sie selber bereitstellen. Eine geringe Anzahl unwirtschaftlicher Betriebe kann durch die doppelte Anstrengung der anderen noch getragen werden, wenn es allerdings zum Prinzip wird, höhere Kosten als Einnahmen zu erwirtschaften, dann ist der Staatsbankrott nicht mehr fern. Insofern kann man doch nicht sagen, dass der ehemalige Vorstand der HRE Fehler gemacht hat, er hat, so wie es das momentane politische System fördert und zulässt ganz selbstverständlich mit einer staatlichen Verlängerung der Finanzdecke gerechnet. Allerdings ist dies ja auch die Gewohnheit vieler gegenwärtiger Politiker mit dem Gedanken von Verstaatlichungen zu spielen, war dies doch das tragende Prinzip in den Wirtschaften des Ostens gewesen. Als Frage stellt sich nur, ob politisch eine Änderung gewollt wird - da ist nirgendwo ein Schwenk zu entdecken, so dass völlig selbstverständlich unwirtschaftliches Verhalten durch Staatsbürgschaften belohnt wird - bis sehr plötzlich der Staatsbankrott kommt: "Völlig unerwartet, wie die Finanzkrise."
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren