Deutschlandkarte Datenpiraten

Wo erhielt die Piratenpartei die meisten Stimmen bei der Europawahl? In unserer Karte können Sie nachschauen!

Sich Piratenpartei zu nennen ist schon mal eine gute Idee. Wer in den Achtzigern Kind war, hat mit großer Wahrscheinlichkeit mit Playmobil-Piraten gespielt. Die Piratenpartei, jüngst zur Europawahl angetreten, setzt sich ein für das, was auch als Datenpiraterie bezeichnet wird: das bislang illegale Kopieren von elektronischen Werken, Musik also, Filmen, Fotos, Büchern. Patente auf Software lehnt sie ab. Wie viele Stimmen die Partei bei der Europawahl erhielt, entnehmen Sie der Karte.

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Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

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Das sind Ideen, die vielen Menschen jenseits des digitalen Grabens, vor 1980 geboren, sehr abseitig oder sogar absurd vorkommen. Der Partei ist es dennoch gelungen, ins Europaparlament einzuziehen, in Schweden schaffte sie nämlich 7,1 Prozent. In Deutschland waren es nur 0,8 Prozent. Stärker war sie in Studentenstädten. Fast jede der fünfzig erfolgreichsten Piratenstädte hat eine Uni. Die Ost-Uni-Städte sind auffällig gut vertreten. Die letzte erfolgreiche neue Partei, die ihren Ursprung in den Studentenstädten hatte, war die der Grünen. Die hatte bei ihrer ersten Europawahl vor 20 Jahren aber schon 3,2 Prozent der Stimmen.

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Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Bundeswahlleiter

 
Leser-Kommentare
  1. ...es ist ja so schön, Zusammenhänge einfach darzustellen - deshalb sind Sie (und ich übrigens auch) ja Journalist geworden. Es schadet aber auch nicht, bei aller geboteten Kürze auch ein klein wenig auf die Faktenlage zu achten.

    Die Piratenpartei setzt sich eben nicht ein "für das, was auch als Datenpiraterie bezeichnet wird: das bislang illegale Kopieren von elektronischen Werken, Musik also, Filmen, Fotos, Büchern", wie Sie so schön schreiben. Die Piraten sind vielmehr der Auffassung, dass es angesichts der technologischen Entwicklung von der industriellen zur Informationsgesellschaft an der Zeit ist, sich das Urheberrecht einmal sehr kritisch auf Reformfähigkeit und -würdigkeit hin anzusehen.

    Was die Piraten fordern, ist das Recht auf die Privatkopie - also das, was (vermutlich) Sie und ich in jungen Jahren auch gemacht haben: Musik für den privaten Gebrauch (Mix-Tapes für angebetete Mitmenschen beispielsweise) zu kopieren.

    Konstantin Klein
    (Disclaimer: Mitglied der Piratenpartei, aber nicht deren offizieller Sprecher)

  2. Da unten, der gelbe Fleck südöstlich von Freiburg, müsste da nicht Konstanz eingetragen sein? Auch ne Unistadt...

  3. Die Anliegen der "Piratenpartei" (ein besserer Parteiname wird hoffentlich noch gefunden) sind kein alberner Gag a la "Raubkopien für alle", und betreffen auch keine unbedeutende Nische.

    http://www.piratenpartei....

    Auch jene, die nur gelegentlich mal eine Email schreiben oder in ihrem Interessengebiet googlen müssen wahrhaben, daß die Auswirkungen der neuen Technologien auf unsere Gesellschaft enorm sind und daß jetzt Weichen für die Zukunft gestellt werden, Stichwort Internetzensur.

    Ich habe den Eindruck, daß die etablierten Parteien hier nicht die Kompetenz und das Fingerspitzengefühl mitbringen und sich teilweise zu stark von kommerziellen Interessen leiten lassen, und sich auch die Journalisten mit der Materie etwas schwertun - gibt es unter all den Germanisten keinen Kollegen mit Informatikhintergrund?.

    Ohne mir hier etwas anzumaßen meine ich, mich ein wenig wie ein Atomkraftgegner aus den 70ern zu fühlen, und evtl. auch bereit eine Partei mit unseriös klingendem Namen zu wählen.

  4. 1.) Die Piratenpartei ist aktuell die einzige Partei, die gegen jede Form von Zensur ist.

    Nicht das vermurxste deutsche Verständnis von Zensur - Nein, die meinen das amerikanische Verständnis von Zensur : Nur keine Zensur ist keine Zensur !

    (eigentlich gibts in D ja keine Zensur- ausser den Sachen, die verboten sind und die man nicht zeigen darf und die trotzdem nicht zensiert sind weil das in Deutschland soll man nicht Zensur dazu sagen)

    2.) Die Piratenpartei ist aktuell die einzige Partei, die uneingeschränkt für informelle Selbstbestimmung und gegen Überwachung kämpft - beides zusammen die elementaren Bürgerrechte des 21. Jahrhunderts.

    Alle anderen Parteien haben offensichtlich noch nicht mal die Tragweite dieser Themen begriffen.

    3.) Die Piratenpartei sagt als einzige ganz offen, was die anderen auf Druck diverser Lobbyinteressen verschweigen:

    Das Geschäftsmodell von Musik- und anderen Verlagen ist in absehbarer Zeit tot und es macht keinen Sinn, die "Schulhöfe zu kriminalisieren", um ein überholtes System künstlich am Leben zu erhalten.

    • Ascag
    • 23.06.2009 um 15:40 Uhr

    Ich möchte gerne das Jahr 1980 als Grenze des hier propagierten 'digitalen Grabens' anzweifeln.

    Ich selbst bin Jahrgang 1969, meine Frau 1976, unsere Studienkollegen sind allesamt aus ähnlichen Jahrgängen, und wir alle fühlen uns ebenfalls sehr von den Positionen der Piratenpartei angesprochen.

    In mancher Hinsicht komme ich mir von meinem Erfahrungen als 'Avantgarde' der heutigen Internetgeneration vor: Wir - damals noch eine echte Rarität - Computernutzer haben uns schon in den 80ern vernetzt (damals noch über Mund-zu-Mund und über Diskettentausch), und schon damals haben sich Konflikte wie heutzutage abgezeichnet.

    Sogenannte 'Brutale Killerspiele' wurden schon damals von gewissen Leuten verteufelt, die am liebsten alles verbieten wollten. Und daß gerade das Urheberrecht in vielerlei Hinsicht für das digitale Zeitalter nicht mehr zeitgemäß ist, hat sich ebenfalls schon abgezeichnet.

    Ich sehe den Graben eher zwischen denen, die erkannt haben was für unglaubliche Möglichkeiten die Informationstechnologie ermöglicht, und denen, denen diese Möglichkeiten unheimlich sind. Natürlich sind bei ersteren hauptsächlich Leute aus der jüngeren Generation vertreten.

    Aber das ganze ist kein Generationenkonflikt. Ich sehe den Konflikt eher zwischen zwei Arten der Lebensauffassung: Zwischen denen, die frei denken, ihre eigenen Lebensentscheidungen treffen wollen und nicht bevormundet werden wollen, und denen, die sich eher in Hierarchien und mit Obrigkeiten wohler fühlen.

    Daß gerade die Piratenpartei solche Aufmerksamkeit auf sich zieht, könnte ein Hinweis darauf sein, daß dieses Thema eines der entscheidenden politischen Streitthemen der nächsten Jahre werden könnte. Und zwar nicht solche Themen wie 'Killerspiele verbieten', sondern viel wichtiger: Was passiert mit unserer Informationsfreiheit?

    Vorratsdatenspeicherung, Geheime Internetsperrlisten, Verbot von sogenannten 'Hackertools' usw. zeigen eine unheilvolle Entwicklung an, gegen die man sich wehren muß. Einer wertvollsten Ratschläge, den ich von meiner geschätzten Großmutter mitnehmen durfte, war: "Junge, passt mir auf. Solche Entwicklungen wie 33 kommen nicht plötzlich. Das kommt schleichend."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,
    das sehe ich genauso. Bin selber Bj. '66 und seit CompuServe :-) im Netz.

    Wenn man die Problematik Sicherheit und Freiheit anspricht, wird man zur Zeit von der Mehrheit noch als paranoid eingestuft, mal sehen, wann das ganze auch in die "reale Welt" durchdringt; dann wird es vielleicht einen Aufschrei geben, aber ob das dann noch reicht?

    Und auf eine neue Generation von Politikern in den etablierten Parteien zu hoffen,
    ist wohl auch sinnlos, man betrachte die unglaublichen Kommentare unseres Bundes-Adeligen zu den Unterzeichnern der Internet-Petition.

    Also hoffen und unterstützen wir die "Quereinsteiger", vielleicht wachen die großen dann auf!

    Durch das Internet ist ein offener Raum entstanden, in dem jeder - zumindest potentiell- eine Kommunikations-Plattform haben kann - oder sogar noch besser: im "Web 2.0" entsteht eine neue Dimension von Diskursivität. Das schränkt das Gehirnwäsche-Monopol des Staates und der im alten eindimensionalen "Rund-Funk"-System meinungsbeherrschenden Medienkapitalisten historisch erstmalig ganz empfindlich ein. Ein weiteres Stück Aufklärung im Sinne von Mündigkeit lässt sich gewinnen. Das ist eine Bedrohung beileibe nicht nur für Diktaturen und autoritäre Systeme, sondern auch für die etablierten Wege des Meinungsmanagements durch Politik und Kapital in den sogenannten "Demokratien". Aus deren Sicht sicherlich höchste Zeit, hier einiges totzureglementieren. Der Kampf um Bürgerrechte hat deshalb an der Netz-Reglementierungsfront eine zentrale Kampflinie. Das klar zu sehen ist nur insofern eine Altersfrage, als das Bewußtsein für die Revolutionierung fast aller Aspekte unseres Alltags durch die "neuen Medien" wegen des höheren Grades der Vertrautheit Jüngerer mit diesen Medien mit dem Lebensalter korreliert. Ich selbst bin Mitte 50, seit 1995 im Netz - und ärgere mich schon lange über die Mischung aus Ignoranz und Anmaßung, die den staatlichen Umgang mit Netz-Themen prägt. Z. B. bei dieser terroristischen Hetze auf Teenies - bei der Art und Weise der Durchsetzung eines antiquierten Urheberrechts hatte sich der Staat durch völlige Unverhältnismäßigkeit, an der sich die weitgehende Usurpation der Staatsgewalt durch die Medienkapitalisten ablesen läßt, einmal mehr entlarvt !

    Hallo,
    das sehe ich genauso. Bin selber Bj. '66 und seit CompuServe :-) im Netz.

    Wenn man die Problematik Sicherheit und Freiheit anspricht, wird man zur Zeit von der Mehrheit noch als paranoid eingestuft, mal sehen, wann das ganze auch in die "reale Welt" durchdringt; dann wird es vielleicht einen Aufschrei geben, aber ob das dann noch reicht?

    Und auf eine neue Generation von Politikern in den etablierten Parteien zu hoffen,
    ist wohl auch sinnlos, man betrachte die unglaublichen Kommentare unseres Bundes-Adeligen zu den Unterzeichnern der Internet-Petition.

    Also hoffen und unterstützen wir die "Quereinsteiger", vielleicht wachen die großen dann auf!

    Durch das Internet ist ein offener Raum entstanden, in dem jeder - zumindest potentiell- eine Kommunikations-Plattform haben kann - oder sogar noch besser: im "Web 2.0" entsteht eine neue Dimension von Diskursivität. Das schränkt das Gehirnwäsche-Monopol des Staates und der im alten eindimensionalen "Rund-Funk"-System meinungsbeherrschenden Medienkapitalisten historisch erstmalig ganz empfindlich ein. Ein weiteres Stück Aufklärung im Sinne von Mündigkeit lässt sich gewinnen. Das ist eine Bedrohung beileibe nicht nur für Diktaturen und autoritäre Systeme, sondern auch für die etablierten Wege des Meinungsmanagements durch Politik und Kapital in den sogenannten "Demokratien". Aus deren Sicht sicherlich höchste Zeit, hier einiges totzureglementieren. Der Kampf um Bürgerrechte hat deshalb an der Netz-Reglementierungsfront eine zentrale Kampflinie. Das klar zu sehen ist nur insofern eine Altersfrage, als das Bewußtsein für die Revolutionierung fast aller Aspekte unseres Alltags durch die "neuen Medien" wegen des höheren Grades der Vertrautheit Jüngerer mit diesen Medien mit dem Lebensalter korreliert. Ich selbst bin Mitte 50, seit 1995 im Netz - und ärgere mich schon lange über die Mischung aus Ignoranz und Anmaßung, die den staatlichen Umgang mit Netz-Themen prägt. Z. B. bei dieser terroristischen Hetze auf Teenies - bei der Art und Weise der Durchsetzung eines antiquierten Urheberrechts hatte sich der Staat durch völlige Unverhältnismäßigkeit, an der sich die weitgehende Usurpation der Staatsgewalt durch die Medienkapitalisten ablesen läßt, einmal mehr entlarvt !

  5. Hallo,
    das sehe ich genauso. Bin selber Bj. '66 und seit CompuServe :-) im Netz.

    Wenn man die Problematik Sicherheit und Freiheit anspricht, wird man zur Zeit von der Mehrheit noch als paranoid eingestuft, mal sehen, wann das ganze auch in die "reale Welt" durchdringt; dann wird es vielleicht einen Aufschrei geben, aber ob das dann noch reicht?

    Und auf eine neue Generation von Politikern in den etablierten Parteien zu hoffen,
    ist wohl auch sinnlos, man betrachte die unglaublichen Kommentare unseres Bundes-Adeligen zu den Unterzeichnern der Internet-Petition.

    Also hoffen und unterstützen wir die "Quereinsteiger", vielleicht wachen die großen dann auf!

  6. Durch das Internet ist ein offener Raum entstanden, in dem jeder - zumindest potentiell- eine Kommunikations-Plattform haben kann - oder sogar noch besser: im "Web 2.0" entsteht eine neue Dimension von Diskursivität. Das schränkt das Gehirnwäsche-Monopol des Staates und der im alten eindimensionalen "Rund-Funk"-System meinungsbeherrschenden Medienkapitalisten historisch erstmalig ganz empfindlich ein. Ein weiteres Stück Aufklärung im Sinne von Mündigkeit lässt sich gewinnen. Das ist eine Bedrohung beileibe nicht nur für Diktaturen und autoritäre Systeme, sondern auch für die etablierten Wege des Meinungsmanagements durch Politik und Kapital in den sogenannten "Demokratien". Aus deren Sicht sicherlich höchste Zeit, hier einiges totzureglementieren. Der Kampf um Bürgerrechte hat deshalb an der Netz-Reglementierungsfront eine zentrale Kampflinie. Das klar zu sehen ist nur insofern eine Altersfrage, als das Bewußtsein für die Revolutionierung fast aller Aspekte unseres Alltags durch die "neuen Medien" wegen des höheren Grades der Vertrautheit Jüngerer mit diesen Medien mit dem Lebensalter korreliert. Ich selbst bin Mitte 50, seit 1995 im Netz - und ärgere mich schon lange über die Mischung aus Ignoranz und Anmaßung, die den staatlichen Umgang mit Netz-Themen prägt. Z. B. bei dieser terroristischen Hetze auf Teenies - bei der Art und Weise der Durchsetzung eines antiquierten Urheberrechts hatte sich der Staat durch völlige Unverhältnismäßigkeit, an der sich die weitgehende Usurpation der Staatsgewalt durch die Medienkapitalisten ablesen läßt, einmal mehr entlarvt !

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