Energie Die Wüste lohnt
Konzerne wollen Solarenergie aus Afrika holen. Es wurde auch Zeit!

© Cristina Quicler/AFP/Getty Images
Ein solarthermisches Kraftwerk in Sanlucar La Mayor in Südspanien
Zuverlässig, bezahlbar und umweltverträglich soll unser elektrischer Strom erzeugt werden. Also Kohlestrom? Killt das Klima. Atomstrom? Weckt zu Recht Ängste. Grüner Strom? Fließt noch zu mickrig. Also doch Kohle und Atom?
Von wegen. Die Debatte über die Stromversorgung der Zukunft hat plötzlich einen überfälligen Dreh erhalten. Strom für Europa wird in Zukunft womöglich auch mit und unter der afrikanischen Sonne erzeugt – kostengünstig, zuverlässig, klimaschonend. Rund ein Dutzend Energie-, Finanz- und Technologiekonzerne verschiedener Nationalität, darunter Siemens, E.on und die Deutsche Bank, wollen in Kürze auf Einladung der Münchener Rückversicherung eine Initiative gründen, um gründlich zu prüfen, ob die Idee wirtschaftlich tragfähig ist. Endlich entwickelt sich auf diese Weise einmal eine Debatte jenseits des rituellen Kohle- und Atomstreits, eine Debatte mit Perspektive.
Dass die Energie von morgen erneuerbar sein muss, ist nicht neu – wohl aber die Einsicht, wie man dabei am wirtschaftlichsten vorgeht: Ökostrom sollte dort erzeugt werden, wo das Naturangebot am üppigsten ist. Sonnenkraft also in der Sahara.
Energieforscher und der Club of Rome haben einen Modellentwurf namens Desertec entwickelt. Solare Stromfabriken, die mit Spiegeln die Kraft der Sonne bündeln und Wasserdampf für den Antrieb von Turbinen erzeugen, arbeiten bereits in den USA und in Spanien. Solche Kraftwerke können sogar nachts Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint. Und wie sich Elektrizität verlustarm auch über große Distanzen transportieren lässt, ist ebenfalls kein Geheimnis.
Anders als manch spinnerte Idee ist das Desertec-Konzept sogar schon durchgerechnet worden. Von der Bundesregierung beauftragte Gutachter kalkulieren mit fünf Cent pro Kilowattstunde. Angesichts steigender Kosten für Öl, Gas und Kohle wäre das konkurrenzfähig. Allerdings setzt es voraus, dass Investoren für die kapitalintensiven Projekte keine exorbitante Verzinsung verlangen – was erfahrungsgemäß dann der Fall ist, wenn sogenannte Einspeisegesetze den Stromabsatz langfristig sichern. Das bringt die Politik ins Spiel. Sie müsste auch auf andere Weise helfen – etwa indem sie sich hartnäckiger um Frieden in Nahost bemüht. Es könnte sich lohnen, sogar wirtschaftlich.
- Datum 17.06.2009 - 16:39 Uhr
- Serie Energie
- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
- Kommentare 6
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Finde auch, dass das Zeit wurde, und zwar höchste! Afrika hätte eine Perspektive, mit dem Solarstrom kann man zusätzlich Wasser zu O2 und H2 reduzieren und somit Energie speichern und dann in Autos verfahren.
Wenn sich die großen Konzerne in sowas engagieren wird die Sache auch so weiterentwickelt, dass die Effizienz steigt und alle anderen Energiequellen in den Schatten stellt.
Jetzt sind die Politiker gefordert, sie müssen den afrikanischen Staaten faire Bedingungen aushandeln, so dass vor allem die dort ansässige Bevölkerung nicht mehr mit Ladungen von Hilfsgütern abgespeist wird, sondern aktiv am Projekt mitarbeiten kann. Dass die Leute dort eine echte Chance bekommen, etwas zu kreieren und nicht von aussen zusehen müssen, wie die Europäer zum absahnen kommen und sie mit Fressladungen klein gehalten werden.
In irgendeinem Programm gestern im Fernsehen sah ich noch eine Grafik wie "wenig" Platz mit unbesiedelten Land in der Sahara ausreichen würde um den Stromverbrauch der ganzen Welt zu decken...
Jeder lange Weg beginnt mit einem ersten Schritt, wenigstens ist Europa ein paar Schritte voraus - und hoffentlich scheitert das Projekt nicht wegen irgendwelcher Finanzkrisen. Sicherer Zugang zu sauberem Strom ist für den Wohlstand aller Länder wichtig.
Möglichkeiten, genug Strom für Europa anders zu produzieren, als mit Verbrennung von Rohstoffen, gibt es viele. Letztes (gescheitertes) Beispiel sind offshore-Windparks - viele Probleme sind dort ähnlich, z.B. Unterseekabel, Gleichstromwandler (Wechselrichter) usw.
Auch dort wurde ein Strompreis versprochen, der ähnlich dem von konventionell produziertem Strom sein sollte, inzwischen aber mit mehr als dem Dreifachen (15 bis 18 ct/KWh) kalkuliert wird.
In diesem neuen Ansatz wird ebenfalls ein Preis angekündigt:
"Von der Bundesregierung beauftragte Gutachter kalkulieren mit fünf Cent pro Kilowattstunde".
Man darf gespannt sein, ob dieses Versprechen gehalten wird.
Es sollte eigentlich klar sein, dass auch diese Großanlage zur Erzeugung von Strom mit ganz normaler, konventioneller Energie produziert werden muss - vom Anfang bis zum Ende, von Maschinen, Gebäuden, Transporten und natürlich den beschäftigten Menschen. ALLES existiert nur durch Verbrauch von Energie in jeder bekannten Form. Und zwar mitsamt der dabei entstandenen Umweltbelastung!
Der Endpreis des produzierten Stroms ist also nur eine Summe aller bis zum Verkauf nötigen Energie - was sonst?
Ergo: Ist der Strom aus dieser Anlage teurer, ist auch mehr (ganz konventionelle!) Energie verbraucht worden, als die Anlage zurück liefert.
Oder anders ausgedrückt:
Es gibt keinen "sauberen" Strom, wenn dieser Strom mittels Großeinsatz von "schmutziger" Energie produziert wurde.
5 ct/KWh Endpreis für Europa ist ein etwas höherer Preis, als der Strompreis, mit dem gebaut werden wird, aber das kann aus verschiedenen Gründen akzeptiert werden.
Z. B. wird dadurch weit billigerer Strom für Afrikas Entwicklung möglich, da hier die Transportkosten entfallen.
Es werden sich dann vor Ort Firmen ansiedeln, die den billigen Strom direkt vor Ort nutzen - z. B. für Aluminiumherstellung ff. Das hilft der afrikanischen Wirtschaft usw.
Aber ein höherer Preis (wie im oben genannten Beispiel offshore-Windkraft) ist vor Allem aus ökologischen Gründen nicht akzeptabel.
Sämtlichen kürzlichen Veröffentlichungen zu den geplanten afrikanischen Wüstenstromanlagen ist gemeinsam, dass das Wort Photovoltaik in ihnen fehlt. Offenbar spielt diese kostspielige Form der Stromerzeugung nun keine Rolle mehr, seit die Amerikaner über 160 km in der Mojavewüste in großem Stil ihre Sonnenwärmeanlagen erfolgreich betreiben. Wasser wird zu Dampf, der die Turbinen betreibt -- einfacher geht es nicht. Kosten minimal, sobald die Anlagen installiert sind. Photovoltaik nicht erforderlich.
Der Artikel "Die Wüste lohnt" von Fritz Vorholz lobt in höchsten Tönen die Erklärung von Konzernen, dass Sie eine Initiative gründen möchten, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer Idee zu prüfen.
Die Idee lautet: Lasst uns doch Sonnenstrom für ganz Europa in der Wüste Afrikas erzeugen.
"Erklärung", "gründen möchten" und "Idee prüfen" sind Begriffe, die darauf hindeuten, dass Desertec noch weit von der Umsetzung entfernt ist. Warum stürzen sich die Medien und die deutschen Stromkonzerne juchzend auf diese Idee? Weil sich großindustrielle Hightech-Projekte gut in der Presse machen und die Stromkonzerne um ihre regionalen Monopole in der Stromerzeugung bangen. Deshalb muss ein Großprojekt her, das Staatsgelder an sich bindet und die monopolistische Stellung der heutigen Stromerzeuger für die Zukunft sichert.
Warum muss der Umstieg auf Sonnenstrom immer mit einem gigantischen Knall passieren? Warum ist es uninteressant, dass heute schon mehr als 15% des deutschen Strombedarfs durch Erneuerbare Energieträger gedeckt werden? Dieser Trend muss nur verstärkt werden, und in wenigen Jahren wäre unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern halbiert. Kostengünstig ist Windstrom schon heute, in vier Jahren ist die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik genau so hoch wie der Strompreis, dann kostet Sonnenstrom so viel wie konventionell erzeugter Strom.
Hinzu kommt, dass die Erneuerbaren Energien in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, die Wertschöpfung findet nicht im Nahen Osten statt und Konflikte um Ölquellen lassen uns kalt.
Der vernünftige Umstieg auf Erneuerbare Energien ist nicht spektakulär, er lässt sich medial nur schlecht ausschlachten, er findet dezentral statt und entmachtet durch seine Vielzahl an lokalen Akteuren die Großen Vier der Stromerzeugung in Deutschland. Dass jetzt von den Konzernen Nebelkerzen gezündet werden, kann ich nachvollziehen. Aber dass "Die Zeit" so bereitwillig im Nebel rumtappst, finde ich schade.
1. "small is beautiful" gilt im Bereich der EE nicht - "small" ist nur teuer , sprich energieaufwändiger.
Das kann deutlich am Preis gesehen werden (und alles, was mehr kostet, ist auch automatisch mehr Energieaufwand!!).
Das ist ja auch leicht zu verstehen: Kleine Anlagen haben den gleichen Peripherieaufwand für Wartung, Wechselrichter, Versicherung fff wie große Anlagen.
Nur brauchen große Anlagen eben weit weniger Kosten (sprich: Energieaufwand).
Kleine Anlagen sind Energieverschwendung und natürlich Selbstbetrug.
2. Der Solarstrom ist nicht "in 4 Jahren so teuer wie Normalstrom"!!
Sie vergessen einfach, dass der Strompreis zu 3/4 aus anderen Kosten besteht, wie: natürlich Netzkosten (auch das Netz wird bei dezentraler Stromerzeugungh dringend gebraucht!!), Garantie für konstante Versorgung, Rentenbeiträge (Stromsteuer) usw.
Wer bezahlt das, wenn Sie träumen ???
L
OK, Sie nicht, sie sind eher auf der Absahneseite zu finden, oder?
3. Es sind bei Weitem nicht "15% EE im Strommis, sondern weit weniger. Und zum Glück für Alle nur sehr wenig Solarstrom.
Glück vor Allem für Wenigverdiener - die bezahlen nämlich den größten Anteil am überteuerten EE-Strom!
Nur Windkraft an Land ist nur doppelt so teuer, wie Normalstrom - PV-Strom fast 15fach teurer.
Aber Solarstrom installiert sowieso kaum noch jemand - die Vergütung ist inzwischen völlig unter den tatsächlichen Kosten.
1. "small is beautiful" gilt im Bereich der EE nicht - "small" ist nur teuer , sprich energieaufwändiger.
Das kann deutlich am Preis gesehen werden (und alles, was mehr kostet, ist auch automatisch mehr Energieaufwand!!).
Das ist ja auch leicht zu verstehen: Kleine Anlagen haben den gleichen Peripherieaufwand für Wartung, Wechselrichter, Versicherung fff wie große Anlagen.
Nur brauchen große Anlagen eben weit weniger Kosten (sprich: Energieaufwand).
Kleine Anlagen sind Energieverschwendung und natürlich Selbstbetrug.
2. Der Solarstrom ist nicht "in 4 Jahren so teuer wie Normalstrom"!!
Sie vergessen einfach, dass der Strompreis zu 3/4 aus anderen Kosten besteht, wie: natürlich Netzkosten (auch das Netz wird bei dezentraler Stromerzeugungh dringend gebraucht!!), Garantie für konstante Versorgung, Rentenbeiträge (Stromsteuer) usw.
Wer bezahlt das, wenn Sie träumen ???
L
OK, Sie nicht, sie sind eher auf der Absahneseite zu finden, oder?
3. Es sind bei Weitem nicht "15% EE im Strommis, sondern weit weniger. Und zum Glück für Alle nur sehr wenig Solarstrom.
Glück vor Allem für Wenigverdiener - die bezahlen nämlich den größten Anteil am überteuerten EE-Strom!
Nur Windkraft an Land ist nur doppelt so teuer, wie Normalstrom - PV-Strom fast 15fach teurer.
Aber Solarstrom installiert sowieso kaum noch jemand - die Vergütung ist inzwischen völlig unter den tatsächlichen Kosten.
1. "small is beautiful" gilt im Bereich der EE nicht - "small" ist nur teuer , sprich energieaufwändiger.
Das kann deutlich am Preis gesehen werden (und alles, was mehr kostet, ist auch automatisch mehr Energieaufwand!!).
Das ist ja auch leicht zu verstehen: Kleine Anlagen haben den gleichen Peripherieaufwand für Wartung, Wechselrichter, Versicherung fff wie große Anlagen.
Nur brauchen große Anlagen eben weit weniger Kosten (sprich: Energieaufwand).
Kleine Anlagen sind Energieverschwendung und natürlich Selbstbetrug.
2. Der Solarstrom ist nicht "in 4 Jahren so teuer wie Normalstrom"!!
Sie vergessen einfach, dass der Strompreis zu 3/4 aus anderen Kosten besteht, wie: natürlich Netzkosten (auch das Netz wird bei dezentraler Stromerzeugungh dringend gebraucht!!), Garantie für konstante Versorgung, Rentenbeiträge (Stromsteuer) usw.
Wer bezahlt das, wenn Sie träumen ???
L
OK, Sie nicht, sie sind eher auf der Absahneseite zu finden, oder?
3. Es sind bei Weitem nicht "15% EE im Strommis, sondern weit weniger. Und zum Glück für Alle nur sehr wenig Solarstrom.
Glück vor Allem für Wenigverdiener - die bezahlen nämlich den größten Anteil am überteuerten EE-Strom!
Nur Windkraft an Land ist nur doppelt so teuer, wie Normalstrom - PV-Strom fast 15fach teurer.
Aber Solarstrom installiert sowieso kaum noch jemand - die Vergütung ist inzwischen völlig unter den tatsächlichen Kosten.
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