InternetPauschal genießen

Eine Gebühr für unbegrenzte Downloads von Musik und Filmen soll den Urheberrechtskrieg im Internet beenden. Doch diese »Kulturflatrate« ist heftig umstritten

Der deutsche Wahlwerbespot auf dem Videoportal YouTube erinnert an eine Einladung zum Kinder-Karneval. »Werde Pirat!«, steht da im Abspann in weißen Lettern auf orangefarbenem Grund. Dann schiebt sich eine schwarze Seeräuberflagge ins Bild. Sie ist das Logo der Piratenpartei, die 2006 in Schweden gegründet wurde und inzwischen auch in Ländern wie Deutschland, Österreich und Polen vertreten ist. Sie hat nur drei Ziele: das Urheberrecht reformieren, Softwarepatente abschaffen und die Privatsphäre im Internet stärken. Für mehr steht sie nicht. Finanzkrise? Klima? Steuern? Fehlanzeige. Doch das dünne Parteiprogramm reichte aus, um bei der Europawahl vor gut einer Woche einen der 18 schwedischen Parlamentssitze zu erobern – eine kleine Sensation. Dort wird sich ihr Vertreter Christian Engström wohl den Liberalen und Grünen anschließen.

In ihrer Heimat ist die Piratenpartei bereits die drittgrößte des Landes, 48.000 Mitglieder hat sie, die meisten jung und männlich. »Erlaubt Filesharing«, mit dieser Losung tourte Engström wochenlang durchs Land. Internetnutzer sollen Musik, Filme, Hörbücher oder Software zu privaten Zwecken beliebig oft herunterladen, kopieren und weitergeben dürfen. Gratis.

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»Wir müssen den Krieg stoppen, der unsere Kinder zu Terroristen macht«

Das Gleiche fordern auch die deutschen Bündnisgrünen und die grüne Fraktion im Europaparlament. Bloß – die Nutzer sollen dafür eine Pauschale zahlen, eine sogenannte Kulturflatrate. Gemeint ist eine monatliche Abgabe auf urheberrechtlich geschützte Inhalte im Netz, ähnlich der Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, gegen die allerdings der Vorwurf existiert, sie sei eine in der EU unerlaubte Staatsbeihilfe.

Die Piratenpartei und die Kulturflatrate, das sind Reaktionen auf ein Problem, das fast so alt ist wie das World Wide Web. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man Urheberrechte im digitalen Zeitalter angemessen schützen kann. Eine überzeugende Antwort hat noch niemand gefunden.

Die Argumente sind auf beiden Seiten immer die gleichen. Die einen sehen sich als Kämpfer für die Kultur und das Recht von Schriftstellern, Musikern und Komponisten, für ihre Arbeit auch bezahlt zu werden. Nur ein starker Schutz der Kreativen im Netz gewährleiste, dass sich die Kultur langfristig selbst ernähren und erneuern könne.

Die anderen plädieren dafür, das Urheberrecht an das digitale Zeitalter anzupassen und es flexibler zu gestalten. Lange Zeit rannten sie damit nur bei Netzenthusiasten offene Türen ein. Doch erstmals finden sie nun auch auf politischer Ebene Gehör. Die Grünen machen die Kulturflatrate zum Wahlkampfthema, die Piratenpartei geht mit der Forderung nach einem freien Zugang zu Wissen und Kultur im Internet auf Stimmenfang.

Das Urheberrecht muss man sich vorstellen wie eine Mautstation aus Paragrafen, die man passieren muss, um bestimmte Straßen zu benutzen. Wer sie befahren will, muss zahlen: eine Maut oder im Fall von geistigem Eigentum eben Honorare und Lizenzen. Diese Grundidee des Urheberrechts hat so lange leidlich gut funktioniert, bis das Internet aufkam und dieses Prinzip an seine Grenzen stieß. Als ein amerikanischer Student vor elf Jahren die Tauschbörse Napster programmierte, war das der Durchbruch der kostenlosen Internetmusik. Mit einem Mal war die Mautstation mithilfe digitaler Techniken leicht passierbar, ohne dafür zu bezahlen – und zwar milliardenfach.

Inzwischen ist eine ganze Generation herangewachsen, die praktisch nie Geld für Musik oder Filme ausgegeben hat. Sie saugt sich Songs oder Videos einfach aus dem Netz. Das ist illegal. Doch kaum einer dieser digitalen Räuber hat das Gefühl, etwas Unrechtes zu tun.

Am härtesten trifft dieser Raubbau die Musikindustrie. An den meisten Musik-Downloads im Internet – Schätzungen zufolge sind 95 Prozent illegal – verdienen die Konzerne keinen Cent. 316 Millionen Titel wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland kostenlos heruntergeladen. Die Industrie reagiert darauf mit Klagewellen und fordert Schadensersatz. Sie hält sich zugute, dass sich die Zahl der Raubkopien in den vergangenen fünf Jahren halbiert hat, seit sie über 100.000 zivilrechtliche Verfahren eingeleitet hat – meist gegen Jugendliche. Was sich da abspielt, ist mehr als ein Generationenkonflikt, es ist ein Kulturkampf. Inzwischen leiden auch die Filmbranche und die Verlage zunehmend unter der Gratismentalität im Netz.

»Wir müssen den Krieg stoppen, der unsere Kinder zu Terroristen macht«, fordert Lawrence Lessig. Der Jura-Professor aus Stanford, der seit Jahren für ein liberales Urheberrecht kämpft, lehnt das gegenwärtige Modell aber nicht grundsätzlich ab: »Das Copyright muss in aller Härte Anwendung finden, wenn Profis das Werk von Profis kopieren«, sagt er. Er fordert aber, die starren Regeln für Hobbykünstler zu lockern. Wenn Jugendliche im Internet HipHop-Beats zusammenmischen oder Trickfilme neu vertonen und die Resultate anschließend ins Internet stellen, verletzen sie Urheberrechte. Ihnen droht eine Klage. So wie Stephanie Lenz, die ihren 13 Monate alten Sohn einmal dabei filmte, wie er zu Let’s Go Crazy von Prince tanzte und das Video dann bei YouTube veröffentlichte. Kurz darauf meldete sich Universal Music, die Plattenfirma von Prince, und forderte Schadensersatz – bis zu 150.000 US-Dollar.

Das mag ein Extrembeispiel sein. Lessig kritisiert aber auch das massive Vorgehen der Industrie gegen Tauschbörsen und ihre Benutzer, weil es mehr schade als nutze. »Es macht eine ganze Generation von jungen Nutzern zu Kriminellen«, sagt er.

In Frankreich hat das Parlament im Mai das in Europa bisher strengste Gesetz zum Schutz von Urheberrechten im Internet beschlossen. Wer illegal Musik, Filme oder Hörbücher im Netz tauscht und herunterlädt, soll nicht mehr surfen dürfen. Die Behörde will erst per E-Mail, dann per Einschreiben verwarnen, danach den Internetzugang bis zu einem Jahr sperren, aber weiter dafür bezahlen lassen. Ganz ohne Richterbeschluss. Das französische Verfassungsgericht hat das Gesetz allerdings erst mal gekippt.

In Erinnerung ist auch das Urteil gegen die schwedischen Betreiber von Pirate Bay, dem weltweit größten Onlinetreffpunkt für Raubkopierer. Sie wurden im April zu einem Jahr Gefängnis und Schadensersatz verurteilt. Der Richterspruch bescherte der Piratenpartei enormen Zulauf. Doch selbst wenn Pirate Bay aus dem Netz verschwindet, stehen längst andere Websites bereit, die Lücke zu schließen. Das Tauschen geht munter weiter.

Die Industrie sieht schon eine »Sowjetisierung der Kunst«

Und genau da will die Kulturflatrate ansetzen. Wenn man die Piraterie im Internet schon nicht verhindern könne, argumentieren die Befürworter, dann sollen die Urheber wenigstens entschädigt werden. Im Gespräch sind fünf bis zehn Euro pro Monat, die jeder Nutzer an seinen Internetanbieter zahlen soll, abhängig von der Geschwindigkeit seines Netzzugangs. Das Geld soll an eine Verwertungsgesellschaft fließen, die es dann nach einem bestimmten Schlüssel direkt an die Künstler und Rechteinhaber ausschüttet. Wie viel jeder bekommt, könnte davon abhängen, wie oft ein Musiktitel, ein Film oder Hörbuch heruntergeladen wird. »Die Flatrate würde der Massenkriminalisierung endlich einen Riegel vorschieben«, sagt Grietje Staffelt, medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag. Ermittlungsbehörden und Gerichte entlasten und den Datenschutz besser gewährleisten, weil Nutzer dann nicht mehr verfolgt würden.

Die Kulturflatrate ist im Grunde gedacht als Weiterentwicklung der Urheberrechtsabgabe auf Kopiergeräte und Speichermedien. Seit den sechziger Jahren zahlen Hersteller von Druckern oder Scannern eine Pauschale an Verwertungsgesellschaften, die dann verteilt wird. Damals erkannte man, dass sich Privatkopien kaum verhindern lassen. Also ließ man sie zu und belegte die Geräte und Medien zur Vervielfältigung mit einer Pauschale.

Die Idee einer Kulturflatrate formulierte der Harvard-Professor William Fisher bereits vor fünf Jahren in seinem Buch Promises to Keep – in Form einer Steuer. Umgesetzt worden ist sie aber bis heute nirgendwo. Das wollen jetzt die Grünen nachholen. Dafür haben sie eine Studie beim Institut für Europäisches Medienrecht in Auftrag gegeben, um zu überprüfen, ob die Kulturflatrate mit nationalem und europäischem Recht vereinbar ist. Das Ergebnis: Die Flatrate sei verfassungskonform. Doch müssten hierfür erst geltende Urheberrechte gelockert werden – und zwar auf nationaler und europäischer Ebene.

Ob es jemals so weit kommen wird, ist mehr als fraglich. »Die Realisierungschancen sind momentan eher gering«, glaubt der Internetforscher Urs Gasser von der Harvard-Universität. Vielen ist die Kulturflatrate nämlich viel zu planwirtschaftlich: Die FDP spricht von »Enteignung der Urheber«, die Musikindustrie von einer »Sowjetisierung der Kunst«, und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels lehnt die Pauschale als »kompletten Unsinn« ab. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ist skeptisch: »Die Urheber würden gezwungen, einer massenhaften Vervielfältigung ihrer Werke zuzustimmen.«

Und wäre die Kulturflatrate nicht auch das Ende von kostenpflichtigen Musikangeboten im Netz? Nein, glaubt Lawrence Lessig. Die böten nämlich eine viel größere Auswahl, bessere Qualität und eine höhere Datensicherheit als Tauschbörsen. Weil die Musikmanager erkannt haben, dass sie die Verbreitung von kostenloser Musik im Netz bestenfalls eindämmen, nicht aber stoppen können, öffnen auch sie sich nach und nach alternativen Geschäftsideen. So lassen sie etwa den Kopierschutz gerade auf breiter Front fallen. Das soll den Musikportalen mehr Zulauf bringen. Ob beim Download-Dienst iTunes von Apple, beim Onlineversandhaus Amazon oder beim größten deutschen Anbieter Musicload der Deutschen Telekom, überall verzichten die Plattenfirmen auf die digitale Plombe.

Und sie servieren die Ware Musik immer häufiger als Buffet statt im Einzelmenü. Zum Beispiel bietet der Handy-Hersteller Nokia hierzulande seit Mai die Musik-Flatrate »Comes With Music« an, die er mit bestimmten Geräten vertreibt. Der Käufer kann ein Jahr lang Musik aus einer Bibliothek mit mehr als fünf Millionen Titeln herunterladen und speichern, so viel und so oft er will. Wer einen Daten-Pauschaltarif hat, für den fallen keine weiteren Kosten an. Er zahlt einmalig für das Mobiltelefon, je nach Modell zwischen 380 und 590 Euro. Einen Teil des Kaufpreises reichen die Finnen an die Plattenfirmen weiter. Konkurrent Sony Ericsson und der dänische Telekom-Konzern TDC bieten ähnliche Dienste an.

Kulturflatrate, kopierschutzfreie Musik oder unbegrenzte Downloads. Das alles sind Versuche, das Urheberrecht an die digitale Entwicklung anzupassen und offener damit umzugehen. »Es gibt nicht die eine Patentlösung«, glaubt Lawrence Lessig. Aber inzwischen eine Menge Ansätze.

 
Leserkommentare
  1. sicherlich gibt es viele Internet Benutzer die keine Musik oder aehnliches runterladen, warum sollen die so eine Flatrate zahlen? Sollen doch die fuers Runterladen bezahlen die es machen.

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    Lassen Sie mich Ihnen eine Frage stellen. Haben sie Kinder ? Sollten sie keine haben müsste ihnen die Parole "Warum sollte ich Steuern für neue Schulen oder Schulsubventionen bezahlen. Sollens die machen, die Kinder haben" leicht von den Lippen gehen. Werden dafür aber sicher von anderen schräg angeguckt.

    Ich finde eine Kulturflatrate eine äußerst gute Sache. Das Konzept bzw. die Idee gefällt mir, die Ausarbeitung sollte nur noch etwas besser werden um der Aufzählung meines einen Vorredners gerecht zu werden.

    Wenn man ihnen sagt sie würden für jedes Musikstück, jeden Film und evtl. auch jedes Buch das sie im Internet laden können monatlich Gebühr entrichten und dafür alles bekommen was sie wollen, vom uralt Klassiker bis zum aktuellen Kinohit. Dann wäre sicher auch für sie was dabei.

    Lassen Sie mich Ihnen eine Frage stellen. Haben sie Kinder ? Sollten sie keine haben müsste ihnen die Parole "Warum sollte ich Steuern für neue Schulen oder Schulsubventionen bezahlen. Sollens die machen, die Kinder haben" leicht von den Lippen gehen. Werden dafür aber sicher von anderen schräg angeguckt.

    Ich finde eine Kulturflatrate eine äußerst gute Sache. Das Konzept bzw. die Idee gefällt mir, die Ausarbeitung sollte nur noch etwas besser werden um der Aufzählung meines einen Vorredners gerecht zu werden.

    Wenn man ihnen sagt sie würden für jedes Musikstück, jeden Film und evtl. auch jedes Buch das sie im Internet laden können monatlich Gebühr entrichten und dafür alles bekommen was sie wollen, vom uralt Klassiker bis zum aktuellen Kinohit. Dann wäre sicher auch für sie was dabei.

  2. Als angehöriger einer neuen Generation (20 J.) und Piratenwähler möchte ich der Behauptung, dass ich noch nie Geld für Musik ausgegebn hätte, ENTSCHIEDEN widersprechen.

    Als Kind habe ich mir zum Geburtstag Alben gewünscht, inzwischen kaufe ich mir Musik von Bands, die mir gefallen. Desweiteren erhalte ich durch das Mittel der Privatkopie von meinem Freund, dessen Albensammlung geschätzt mehr als 1000 Euro gekostet hat, von diesem Kopien. Ich war auch schon 2x auf dem Southsidefestival und 1x beim Area4-Festival, was mich auch nochmal mehr als 200 Euro in den letzten 2-3 Jahren gekostet hat.

    Ich bin auch nicht unbedingt ein Fan der Kulturflatrate. Aber eine Reform des Urheberrechts ist dringend notwendig. Die Musikindustrie kriminalisiert ihre eigenen Kunden, da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Kopierschutz sollte einfach verboten sein.

    BTW: Filme kaufe ich auch regelmäßig auf DVD, gehe 1-2 mal im Monat ins Kino. Und sogar Bücher kaufe ich mir ab und zu.
    So viel zur "Generation Piraten".

  3. Die liebe Autorin sollte ein wenig mehr mit der Begrifflichkeit "Raub" aufpassen. Das was viele Millionen Menschen, welche nicht nur aus "der jungen Generation" bestehen, dort tun ist allerhöchstens Diebstahl.

    Ein Raub ist ein Diebstahl unter Anwendung von Gewalt oder Drohung mit einer Gefahr für Leib und Leben.

    Ich kann die momentane Situation wie Weltweit mit Musik und Filmen von den "Raubkopierern" umgegangen wird auch nicht befürworten da ich ebenfalls der Meinung bin das Künstler ihren gerechten Lohn bekommen sollen. Daher befürworte ich auch Ansätze wie die Kulturflatrate. Allerdings finde ich es verabscheuenswürdig wie durch Medien, Industrie und Politik breite Bevölkerungsschichten kriminalisiert werden. Es kann nicht angehen das Menschen die ab und zu mal ein Lied aus dem Internet kopieren auf eine Stufe mit Gewalttätern gestellt werden.

    Das Internet spaltet nach meinen Beobachtungen zunehmend die Gesellschaft in das digitale und das konservative Lager. Wenn dann durch die Politik zwischen Raubkopierern und Gewalttätern parallelen gezogen werden oder gar Gegner der staatlichen Zensur als Kinderschänder bezeichnet werden wird eine Grenze überschritten. Ich bin sehr gespannt wohin das alles noch führen wird da die Menschen die hier diffamiert werden 1. Wähler und 2. u.a. die zukünftigen Staats- und Wirtschaftsführer sind.

  4. die sogenannte "kulturflatrate" ist ein hochgradig unausgegorenes konzept und insgesamt ausgesprochen fragwürdig:
    - nur ein kleiner teil aller internetnutzer lädt derzeit massiv illegal kulturgüter [musik, filme, software, etc.] herunter
    - der großteil der internutzer soll also an musik- und filmkonzerne geld abführen, für eine leistung die er überhaupt nicht bezieht
    - sollen sich in zukunft alle internetnutzer, also auch weniger technisch versierte sog. "silversurfer", auf tauschbörsen herumtreiben, um die "flatrate" auch auszuschöpfen?
    - wird von offizieller seite dafür gesorgt, dass gänzlich alle digitalisierbaren inhalte auch angeboten werden? bestimmte erzeugnisse der hochkultur sind zb. gar nicht illegal beziehbar, weil wg. fehlender zielgruppe scheinbar kein markt dafür besteht
    - wenn plötzlich alle internetnutzer anfingen, dermaßen massiv dateien zu tauschen, wie es derzeit die poweruser der tauschbörsen tun, würde das netz komplett instabil
    - da pornographie einen nicht unerheblichen teil der getauschten filme ausmacht, müßte durch die "kulturflatrate" zwangsläufig auch die pornoindustrie unterstützt werden
    - nach welchem schlüssel sollen die einnahmen einer kulturflatrate verteilt werden und an wen?
    - für welche konkrete leistung sollten zb. die musikkonzerne überhaupt wieviel geld erhalten, denn die einnahmen müßten ja eigentlich direkt an die urheber, d.h. die musiker selbst fließen
    - die wirtschaftlichen probleme der musikindustrie werden mit der "kulturflatrate" keineswegs gelöst, denn sie sind struktureller natur: sobald die produktionsmittel und absatzwege [CD-brenner / mp3 & p2p-tauschbörsen] vollständig in den händen der konsumenten sind, verliert sich jegliche existenzberechtigung der musikindustrie
    - das hauptproblem der wertschätzung von kultur, eigentlich "entwertung von kultur" [kostenlos = wertlos] wird durch die flatrate nicht entschärft sondern verstärkt, weil es keine rolle mehr spielt ob man wahllos viel herunterlädt oder nur ausgewähltes

    es gibt darüberhinaus mittlerweile mit den [kostenlosen] creative commons lizenzen [ http://de.creativecommons.org/ ] durchaus ernst zu nehmende konkurrenz für das monopol-modell der GEMA. gerade auch für populäre musik [für nischenmusik sowieso] eröffnen sich dadurch zurzeit möglichkeiten, digital ein breites publikum zu erreichen ohne es gleichzeitig zu kriminalisieren.
    die damit in zusammenhang stehende "cologne commons"-konferenz letzte woche in köln [ http://cologne-commons.de/ ] war somit ein würdiger ersatz für die mittlerweile obsolete popkomm... :)

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    ach ja, fast hätte ich's vergessen:
    die einzig sinnvolle exitenzgrundlage für musiker besteht darin, aufzutreten - da bemißt sich der wert ihrer kunst am besten. das konzertpublikum ist daher auch gewillt, dem künster den gebührenden lohn zu geben.
    das in den letzten 30 jahren von der musikindustrie propagierte rollenkonzept des superstars [michael jackson, madonna & co.], d.h. dank der hilfe der konzerne mit wenig arbeit in kurzer zeit weltberühmt und stinkreich zu werden, ist für echte musiker immer schon unrealistisch und eigentlich hochgradig verlogen gewesen...
    die lebensrealität der echten musiker sah auch bisher nicht anders aus, als sie das zukünftig tun wird.

    • Andi42
    • 20.06.2009 um 18:14 Uhr

    Ich möchte auf einen Teil deiner Argumente antworten, da ich viele nicht verstehe bzw. nicht deiner Meinung bin.

    - nur ein kleiner teil aller internetnutzer lädt derzeit massiv illegal kulturgüter [musik, filme, software, etc.] herunter
    - der großteil der internutzer soll also an musik- und filmkonzerne geld abführen, für eine leistung die er überhaupt nicht bezieht
    => Ja, bei dem Punkt stimme ich dir völlig zu und finde im Moment auch keine Lösung dafür. Habt ihr irgendwelche Vorschläge?

    - wird von offizieller seite dafür gesorgt, dass gänzlich alle digitalisierbaren inhalte auch angeboten werden? bestimmte erzeugnisse der hochkultur sind zb. gar nicht illegal beziehbar, weil wg. fehlender zielgruppe scheinbar kein markt dafür besteht
    => Und wieso sollten solche Inhalte dann offiziell angeboten werden?

    - wenn plötzlich alle internetnutzer anfingen, dermaßen massiv dateien zu tauschen, wie es derzeit die poweruser der tauschbörsen tun, würde das netz komplett instabil
    => Würde dann nicht eine eine Ausweitung der Natzkapatizität erfolgen?

    - da pornographie einen nicht unerheblichen teil der getauschten filme ausmacht, müßte durch die "kulturflatrate" zwangsläufig auch die pornoindustrie unterstützt werden
    => Du hast es erkannt. Pornographie macht einen Teil unserer Kultur aus und sollte somit auch in einer Kulturflat inbegriffen sein.
    Wieso auch nicht?

    - nach welchem schlüssel sollen die einnahmen einer kulturflatrate verteilt werden und an wen?
    => Stimmt, dies ist wohl ein Problem. Aber sicherlich ein, nach ein bisschen Denkarbeit, lösbares.

    - die wirtschaftlichen probleme der musikindustrie werden mit der "kulturflatrate" keineswegs gelöst, denn sie sind struktureller natur: sobald die produktionsmittel und absatzwege [CD-brenner / mp3 & p2p-tauschbörsen] vollständig in den händen der konsumenten sind, verliert sich jegliche existenzberechtigung der musikindustrie
    => Völlig richtig. Die Musikindustrie verliert einen Teil ihrer Existenberechtigung (Werbung etc. könnte sie aber weiter anbieten). Wenn sie ihre Berechtigung verliert, wieso soll sie denn dann weiterhin bestehen? Hauptsache die Künstler, um die es hier gehen sollte, werden fair entlohnt. Ich würde mich freuen, wenn dicke Männer in der Chefettage ihre Existenzberechtigung verlieren würden.

    - das hauptproblem der wertschätzung von kultur, eigentlich "entwertung von kultur" [kostenlos = wertlos] wird durch die flatrate nicht entschärft sondern verstärkt, weil es keine rolle mehr spielt ob man wahllos viel herunterlädt oder nur ausgewähltes
    => Man erhält die Möglichkeit wahllos viel runterzuladen. Wieso jedoch sollte man dies tun, nur weil die Möglichkeit dazu besteht, wo es doch gute und schlechte Künstler gibt? Selbst bei einer Kulturflatrate würde ich keine Alben von Spears downloaden.

    Und ja, die Creative Commons bieten große Chancen, jedoch sehe ich keine Möglichkeit, wie diese sich denn durchsetzen sollten.

    Grüße,

    • Manu84
    • 21.06.2009 um 15:11 Uhr

    Zitat:
    "die wirtschaftlichen probleme der musikindustrie werden mit der "kulturflatrate" keineswegs gelöst, denn sie sind struktureller natur: sobald die produktionsmittel und absatzwege [CD-brenner / mp3 & p2p-tauschbörsen] vollständig in den händen der konsumenten sind, verliert sich jegliche existenzberechtigung der musikindustrie"

    Vollständig richtig. Und das ist auch gut so...die Musikindustrie ist nicht mehr als ein Parasit, der die Künstler und auch die Kunden ausnimmt.

    ach ja, fast hätte ich's vergessen:
    die einzig sinnvolle exitenzgrundlage für musiker besteht darin, aufzutreten - da bemißt sich der wert ihrer kunst am besten. das konzertpublikum ist daher auch gewillt, dem künster den gebührenden lohn zu geben.
    das in den letzten 30 jahren von der musikindustrie propagierte rollenkonzept des superstars [michael jackson, madonna & co.], d.h. dank der hilfe der konzerne mit wenig arbeit in kurzer zeit weltberühmt und stinkreich zu werden, ist für echte musiker immer schon unrealistisch und eigentlich hochgradig verlogen gewesen...
    die lebensrealität der echten musiker sah auch bisher nicht anders aus, als sie das zukünftig tun wird.

    • Andi42
    • 20.06.2009 um 18:14 Uhr

    Ich möchte auf einen Teil deiner Argumente antworten, da ich viele nicht verstehe bzw. nicht deiner Meinung bin.

    - nur ein kleiner teil aller internetnutzer lädt derzeit massiv illegal kulturgüter [musik, filme, software, etc.] herunter
    - der großteil der internutzer soll also an musik- und filmkonzerne geld abführen, für eine leistung die er überhaupt nicht bezieht
    => Ja, bei dem Punkt stimme ich dir völlig zu und finde im Moment auch keine Lösung dafür. Habt ihr irgendwelche Vorschläge?

    - wird von offizieller seite dafür gesorgt, dass gänzlich alle digitalisierbaren inhalte auch angeboten werden? bestimmte erzeugnisse der hochkultur sind zb. gar nicht illegal beziehbar, weil wg. fehlender zielgruppe scheinbar kein markt dafür besteht
    => Und wieso sollten solche Inhalte dann offiziell angeboten werden?

    - wenn plötzlich alle internetnutzer anfingen, dermaßen massiv dateien zu tauschen, wie es derzeit die poweruser der tauschbörsen tun, würde das netz komplett instabil
    => Würde dann nicht eine eine Ausweitung der Natzkapatizität erfolgen?

    - da pornographie einen nicht unerheblichen teil der getauschten filme ausmacht, müßte durch die "kulturflatrate" zwangsläufig auch die pornoindustrie unterstützt werden
    => Du hast es erkannt. Pornographie macht einen Teil unserer Kultur aus und sollte somit auch in einer Kulturflat inbegriffen sein.
    Wieso auch nicht?

    - nach welchem schlüssel sollen die einnahmen einer kulturflatrate verteilt werden und an wen?
    => Stimmt, dies ist wohl ein Problem. Aber sicherlich ein, nach ein bisschen Denkarbeit, lösbares.

    - die wirtschaftlichen probleme der musikindustrie werden mit der "kulturflatrate" keineswegs gelöst, denn sie sind struktureller natur: sobald die produktionsmittel und absatzwege [CD-brenner / mp3 & p2p-tauschbörsen] vollständig in den händen der konsumenten sind, verliert sich jegliche existenzberechtigung der musikindustrie
    => Völlig richtig. Die Musikindustrie verliert einen Teil ihrer Existenberechtigung (Werbung etc. könnte sie aber weiter anbieten). Wenn sie ihre Berechtigung verliert, wieso soll sie denn dann weiterhin bestehen? Hauptsache die Künstler, um die es hier gehen sollte, werden fair entlohnt. Ich würde mich freuen, wenn dicke Männer in der Chefettage ihre Existenzberechtigung verlieren würden.

    - das hauptproblem der wertschätzung von kultur, eigentlich "entwertung von kultur" [kostenlos = wertlos] wird durch die flatrate nicht entschärft sondern verstärkt, weil es keine rolle mehr spielt ob man wahllos viel herunterlädt oder nur ausgewähltes
    => Man erhält die Möglichkeit wahllos viel runterzuladen. Wieso jedoch sollte man dies tun, nur weil die Möglichkeit dazu besteht, wo es doch gute und schlechte Künstler gibt? Selbst bei einer Kulturflatrate würde ich keine Alben von Spears downloaden.

    Und ja, die Creative Commons bieten große Chancen, jedoch sehe ich keine Möglichkeit, wie diese sich denn durchsetzen sollten.

    Grüße,

    • Manu84
    • 21.06.2009 um 15:11 Uhr

    Zitat:
    "die wirtschaftlichen probleme der musikindustrie werden mit der "kulturflatrate" keineswegs gelöst, denn sie sind struktureller natur: sobald die produktionsmittel und absatzwege [CD-brenner / mp3 & p2p-tauschbörsen] vollständig in den händen der konsumenten sind, verliert sich jegliche existenzberechtigung der musikindustrie"

    Vollständig richtig. Und das ist auch gut so...die Musikindustrie ist nicht mehr als ein Parasit, der die Künstler und auch die Kunden ausnimmt.

  5. ... wo Videospiele bestenfalls leicht fehlerhaft auf den Markt kommen und dennoch doppelt so viel kosten wie in Amerika oder Großbritannien...

    ... wo eine derartige Medienflut herrscht, dass die wirklich genialen Filme oder Musikstücke fast untergehen...

    ...wo jedes Jahr mehr Bücher erscheinen als ein Mensch in seinem Leben lesen kann...

    ... hat der Käufer vielleicht ein Recht zu erfahren, was er sich kauft.

    Die "armen" Konzerne und Labels übersehen viel zu oft, dass die Einnahmen an anderer Stelle hereinfließen.

    Gute Filme, Lieder, Videospiele werden weiterhin gekauft.
    Die im Internet verbreiteten Kopien sind als eine Art Werbung anzusehen, wenn den Leuten ein Film gefällt wird dieser auch gekauft, wenn viele einen Song auf Youtube gut finden, verkaufen sich auch die Konzertkarten besser.

    Und nur weil etwas kopiert wird, heißt das nicht, dass derjenige sich das kopierte sonst gekauft hätte, Geld wächst schließlich nicht auf Bäumen.

    Zudem steckt ein großes Potential für Werbung in den freien Medien.
    TV-Sender streamen ihre Sendungen immer mehr kostenlos übers Internet und bauen dort Werbung ein...

    Eine Kulturflatrate? Im Grunde auch keine schlechte Sache, wenn dafür auch etwas geleistet wird (z.B. in Form schneller Server).
    Vielleicht sollte diese auch die Nutzungsgebür für die öffentlich rechtlichen Sender ersetzen, welche ohnehin nur von einem Bruchteil der jüngeren Generationen geschaut werden.

    mfg
    f.zillo

  6. ach ja, fast hätte ich's vergessen:
    die einzig sinnvolle exitenzgrundlage für musiker besteht darin, aufzutreten - da bemißt sich der wert ihrer kunst am besten. das konzertpublikum ist daher auch gewillt, dem künster den gebührenden lohn zu geben.
    das in den letzten 30 jahren von der musikindustrie propagierte rollenkonzept des superstars [michael jackson, madonna & co.], d.h. dank der hilfe der konzerne mit wenig arbeit in kurzer zeit weltberühmt und stinkreich zu werden, ist für echte musiker immer schon unrealistisch und eigentlich hochgradig verlogen gewesen...
    die lebensrealität der echten musiker sah auch bisher nicht anders aus, als sie das zukünftig tun wird.

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    Zitat: "die einzig sinnvolle exitenzgrundlage für musiker besteht darin, aufzutreten - da bemißt sich der wert ihrer kunst am besten. "

    Was ist mit Ton-Künstlern/Musikern, die ihre Kunst nicht performen, sondern sie ausschließlich im Studio oder am Rechner für ein Speichermedium produzieren, also ihre Kunst nicht für eine Live-Aufführung konzipieren?

    wahrensfeld @ http://zu-zeiten.blogspot...

    Zitat: "die einzig sinnvolle exitenzgrundlage für musiker besteht darin, aufzutreten - da bemißt sich der wert ihrer kunst am besten. "

    Was ist mit Ton-Künstlern/Musikern, die ihre Kunst nicht performen, sondern sie ausschließlich im Studio oder am Rechner für ein Speichermedium produzieren, also ihre Kunst nicht für eine Live-Aufführung konzipieren?

    wahrensfeld @ http://zu-zeiten.blogspot...

  7. Lassen Sie mich Ihnen eine Frage stellen. Haben sie Kinder ? Sollten sie keine haben müsste ihnen die Parole "Warum sollte ich Steuern für neue Schulen oder Schulsubventionen bezahlen. Sollens die machen, die Kinder haben" leicht von den Lippen gehen. Werden dafür aber sicher von anderen schräg angeguckt.

    Ich finde eine Kulturflatrate eine äußerst gute Sache. Das Konzept bzw. die Idee gefällt mir, die Ausarbeitung sollte nur noch etwas besser werden um der Aufzählung meines einen Vorredners gerecht zu werden.

    Antwort auf "Kulturflate unfair"
  8. Ich selbst bin Musiker - ich mache Musik aus Leidenschaft und sie scheint immer mehr Menschen zu gefallen.

    Ich schreibe meine Musik und meine Texte komplett allein - folglich bin ich der Urheber dieser Werke. Ich sehe keinerlei Recht meinerseits, jemanden "anzusch**ßen", nur weil er sich diese Werke herunterlädt. Egal, wie viel Mühe, Herzblut und Geld geflossen sind - es ist aus Leidenschaft geflossen und ich freue mich über jeden, der sie mag.

    Allein aus diesem Grund, sollten sich die Bands, die Knechte der Musikindustrie, fragen, weshalb sie Musik machen. Nur um des Geldes Willen? Müssen sie wohl, denn trotz aller Verträge - Abmahnungen beziehen sich auf das Urheberrecht und dieses liegt immer bei den Künstlern selbst.

    Bei dem vielen Müll, den die Film- und Phonoindustrie produziert, ist es kein Wunder, dass jeder Nutzer lieber mal komplett reinhören will, bevor er zuschlägt. Da sind 30 Sekunden-Ausschnitte in stark komprimierte myspace-Qualität definitiv kein "Anreiz" um sich ein Album zu kaufen.

    Ich könnte nun noch eine Weile weiter referieren, da mich dieses Thema ja persönlich betrifft, allerdings möchte ich nur noch anmerken:
    Eine Kulturflatrate kann und wird nicht funktionieren. Sehen wir uns das Beispiel GEMA an. Große Bands und große Konzerne verdienen sich an den GEMA-Ausschüttungen sprichwörtlich "dumm und dusselig", während kleinere Mitglieder nur investieren. Genauso würde es mit einer "Kulturflatrate" enden. Die großen bekommen Geld en masse, während die kleinen Fische immer kleine Fische bleiben werden.

    Von Musik zu leben war der Traum vieler erfolgreicher Künstler - ihr Traum wurde wahr, schade, dass sie nicht aufwachen können.

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    • Pencil
    • 20.06.2009 um 17:21 Uhr

    Naja ich weiß nicht, ist es nicht gerecht, wenn die die öfter ausgestrahlt werden, auch mehr Geld dafür erhalten? Ich finde schon. Das die "kleinen Fisher", die Underdogs, da weniger Geld bekommen, mag da nur natürlich sein. Wenn sie populärer werden (vielleicht zum Beispiel durch das Internet) können sie auch mehr verdienen.

    M.E. könnte die Kulturflatrate funktionieren. Man müsste dieses Konzept mit großen Internetstreamingseiten wie Youtube verbinden, um von dort die Views zu erhalten. Man sucht sich weltweit die 200 größten (oder noch mehr) Seiten solcher Art raus und zieht dann jährlich Stichproben, und nutzt diese als Bemessungsgrundlage für die Auszahlungen und Views. Also ich würde dafür zahlen und wenn man dafür zahlen muss, dann wird auch umso mehr runtergeladen. Einige Leute werden ja noch zurückgeschreckt, eben weil sie wissen das es illegal ist. Wäre das Downloaden legal, würde sich auch die Technik soweit entwickeln, dass Microsoft (leider dominant mit Windows) in Windows ein benutzerfreundliches Napster oder Azureus integrieren würde. Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass die "Großen" etwas unterstützen, was nicht Rechtens ist. Von daher könnte sich da noch einiges entwickeln.

    • Katana
    • 20.06.2009 um 18:27 Uhr

    In einem möchte ich aber widersprechen , ich halte es nicht für verwerflich wenn ein Künstler von seinem Können leben kann , allerdings sollte er sich dann voll in der Verantwortung dafür sehen , das seine Kunst möglichst so beim Hörer ankommt , wie er sie auch darbietet .

    Die klangliche Qualität ,ich schätze mal gut 80 % aller Downloads und käuflicher Tonträger ist jedoch derart übel , das es schon fast eine Dreistigkeit ist dafür Geld haben zu wollen .
    Die Künstler sollten sich darüber klar sein , das ihnen durch das zulassen solcher Müllproduktionen zwar nicht die breite Masse der Kundschaft weg läuft, aber doch genau der Teil der auch heute noch bereit ist richtig Geld auf den Tisch zu legen , für Produktionen die nicht nur künstlerisch ansprechend , sondern auch handwerklich perfekt sind .

    Es gibt in der Branche tatsächlich so einige sehr bekannte Künstler , die darauf Wert legen , als Beispiel Tori Amos, Mark Knopfler und im Metal Bereich Dream Theater genannt .
    Diese Leute machen nicht nur tolle Musik , sie stehen auch heute noch für handwerklich erstklassig gemachte Produktionen , die man wirklich noch ohne "Probe Download" blind (taub) kaufen kann .

    Hauptpunkt ist für mich das Preis/Leistungsverhältnis , ich habe mir nicht über die Jahre hier eine erstklassige Anlage zusammengestellt um sie mir dann mit überteuerten Produkten , die auch noch grottig klingen madig zu machen .
    Preise um die 17 Euro für einen Sound zum davon laufen sind einfach eine Frechheit sondergleichen .
    Es interessiert mich nicht die Bohne ob von der Dynamik her völlig platt gemachte Aufnahmen , welche einfach nur einheitlich laut sind , Kaufhaus, Supermarkt oder Getto Blaster kompatibel sind , zu klingen haben sie gefälligst vor allem zu Hause auf qualitativ vernünftigem Equipment .

    Dann und nur dann bin ich auch bereit für diese Kunst angemessen zu bezahlen .

    Für mich von daher das Fazit für ernsthafte Künstler , seht zu das ihr euch im Zusammenschluss mit mehreren die technischen Voraussetzungen schafft im Internet qualitativ hochwertige Downloads im FLAC Format oder ähnlichem Niveau direkt anbieten zu können .

    Das würde auch angenommen werden von den Kunden , gerade mit Probe hören in Original Qualität würden die Leute auch bereit sein gutes Geld zu bezahlen für sowas .
    Die derzeitigen Geschichten wie einen Euro pro Song in übelster MP3 Qualität sind schlicht ein Witz , kein Wunder das da illegale Downloads genutzt werden , meistens müsste da eher noch Geld gezahlt werden , das man sich seinen Ohren so eine Qual antut .

    MfG Katana

    lieber ein Bedingungsloses Grundeinkommen, dann können nicht nur Künstler sondern tatsächlich mal Alle leben und gleichzeitig das tun was sie wollen und ihrer Meinung nach am Besten können.

    Denn was da gerade bei uns abgeht ist ein Skandal:
    "Die Industrie reagiert darauf mit Klagewellen und fordert Schadensersatz. Sie hält sich zugute, dass sich die Zahl der Raubkopien in den vergangenen fünf Jahren halbiert hat, seit sie über 100.000 zivilrechtliche Verfahren eingeleitet hat – meist gegen Jugendliche. Was sich da abspielt, ist mehr als ein Generationenkonflikt, es ist ein Kulturkampf."

    Und die Extrembeispiele müssten doch absolut jedem ein flaues Gefühl im Magen machen, oder? Aus diesem Text:
    "Stephanie Lenz, die ihren 13 Monate alten Sohn einmal dabei filmte, wie er zu Let’s Go Crazy von Prince tanzte und das Video dann bei YouTube veröffentlichte. Kurz darauf meldete sich Universal Music, die Plattenfirma von Prince, und forderte Schadensersatz – bis zu 150.000 US-Dollar."

    Noch krasser: "1,9 Millionen Dollar Strafe für 24 Downloads - Eine US-Amerikanerin ist zur Zahlung der bisher höchsten Strafe für illegale Downloads verurteilt worden. In Deutschland wäre das nicht möglich." Hoffentlich ja niemals, aber sind wir wirklich so viel besser?

    Das Fazit suggeriert es: "Kulturflatrate, kopierschutzfreie Musik oder unbegrenzte Downloads. Das alles sind Versuche, das Urheberrecht an die digitale Entwicklung anzupassen und offener damit umzugehen. »Es gibt nicht die eine Patentlösung«, glaubt Lawrence Lessig. Aber inzwischen eine Menge Ansätze."

    - Und dennoch lassen wir zu, dass Menschen verurteilt werden und u.U. sogar einsitzen müssen.
    Stoppt das!
    _______________________________________________________________
    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

    • Pencil
    • 20.06.2009 um 17:21 Uhr

    Naja ich weiß nicht, ist es nicht gerecht, wenn die die öfter ausgestrahlt werden, auch mehr Geld dafür erhalten? Ich finde schon. Das die "kleinen Fisher", die Underdogs, da weniger Geld bekommen, mag da nur natürlich sein. Wenn sie populärer werden (vielleicht zum Beispiel durch das Internet) können sie auch mehr verdienen.

    M.E. könnte die Kulturflatrate funktionieren. Man müsste dieses Konzept mit großen Internetstreamingseiten wie Youtube verbinden, um von dort die Views zu erhalten. Man sucht sich weltweit die 200 größten (oder noch mehr) Seiten solcher Art raus und zieht dann jährlich Stichproben, und nutzt diese als Bemessungsgrundlage für die Auszahlungen und Views. Also ich würde dafür zahlen und wenn man dafür zahlen muss, dann wird auch umso mehr runtergeladen. Einige Leute werden ja noch zurückgeschreckt, eben weil sie wissen das es illegal ist. Wäre das Downloaden legal, würde sich auch die Technik soweit entwickeln, dass Microsoft (leider dominant mit Windows) in Windows ein benutzerfreundliches Napster oder Azureus integrieren würde. Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass die "Großen" etwas unterstützen, was nicht Rechtens ist. Von daher könnte sich da noch einiges entwickeln.

    • Katana
    • 20.06.2009 um 18:27 Uhr

    In einem möchte ich aber widersprechen , ich halte es nicht für verwerflich wenn ein Künstler von seinem Können leben kann , allerdings sollte er sich dann voll in der Verantwortung dafür sehen , das seine Kunst möglichst so beim Hörer ankommt , wie er sie auch darbietet .

    Die klangliche Qualität ,ich schätze mal gut 80 % aller Downloads und käuflicher Tonträger ist jedoch derart übel , das es schon fast eine Dreistigkeit ist dafür Geld haben zu wollen .
    Die Künstler sollten sich darüber klar sein , das ihnen durch das zulassen solcher Müllproduktionen zwar nicht die breite Masse der Kundschaft weg läuft, aber doch genau der Teil der auch heute noch bereit ist richtig Geld auf den Tisch zu legen , für Produktionen die nicht nur künstlerisch ansprechend , sondern auch handwerklich perfekt sind .

    Es gibt in der Branche tatsächlich so einige sehr bekannte Künstler , die darauf Wert legen , als Beispiel Tori Amos, Mark Knopfler und im Metal Bereich Dream Theater genannt .
    Diese Leute machen nicht nur tolle Musik , sie stehen auch heute noch für handwerklich erstklassig gemachte Produktionen , die man wirklich noch ohne "Probe Download" blind (taub) kaufen kann .

    Hauptpunkt ist für mich das Preis/Leistungsverhältnis , ich habe mir nicht über die Jahre hier eine erstklassige Anlage zusammengestellt um sie mir dann mit überteuerten Produkten , die auch noch grottig klingen madig zu machen .
    Preise um die 17 Euro für einen Sound zum davon laufen sind einfach eine Frechheit sondergleichen .
    Es interessiert mich nicht die Bohne ob von der Dynamik her völlig platt gemachte Aufnahmen , welche einfach nur einheitlich laut sind , Kaufhaus, Supermarkt oder Getto Blaster kompatibel sind , zu klingen haben sie gefälligst vor allem zu Hause auf qualitativ vernünftigem Equipment .

    Dann und nur dann bin ich auch bereit für diese Kunst angemessen zu bezahlen .

    Für mich von daher das Fazit für ernsthafte Künstler , seht zu das ihr euch im Zusammenschluss mit mehreren die technischen Voraussetzungen schafft im Internet qualitativ hochwertige Downloads im FLAC Format oder ähnlichem Niveau direkt anbieten zu können .

    Das würde auch angenommen werden von den Kunden , gerade mit Probe hören in Original Qualität würden die Leute auch bereit sein gutes Geld zu bezahlen für sowas .
    Die derzeitigen Geschichten wie einen Euro pro Song in übelster MP3 Qualität sind schlicht ein Witz , kein Wunder das da illegale Downloads genutzt werden , meistens müsste da eher noch Geld gezahlt werden , das man sich seinen Ohren so eine Qual antut .

    MfG Katana

    lieber ein Bedingungsloses Grundeinkommen, dann können nicht nur Künstler sondern tatsächlich mal Alle leben und gleichzeitig das tun was sie wollen und ihrer Meinung nach am Besten können.

    Denn was da gerade bei uns abgeht ist ein Skandal:
    "Die Industrie reagiert darauf mit Klagewellen und fordert Schadensersatz. Sie hält sich zugute, dass sich die Zahl der Raubkopien in den vergangenen fünf Jahren halbiert hat, seit sie über 100.000 zivilrechtliche Verfahren eingeleitet hat – meist gegen Jugendliche. Was sich da abspielt, ist mehr als ein Generationenkonflikt, es ist ein Kulturkampf."

    Und die Extrembeispiele müssten doch absolut jedem ein flaues Gefühl im Magen machen, oder? Aus diesem Text:
    "Stephanie Lenz, die ihren 13 Monate alten Sohn einmal dabei filmte, wie er zu Let’s Go Crazy von Prince tanzte und das Video dann bei YouTube veröffentlichte. Kurz darauf meldete sich Universal Music, die Plattenfirma von Prince, und forderte Schadensersatz – bis zu 150.000 US-Dollar."

    Noch krasser: "1,9 Millionen Dollar Strafe für 24 Downloads - Eine US-Amerikanerin ist zur Zahlung der bisher höchsten Strafe für illegale Downloads verurteilt worden. In Deutschland wäre das nicht möglich." Hoffentlich ja niemals, aber sind wir wirklich so viel besser?

    Das Fazit suggeriert es: "Kulturflatrate, kopierschutzfreie Musik oder unbegrenzte Downloads. Das alles sind Versuche, das Urheberrecht an die digitale Entwicklung anzupassen und offener damit umzugehen. »Es gibt nicht die eine Patentlösung«, glaubt Lawrence Lessig. Aber inzwischen eine Menge Ansätze."

    - Und dennoch lassen wir zu, dass Menschen verurteilt werden und u.U. sogar einsitzen müssen.
    Stoppt das!
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    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

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