H1N1-Virus Grippe zum ÜbenSeite 2/2
Die USA haben große Mengen Impfstoff geordert
30 Staaten haben bereits mit Novartis über Lieferungen verhandelt – allein das Gesundheitsministerium der USA hat eine Bestellung in Höhe von 289 Millionen Dollar aufgegeben. Aus dem Bundesgesundheitsministerium heißt es, die beiden Hersteller hätten sich verpflichtet, »im Pandemiefall ausreichende Mengen eines geeigneten und zugelassenen Grippeimpfstoffs zur Verfügung zu stellen, sodass jeder Bundesbürger zweimal geimpft werden kann«. Und Eric Althoff, Pressesprecher von Novartis, gibt bekannt: »Unser Ziel ist es, im Herbst an Regierungen ausliefern zu können.«
Die Unwägbarkeiten sind indes groß. Keiner kann sich darauf verlassen, dass genügend Impfstoff bereitsteht, die Krankenhäuser gut vorbereitet sind oder das Virus womöglich schwächelt. Die Ausrufung der Pandemie sollte vor allem für alle Arbeitgeber ein Weckruf sein. Sie sind bislang unzureichend vorbereitet. »Ebenso wie im Vorjahr kann nur jeder zweite Betrieb auf einen Pandemieplan zurückgreifen«, meldete Ende April das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. Die Mitarbeiterin eines Pharmaunternehmens bemerkt dazu: »Wir können froh sein, dass das Virus so nett ist. Das lässt uns Zeit zum Üben.«
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- Datum 17.06.2009 - 17:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
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"...doch das könnte sich ändern, wenn der neue Erreger sich mit der Vogelgrippe mischt"
Und wenn dann noch ein 25 km Durchmesser Meteorit im Zentrum Europas einschlägt werden wir alle tot sein.
Wieso wird eigentlich jede an sich gute Nachricht sofort mit einem neuen Horror Szenario totgeredet? Brauchen wir immer eine Grippe Epidemie als Damokles Schwert über unserem Kopf?!? Wie neurotisch sind wir eigentlich alle geworden? Oder hat die Pharma Industrie zu geringen Umsatz und pusht so ihre Impfstoffe gegen Grippe (deren positive Wirkung ich durchaus geringer einschätze als immer behauptet wird)?!?
"Bislang verläuft die Amerikagrippe recht harmlos – doch das könnte sich ändern..." Leider gibt die Mexikogrippe keine Schlagzeilen mehr her. Aber man kann es ja versuchen.
Dämliche Medienhysterie.
Warum nur klappen mir inzwischen immer die Fussnägel hoch, wenn ich irgendwo "Experten" am Werk sehe? (In NTV, in den Zeitungen etc pp.)
Es gab am Samstag eine Umfrage in der Rheinischen Post, ob der Japantag in Düsseldorf wegen der Mexikogrippe stattfinden sollte oder ob er besser abgesagt werden sollte.
Die genauen Zahlen weiß ich nicht mehr, aber mehr als 20% wollten den Tag lieber abgesagt sehen.
Resultat: Über 800.000 Besucher und niemand wurde vervirt.
Die Menschheit übersteht schon seit Jahrtausenden immer neue Mutationen von Grippen. Die Pressehysterie wird daran auch nichts ändern können.
Vielleicht nur mal ein kurzer Einblick in den Bio-Unterricht der 12.Klasse: Viren können sich bei ähnlichen Formen sehr wohl miteinander verbinden (Konjugation). Ja, die Möglichkeit besteht, die Möglichkeit ist gering - und nein, wenn man einen Impfstoff gegen H1N1 hat dann nützt er nichts wenn er mutiert mit H5N1. Der Virus H5N1, der Honkkong-Grippe sieht unter dem Mikroskop zudem ein wenig anders aus. Eine Konjugation oder Übertragung mittels Bakteriophagen kann natürlich immer möglich sein, aber da würde ich mir mehr Sorgen machen bei Bakterien und deren Resistenz gegen Antibiotika in der Zukunft - dank dieser Angstpolitik der Pharmafirmen haben wir da nämlich mehr worum wir uns Gedanken machen müssen. Aber selbst das überleben wir.
Die Vogelgrippe lieferte keinen Grund zur Panik(mache), die Schweinegrippe auch nicht. Der ganze Hype entstand wohl auch deshalb, weil in den ersten Wochen in der Tat sehr schnell sehr viele Menschen in Mexiko und den USA starben und Wissenschaftler noch nicht wussten, warum. Ein weiterer Grund mag sein, dass die WHO wohl noch ein wenig an ihren Pandemie- und Alarmdefinitionen arbeiten muss, dass gibt man da aber auch offen zu. Zur Zeit besteht kein Grund zur Sorge. Ein Reassortment zwischen Amerika- und Vogelgrippeviren ist aber nun mal das offensichtlichste (realistischste) Szenario, dass einem einfällt.
Überlegungen, wie die Vogelgrippe durch Punktmutation oder Reassortment leichter übertragbar werden könnte, beschäftigen die Wissenschaft schon lange, durch die Schweinegrippe wird nun halt eine solche Möglichkeit auf dem Silbertablett serviert. Klar, Es gibt weitaus tödlichere Viren (z.B. HIV, HBV, saisonale Grippe), in deren Erforschung viel Zeit und Geld gesteckt wird. Dass nun mit erhöhter Aufmerksamkeit auch an Schweinegrippe geforscht wird, sollte niemanden wundern, kann man aber jetzt auch nicht als Panikmache abstempeln.
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