Tatort Fernsehen »Das Mädchen Galina«Seite 2/2
Ulrike Grote glänzt in der Rolle der Politikergattin: Sie gibt die Charity-Lady, die schlechte Kunst kauft und sich dafür für ihren guten Geschmack loben lässt. Ihr Gatte setzt seine Freiheiten über die Treue, was kümmert ihn ob des baldigen Wahlsiegs seiner Tochter törichtes Geschwätz? Wer ist der größere Lump – der Lude oder der perverse Freier? Wir wollen es nicht wissen. Wir haben kein kaltes Herz, wir trauern um Galina.
ARD, Sonntag, 21. Juni, 20.15 Uhr
Der »Tatort« macht Sommerpause. Ab der kommenden Woche finden Sie hier die neue Kolumne »Europa TV«, in der Autoren aus acht europäischen Ländern vom Fernsehverhalten jener Völker erzählen, bei denen wir gerne Urlaub machen. Am 20. August meldet sich Feridun Zaimoglu mit frischen »Tatort«-Fällen zurück.
- Datum 02.09.2009 - 14:59 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
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Mich verwundert woher wir schon wissen, wir denken und wir erinnern, was Herr Zaimoglu voher schon weiß, bevor wir den Tatort gesehen haben.
Wen meint er mit "wir" in jeder seiner Kolumnen zum Tatort ? Vielleicht er und ich, oder wir alle. Verkaufen wir alle unsere Fernsehgeräte, wir wissen ja schon voher was wir am Sonntag gesehen haben werden, oder so.
was wir sicher schon vorher wissen ist: Ein Obduktionstisch mit weiblicher Leiche, aufgedeckt bis zur Schamhaargrenze. Dann müssen noch die Worte Geschlechtsverkehr und Sperma fallen. Ein bißchen Lokalkolorit (München, Stuttgart, Wien...) und schon hat man 1,5 Stunden Abendunterhaltung am Sonntag.
Wo seid ihr?
Kommissar X. wird per Telefon (er kocht gerade mit seiner Geliebten ein 5 Gänge Menü) zum Tatort gerufen. Massenexodus. In einer Kneipe liegen 30 Leute am Boden, vor Ihnen auf dem Tisch steht noch rauchendes Essen und frisches Bier. Oben auf einem erhöhten Tisch läuft noch das TV Gerät, also alle hats vor kurzem erst erwischt. X beordert 30 Leichenwägen und 30 Seziertische, die dann auch mit Blaulicht angerast kommen. Eine schöne Polizistin wedelt auch durch die Gegend und darf ihren Schmollmund auf- und zumachen. Was ist hier los? Lebensmittelvergiftung? Kneipenkrieg? Selbstmord einer Sekte? X denkt scharf nach und peilt die am Boden liegenden an, darunter auch diverse Frauen, die die Kamera natürlich von rockseits erfasst.
Plötzlich zuckt eine der Leichen. X kriegt einen Hustenanfall. Die ehemalige Leiche räkelt sich und sieht die Polizistenmeute herumstehen. Fragt dann ganz naiv: "Ist es schon vorbei?" Kommissar: " Was ist vorbei?" Die Leiche: " Der Tatort?!" Dann sieht er selbst, wie nur auf dem TV nur noch das Testbild flimmert. "Hey Leute aufwachen! Der Tatort ist vorbei!!!" Die 30 am Boden liegenden erheben sich mühsam von Ihrem Tiefschlaf und gehen nach Hause. "Gottseidank, der Mist ist zu Ende!" Und die Herde wandert zum Gasthaus hinaus und X. und die Schöne klären noch kurz den Fall mündlich und alle ziehen dann ab. Prima Sendung! X ist auch sehr happy und geht zurück zu seiner Freundin. Die zieht aber eine Fresse und liegt schon im Bett. Auch nicht schlecht, denkt X und legt sich dazu. Dann sieht man nur noch, die sich die Bettdecke (uuuuhhhh, ahhhhh) hebt und senkt und ein entblößter langer Frauenarm schaltet dann noch das Licht und seufzt tief zufrieden.
Abspann.
Freuen wir uns auf den nächsten Fall!
das die Programmzeitschrift Galina zur Abendempfehlung machte. Zum Schluss hin habe ich dann wutentbrannt über die vertane Zeit abgeschaltet. Vor allem auch Galinas Bruder spielte eine dumm-dösige Rolle.
Wo bekommt man anständige Programm-Empfehlungen. Diese Lücke müßte geschlossen werden.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
auch das großzügige Dekolletee der stets pikobello Staatsanwältin, in welches die standhaften Herren Kommissare betont nicht sehen.
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