Iran Irans RobespierreSeite 2/2
Robespierre wurde zum Schluss Opfer seiner Hybris. Bloß kam danach nicht die Demokratie, sondern die Militärdiktatur eines gewissen Bonaparte. Nach 30 Jahren Verelendung verdient dieses mutige Volk eine lichtere Zukunft.
Josef Joffe ist Herausgeber der ZEIT. Von 2001 bis 2004 war er auch ihr Chefredakteur, gemeinsam mit Michael Naumann. Davor leitete er das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung. Weitere Texte von ihm finden Sie hier (Archiv)
- Datum 20.06.2009 - 11:01 Uhr
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- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 18.06.2009 Nr. 26
- Kommentare 23
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"Wie sonst hätte die staatliche Nachrichtenagentur eine Zweidrittelmehrheit für Ahmadineschad hinausposaunen können, bevor das Innenministerium die Stimmen ausgezählt hatte?"
Bei solch einer großen Mehrheit, mit der Ahmadinedschad ja gewonnen haben soll, ist es durchaus möglich, dass der Vorsprung von ihm schon vor der fertigen Wahlauszählung so groß war, dass er nicht mehr einzuholen war.
Bei uns ist es ja sogar so, dass Prognosen nach Schließung der Wahllokale und somit weit vor der Stimmenauszählung wie das fertige Wahlergebnis gehandhabt werden.
Eben, PROGNOSEN! Die kann jeder abgeben.
Eben, PROGNOSEN! Die kann jeder abgeben.
Eben, PROGNOSEN! Die kann jeder abgeben.
Wenn das Innenministerium nun 2/3 der Stimmen ausgezählt hatte und Ahmadinedschad eine 2/3 Mehrheit hatte, ist es doch anzunehmen, dass sich keine Mehrheit mehr für einen anderen Kandidaten gibt - zumindest ist es höchst unwahrscheinlich. Von daher ist es logisch, einen Wahlsieg Ahmadinedschads an Hand dieser Daten zu prognostizieren (und an die staatl. Nachrichtenagentur weiterzugeben).
Wenn das Innenministerium nun 2/3 der Stimmen ausgezählt hatte und Ahmadinedschad eine 2/3 Mehrheit hatte, ist es doch anzunehmen, dass sich keine Mehrheit mehr für einen anderen Kandidaten gibt - zumindest ist es höchst unwahrscheinlich. Von daher ist es logisch, einen Wahlsieg Ahmadinedschads an Hand dieser Daten zu prognostizieren (und an die staatl. Nachrichtenagentur weiterzugeben).
Wenn das Innenministerium nun 2/3 der Stimmen ausgezählt hatte und Ahmadinedschad eine 2/3 Mehrheit hatte, ist es doch anzunehmen, dass sich keine Mehrheit mehr für einen anderen Kandidaten gibt - zumindest ist es höchst unwahrscheinlich. Von daher ist es logisch, einen Wahlsieg Ahmadinedschads an Hand dieser Daten zu prognostizieren (und an die staatl. Nachrichtenagentur weiterzugeben).
Ich gebe zu, dass ich mir wünsche, dass die Geschichte sich hier wiederholt. Aber nach der Hinrichtung Robespierre folgte das Direktorium und dann die Militärdiktatur!
Das einzig Gute ist, dass endlich jeder kapiert, wessen Geistes Kind die so genannte LINKE ist.
Selbst "Reformer" Andre Brie spricht sich für den Islamismus aus und kritisiert nur das böse Israel!
Quelle?
Quelle?
Quelle?
Da stürzt Herr Joffe aber einige der Leser in einen Interessenkonflikt. Zwischen Islamophobie und Ahmadinedschadhass. Bisher passte doch so gut das Zweiaufeinenstreichwunschbild vom Liebling des Klerus, das den zusätzlichen Benefit hatte die Gegnerschaft Ahmadinedschads zu Israel einer simplen, im Islam begründeten Motivation zuzuschustern. Reale Fakten wie Einflußverlust des Klerus auf iranische Politik unter Ahmadinedschad oder trotz Ahmadinedschad weiterhin bestehender jüdischer Gemeinden im Iran störten das Bild nicht solange nicht thematisiert.
Den letzten Satz Joffes: "Nach 30 Jahren Verelendung verdient dieses mutige Volk eine lichtere Zukunft." könnte man sicher auf "Nach 30 Jahren Verelendung, nicht maßgeblich aufgrund der Sanktions- und Embargopolitik, ..." präzisieren.
was der islamischen Revolution und den '30 Jahren Verelendung' voranging.
Als Amerikafreund sollte ihm eigentlich die Operation Ajax bekannt sein.
Aber die USA tun sich ja häufig schwer, ihre Interventionen und sich selbst in historischem Kontext zu sehen.
TV-Tip - heute um 14h auf arte Iran, der Wille zur Großmacht
was der islamischen Revolution und den '30 Jahren Verelendung' voranging.
Als Amerikafreund sollte ihm eigentlich die Operation Ajax bekannt sein.
Aber die USA tun sich ja häufig schwer, ihre Interventionen und sich selbst in historischem Kontext zu sehen.
TV-Tip - heute um 14h auf arte Iran, der Wille zur Großmacht
"Nach 30 Jahren Verelendung, maßgeblich aufgrund der Sanktions- und Embargopolitik, ..." heissen
Nur ein Beispiel: Zitat Joffe: "im Bürgerkrieg, der zwischen 1980 und 1988 mit dem Krieg gegen den Irak einherging, hat das Chomeini-Regime ganze Arbeit geleistet und alle unabhängigen Machtzentren platt gewalzt."
Wer hatte damals die Exekutivgewalt?
Mussawi, die aktuelle westliche Ikone des Freiheitskampfes des iranischen Volkes, "war von 1981 bis 1989 der letzte Premierminister der Islamischen Republik" (Wiki).
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
...zB. Rafsandschani, geben mir Zweifel über die in den Medien einhellig verbreitete "Wahrheit" zur Wahl im Iran - so gern ich sie glauben würde. Dazu kommen diese Bilder mit englischen Protestsprüchen alá "where is my vote?" und die allgegenwärtigen grünen Bändchen - das hatten wir doch nun schon mehr als einmal und das ist mir zu gestylt um authentisch zu sein. Nach nunmehr einer Woche Wahlbetrugsvorwürfen und ewig gleicher - recht schwacher - Argumentationen die das untermauern sollen, hinterlässt diese "Revolution" einen synthetisch-angehauchten Beigeschmack.
PS:
Mir ist es schleierhaft warum kaum eine größere Zeitung den Zusammenhang Mussawi / Rafsandschani und deren Vergangenheit beleuchtet. Eine Recherche von 15sec in Wikipedia sagt da mehr über Hintergründe aus als eine Woche deutsche Presselandschaft. Was soll man davon halten?
...zB. Rafsandschani, geben mir Zweifel über die in den Medien einhellig verbreitete "Wahrheit" zur Wahl im Iran - so gern ich sie glauben würde. Dazu kommen diese Bilder mit englischen Protestsprüchen alá "where is my vote?" und die allgegenwärtigen grünen Bändchen - das hatten wir doch nun schon mehr als einmal und das ist mir zu gestylt um authentisch zu sein. Nach nunmehr einer Woche Wahlbetrugsvorwürfen und ewig gleicher - recht schwacher - Argumentationen die das untermauern sollen, hinterlässt diese "Revolution" einen synthetisch-angehauchten Beigeschmack.
PS:
Mir ist es schleierhaft warum kaum eine größere Zeitung den Zusammenhang Mussawi / Rafsandschani und deren Vergangenheit beleuchtet. Eine Recherche von 15sec in Wikipedia sagt da mehr über Hintergründe aus als eine Woche deutsche Presselandschaft. Was soll man davon halten?
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