Archäologie Hausmusik im hohlen FelsSeite 2/2
Je länger die Archäologen von der Universität Tübingen graben, desto deutlicher entpuppen sich die Pioniere von der Alb, eingewandert aus dem Osten über den Donaukorridor, als Tausendsassas. Denn die jüngsten Instrumentenfunde stehen im Zusammenhang mit den virtuos gefertigten Elfenbeinplastiken. In derselben Schicht wie der gelochte Geierknochen, nur 70 Zentimeter davon entfernt, lag jene erotisch aufgeladene Venusfigur, die im Mai Schlagzeilen machte . Die Schöpfer der großbrüstigen, ältesten Skulptur der Welt und des ältesten Musikinstruments könnten derselben Gruppe angehört haben. Das vielfältige kreative Wirken halten die Forscher zumindest für ein Indiz, dass die Menschen jener Zeit sich in größeren sozialen Netzwerken zu organisieren verstanden. Damit könnten sie gegenüber dem »kulturell konservativeren und demografisch isolierteren« Neandertaler im Vorteil gewesen sein, wenn es darum ging, in neue Gebiete vorzudringen.
Bei den Bewohnern des Felsens kann es sich nicht um grobschlächtige Gesellen gehandelt haben. Denn waren Pferde-, Rentier-, Geflügel- und Steinbockknochen abgenagt, schufen sie mit spitzen Klingen Werkzeuge, Schmuck, bizarre Wesen – gleichsam Kunst und sozialer Kitt. Jeder neue Fund erweitert unser Bild von diesen Menschen. Die Geierflöte ist bereits nachgebaut und so haben wir auch eine Vorstellung davon, wie der Musikus der Bande den Raum im Bauch des Berges mit Klang erfüllte.
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- Datum 26.06.2009 - 11:13 Uhr
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- Serie Audio
- Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
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Dass schon der Frühe homo sapiens ein Musikliebhaber war sieht man auch an Dieter Bohlen!
dann gehen sogar die Neandertaler flöten.
Das älteste Musikinstrument der Welt ist die Klitoris!
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