Bildungsstreik Klüger werden - Baustelle Bildung
Die wichtigsten Kritikpunkte an der Reform von deutschen Schulen und Hochschulen. Ein Überblick
Es war unklug, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan vergangene Woche in einem Radiointerview diesen Satz fallen ließ. Die Forderungen des Bildungsstreiks seien zum Teil gestrig, sagte die CDU-Politikerin. Sie sagte es in die Stimmung eines Tages hinein, der die größten Jugendproteste seit vielen Jahren gesehen hatte.
In mehr als 80 Städten gingen Schüler und Studenten auf die Straße. Ihre Klage: Die Politik verlange tiefgreifende Reformen von Schulen und Hochschulen, weigere sich jedoch, das notwendige Geld bereit zu stellen. Mit einem Mix aus gut gelaunten Protestaktionen, symbolischen Banküberfällen und gewaltfreien Rektoratsbesetzungen hatten sich die Protestierer Sympathien erworben – und dann fiel Schavans Satz, der dem bildungspolitischen Establishment ein mürrisch-besserwisserisches Gesicht verlieh, das alle Vorurteile zu rechtfertigen schien.
Das Ausmaß der Proteste überraschte, gilt die Generation auf der Straße doch als so unpolitisch wie keine vor ihr: Im Studierendensurvey der Konstanzer AG Hochschulforschung geben nur 37 Prozent der Befragten an, sich für Politik zu interessieren, 1983 waren es noch 54 Prozent. »Das sind keine Leute, die mal so aus Spaß auf Demos gehen«, sagt der Leiter der Studie, Tino Bargel. »Darum sollte die Gesellschaft ihre Forderungen sehr ernst nehmen.«
Es ist der zunehmende Effizienzdruck im Bildungssystem, gegen den sich Schüler und Studenten gleichermaßen wehren. Sie wollen nicht hinnehmen, dass ihnen auf dem Weg zum Abitur ein Jahr weggenommen wird, bei gleicher Stofffülle und einer entsprechend dramatischen Erhöhung der Wochenstundenzahl. Das frühe Aussieben vermeintlich leistungsschwacher Schüler empfinden sie als ungerecht und stellen dem gegliederten Schulsystem die alte Vision einer Gesamtschule für alle entgegen. Auch Studiengebühren gehören nach Meinung der Demonstranten wieder abgeschafft. Mehr als alle anderen Bildungsreformen der vergangenen Jahre aber erregen die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master den Unmut der Protestler. Diese seien zu verschult, zu vollgepackt mit Paukstoff und Prüfungen. Die Reflexion des Gelernten bleibe auf der Strecke.
Die Diskussion um die neuen Abschlüsse ist nicht frei von Paradoxien. Schließlich sollen sie gerade jene Bildungsungerechtigkeiten beseitigen helfen, die die Protestierer so vehement beklagen. Das alte System von Magister, Diplom und Staatsexamen war es, das Kindern von Beamten eine viermal so große Chance auf einen Studienplatz einräumte wie jenen von Arbeitern, das hohe Abbrecherquoten produzierte und überlange Studienzeiten. »Das Humboldtsche Bildungsideal, von dem viele schwärmen, bedeutete in der Wirklichkeit der Universität einen Ausschluss breiter Massen von einem Studium und eine Festigung sozialer Bildungseliten«, sagt Heinz-Elmar Tenorth, Bildungshistoriker der Berliner Humboldt-Universität. Die neue Struktur sollte das Studium studierbarer machen und mehr junge Leute zum Abschluss führen, besonders jene Bildungsaufsteiger, die nicht schon von Hause aus mit dem akademischen Lernen vertraut sind. Die Forderung nach der Abschaffung ebendieser Reform ist es, die Ministerin Schavan vor allen anderen mit dem Etikett »gestrig« versieht.
Die Reformwirklichkeit sieht freilich anders aus, und gegen die wenden sich die Demonstranten. Hier ein Überblick über ihre wichtigsten Forderungen – und die Chancen ihrer Realisierung.
Ziel: Weg mit Bachelor und Master!
- Datum 08.09.2009 - 10:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
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"Im alten System hat das Beamtenkind eine viermal so hohe Chance auf das Gymnasium wie das Arbeiterkind." Das ist natürlich in hohem Maße politisch inkorrekt. Und wer es wagt den Begriff Vererbung in den Mund zu nehmen, stammt aus der Zeit Kaiser Wilhelms.
Diese Chance zur Verbilligung von Bildung darf nicht ungenutzt bleiben. Bis die Öffentlichkeit merkt, dass die Reform aus dem Faktor 4 vielleicht einen Faktor 10 macht, ist die Entwicklung irreversibel. Bis klar ist, dass die Einheitsschule zur Spaltung der Gesellschaft durch Privatschulen führt, ist das Fell schon verteilt.
Zum Glück wird die Kritik bald verstummen. Wenn erst einmal Bildung durch wirtschaftkompatible Kompetenzen ersetzt ist, dann sind nur noch die Besitzer systemisch - das Humankapital muss Konkurs anmelden.
sollte man nicht in einem Leserbrief völlig unzulänglich und nach CDU-Polemik zusammenfassen. Die wahre Einheitsschule ist das System, das Schüler in der vierten Klasse sortiert nach kompatibel und nicht kompatibel (und nicht etwa vorrangig nach Leistungspotential), die herabgestuften Kinder dann in ALLEN Fächern auf niedrigerem Niveau unterrichtet und dabei nicht nur riskiert, sondern billigend in Kauf nimmt, dass eine Menge Potential verschütt geht. Die Gesamt- (oder Gemeinschaftschule) ist mitnichten eine Einheitsschule. Gute Gesamtschulen verstehen es, Kinder dort abzuholen, wo sie sich befinden, sie begabungsgerechter zu fördern und zu fordern. Sie verhelfen nicht nur den Kindern mit Gymnasialempfehlung zum Abitur, sondern auch so manchem geringer eingestuften Kind. Ein Schüler, der (möglicherweise vorübergehende) Defizite in Sprachen hat, kann in Naturwissenschaften ein Überflieger sein. Dem dreigliedrigen Schulsystem ist das egal. Das Kind wird durch die Schablone gepresst und auch in Mathe und Physik auf unterstem Niveau unterrichtet. Klar, dass Eltern mit dem nötigen finanziellen oder Bildungshintergrund gerne möchten, dass ihre Kinder unter ihresgleichen bleiben, volkswirschaftlich ist das eine Verschwendung von Ressourcen und sozial ist es schlichtweg unfair. Ein Kind dessen Eltern nicht über die nötigen Mittel verfügt, Nachhilfe zu geben oder zu finanzieren (und Intelligenz wird mitnichten in dem Rahmen vererbt wie Sie es suggerieren) hat in diesem Land die gleichen Chancen zu haben, wie das wohlsituierter, mittelständischer Eltern. Etwas anderes kann sich dieses Land nicht leisten und gottseitdank gibt es Politiker, die dies mittlerweile erkennen und im Gegensatz zu Ihnen mittlerweile über den Einheitsschule-Tellerrand hinaussehen können.
sollte man nicht in einem Leserbrief völlig unzulänglich und nach CDU-Polemik zusammenfassen. Die wahre Einheitsschule ist das System, das Schüler in der vierten Klasse sortiert nach kompatibel und nicht kompatibel (und nicht etwa vorrangig nach Leistungspotential), die herabgestuften Kinder dann in ALLEN Fächern auf niedrigerem Niveau unterrichtet und dabei nicht nur riskiert, sondern billigend in Kauf nimmt, dass eine Menge Potential verschütt geht. Die Gesamt- (oder Gemeinschaftschule) ist mitnichten eine Einheitsschule. Gute Gesamtschulen verstehen es, Kinder dort abzuholen, wo sie sich befinden, sie begabungsgerechter zu fördern und zu fordern. Sie verhelfen nicht nur den Kindern mit Gymnasialempfehlung zum Abitur, sondern auch so manchem geringer eingestuften Kind. Ein Schüler, der (möglicherweise vorübergehende) Defizite in Sprachen hat, kann in Naturwissenschaften ein Überflieger sein. Dem dreigliedrigen Schulsystem ist das egal. Das Kind wird durch die Schablone gepresst und auch in Mathe und Physik auf unterstem Niveau unterrichtet. Klar, dass Eltern mit dem nötigen finanziellen oder Bildungshintergrund gerne möchten, dass ihre Kinder unter ihresgleichen bleiben, volkswirschaftlich ist das eine Verschwendung von Ressourcen und sozial ist es schlichtweg unfair. Ein Kind dessen Eltern nicht über die nötigen Mittel verfügt, Nachhilfe zu geben oder zu finanzieren (und Intelligenz wird mitnichten in dem Rahmen vererbt wie Sie es suggerieren) hat in diesem Land die gleichen Chancen zu haben, wie das wohlsituierter, mittelständischer Eltern. Etwas anderes kann sich dieses Land nicht leisten und gottseitdank gibt es Politiker, die dies mittlerweile erkennen und im Gegensatz zu Ihnen mittlerweile über den Einheitsschule-Tellerrand hinaussehen können.
In dieser jungen Generation steckt durchaus Protestpotenzial, auch wenn Viele angeben Sie wären unpolitisch.
Wenn es an den Geldbeutel geht, bleibt niemand ruhig.
Das Heilsversprechen an diese jungen Menschen lautet nämlich: Studiere lang und hart, und es wird sich in barer Münze auszahlen. Du wirst den Lebensstandard deiner Eltern nicht nur halten, sondern sogar übertreffen.
Und genau davon kann ja immer weniger die Rede sein. Trotz Hochqualifizierung, etlichen Fremdsprachen und Systemtreue reicht es dann doch nur für ein Praktikum. Yeej!
Früher oder später wird sich hier jemand erklären müssen.
So langsam staut sich wohl was an, und all die von der Leyens und Schavans tragen mit ihrer Arroganz und Verachtung von Versuchen größerer Bevölkerungsgruppen, am politischen Diskurs teilzunehmen, gut dazu bei.
Es war vor kurzem eine Umfrage der "Zeit" über das Bildungssystem.
Fragen bezüglich der Ziele des Bildungssystemes waren:
Wirtschaftlicher Wohlstand
Sozialer Friede
Lebendige Demokratie
Selbstverwirklichung der Menschen
Die für mich wichtigste Fragen ob die Bildung beitragen soll die
Wahrheit zu finden oder ob die Bildung gesunde krisensichere
flexible lebendige Menschen aufbauen sollen,diese Fragen waren eigentlich
nicht da.
Die frühere Einstellung war : Wie kann der Mensch zu einem guten
Staatsbürger gemacht werden?
Die heutige Frage ist: Wie kann der Mensch der Wirtschaft am
besten entsprechen?
Wie kann die Bildung aber frei werden?
Kann sie damit frei werden,wenn man die Lehrer und
Direktoren entsprechend ihrer politischen Zugehörigkeit anstellt?
Oder ist es besser,wenn die Wirtschaft alles bestimmt,über Forschungsaufträge
und direkt durch die vorgesehene Beratung in den Universitäten?
Erlauben Sie mir einige Fragen:
Könnte die Einbeziehung der Rüstungslobby in die Universitäten Frieden
stärken?
Kann die Einbeziehung der Automobilindustrie die für die Menschen
am förderlichsten Fortbewegungsmittel und eine menschengerechte
Verkehrsplanung positiv beeinflußen ?
Im Gesundheitssystem würden mir ähnliche Fragen einfallen .
Soll die Bildung die Idee stärken,dass der Mensch für die
Wirtschaft arbeiten soll oder wäre es vielleicht jetzt dringend
nötig,dass nicht der Mensch der Wirtschaft dient,sondern die
Wirtschaft dem Menschen dient ?
Es gäbe einige Ansätze die Forschung und die Bildung frei
vom politischen und vom Wirtschaftseinfluß zu machen:
Z.B: Zahlt in der USA bei den Eliteuniversitäten die Industrie in einen großen Forschungstopf
direkt ein.Wie wäre es wenn in Europa der Staat die zweite Hälfte dazu zahlt ?
Meinem Kind rate ich nur eins: Lerne Sprachen und dann schau, wohin du am besten abhaust.
Kein Geld für Schulen (in einer der reichsten Städte dtlands werden Kinder im Keller und in Wanderklassen unterrichtet, marode Vorbauten drohen zusammenzubrechen mit null Aussicht auf Renovierung, Lehrer fehlen massenweise.......................um Neubauten von dringend benötigten Schulen wird 30 jahre und länger "diskutiert)), während aber Zuschüsse für Quellekataloge in 30 Minuten genehmigt werden.
WER SOLL DENN DEN KATALOGSCHROTT KAUFEN? WENN u.a. ETWA EIN HERR SINN ODER UNSINN ODER WIE ER HEISST MEINT, DIE LÖHNE SEIEN EH ZU HOCH. Da muss er sich aber nicht bangen; wir werden bald gar nicht genug qualifizierte junge Menschen haben, die hohe Löhne beanspruchen könnten. Sein Problem löst sich von alleine.
STUDIS; GEHTS AUF DIE STRAßE; HAUT AUF DIE K....
boah, unsern Politikern kracht grad das ganze Gefüge unterm A... zusammen; und im herbst sind Wahlen. Ich würd mich in den nächsten Fluss stürzen an deren Stelle.
Alle Parteien sprechen davon, dass die Bildung verbessert werden soll. Das einzige, was hier nutzt, sind kleinere Klassen, viel mehr Lehrer, sprich: Mehr Geld.
Für Bildung sind die Länder zuständig. Egal, wer regiert: Keine Landesregierung erhöht den Bildungsetat. CDU, CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke sind in Länderregierungen vertreten. Keine Partei kann sich aus der Verantwortung stehlen. Alle sparen an der Bildung. Alle diese Regierungen vergehen sich an unseren Kindern! Deutschland schafft noch nicht einmal den von der OECD vorgeschlagenen Mittelwert für Bildungsausgaben.
In Anbetracht der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Steuerausfälle will Niedersachsen (CDU-/FDP-Regierung) weitere Lehrerstellen einsparen.
Wie kann es sein, dass Reden und Taten so weit auseinander liegen? Dann wird sich über eine geringe Wahlbeteiligung beschwert!
sollte man nicht in einem Leserbrief völlig unzulänglich und nach CDU-Polemik zusammenfassen. Die wahre Einheitsschule ist das System, das Schüler in der vierten Klasse sortiert nach kompatibel und nicht kompatibel (und nicht etwa vorrangig nach Leistungspotential), die herabgestuften Kinder dann in ALLEN Fächern auf niedrigerem Niveau unterrichtet und dabei nicht nur riskiert, sondern billigend in Kauf nimmt, dass eine Menge Potential verschütt geht. Die Gesamt- (oder Gemeinschaftschule) ist mitnichten eine Einheitsschule. Gute Gesamtschulen verstehen es, Kinder dort abzuholen, wo sie sich befinden, sie begabungsgerechter zu fördern und zu fordern. Sie verhelfen nicht nur den Kindern mit Gymnasialempfehlung zum Abitur, sondern auch so manchem geringer eingestuften Kind. Ein Schüler, der (möglicherweise vorübergehende) Defizite in Sprachen hat, kann in Naturwissenschaften ein Überflieger sein. Dem dreigliedrigen Schulsystem ist das egal. Das Kind wird durch die Schablone gepresst und auch in Mathe und Physik auf unterstem Niveau unterrichtet. Klar, dass Eltern mit dem nötigen finanziellen oder Bildungshintergrund gerne möchten, dass ihre Kinder unter ihresgleichen bleiben, volkswirschaftlich ist das eine Verschwendung von Ressourcen und sozial ist es schlichtweg unfair. Ein Kind dessen Eltern nicht über die nötigen Mittel verfügt, Nachhilfe zu geben oder zu finanzieren (und Intelligenz wird mitnichten in dem Rahmen vererbt wie Sie es suggerieren) hat in diesem Land die gleichen Chancen zu haben, wie das wohlsituierter, mittelständischer Eltern. Etwas anderes kann sich dieses Land nicht leisten und gottseitdank gibt es Politiker, die dies mittlerweile erkennen und im Gegensatz zu Ihnen mittlerweile über den Einheitsschule-Tellerrand hinaussehen können.
so schaut`s aus:
http://www.socialnet.de/r...
... sprich 'ne grobe Zusammenfassung hättest Du ja schreiben können. Beiträge, die NUR aus Links bestehen, sind dem Folgen der Diskussion in einem Thread nicht sehr förderlich (und werden von mir daher fast immer ignoriert).
... sprich 'ne grobe Zusammenfassung hättest Du ja schreiben können. Beiträge, die NUR aus Links bestehen, sind dem Folgen der Diskussion in einem Thread nicht sehr förderlich (und werden von mir daher fast immer ignoriert).
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