Islamkonferenz Vielen Dank für das GesprächSeite 2/2
Dabei zwang die Konferenz die organisierten Muslime vor allem zu mehr Eindeutigkeit: Wie haltet ihr es mit den Rechten der Frau? Könnt ihr die Nabelschnur kappen, die euch finanziell wie organisatorisch mit euren Herkunftsländern verbindet? Welche Anpassungen wollt ihr euren Mitgliedern zumuten?
Die Erklärungen, zukunftsoffen »Zwischenresümee« genannt, die an diesem Donnerstag aller Voraussicht nach die meisten mittragen können, stimmen hoffnungsfroh. Darin geloben die Verbände nicht nur, die deutsche Verfassung zu achten. Sie wollen auch die Werte, auf denen das Grundgesetz beruht, in ihren Gemeinden aktiv vertreten. Zugleich verpflichten sie sich, ihre Mitglieder gegen jede Art von »Extremismus zu immunisieren«. Als ersten Schritt versprechen sie, keine islamistische Propaganda mehr in ihren Einrichtungen zu dulden. Daran wird man sie messen. Bei Konflikten in der Schule soll ein Leitfaden helfen. Recht konkret heißt es dort, dass das Kopftuch vor der Pubertät religiös nicht geboten sei. Manchem Grundschullehrer könnte dies die Arbeit erleichtern.
Ebenso lang wie die Liste der Selbstverpflichtungen ist jene der Ansprüche: Staat wie Muslime wollen Moscheen ohne Höhenbegrenzungen der Minarette, mehr Lehrer mit muslimischen Wurzeln und Türkischunterricht an den Schulen. Auch dies sind keine Selbstverständlichkeiten in Zeiten, in denen alle Bundesländer den muttersprachlichen Unterricht beschneiden und die Bundeskanzlerin findet, Moscheekuppeln sollten nicht »höher gebaut werden als Kirchtürme«.
Die Islamkonferenz reiht sich ein in das große Weltexperiment, die Religion des Korans mit der modernen Gesellschaft zu versöhnen. Vielleicht gelingt dies in Deutschland, wo Kirchen und Staat auf spezielle Weise miteinander verwoben sind, sogar besser als anderswo. Diese Liaison für den Islam fruchtbar zu machen scheitert bislang daran, dass auf muslimischer Seite der Ansprechpartner fehlt. Kurz nach Beginn der Islamkonferenz schlossen sich die vier größten Verbände zu einer Dachorganisation zusammen. Doch die Freude über den Coup währte kurz. Denn für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft bedarf es mehr als eines informellen Bündnisses. Bislang verfügt der Koordinationsrat nicht einmal über eine richtige Satzung.
Zudem sind es die Bundesländer, denen die Organisationen beweisen müssen, dass sie verfassungskonform sind und tatsächlich für viele Mitglieder sprechen. Die türkische Ditib baut nun Landesverbände auf. Es bedurfte der Überzeugungsarbeit in der Islamkonferenz im Bund, um diesen Schritt in den Ländern zu gehen. Hier stockt die Gleichstellung des Islams am stärksten. In keinem Land lernen muslimische Schüler bislang ihren Glauben in einem ordentlichen Religionsunterricht kennen. Der einzige ausgebildete Islamtheologe an einer deutschen Universität sitzt auf einer Stiftungsprofessur in Frankfurt – vom türkischen Staat finanziert.
Ohne die Türkei, wo fast zwei Drittel der Muslime in Deutschland herkommen, wird die Integration des Islams nur schwer gelingen. Auch das ist eine Erkenntnis der vergangenen zweieinhalb Jahre. Deshalb trafen sich Abgesandte der Islamkonferenz zweimal mit der obersten türkischen Religionsbehörde. Währenddessen bildet Ditib mithilfe des deutschen Staates Dialogbeauftragte für ihre Gemeinden aus.
»Wandel durch Annäherung« lautete eine Formel, die zur Entspannung zwischen Ost und West beitrug. Sie könnte auch für die große Entspannungsübung namens Islamkonferenz stehen. Dass sie in irgendeiner Weise – noch zielgerichteter, mit stärkerer Beteiligung der Länder – fortgesetzt werden sollte, darüber sind sich die meisten einig. Integrationsprobleme halten sich nicht an Legislaturperioden.
- Datum 25.06.2009 - 10:07 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
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Die Islamkonferenz scheint mir eine typisch deutsche Lösung zu sein. Lasst uns erst einmal in aller Ruhe über alles reden, dann schauen wir, wir wir Euch entgegen kommen können. Das ist das Kernproblem. Müssen wir Deutsche uns bei den hier lebenden Menschen islamischen Glaubens gewissermaßen "bewerben"? Unsere Meinungen zu Frauenrechten, einer säkularisierten Welt, dem Grundgesetz usw. erklären? Klares NEIN. Und doch passiert es. Nun ist es so, dass uns andere Menschen erklären, unter welchen Bedingungen sie sich integrieren lassen. Sicher, es gibt keine Regeln für das Deutschsein und Debatten um eine deutsche Leitkultur gehen immer in die Hose. Doch früher oder später müssen wir uns dieser essentiellen Frage stellen, sonst können wir ausländischen Mitbürgern oder Neuankömmlingen in unserem Land nie erklären, was wir uns von ihnen wünschen. Wenn wichtige Fragen nicht beantwortet werden, wächst auf der einen Seite die Unzufriedenheit und auf der anderen Seite bekommt die extreme Rechte Zuwachs. In anderen Ländern wäre eine solche Debatte undenkbar. Liegt es daran, dass wir nicht mehr für unsere Grundrechte einstehen? Ist es uncool, ein Deutscher/eine Deutsche zu sein? Ist der Deutsche generell unpolitisch? Ich weiß es nicht. Und genau das macht mich unruhig. Man kann eine Sache nur dann steuern, wenn man sie versteht. Auch eine "Multi-Kulti-Gesellschaft" muss ein gemeinsames Fundament haben, sonst gibt es keinen Kitt, der sie zusammenhält.
"Unsere Meinungen zu Frauenrechten, einer säkularisierten Welt..."
Was sind denn "unsere" Meinungen? Wen genau haben Sie im Blick, wenn Sie "uns" sagen?
das ist das Grundgesetz. wer wo wie sich kleidet, betet, feiert, Speisen zu sich nimmt ectr. bleibt , wie gesagt im Rahmen des Grundgesetzes, ihm/ihr überlassen
"Unsere Meinungen zu Frauenrechten, einer säkularisierten Welt..."
Was sind denn "unsere" Meinungen? Wen genau haben Sie im Blick, wenn Sie "uns" sagen?
das ist das Grundgesetz. wer wo wie sich kleidet, betet, feiert, Speisen zu sich nimmt ectr. bleibt , wie gesagt im Rahmen des Grundgesetzes, ihm/ihr überlassen
Nachdem ich zum Thema passend an Dienstag eine Podimsdiskussion in frankfurt mitverfolgen durfte, unter anderem mit dem hessischen Staatssekretär und dem Professor der im Text angesprochenen Stiftungsdozentur, kann ich dazu getrost oder vielleicht grotesk sagen, dass ein Ziel noch lange nicht in Reichweite ist...
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Gib einem Menschen alles, was er sich wünscht, und im gleichen Moment wird
alles nicht alles sein.
(IMMANUEL KANT)
In keinem Land lernen die Muslime ihre Religion. Dafür die Christen immer weniger und die Religion wird zur bloßen Ehtikfrage. Was würden die Imame und die "Offiziellen" wohl davon halten, wenn man den Koran lediglich unter ethischen Gesichtspunkten betrachten würde?
Nun gut, die Deutschen wollen es nicht anders und sollten sich nicht darüber beklagen, dass andere ihre Religion ernster nehmen als sie selber.
Die Bekenntnisse zur Verfassung, Dialogbeauftragte - die Worte hört man wohl, kann man ihnen glauben? Ohne die Türkei geht ja angeblich nichts und da sind die einzelnen Verbände durchaus zerstritten. Wieso sollte man davon ausgehen, dass sie den Streit nicht in Deutschland fortführen?
Es könnte also durchaus notwendig sein, dass man sich genau aussuchen muss, mit wem man einen Dialog führt und aufpassen, dass man nur ja keinen übergeht. Das heißt, Integrationsarbeit bedeutet auch ein großes Stück Arbeit im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit verschiedenen Strömungen. Vielleicht ähnlich der notwendigen Berücksichtigung von Einflüssen diverser Stämme, wie z. B. in Afghanistan?
Man muss doch nicht erst die deutsche Kultur auf Fussball und Sonntag (vielleicht den Mitbürgern, die Arbeit haben auch ganz recht) reduzieren und ins Lächerliche ziehen, um diese Probleme anzusprechen. Oder geht es nach dem Motto, machen wir uns mal klein, dann passiert auch nichts?.
Insofern bleibt der Artikel ohne klare Stellungnahme im Hinblick auf Macht und Einfluss, wie üblich bei diesem Komplex. Er spekuliert letztendlich auf die gute Gesinnung aller Beteiligten und das führt bei mir zu einem gewissen Unwohlsein.
sich auf so etwas wie eine "Islamkonferenz" einzulassen. Wieso gibt es eine Islamkonferenz und nicht eine Buddhismus-, Hinduismus oder eine Jüdische Konferenz? Und wieso sind diese Leute, mit denen hier ein Dialog geführt werden soll, Muslime und nicht Türken, Iraner, Iraker, Afghanen, Syrer oder wie die muslimischen Herkunftsländer alle heißen, so als hätten wir in Deutschland schon eine Theokratie, wo nicht die nationale Herkunft, sondern das Religionsbekenntnis zählt?
Der allergrößte Fehler, der 1. Kommentar hat es bereits erwähnt, war der Eindruck, mit den muslimischen Migranten auf Augenhöhe zu verhandeln, so als ob es vom Verhandlungsgeschick abhängig wäre, wieviel Grundgesetz und wieviel Demokratie für die Migranten bindend wäre. Dabei steht über all der Debatte der unverrückbare und nicht verhandelbare Grundsatz, daß jeder, der hier Teil der Gemeinschaft werden will, sich in Verhalten und Einstellung nach den westlichen, demokratischen Grundsätzen zu richten hat, wie sie im Grundgesetz beschrieben sind. Das wird nicht debattiert, sondern kategorisch eingefordert.
Auch m.E. war es tatsächlich eine Riesendummheit, sich auf diese Konferenz einzulassen.
Wo liegt eigentlich das Problem? Die BRD hat ihr Rechtssystem und that's it. Was gibt es da zu diskutieren? NIX.
Wenn jemand eine Änderung möchte, kann er diesen Wunsch mit Hilfe des Wahlzettels versuchen umzusetzen oder vielleicht eine Revolution anzetteln.
Aber diese Sonderbehandlung einer Ideologie stinkt zum Himmel!
(Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)
Auch m.E. war es tatsächlich eine Riesendummheit, sich auf diese Konferenz einzulassen.
Wo liegt eigentlich das Problem? Die BRD hat ihr Rechtssystem und that's it. Was gibt es da zu diskutieren? NIX.
Wenn jemand eine Änderung möchte, kann er diesen Wunsch mit Hilfe des Wahlzettels versuchen umzusetzen oder vielleicht eine Revolution anzetteln.
Aber diese Sonderbehandlung einer Ideologie stinkt zum Himmel!
(Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)
für Minarette ? Ich hoffe es finden sich genügend Mitstreiter für eine Bürgerinitiative dagegen, denn sonst wird es nicht mehr lange dauern, bis der Muezzin von oben runterjodelt. Wenn ich ein Haus quer statt längs in eine Häuserzeile bauen will, verbietet man mir das mit der Begründung auf ein einheitliches Stadtbild.
alles Nebelkerzen .Bis die deutsche Gesellschaft sich weg kompromitiert
werden Moslems sich nicht zufrieden geben. Diese ganze Entwicklung ist bedauerlich .
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Stereotypisierungen. Die Redaktion/jk)
Wir leben in einer Zeit, in der sich 50 % der "Unterschicht" nicht mehr täglich die Zähne reinigt. Die Begründung ist Faulheit.
In der "Deutschen Leitkultur" gehört aber die Körperpflege ganz klar dazu. Wie also kann man handeln in der heutigen Gesellschaft? Richtig, man muss das Zahnreinigungsgesetz einführen für die obigen Faulpelze. Dann muss man Kontrollen und Bussen einführen. Das alles kostet sehr viel Geld, welches dann für unsere Lebensqualität fehlt.
Im Mittelalter gab es geschlossene Stadtteile für Arme und Reiche. Nur wer die "Leitkultur" der jeweiligen Gegen aktzeptierte und sich dazu verpflichtete durfte z.B. in das Schneider-Quartier oder in das Fleischer-Quartier ziehen.
Genauso - meine Damen und Herren - wird es wieder kommen. Wir können nicht für jede Normalität ein Gesetz einführen, also ziehen wir uns in unsere Quartiere zurück und schliessen die Tore. Wer sich mit Frau != Mann und Schöpfung versus Evolution befassen will, soll dies tun, aber nicht auf meine Kosten und nicht im Umfeld meiner Familie, Freunde und nicht in meinem Lebensraum.
"She was living in an uptown world..."
Wurden eigentlich bei dieser sogenannten Islamkonferenz auch Lösungsansätze für Probleme erarbeitet, die in Hinsicht auf das tägliche Zusammenleben nicht nur der muslimischen Bevölkerung auf den Nägeln brennen?
Auch wenn man es anderslautend gebetsmühlenhaft wiederholt und an den Mann zu bringen versucht, ein Großteil der Moslems ist in unserer westlichen Gesellschaft niemals angekommen und wird somit folglich auch kein Teil von ihr sein. Was uns in volkspädagogischer Manier als multikulturelle Bereicherung untergejubelt wird ist in Wahrheit das Nichteingestehen des gescheiterten Versuchs, eine muslimische Bevölkerung mit größtenteils archaisch religiösen Wertvorstellungen in eine freiheitliche, säkulare und demokratische Gesellschaft zu integrieren.
Diese Tatsachen lassen sich auch nicht mit einer Islamkonferenz wegleugnen, in der u.a. die Betonköpfe eines politischen Islams hofiert werden. Oder gab es bisher von den Herren Arslan (DITIB), Köhler (ZMD), Yilmaz (VIKZ) oder Kizilkaya (Islamrat) jemals eine deutliche Distanzierung von islamistischen Zielen und (Wert-)Vorstellungen? Wo bleiben die Verurteilungen von sogenannten „Ehrenmorden“ und antischwulen türkisch-arabischen Schlägern in unseren Städten, um nur zwei Bespiele zu nennen? Unter diesen Voraussetzungen gab und gibt es nichts zu integrieren. Wir sollten uns von dieser irrealen Wunschvorstellung endlich verabschieden und uns nicht durch eine kleine muslimische Minderheit, der eine tatsächliche Integration gelungen ist blenden lassen.
Ein muslimischer Arbeitskollege brachte heute morgen die Absurdität des schäubleschen Zirkus auf den Punkt. Er stellte fest, daß der dort geprobte Einbahnstraßedialog mit dem politischen Islam der aufklärerischen Idee einer säkularen Gesellschaft absolut zuwider läuft und damit ihre eigene Kapitulation vor einer immer stärker wachsenden muslimischen Parallelgesellschaft signalisiert.
Bei genauerem Hinsehen hat sich Schäubles vermeintlich gesellschaftsrelevante Institution namens Islamkonferenz längst selbst überflüssig gemacht.
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