DIE ZEIT: Viele Organisationen engagieren sich für Bildung in Afrika. Was ist bei Ihnen anders?

Henrik Maihack: Meist steht die Grundschule im Vordergrund. Wir wollen aber jungen Mosambikanerinnen ermöglichen, Abitur zu machen. Nur mit Bildung können sie ihre Lage und die ihres Landes hinterfragen und verbessern.

ZEIT: Kommen Lesen und Schreiben nicht zuerst?

Maihack: Das stimmt, aber was passiert danach? Sekundarschulen kosten im Gegensatz zur Grundschule etwas, und die Schülerinnen brauchen Unterkünfte, Schuluniformen, Bücher. Das kann sich in Mosambik fast niemand leisten. Kinder gelten als Kostenfaktor, wenn sie weiter zur Schule gehen und nicht mehr in der häuslichen Landwirtschaft mitarbeiten. Das wollen wir ändern.

ZEIT: Warum gerade Mosambik?

Maihack: Viele Probleme Afrikas treten hier gebündelt auf. Armut, Hunger, schlechte Bildungschancen. Und eine Gesellschaft, die Frauen benachteiligt: Nur jede zwanzigste hat eine weiterführende Schule abgeschlossen.

ZEIT: Wie wählen Sie die Stipendiatinnen aus?