Deutschlandkarte Geld für Kultur
Wo wird in Deutschland am meisten Geld für Kultur ausgegeben? In unserer Karte können Sie nachschauen!
Wenn eine Stadt hohe Kosten für Kultur hat, also für Theater, Museen, Opern oder Bibliotheken, dann bedeutet das noch lange nicht, dass dort der politische Wille, viel für die Kultur zu tun, besonders ausgeprägt ist. Die meisten Städte tragen (siehe Karte), was die Kultur anbelangt, historische Lasten: Sie haben entweder eine Oper, die sie finanzieren müssen – oder sie haben sie nicht.
Nur manchmal ist an der Höhe der Säule auch ein Wille abzulesen: Frankfurt am Main wollte in den siebziger und achtziger Jahren mit den großen Kulturzentren der Welt, mit London oder Paris, konkurrieren. Die Stadt wollte nicht mehr nur Finanzmetropole sein, sondern auch Kulturstadt. In NRW sind die Ausgaben vieler Städte ähnlich hoch. Man denkt dort: Was die Nachbarn haben, das wollen wir auch. Ganz niedrige Ausgaben haben jene Städte, in denen es weniger Theater und Opern gibt und stattdessen mehr Volkshochschulen oder Bibliotheken. Diese kosten viel weniger – und verbreiten immerhin auch Kultur.
Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Kulturfinanzbericht 2008
- Datum 08.09.2009 - 13:58 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
- Kommentare 3
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"Die meisten Städte tragen, was die Kultur anbelangt, historische Lasten: Sie haben entweder eine Oper, die sie finanzieren müssen – oder sie haben sie nicht." - Ich denke, eine Oper ist doch keineswegs in erster Linie eine "Last" für eine Stadt!
Eine Oper ist in erster Linie ein prestigeträchtige aber sehr lästige Monstersau, die konsequent die Mittel für Off-Kultur blokiert.
Eine Opernkarte wird ja vom Staat mit aberwitzigen Beträgen subventioniert: 200€ pro Karte kommen da schonmal bei rum.
Sicher... Alle Kultur ist defizitär (die Kostenkrankheit), aber gemessen an der Bevölkerungsmenge, die eine Oper erreicht, sind die Ausgaben doch arg.
Von der begrenzten "Schicht" die eine Oper anspricht ganz zu schweigen.
Dieses zweite Problem - die Oper ist elitär und exklusiv - lässt sich mit allen "jungen Ensembles" nicht wettmachen. Weil hier eben die Kinder der klassischen Operngänger beglückt werden und nicht etwa Hauptschüler.
Ich bezweilfe übrigens nicht die Daseinsberechtigung der Kunstform Oper, sondern die Daseinberechtigung der Betriebsform Staatstheater
So zumindest sind meine Erfahrungen als Techniker in einem sehr großen (und teuren!!) Staatstheater.
Eine Oper ist in erster Linie ein prestigeträchtige aber sehr lästige Monstersau, die konsequent die Mittel für Off-Kultur blokiert.
Eine Opernkarte wird ja vom Staat mit aberwitzigen Beträgen subventioniert: 200€ pro Karte kommen da schonmal bei rum.
Sicher... Alle Kultur ist defizitär (die Kostenkrankheit), aber gemessen an der Bevölkerungsmenge, die eine Oper erreicht, sind die Ausgaben doch arg.
Von der begrenzten "Schicht" die eine Oper anspricht ganz zu schweigen.
Dieses zweite Problem - die Oper ist elitär und exklusiv - lässt sich mit allen "jungen Ensembles" nicht wettmachen. Weil hier eben die Kinder der klassischen Operngänger beglückt werden und nicht etwa Hauptschüler.
Ich bezweilfe übrigens nicht die Daseinsberechtigung der Kunstform Oper, sondern die Daseinberechtigung der Betriebsform Staatstheater
So zumindest sind meine Erfahrungen als Techniker in einem sehr großen (und teuren!!) Staatstheater.
Der Vergleich hinkt gewaltig. Insbesondere in Landeshauptstädten betreiben (oder besser lassen durch öffentlich rechtliche Einrichtungen betreiben und finanzieren nur) die Länder gerne Kultureinrichtungen wie Landesbibliotheken oder Staatstheater und besetzten somit bereits das Feld. Die so zur Verfügung gestellten Angebote braucht dann natürlich die Stadt nicht erneut finanzieren. Somit profiteren diese Städte doppelt: Sie brauchen es nicht selbst zu bezahlen, sondern bekommen es von allen Bürgern des Landes bezahlt. Die Einwohner der anderen Städte bezahlen doppelt, einmal für ihr eigenes Kulturangebot (in der Karte angezeigt) und dann (nicht angezeigt) für das des Landes (in der Hauptstadt).
Eine Oper ist in erster Linie ein prestigeträchtige aber sehr lästige Monstersau, die konsequent die Mittel für Off-Kultur blokiert.
Eine Opernkarte wird ja vom Staat mit aberwitzigen Beträgen subventioniert: 200€ pro Karte kommen da schonmal bei rum.
Sicher... Alle Kultur ist defizitär (die Kostenkrankheit), aber gemessen an der Bevölkerungsmenge, die eine Oper erreicht, sind die Ausgaben doch arg.
Von der begrenzten "Schicht" die eine Oper anspricht ganz zu schweigen.
Dieses zweite Problem - die Oper ist elitär und exklusiv - lässt sich mit allen "jungen Ensembles" nicht wettmachen. Weil hier eben die Kinder der klassischen Operngänger beglückt werden und nicht etwa Hauptschüler.
Ich bezweilfe übrigens nicht die Daseinsberechtigung der Kunstform Oper, sondern die Daseinberechtigung der Betriebsform Staatstheater
So zumindest sind meine Erfahrungen als Techniker in einem sehr großen (und teuren!!) Staatstheater.
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