Nanotechnologie Warten auf den Störfall

In vielen Produkten steckt bereits Nanotechnologie. Aber die Öffentlichkeit weiß wenig über die Risiken der winzigen Partikel. Wieso gibt es in Deutschland keine öffentliche Debatte? Eine Analyse

Friedrich Becker ist begehrt. Der Chemotechniker sitzt in einer der hinteren Stuhlreihen im großen Saal der Berliner Jerusalemkirche und kann sich vor Anfragen kaum retten. In dem Kreuzberger Tagungszentrum findet die Abschlusskonferenz des Forschungsprojekts NanoCare statt. An diesem Mittwochvormittag wollen Vertreter des Konsortiums mit Bürgern über Nanotechnologie sprechen. »NanoCare im Dialog« heißt die Veranstaltung, und es gibt nur einen Schönheitsfehler: Becker ist der einzige Bürger.

Harald Krug kennt das schon. Fast drei Jahre lang hat der Toxikologe das Projekt geleitet, in dem ein Verbund aus Forschungseinrichtungen und Industrie Nanopartikel auf ein mögliches Gesundheitsrisiko für den Menschen hin überprüfen sollte. Drei Bürgerdialoge fanden in dieser Zeit statt, und fast immer saßen die Veranstalter vor einem leeren Saal. »Nicht mal mit Gratisessen und -getränken konnten wir die Leute locken«, sagt Krug verzweifelt.

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Trotz des mangelnden Publikumsinteresses ist der Saal in der Jerusalemkirche voll geworden. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sind gut vertreten und weitgehend unter sich, dazu kommen vereinzelte Vertreter von Umweltverbänden und Versicherungskonzernen.

33 Milliarden Euro Umsatz hat Deutschland im Jahr 2007 mit der Nanotechnologie erwirtschaftet, mehr als 60.000 Arbeitsplätze hängen inzwischen davon ab. 290 Millionen Euro an Steuergeldern fließen jährlich in die Förderung der neuen Technologie.

Längst stehen in den Supermarktregalen die ersten Produkte, die Nanopartikel enthalten. Nano bedeutet sehr klein – der Durchmesser eines Menschenhaares ist fünfhundertmal größer – und es birgt neuartige Eigenschaften. Nanoteilchen sind in Fensterreinigern und Autolacken enthalten, in Lebensmitteln und Sonnencremes. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es bisher nicht. Dabei weiß die Wissenschaft noch nicht, was mit den winzigen Partikeln aus Aluminiumoxid oder Silber passiert, wenn sie in den Körper gelangen: Kohlenstoffnanoröhren etwa, die in superleichten Tennisschlägern stecken, können in ungebundener Form in das Lungengewebe von Ratten eindringen und dort Entzündungen und Gewebeveränderungen hervorrufen. Die krebserregende Wirkung des ebenfalls faserförmigen Minerals Asbest wurde erst nach Jahrzehnten entdeckt – bisher lässt sich nicht sicher ausschließen, dass manche Nanopartikel ähnlich verheerende Spätfolgen haben.

Was ist los mit den Deutschen? Eine Technik, deren Folgen für Mensch und Gesellschaft noch nicht ansatzweise abzusehen sind, erobert den Alltag. Das führte bisher stets zu einem öffentlichen Aufschrei. In Großbritannien vollzog sich ein gesellschaftlicher Diskurs zumindest im Ansatz, nachdem Prinz Charles 2003 medienwirksam (und ohne große Sachkenntnis) vor den unberechenbaren Gefahren der Nanopartikel gewarnt hatte. Wissenschaftler ärgerten sich über »Panikmache«, nahmen Stellung, und schon war der schönste Streit im Gange. Anders in Deutschland: Hier bleibt die öffentliche Diskussion bis heute aus.

Möglicherweise liegt das daran, dass die Bürger sich unter Nanotechnologie einfach nichts vorstellen können. Diesen Schluss legt zumindest eine Umfrage nahe, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im vergangenen Jahr veröffentlichte: Die Hälfte der Befragten konnte mit dem Begriff nichts anfangen. Verwunderlich ist das nicht – das Etikett »Nano« wird inflationär vergeben, auch dort, wo die Einordnung kaum Sinn ergibt. Was eine wasserabweisende Oberflächenbeschichtung mit der Keramikmembran in einer Brennstoffzelle und mit neuen Krebstherapien zu tun hat, kann der Normalverbraucher unmöglich verstehen.

Einen einheitlicher Entwicklungsstand gibt es ebenfalls nicht: Während an vielen Instituten noch Grundlagenforschung betrieben wird, sind in manchen Industriezweigen schon fertige Nanoprodukte auf dem Markt. »Nano ist nicht gleich Nano«, bringt es Thomas Rachel auf den Punkt, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung und Bildung. Die einzige Gemeinsamkeit der vielen Anwendungen besteht darin, dass Partikel in Nanometergröße verwendet werden, und dieses System leuchtet den Bürgern nicht ein. »Stellen Sie sich mal vor, jemand sagt zu Ihnen: Wir wollen mit Ihnen über alle Gegenstände reden, die kleiner sind als ein Meter«, sagt Monika Büning vom Bundesverband der Verbraucherverbände. »Da würden Sie doch auch nicht kommen.«

Ein Nano-Toter würde ausreichen, um das ganze Geschäft zu verderben

Dass eine neue Technik sich der Bevölkerung nicht sofort erschließt, ist allerdings nichts Ungewöhnliches. Im Fall der Grünen Gentechnik gelang es Verbraucherschutzorganisationen und Umweltverbänden trotzdem, die Ängste der Bürger zu wecken und eine breite Diskussion loszutreten. Die Industrie kann sich eigentlich darüber freuen, dass eine ähnlich emotionale Debatte zur Nanotechnologie bisher ausgeblieben ist. Andererseits lebt sie, ebenso wie Politik und Wissenschaft, in ständiger Sorge, dass ein Störfall die Stimmung in der Bevölkerung kippen lassen könnte. So unwahrscheinlich dieses Szenario ist – der erste »Nano-Tote« in den Boulevardblättern würde ausreichen, um mit der Nanotechnologie einen wichtigen deutschen Forschungs- und Industriezweig in die Kritik zu bringen – mit der Gefahr, das Geschäft zusammenbrechen zu lassen.

Die Verwirrung über den Begriff macht die Gefahr noch größer: Einen Zwischenfall in der Lebensmittelindustrie könnte die Bevölkerung im Moment kaum von den Anwendungen in der Medizin unterscheiden, obwohl in beiden Bereichen völlig verschiedene Partikel zum Einsatz kommen. Ähnlich wie bei der Grünen Gentechnik könnte ein Stimmungsumschwung deshalb dazu führen, dass die gesamte Nanotechnik bei den Bürgern in Verruf gerät.

Das wollen alle Beteiligten unbedingt vermeiden. »Deshalb gibt es Institutionen wie die Nano-Kommission, die wie ein Radar funktionieren«, erklärt Alfred Nordmann, Wissenschaftsphilosoph im Nanobüro der Technischen Universität Darmstadt. »Sie sind ein sensibles Messinstrument für Schwankungen in der öffentlichen Meinung.« Um mögliche Risiken der Nanotechnologie frühzeitig zu erkennen, finanzierten Industrie und Staat von Anfang an gemeinsame Begleitforschungsprojekte wie NanoCare. Das Ergebnis dieses Schulterschlusses ist auf der Abschlusskonferenz in Berlin zu begutachten: Es herrscht Kuschelstimmung. Harald Krug, bis vor Kurzem noch Toxikologe am Helmholtz-Forschungszentrum Karlsruhe, dankt den »Partnern aus der Industrie« für die gute Zusammenarbeit. Die allgemeine Zufriedenheit ist so groß, dass sogar die Protestprofis ganz zahm werden: Da steht ein Vertreter des Freiburger Öko-Instituts auf dem Podium friedlich neben BASF- und Degussa-Leuten, und einer nach dem anderen lobt artig das gerade abgeschlossene Projekt. Selbst die Naturschutzorganisation BUND ist mit von der Partie, kein Gedanke daran, die Bevölkerung gegen die Nanotechnologie zu mobilisieren. »Das alles bringt uns die schöne neue Nanowelt«, schreibt der Umweltverband in einer gerade erschienenen Broschüre zum Thema.

Offensichtlich sind also alle zufrieden: die Industrie, die Politik, die Wissenschaft und sogar die Umweltschützer. Weil alle von Anfang an gute Absichten hatten, kann keiner dem anderen bösen Willen vorwerfen. Die Diskussion in den Expertengremien läuft so glatt, dass man auf eine ketzerische Idee kommen könnte: Braucht es die Stimme der Bevölkerung in diesem Prozess vielleicht gar nicht mehr?

Nano in der Medizin ja, im Essen bitte nicht!

Das jedoch wäre ein gefährlicher Trugschluss. Willenlos sind die Bürger nämlich keineswegs, sofern sie über die Nanotechnologie in den Grundzügen Bescheid wissen. Ablesen lässt sich das unter anderem an der BfR-Umfrage: Darin äußerten sich die Teilnehmer zu manchen Anwendungen positiv, zu anderen aber äußerst distanziert. Besonders ablehnend stehen die deutschen Bürger Nanopartikeln in ihrem Essen gegenüber. »Wer den Verbraucher von Hightech-Food überzeugen will, muss ihm erst einmal eine Qualitätsverbesserung nachweisen«, sagt Wolf-Michael Catenhusen, der langjährige Vorsitzende der Nano-Kommission.

Wo ein konkreter Nutzen erkennbar ist, etwa bei kratzfesten Oberflächen oder in der Medizin, bewerteten die Befragten die Nanotechnologie dagegen positiv. Eine unübersehbare Parallele zur Gentechnik: Während offensichtlich nützliche Produkte wie gentechnisch hergestellte Medikamente ohne Murren akzeptiert werden, hat die Industrie es offenbar nicht geschafft, die Bevölkerung vom Nutzen genmodifizierter Lebensmittel zu überzeugen – heftige bis hysterische Ablehnung ist die Folge.

Wichtig wäre also eine öffentliche Diskussion darüber, welche Anwendungen der Nanotechnologie die Gesellschaft wirklich für nötig hält. »Ich bin mir zum Beispiel nicht sicher, ob wir unsere limitierten Silbervorräte unbedingt für nicht stinkende Socken verwenden müssen«, spottet Stefan Scholz vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle.

Vielleicht lässt sich das Bürgerinteresse sogar leichter wecken, als die Experten glauben. Davon zumindest ist Andreas Jungbluth überzeugt. Er betreut den »Nano-Truck«, einen großen Bus, in dem die Nanotechnologie für Schulklassen und interessierte Bürger verständlich dargestellt wird. »Die Leute stellen viele Fragen im Zusammenhang mit Alltagsprodukten«, erzählt Jungbluth. »Sie interessieren sich nicht für die Grundlagenforschung, sondern wollen wissen, was passiert, wenn sie die Nanopartikel in ihrem Fensterspray einatmen.«

Genau diese Fragen aber kann die Wissenschaft bisher nicht beantworten. Zu sehr hängen die Eigenschaften der Nanopartikel von ihrem jeweiligen Einsatzort ab. Eine Oberfläche mit fixierten Partikeln lässt sich nicht vergleichen mit einem losen Pulver, eine Flüssigkeit mit Kohlenstoffnanoröhren nicht mit einem trockenen Produkt. Im menschlichen Körpergewebe können die Nanoteilchen Wechselwirkungen mit körpereigenen Stoffen eingehen und sich dann völlig anders verhalten als zuvor. Das ist das vorläufige Ergebnis des NanoCare-Projektes: Die Wirkung der Nanopartikel unterscheidet sich von Fall zu Fall, und bisher existiert kein Modell, um die Eigenschaften der Teilchen abhängig von der Umgebung zuverlässig vorherzusagen.

Für die Produkte, die jetzt auf dem Markt sind, wird es deshalb allenfalls im Nachhinein eine Risikobewertung geben. Kein Wunder, dass sich das Interesse der Bevölkerung an der Begleitforschung bisher in Grenzen hält – für ihre Lebenswelt haben die Ergebnisse keine Konsequenzen. Friedrich Becker jedenfalls, der Vorzeigebürger, bilanziert am Ende der Veranstaltung: »Ich habe mehr Fragen als Antworten. Und ich weiß immer noch nicht, ob die Produkte sicher sind.« Wer ihn so reden hört, der muss vermuten, dass die Veranstalter beim nächsten Nano-Dialog wieder allein im Saal sitzen werden.

 
Leser-Kommentare
  1. der Artikel ist jetzt ja schon einige Stunden online und noch keine Kommentare.
    Liegt es etwa daran, dass einem die Lust, auf so ein wichtiges Thema einzusteigen durch den Frust, dass in den mächtigen Medien das Thema in kritischer Betrachtung eigentlich gar nicht vorkommt, abhanden kommt?

    Warum sollen wir 'einfachen Bürger' uns also des Themas annehmen, wo wir doch gerade wieder mal gelernt haben, dass wissenschaftliche Bedenken wie erfolgreich(st)e Petitionen keine Sau kratzen (das kann mensch so lesen, soll aber nun wirklich keine Beleidigung unserer VolksverTreter sein) und Medien allenfalls zetern und ihre Macht erst schulterzuckend einsetzen, wenn alles (augenzwinkernd doch in ihrem sinne) gelaufen ist?

    Themenbezogen und inhaltlich ein guter Artikel, bloß was soll die Frage nach der ausbleibenden öffentlichen Debatte?

    Wer pennt denn da wirklich?

    Da kann ich diesen Zeigefinger gar nicht leiden.
    Die ZEIT hat einen fatalen Hang, zu spät zu kommen, kann aber immer gekonnt aber unverbindlich moralisieren.

    Also ZEIT, auf zur öffentlichen Debatte. Mal wieder was wagen, sich mal wieder einsetzen und 'Krach schlagen'.
    Öffentliche Debatte von unten?
    Gegen das feingeistige Schweigen allenthalben?

    Ach, ich vergaß, hier glaubt man ja noch an die "Macht des mündigen Bürgers".

    ich aber nicht mehr an den weihnachtsmann.

  2. Im Artikel wird das Aufkommen der Nanotechnologie heute, mit dem Beginn der Gentechnik und der öffentlichen Reaktion darauf verglichen. Das ist insofern problematisch, als dass Gentechnik relativ einfach abgegrenzt werden kann (Werden Gene manipuliert, mit Fremdgenen gearbeitet ... => Gentechnik), was "Nanotechnologie" ist, bleibt dagegen eher schwammig.

    Eine Abgrenzung rein über die Grösse, also z.B. Partikel kleiner als 1 Mikrometer => Nanotechnologie ist wenig zielführend. Nach einer solchen Definition betriebe jeder Nanotchnologie, der seinen Dieselmotor startet und winzigkleine Rußpartikel ausstösst. Die Fetttröpfchen in homogenisierter Milch fallen ebenfalls in diese Grössenordnung.

    Vielleicht sollte man das übergestülpte Nano-Label einfach weglassen und davon reden, was man mit den Nanostrukturen macht, z.B. Chemie mit besonders grossen Molekülen oder Elektronik mit besonders kleinen Bauteilen.

  3. ... aber manchmal geht mir Die Zeit mit derartig blinder Panikmache wirklich auf den Sack.

    Das mangelnde Interesse der Bevölkerung an Nanotechnologie ist zu bedauern, das stimmt in jedem Fall. Wenn ich mir allerdings zum Vergleich die unbegründete Hysterie in Verbindung mit der grünen Gentechnik ansehe, bin ich fast froh darüber.
    Schon wahr, die grüne Gentechnik hat ihre negativen Seiten, allerdings hat der öffentliche Diskurs zu einer fundierten Kritik nicht beigetragen. Wozu die breite Diskussion des Themas geführt hat, ist eine unbegründete Angst vor genetisch veränderten Nahrungmittlen aufgrund der populären "unvorhersehbaren Konsequenzen", die diese Nahrungsmittel vielleicht haben könnten.

    Nun kommt wieder die selbe Rhetorik ins Spiel. "Warten auf den Störfall" spielt schon gleich mal auf eine nahende Atonkatastrophe an und wieder haben wir es mit den "unvorhersehbaren Konsequenzen" von Nanomaterialien auf den Menschen zu tun.
    Wie allerdings im Artikel selbst zugegeben wird versteht man unter Nanotechnologie eine weite Reihe von Anwendungen und Materialien, mit der Gemeinsamkeit, dass es sich um entsprechend kleine Partikel handelt, die in den Anwendungen eingesetzt werden. Eine Entscheidung über das Risiko der einzelnen Inhaltsstoffe von Produkten muss also sowieso von Fall zu Fall getroffen werden, weil eine nanotechnologisch verbesserte Oberfläche nicht viel mit Sonnencreme zu tun hat.

    Worüber will man dann eigentlich einen breiten öffentlichen Diskurs? Über Nanotechnologie im Großen zu diskutiern ist sinnlos, weil sich die einzelnen Fälle so sehr voneinander unterscheiden. Breite Diskussion über Spezialfälle erweist sich als unproduktiv, weil auf allen Seiten das nötige Fachwissen fehlt und keine erhellende Diskussion zu erwarten ist.

    Das Beispiel Asbest zum unqualifizierten Vergleich heran zu ziehen, ist allerdings doch etwas unfair. Als Asbest eingeführt wurde, waren bezüglich der Gesundheitsschädlichkeit von Werkstoffen doch um einiges lockerer ("Wenn sie nicht alle gleich sterben, ist es nicht gifitg"). Asbest oder Rauchen bieten allerdings ein gutes Beispiel dafür wie aggressives Lobbying die Gefahren einer Substanz verschleiern kann. Im Artikel wird allerdings nur Asbest erwähnt und damit Panik gemacht. Dass eine enge Verbandelung von Stellen, die das Risiko eines Werkstoffes abschätzen und den Herstellern zu Problen führen kann, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Aber dieses Problem ist ja nicht auf die Nanotechnologie beschränkt, sondern wiegt im konventionellen Bereich deutlich schwerer.

    Wichtiger als ein öffentlicher Diskurs wären wirklich unabhängige Kontrollstellen, die sich mit den Langzeitfolgen verschiedenster Werkstoffe beschäftigen. Ob nanotechnologisch oder nicht, ist letztendlich egal.

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    ...und was ist mit denen die weder GEN noch NANO wollen dies aber, wegen fehlender Ausbildung nicht genügend "wissenschaftlich" untermauern können?

    Warum muss man diese "dummen ungläubigen" den von ihrem Glück überzeugen? Was winkt den Zweiflern denn persönlich? Bessere Lebensverhältnisse, bessere Lebensmittel oder sogar Anteile an den oft mit staatlichen Geldern geförderten Grundlagenforschung und nun marktfähigen Produkten?

    Warum blos ist es nötig die Debatte GEN mit massiver Propaganda und so manchen sehr zweifelhaften politischen Tricksereien unter das Volk zu bringen?

    Warum ist es nötig, das die dank der leicht unkontrolliert verlaufenden GEN Debatte die Industrie es bei NANO besser machen wollte und ziemlich erfolgreich erst keinen Debatte aufkommen liess?

    Ich will weder GEN Mutationen die mir per Dekret untergejubelt werden (so einfach da ja die Produktedeklaration höchst unverständlich ist, falls überhaupt vorhanden) noch will ich NANO Partikel in meinem Körper vorfinden die von den natürlichen Säuberungsmechanismen nicht mehr kontrolliert werden können.

    Nach meiner letzten Information scheinen mir da ca. 70% der Europäer zuzustimmen und dies bereits seit mehreren Jahren. es scheint da offensichtlich kein Vorteil für die Bürger/Konsumenten/Mitmenschen zu erkennen sein...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    ...und was ist mit denen die weder GEN noch NANO wollen dies aber, wegen fehlender Ausbildung nicht genügend "wissenschaftlich" untermauern können?

    Warum muss man diese "dummen ungläubigen" den von ihrem Glück überzeugen? Was winkt den Zweiflern denn persönlich? Bessere Lebensverhältnisse, bessere Lebensmittel oder sogar Anteile an den oft mit staatlichen Geldern geförderten Grundlagenforschung und nun marktfähigen Produkten?

    Warum blos ist es nötig die Debatte GEN mit massiver Propaganda und so manchen sehr zweifelhaften politischen Tricksereien unter das Volk zu bringen?

    Warum ist es nötig, das die dank der leicht unkontrolliert verlaufenden GEN Debatte die Industrie es bei NANO besser machen wollte und ziemlich erfolgreich erst keinen Debatte aufkommen liess?

    Ich will weder GEN Mutationen die mir per Dekret untergejubelt werden (so einfach da ja die Produktedeklaration höchst unverständlich ist, falls überhaupt vorhanden) noch will ich NANO Partikel in meinem Körper vorfinden die von den natürlichen Säuberungsmechanismen nicht mehr kontrolliert werden können.

    Nach meiner letzten Information scheinen mir da ca. 70% der Europäer zuzustimmen und dies bereits seit mehreren Jahren. es scheint da offensichtlich kein Vorteil für die Bürger/Konsumenten/Mitmenschen zu erkennen sein...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  4. Na der Artikel gibt doch schon selbst die Antwort auf die gestellte Frage.

    Industrie und Staat ziehen an einem Strang - und finanzieren sich fleissig die Projekte.

    Was braucht es da noch den Bürger? Der stört nur - und kann schlussendlich eh nichts bewegen. Den hätte man hier nur gerne - wie so häufig - als Claquer.

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    Die Beweisführung zu Schäden und Erkrankungen durch NP wird einer äußerst umfassenden Anamnese bedürfen. Es ist auch schwierig etwas Ursächliches zu finden, wenn man nicht weiß was man suchen soll. Insofern ist immer besser im voraus in Erfahrung zu bringen, welche Auswirkungen eine 'innovative' Stofflichkeit/Oberfläche haben könnte - durch Zersetzung, Abrieb, Einatmen, ... .
    Jeder aufklärende Beitrag zum Thema ist hilfreich um sich der Problematik bewußt zu werden - bitte mehr davon.

    Ich wünsche frohes Schaffen
    Michel Katzentisch

    Die Beweisführung zu Schäden und Erkrankungen durch NP wird einer äußerst umfassenden Anamnese bedürfen. Es ist auch schwierig etwas Ursächliches zu finden, wenn man nicht weiß was man suchen soll. Insofern ist immer besser im voraus in Erfahrung zu bringen, welche Auswirkungen eine 'innovative' Stofflichkeit/Oberfläche haben könnte - durch Zersetzung, Abrieb, Einatmen, ... .
    Jeder aufklärende Beitrag zum Thema ist hilfreich um sich der Problematik bewußt zu werden - bitte mehr davon.

    Ich wünsche frohes Schaffen
    Michel Katzentisch

  5. ... ein wenig Pseudowissenschaft auseinander zu nehmen.

    Also, los geht's!

    Erster Link zu "Dr." Hildegarde Staninger. Die liebe Frau hat ihren Dr. in "Integrative Medicine", was ungefähr so viel heißt wie ein Dr. in Vodoo Magie. Darunter kann man verstehen was man will. Sie ist jedenfalls keine Wissenschaftlerin. Wissenschaftler veröffentlichen ihre Artikel nämlich in "peer reviewed journals", also von anderen Wissenschaftlern kontrollgelesenen Journalen. Fräulein Staninger scheint (zumindest nach einer Suche in Google und dem Link auf ihrer Seite folgend) keine solchen Artikel veröffentlicht zu haben.
    Das muss nicht heißen, dass ihre Hypothesen falsch sind. Es ist lediglich ein schlechtes Zeichen.
    Also zu ihrem Report. Es wird an keiner Stelle erklärt, wie genau die Nanomaterialien mit den Morgellons in Zusammenhang stehen. Als Quellen führt sie, sobald es um die Fasern geht, vorwiegend ihre eigenen Artikel an. Ebenfalls ein eher schlechtes Zeichen.
    Und diese Artikel? Die sind veröffentlicht auf dieser Seite.
    http://www.rense.com/
    Was wiederum ein schlechtes Zeichen ist, daber nicht heißt, dass die Artikel selbst falsch sind.
    Daher jetzt die Frage was steht drin?
    Es handelt sich um die Beschreibung von verschiedenen Fasern aus verschiedenen Stoffen, die angeblich aus Morgellosis-Patienten und von anderen Orten kommen.
    Der Punkt: Das kann natürlich wahr sein. Wenn mir jemand mit einem zwielichtigen Dr. Titel, der nichts als Wissenschaftler veröffentlicht hat, abenteuerliche Geschichten über eine Krankheit erzählt, die es villeicht nicht gibt, und seine Erzählungen dann mit der spektrometrischen Analyse irgendwelcher Fasern, die mit dieser Krankheit in einem nicht näher geklärten Zusammenhang zu stehen scheinen, untermauert, dann kann das was diese Person sagt natürlich wahr sein.
    Allerdings muss man dann leider alles glauben, was man im Internet so liest.

    Nächster!
    Herr Carnicom lässt sich zum Glück recht schnell abhandeln. Zu diesem Zweck ein Absatz aus der "übersetzten" Version:

    "Ich erkläre nochmals eindeutig, dass die pathogenen Formen, die in Untersuchung sind, sich wiederholt in der allgemeinen Bevölkerung zeigen, unabhängig davon, ob bestimmte "Haut-anomalien" vorhanden sind oder nicht. Die pathogenen Formen wurden allerdings erstmals als Untersuchungsresultat dieser selben Hautanomalien entdeckt. Dass man nur bestimmte Personen absondert, die den "Morgellons"-Zustand haben, ist komplett und total falsch; die allgemeine Bevölkerung ist betroffen, ob sie davon wissen will oder nicht. Die gefundenen Pathogene wurden nun wiederholt über alle Hauptsysteme und -funktionen hinweg entdeckt, einschließlich Haut, Blut, Haar, Speichel, Zahnfleisch, Ohr und Urinproben."

    Was uns der Herr damit sagen will, ist Folgendes: Sein "Pathogen" hat er zum ersten Mal aus einer Hautanomalie isoliert. Dann hat er bemerkt, dass nicht nur Personen mit der Anomalie dieses "Pathogen" tragen. Schließlich hat er bemerkt, dass das "Pathogen" nicht nur in der Haut, sondern auch in Blut, Haar, Speichel, Zahnfleich, Ohr, und Urinproben zu finden ist. Bei Menschen mit Symptomen und bei "gesunden" Menschen.
    Seine Schlussfolgerung: Wir haben offensichtlich in der "allgemeinen Bevölkerung" ein schwerwiegendes Problem.
    Ich hoffe man erkennt das Problem dieser Argumentation auch ohne den expliziten Hinweis auf die Koch'schen Postulate. Ja, auch sie gelten nicht immer uneingeschränkt, allerdings scheitert der Herr hier schon grandios an Nr. 1 .

    Zum Abschluss noch einige Bilder von der deutssprachigen Website:
    Aber bitte nicht vergessen, dass das, das und das keine normalen Wolken sind. Die Idylle trügt, denn hier da und dort sieht man ganz deutlich, dass es sich um gefährliche Chemtrails handelt.
    Oder, wie es die Bilderseite so schön sagt: "Diese Fotos sprechen für sich"
    Aber immerhin: auf einigen Fotos sieht man Kondensstreifen.

    So, jetzt geht's mir wieder besser.

    Antwort auf
  6. Ja, ich kann mich erinnern. Hat mich wirklich ein wenig verwirrt damals. Aber ich wusste einfach nicht was ich sagen soll.
    Kommt ein Junge am Potsdamer Platz auf einen zugelaufen und ruft "Feuer Feuer, die Scheune brennt..."
    Mal ehrlich, was sagt man da?

    Antwort auf
  7. Wir sind schon immer von einer Unzahl an Nanopartikeln umgeben die ganz "natürlich" entstehen. Mehr noch, die ganzen Ideen zu "Nano"-Technologien gehen ja sogar auf Vorbilder aus der Natur zurück.
    Es ist Küchentisch-Wissenschaft immer diese Trennung zwischen "natürlich" und "künstlich" vorzunehmen. Ob im Labor aus Natrium und Chlor hergestellt oder aus Meerwasser verdunstet, Salz ist halt NaCl. Das Universum und auch unsere Körper basieren auf der selben Chemie die wir in Labors und Fabriken zu unseren Zwecken nutzen.
    Das geht auf das 19. Jahrhundert zurück als man so manches noch nicht verstand und auch von Dingen wie Zellen keine Ahnung hatte und dann eine strikte Trennung in den Naturwissenschaften zwischen "Biologie" und "Chemie" vornahm. Schüchterne Versuche diesen Fehler zu beheben, genannt "Biochemie", ändern daran im Bewusstsein der Bevölkerung leider nichts. Und naja, früher hat man an Hexerei geglaubt, heute an Homöopathie, Astrologie .. oder eben "die Gefahr die aus dem Nano kam".
    Besonders kann man den Aberglauben stimulieren wenn man von irgendwelchen Inhaltsangaben von Produkten aus dem Supermarkt die Fachbegriffe vorliest die dann alle unbekannt, also "natürlich" unheimlich, klingen - wenn man eine Liste vorliest von den Substanzen die Teil unseres Körpers sind ohne den Leuten vorher zu sagen dass es sich um die Termini für die Substanzen in ihrem eigenen Körper handelt und z.B. im ATP-Haushalt als Enzyme fungieren würde man wahrscheinlich die selben skeptischen Blicke ernten.
    Ich will mich über keine besorgten Menschen lustig machen, aber ich habe eben kein Verständnis für Panikmache. Und als solches betrachte ich nun einmal diesen Artikel den ich hier kommentiere.

    • gquell
    • 28.06.2009 um 8:48 Uhr

    Hier wird über eine Nanopartikel-Technologie nicht aber über Nanotechnologie geredet. Wer Eric Drexler gelesen hat, der weiß, daß es um Maschinen im Nanomaßstab geht, die aus einzelnen Atomen gebaut werden. Drexler hat deshalb auch den Begriff Molekulare Nanotechnologie geprägt.

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