Arcandor-Tochter Geld für Quelle
Dem Versandhändler geht es offenbar besser als angenommen. Das könnte der Politik einen Grund liefern, mit Krediten zu helfen

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Der neue Quelle-Katalog geht nun doch in Druck - dank der Hilfe des Staates
Es gibt auch gute Nachrichten über den Versandhändler Quelle. Er verbrenne kein Geld mehr, sagt Marc Oliver Sommer. Er sitzt im Vorstand des insolventen Handelskonzerns Arcandor und verantwortet den gesamten Versandhandel im Konzern. Seit Längerem firmiert diese Sparte unter dem Namen Primondo, dessen größte Tochtergesellschaft wiederum Quelle ist. »Wir sind dort seit Oktober 2008 Cashflow positiv«, sagt Sommer. Lediglich Abschreibungen auf alte Forderungen hätten das Ergebnis zuletzt ins Minus gedrückt. Die seien aber nicht entscheidend fürs tägliche Geschäft.
Quelle hat jedoch ein Problem: Weil seine Kunden die Ware erst einige Zeit nach der Lieferung bezahlen, hat der Versandhändler traditionell eine Bank zwischengeschaltet, die ihm die kommenden Einnahmen vorschießt. Im Normalfall zahlen die Kunden nach bis zu vier Wochen, bei Ratenkäufen dauert es länger. Die Bank verlangt nun eine zusätzliche Sicherheit, um weiter mit Quelle im Geschäft zu bleiben. Dafür wirbt der Insolvenzverwalter bei Walther Otremba, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und beim dortigen Bürgschaftsausschuss. Finanzminister Peer Steinbrück teilte jedoch am Mittwoch mit, das Gremium lehne eine Bürgschaft ab. Stattdessen will der Freistaat Bayern offenbar mit einem Massekredit in Höhe von 21 Millionen Euro einspringen. Weitere Millionen sollen vom Bund und dem Land Sachsen kommen, genehmigt ist noch nichts.
Doch warum sollte der Staat Quelle beispringen, wenn er doch Kredite und Bürgschaften für den Mutterkonzern Arcandor abgelehnt hat? Neben den wirtschaftlichen Aussichten von Quelle gibt es auf einmal wieder politische Argumente für die Hilfe: Wenn eine Insolvenz ihren Schrecken verlieren soll – und eben dafür warben zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg – dann kann man eine Gesellschaft wie Quelle mit vielen Tausend Mitarbeitern wohl kaum zwei Wochen nach der Insolvenz einfach abwickeln. Zumal es eine ökonomische Perspektive gibt.
Quelle kann in der Insolvenz viele Millionen sparen, indem es unnütze, aber noch lange laufende Mietverträge vorzeitig kündigt und den einzig wirklich maroden Teil des Unternehmens, die Technik-Center, schnell verkleinert. Gleichzeitig sinken die Marketingkosten, weil »wir schon eine Million Neukunden im Jahr im Internet gewinnen«, sagt Sommer. »Das ist weitaus preiswerter als das Katalog-Marketing.« Klappt es mit der Bürgschaft, kommt Quelle auch an 40 Millionen Euro heran, die momentan auf einem Konto bei der Hausbank eingefroren sind.
- Datum 01.07.2009 - 10:48 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
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Zum Wohle der Familie Schickedanz und ihrer Erbengemeinschaft.
Wenn die wirtschaftliche Lage von Quelle tatsächlich gut wäre, dann würde sich ein Kredit für eine Bank lohnen (Zinsen bei geringem Risiko). In anderen Medien kann man lesen, dass es bei Quelle keine Sicherheiten mehr gibt (alles verpfändet). Selbst ein Massekredit dürfte damit hinfällig sein.
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