Wasser Marsch! Das Duschklo kann zwei Dinge in einem

Toilettenpapier ist nicht der Sauberkeit letzter Schluss. Experten für die betroffene Körpergegend mäkeln: Trockenes Papier reinige nicht gut genug, lasse oft Reste zurück, welche die Haut schädigten. Feuchtes Klopapier hingegen könne selbst Reizungen oder gar Entzündung auslösen, weil es Konservierungs- und Duftstoffe enthalte.

Und egal ob trocken oder feucht, Papier verstopft die Kanalisation. Für ein hygienisches Ende des Stoffwechsels empfehlen Ärzte schlicht Wasser . Doch die in Indien und den arabischen Ländern erprobte »Linke-Hand-Methode« – Wasser plus Wischen – konnte sich in der westlichen Hygienekultur bisher nicht durchsetzen. Jetzt bereichert eine berührungslose Lösung auch in Deutschland die Sanitärtechnik: das Duschklo, die Synthese aus Toilette und Bidet.

Erfunden hat’s ein Schweizer, vor über fünfzig Jahren. Populär wurde es in Japan in den Achtzigern; dort ist mittlerweile schon jeder zweite Haushalt mit einem vollautomatischen Dusch-WC ausgerüstet. Jetzt drängt Japans Marktführer Toto auf den europäischen Markt. Im Frühjahr hat er sein Washlet auf der Weltleitmesse für Toilettenartikel vorgestellt, der International Sanitary and Heating in Frankfurt. Vom Sommer an wird das Hygienegerät auch hierzulande verkauft.

Doch werden sich die Deutschen, die Studien zufolge ihr Klopapier mehrheitlich akkurat falten, auf die Technologie einlassen? Wir machten den Test. Die Versuchsanordnung: ein Duschklo-Aufsatz Modell Vebra 1500 Air PowerWash (neu auf dem deutschen Markt, hergestellt von Daewon Bidet in Südkorea ); zehn Probanden männlichen und weiblichen Geschlechts; eine Kiste Bier; eine Kiste Limonade; reichlich Verpflegung. Versuchszeitraum: ein langer Abend.

Die Montage hatte sich simpel gestaltet. Klobrille abschrauben, Dusch-WC-Aufsatz dranschrauben, Steckdose suchen. (In japanischen Haushalten ist meist direkt neben der Toilette eine Stromquelle installiert.) Gesichert wird die Konstruktion mit einem Personenschutz-Zwischenstecker, der, wenn nötig, die Leitung unterbricht. Assoziationen zum »elektrischen Stuhl« sollen erst gar nicht aufkommen.

Nur die Wasserversorgung wurde kompliziert. Da sich kein Anschluss außerhalb des Spülkastens befand, war dieser zu öffnen und ein mitgeliefertes T-Stück am Zulaufrohr anzuschließen, damit das Duschklo Wasser aus der Leitung abzweigt. Für den Dauergebrauch bei harten Wasserqualitäten wurde ein Ionen-Filter mitgeliefert. Für die Versuchsreihe erschienen uns Ionen im Intimbereich tolerabel.

Aus dem Versuchsprotokoll: »…nach zwei Stunden Testdauer die erste Erkenntnis: Niemand will zum Klo. Offensichtlich bestehen Berührungsängste…«