Dabei hat Vebra einiges zu bieten. Beheizter Sitz, warmer Wasserstrahl in Rektal- (für alle) und Mittelposition (für Frauen), wahlweise pulsierend (stark/schwach) oder massierend (vor/zurück) plus Gebläse für die anschließende Trocknung. Die Temperatur der Brille, des Wassers und der Luft sowie Strahlposition und -druck sind in mehreren Stufen regelbar. Die Auswahl erfolgt handlich per Funkfernbedienung. Programmierfreunde können sogar vier Benutzerprofile speichern; das Dusch-WC fährt dann auf einen einzigen Knopfdruck das hinterlegte Programm ab.

»…Das Bier wirkt allmählich. Die erste Probandin tritt mutig ans Klo, der Rest lauscht gespannt…«

Für solche Fälle installieren Japaner zusätzlich eine »Geräuschprinzessin«. Die Otohime, benannt nach der Tochter des Meeresgottes Ryujin, ahmt das Geräusch der Wasserspülung nach und übertönt so andere Lautäußerungen. Das Gerät wurde in den Achtzigern zum Wassersparen eingeführt, weil Japanerinnen während des Toilettengangs gern dauerspülten. Inzwischen ist es in viele Washlets integriert.

»…Die Testperson kommt mit gerümpfter Nase aus dem Bad. Weitere Kommentare sind ihr nicht zu entlocken. Das wissenschaftliche Sitzungsprotokoll landet ordentlich gefaltet in der dafür vorgesehenen Kiste. Weitertrinken…«

Ärzte sind leichter vom Dusch-WC zu überzeugen. Proktologen, die für dieses Gebiet zuständigen Spezialisten, loben die gründliche und reizarme Säuberung. »Die seifenfreie Analdusche ist die beste Form der Reinigung«, meint Bernhard Lenhard, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Proktologie in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Besonders bei Hämorrhoiden sei die schmerzfreie Säuberung mit Wasser von Vorteil. Einige Hersteller preisen einen scharfen Strahl auch als Mittel gegen Verstopfung an. Vebra verbirgt dies hinter dem wohlklingenden Fachbegriff »Enema« (Einlauf), auf der Fernbedienung signalorange markiert. »Das ist totaler Quatsch«, sagt Lenhard. »Mit dem Wasserstrahl allein funktioniert das nie und nimmer, rein anatomisch betrachtet.«

Andere medizinische Anwendungen bieten noch Potenzial. In Japan gibt es inzwischen Hightech-Geräte, die Zuckerwerte im Urin messen, außerdem Puls, Blutdruck und Körperfettanteil registrieren und diese Daten per Mobiltelefon direkt dem Hausarzt übermitteln.

»…Ein spitzer Schrei dringt vom stillen Örtchen. Als die Probandin es verlässt, hat sie sich schon wieder gefangen… Die spätere Sichtung der Fragebögen lässt den Grund für das Entsetzen erahnen. Von einem ›Schockeffekt‹ ist die Rede: ›Erst passiert lange nix, dann schießt das Wasser gewaltig mit Schmackes raus‹…«