Iran

Gott gegen Gott in Teheran

Demonstranten wie Verteidiger des Regimes berufen sich auf Allah. Ein Tagebuch von den stillen und gefährlichen Augenblicken des Aufstands.

Beten auf der Straße in Teheran

Beten auf der Straße in Teheran

Wieder öffnet sich im letzten Moment eine Tür, diesmal ein Rollgitter, um genau zu sein, das Rollgitter eines schmalen Sanitärgeschäfts an einer sechsspurigen Straße, auf der eine Einheit der Basidschis, der Freiwilligenmilizen, heranrückt, etwa hundert Mann mit Helmen, Schilden, Knüppeln und Schutzwesten über der Zivilkleidung. Der Ladenbesitzer, ein kleiner, leicht gebückter Mann mit grauen Haaren und weißem Schnurrbart, zieht das Gitter hinter uns herab. Wir: vier Menschen, die einander nicht kennen, außer mir zwei Männer und eine Frau, unterschiedlichen Alters.

Hektisch stellen wir uns einander vor, obwohl keine Eile ist, da wir für unbestimmte Zeit ein paar Quadratmeter teilen wie einen Aufzug, der stehen geblieben ist. Einer ist Ingenieur, der andere Student, sie Lehrerin. Wir müssen uns verstecken!, ruft der Ingenieur: Wenn die Basidschis uns entdecken, könnten sie den Laden anzünden. Aber sie erreichen den Laden nicht. Viele der Demonstranten haben sich umgedreht und bewerfen die Basidschis mit Steinen. Müllcontainer werden auf die Straße gerollt und angezündet. Auch aus anderen Richtungen fliegen Steine, keine zwei Meter von uns entfernt, beteiligt sich ein älterer Herr am Kampf, auf der anderen Straßenseite sind es Frauen. Manche der Basidschis wollen weiter vorrücken und werfen ihrerseits mit Steinen, andere weichen zurück. Wir sehen, dass sie untereinander diskutieren, wir sehen den Anführer schreien, als plötzlich die Demonstranten "Gott ist größer!" rufen und nach vorne stürmen.

Der Jubel, der ausbricht, weil die Basidschis davonrennen, währt keine fünf Minuten. Dann rücken schon die Zedde Schuresch an, das Anti-Krawall-Kommando der Polizei. Der Ladenbesitzer schließt die Glastür und nimmt uns mit in sein Lager. Von dort aus hören wir Schüsse, Schreie. Weitere fünf Minuten später ist es wie auf Knopfdruck still. Als der Ladenbesitzer das Rollgitter hochzieht, betreten wir ein verlassenes Schlachtfeld, Rauchschwaden, der Boden übersät mit Steinen und den Glassplittern der Autos, hier und da Feuer. Aus den benachbarten und gegenüberliegenden Häusern kommen zu viele Menschen zum Vorschein, als dass sie alle Anwohner sein könnten, und reiben sich die Augen. In der Luft liegt noch der Geruch des Tränengases. Es ist Samstag, der 20. Juni. Was zum Krieg geworden ist, war noch ein Schweigemarsch, als ich drei Tage zuvor in Teheran eintraf.

Mittwoch, 17. Juni

Selbst von der Hochstraße aus, die auf YouTube später dutzendfach zu sehen sein wird, überblicke ich weder Anfang noch Ende des Zuges. Die meisten halten ein DIN A4 großes Blatt mit einem Spruch oder dem Foto eines Erschlagenen in die Höhe, das sie selbst ausgedruckt haben. Favorit sind sarkastische Anspielungen auf die Behauptung des Präsidenten, dass in Teheran nur einige Hooligans auf die Straße gegangen seien wie nach einem verlorenen Fußballmatch. Noch nie hat eine Masse auf mich so individuell gewirkt, jeder formuliert den Protest auf eigene Weise. Nicht einmal Ordner sind ausgewiesen, nur hier und da steht jemand auf der Leitplanke und verkündet eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer ausbreitet. Morgen um zwei vor der Vertretung der Vereinten Nationen. Nein, morgen um vier auf dem Freiheitsplatz. Alle die Hände hochhalten! Vor Einbruch der Dunkelheit bitte auflösen.

Es ist nicht klar, ob die Ordner sich spontan auf die Leitplanke gestellt haben oder einem Komitee angehören, das unsichtbar bleibt. Nachdem die Wahlkampfzentralen zerstört wurden, sitzen die Oppositionsführer, die noch nicht verhaftet worden sind, zu Hause und telefonieren. Mir Hussein Mussawi taucht ohne Ankündigung, die zu gefährlich wäre, auf den Demonstrationen auf, hat aber nur ein Megafon, um sich verständlich zu machen. Das Mobilnetz funktioniert nur vormittags, Kurzmitteilungen sind überhaupt nicht möglich, das Internet ist so langsam geworden, dass es nur mit DSL zu gebrauchen ist. Fernsehsendungen und Feuilletondebatten im Westen ranken sich um den Mythos einer Protestbewegung, die mittels Facebook, Twitter, SMS und Google Groups kommuniziert; inzwischen ist sie auf Mundpropaganda zurückgeworfen.

Anders als am Montag, als sich nach Angaben des Bürgermeisters, der selbst ein Konservativer ist, drei Millionen Menschen aus allen Altersgruppen versammelt hatten, sind es vor allem junge Leute, die sich noch auf die Straßen trauen, viele Studenten, aber auch Angestellte, Stewardessen in Uniform, Mädchen im Tschador, überhaupt viele Frauen, mehr als die Hälfte, scheint mir. Das ist beileibe nicht nur die Jugend des wohlhabenden Teheraner Nordens, vielmehr ist die gesamte iranische Studentenschaft vertreten, höre ich aus den Gesprächen heraus, viele Leute aus der Provinz, die in Wohnheimen leben und nun Zeit zum Demonstrieren haben, weil das Ministerium die Prüfungen abgesagt hat.

Der Riss verläuft nicht zwischen den Bürgern und den Habenichtsen, zwischen Stadt- und Landbevölkerung, zwischen Nord- und Südteheran, eher zwischen den Generationen. Viele der Studenten sind die Kinder der gleichen Leute, die für die Revolution gekämpft haben, im Krieg gefallen sind, den Kandidaten des Führers gewählt haben. Sie sind peinlich genau darauf bedacht, den Polizeikommandos der Zedde Schuresch, die hinter diesem oder jenem Häuserblock bereitstehen mögen, keinen Vorwand zum Einsatz zu liefern. An den großen Kreuzungen bleiben sie bei Rot stehen, damit die Autos passieren können. Wenn es grün wird, beeilen sie sich, um die entstandene Lücke zu schließen. Hundert Meter weiter fordert ein Ordner sie auf, wieder langsam zu gehen, damit die Hinteren aufholen können.

Da politische Parolen lebensgefährlich geworden sind, konzentriert sich die Opposition darauf, die Einhaltung des Gesetzes zu fordern, was die größte Provokation zu sein scheint. Überhaupt ist es kurios zu sehen, wie die Demonstranten dem Regime die Symbole geklaut haben. Während die Anhänger Ahmadineschads nationalistisch mit der Landesfahne wedeln, um ihr religiöses Image abzulegen, tragen die Reformanhänger, die nicht mehr in einer Theokratie leben wollen, das islamische Grün: als Schal, als Kopftuch, als Armband oder Schnur zwischen den Fingern. Die grünen Stirnbänder kannte man von den Freiwilligen, die im Krieg gegen den Irak auf die Minenfelder liefen, oder von der libanesischen Hisbollah.

Jeden Abend um zehn rufen Menschen in der ganzen Stadt "Gott ist größer" von den Dächern und Balkonen, selbst der Anhänger der nichtmuslimischen Zoroaster-Religion, der mich abends nach Hause fährt: So weit hat mich die Islamische Republik gebracht, schimpft er, dass ich vor Verzweiflung Allahu Akbar rufe. Dass Gott größer ist, übertrifft jede Parole an Gehalt: größer als ihr, die ihr euch als Götter aufführt.

Donnerstag, 18. Juni

Unter allen hässlichen Plätzen Teherans nimmt der Kanonenhausplatz einen besonderen Rang ein. Er wird überragt von einem zwölf Stockwerke hohen Rechteck aus schmutzigem Beton, in dem das Fernmeldeamt untergebracht ist, ringsum niedrigere Gebäude aus derselben Konsistenz, in der Mitte acht Spuren einer Einbahnstraße und eine ebenso große Asphaltfläche, die einmal ein Parkplatz gewesen sein könnte und heute die nicht weiter definierte Fläche vor dem Eingang der U-Bahn ist. Wer hier in der Gegend wohnt oder seinen Laden hat, einst das prächtige Zentrum Teherans, später Vergnügungsmeile und heute Arme-Leute-Gegend, mag daran glauben, dass Ahmadineschad bei den Präsidentschaftswahlen fast zwei Drittel der Stimmen erhalten haben soll. Der junge Händler, der mir eine iranische SIM-Karte verkauft, winkt spöttisch ab, als ich ihn frage, ob er gleich demonstrieren geht.

Der Präsident imponiere ihm, sagt der Mobilfunkhändler, seine Furchtlosigkeit, sein Patriotismus und vor allem, dass er einer von ihnen sei und gegen die Bonzen der Islamischen Republik kämpfe. Mit der Religion habe er persönlich es weniger, er interessiere sich für Fußball und Filme. An den Wänden hängen Poster amerikanischer Actionhelden, in den Haaren glänzt Gel. Auf meinen Einwand, dass der Präsident Kritiker verhaften lässt, erwidert er trocken: Das tun sie doch alle. Und die Zensur? Mein Herr, ich lese keine Romane. Holocaust? Ich habe keine Ahnung, was stimmt und was nicht stimmt, aber der Präsident hat doch nur eine Frage gestellt. Wirtschaftlich halten sich die Vor- und Nachteile die Waage: Was die Familie an direkten Zahlungen oder Coupons erhalte, werde von der Inflation aufgefressen, räumt der Mobilfunkhändler ein. Es ist keine blinde Gefolgschaft: Man solle dem Präsidenten wie seinen Vorgängern noch vier Jahre einräumen, damit er aus seinen Fehlern lerne, die Inflation in den Griff bekomme und nicht alle gegen sich aufbringe. Viel Spaß beim Demonstrieren, ruft er mir noch nach.

Freitag, 19. Juni

Dreimal habe ich das Teheraner Freitagsgebet zuvor besucht und an einem müden Ritual teilgenommen, bei dem einige Zehntausend Funktionäre, Soldaten und wirkliche Getreue die Revolution pflichtgemäß hochleben ließen und auf Zuruf die üblichen Todeswünsche skandierten, Tod Amerika, Tod Israel, Tod den Feinden der Herrschaft des Rechtsgelehrten, Tod den Schlechtverschleierten, den Krawattenträgern oder was gerade anstand. Schwenkte die Kamera weg, sanken die Fäuste, als wären sie mit einem Seilzug verbunden.

Heute jedoch ist nicht nur die riesige Halle gefüllt mit Gläubigen, nicht nur der Campus. Wer sich noch keinen Platz auf der Straße oder dem Bürgersteig gesichert hat, beeilt sich bei der rituellen Waschung, für die Wasserwagen bereitstehen, als würde es einen Unterschied ausmachen, ob man die Predigt einen oder zwei Straßenzüge entfernt verfolgt. Die Männer sind unrasiert oder mit Bart, man sieht Plastikpantoffeln oder Schuhe, getragen im revolutionären Stil, also hinten runtergeklappt, damit man bequemer rausschlüpft. Die Mode der Frauen variiert nur danach, ob sie sich den schwarzen Tschador vor die Nase halten, unter dem schwarzen Tschador noch ein schwarzes Kopftuch tragen oder beides. Den Gesichtern ist die freudige Erwartung von Fußballfans anzusehen, deren Mannschaft vor einem historischen Sieg steht.

Das Durchschnittsalter dürfte dreißig Jahre über dem der Protestdemonstranten von gestern liegen: Wer hierhin kommt, verteidigt die Revolution, für die er einst gekämpft hat, für die er in den Krieg gezogen ist, verteidigt die gefallenen Söhne oder Brüder, verteidigt seine eigene Biografie. Für die Funktionäre, an ihren einförmigen Anzügen, Bärten, Brillen und Frisuren sofort zu erkennen, mögen handfeste Interessen auf dem Spiel stehen, für die älteren Männer geht es um die geistigen Werte, die der Führer stets beschwört, weil der Westen sie vor zweihundert Jahren verloren habe. Ihnen hat die Islamische Revolution Würde verliehen, das Selbstbewusstsein, sich vor niemandem mehr zu ducken, weder vor Kolonialisten noch vor Bürgern. Ihre Kinder allerdings fehlen. Vielleicht sind sie unpolitisch wie der Mobilfunkhändler, dem der Präsident nur imponiert; genauso könnten sie zu den Studenten gehören, die gegen ihn revoltieren.

Als das Programm mit einem Einpeitscher beginnt, der zehn Minuten lang die üblichen Parolen variiert, bin ich der Einzige, der nicht die Faust hebt. Auch wenn mich niemand zu beachten scheint, ist es beängstigend genug, in einer Menge von – sagen wir mal – zwei Millionen zu stehen und als – sagen wir mal – Einziger nicht mitzuschreien. Der Koranrezitator, der auf den Einpeitscher folgt, gibt mir Gelegenheit, mich leise mit meinem Nachbarn zu unterhalten. In gütigem Ton erklärt mir der alte Herr, zu welchen unfassbaren Lügen die Gegner Zuflucht nehmen, um den überragenden Wahlsieger zu diskreditieren. Akzeptiert man die Grundvoraussetzung, dass bei der Auszählung alles mit rechten Dingen zugegangen ist, klingt alles Weitere so logisch wie in jeder Verschwörungstheorie. Später wird der Führer sogar die ermordeten Studenten als Märtyrer beweinen, die von einer Meute Agenten erschlagen worden seien. Die Niedertracht dieser Feinde gehe so weit, dass sie Führer-Parolen gerufen hätten.

Nach dem Gebetssänger tritt erst ein Knabenchor mit vaterländischen Weisen auf, dann ein Elegiensänger im traditionellen schiitischen Stil, dessen Verse allerdings nicht das Drama des Märtyrer-Imam Hussein beweinen, sondern die gegenwärtige Auseinandersetzung zum Drama Husseins stilisieren. Nie wieder wird ein Imam der Übermacht der Feinde unterliegen, weil ihn die Gläubigen nie wieder im Stich lassen werden. Obwohl die Botschaft sie doch erfreuen sollte, weinen ringsum die alten Herren wie auf Knopfdruck: Die Passion Husseins und die Hinterlist der Briten, Amerikaner, Zionisten und einheimischen Heuchler sind in allen historischen Stadien bis in die Gegenwart so vertraut, dass Anspielungen genügen, um alle Bilder aufzurufen.

Der Führer spricht die Gläubigen so direkt und mit warmer Stimme an wie ein väterlicher Freund – beinah wie mein Nachbar vorhin zu mir geredet hat, als er mir die Weltkonspiration darlegte. Wie jeder gute Rhetoriker hält er die Gläubigen im Unklaren, worauf er hinauswill, zeigt Verständnis auch für die andere Seite, präsentiert sich als unparteiischer Richter, damit das Urteil, zu dem er dann ansetzt, umso wirkungsvoller ist. Chamenei hat sich entschieden: für die Anwesenden und gegen die Protestierenden.

Die Männer ringsum brauchen keinen Einpeitscher mehr, damit sie alle paar Minuten Tod! schreien, Tod Amerika, Israel, den Heuchlern und so weiter. Selbst das Glaubensbekenntnis, das an manchen Stellen gefordert ist, ergänzen sie um das Arsenal der Todeswünsche. Sie hören, was sie hören wollten und was seit Jahren nicht mehr so klar, so simpel, so aggressiv klang: die Welt als Kampf von Gut und Böse. Nach dem Gebet ziehen viele skandierend durch die Straßen, die einen in diese, die anderen in jene Richtung, erkennbar spontan, aber angetrieben von dem Einpeitscher, der wieder ans Mikrofon getreten ist. Wer von heute an demonstriert, lehnt sich nicht mehr gegen die Regierung, sondern gegen den Führer auf: In der Lesart der heutigen Islamischen Republik bedeutet dies einen »Kampf gegen Gott« und ist ein todeswürdiges Verbrechen.

Samstag, 20. Juni

Ab dem Ferdousi-Platz, der gut zwei Kilometer entfernt liegt, ist die Stadt besetztes Land: Entlang der Bürgersteige stehen alle fünf Meter Polizisten mit Helm, Knüppel und Schild, außerdem Geheimdienstleute, die in Iran alles sind, nur nicht geheim. Einsatzleiter sind an den Walkie-Talkies zu erkennen. Über die Revolutionsstraße verteilt und in allen Nebenstraßen warten auf Lkw oder in Mini-Bussen die Freiwilligenmilizen und Anti-Krawall-Kommandos. Tragen die Basidschis außer Weste, Helm und Knüppel ihre Straßenkleidung, wirken die Kommandos der Zedde Schuresch mit ihrem Ganzkörperschutz aus schwarzem Plastik wie ein Insektenschwarm.

Auf der Straße ziehen abwechselnd die Mopeds der Milizen und die Gelände-Motorräder der Kommandos vorbei, auf denen jeweils zwei Männer sitzen, der eine zum Fahren, der andere zum Schlagen. Manche führen statt des Gummiknüppels einen Holzbalken mit sich. Die Geschäfte sind geöffnet, auf der Straße der übliche Verkehr. Je näher ich dem Revolutionsplatz komme, desto jünger werden allerdings die Fußgänger. Abgesehen von den Autos, aus denen erschrockene Fahrer schauen, gleicht der Platz einem Militärlager: Wasserwerfer, Busse und Geländemotorräder mit weiteren Einheiten, Kommandos und Milizen auch am Straßenrand und weiterhin Polizisten alle zwei Meter auf dem Bürgersteig. Bleibt ein Fußgänger stehen, fordert ihn ein Geheimdienstler barsch zum Weitergehen auf. Während die Milizen so tun, als stünden sie immer hier, gehen die jungen Leute rein zufällig am Revolutionsplatz vorbei. Straßen und Geschäfte sollen geöffnet bleiben, nicht einmal das Mobilfunknetz ist abgeschaltet wie an den vorherigen Nachmittagen. Nur die Kunden fehlen, und die Verkäufer stehen nicht hinter ihren Theken, sondern bang vor ihren Läden.

Weil ich viel zu früh bin, wechsele ich mehrfach die Straßenseite, um niemandem aufzufallen, trinke in aller Ruhe einen Saft und lasse mir in einem Schreibwarenladen alle Zeit der Welt, einen Stift auszusuchen. Dann nutze ich eine Autopanne und biete mich eilfertig an, beim Anschieben zu helfen. Verschwindet!, ruft ein Kommandeur. Wollen wir doch, versichert der Fahrer. Nach zwei Minuten wird es dem Kommandeur zu bunt, er weist vier seiner Männer an, den Wagen schleunigst vom Platz zu rollen. Ich schaue mich um, wohin ich als Nächstes gehen könnte, um auf dem Platz zu bleiben.

Ich erwarte nicht mehr viel. Wer von den Demonstranten überhaupt kommt, wird tun, als sei er nur ein Fußgänger und allenfalls mehrfach den Platz kreuzen wie ich. Als ich jedoch um vier mit einer Wasserflasche aus einem Lebensmittelgeschäft trete, strömen die Menschen aus mehreren Straßen auf den Platz und gehen in einer Schlange, die nicht mehr aufhören will, auf dem schmalen Bürgersteig schweigend in Richtung Freiheitsplatz, 20, 30 Jahre alt die meisten, wahrscheinlich Studenten, aber auch Geschäftsleute mit Aktenkoffer, Professoren oder Intellektuelle mit grauem Kinnbart, ältere Frauen im schwarzen Tschador, überhaupt so viele Frauen wie an allen Tagen, ohne selbst bedruckte Blätter diesmal. Die Ersten machen das V-Zeichen für "Sieg", dann wagen es nach und nach die anderen, bis alle Hände in den Himmel zeigen. An den Helmen ist jetzt das Visier heruntergezogen.

Das Anti-Krawall-Kommando setzt sich in Bewegung. Zwei der Motorräder biegen auf den schmalen Bürgersteig: Die Fahrer geben Gas, die Beifahrer schlagen mit dem Knüppel auf die Menschen, die sich an die Häuserwand drängen oder in den Graben springen, der Straße und Bürgersteig trennt. Schreie, Kreischen, empörte und flehende Rufe. Von vorne rücken weitere Zedde Schuresch nach und sorgen für einen Stau. Die Demonstranten fliehen in alle Richtungen, suchen Schutz zwischen den Autos, rennen in die Seitenstraßen oder zwischen den Autos hindurch, springen über die beiden Zäune, die die Busspur in der Mitte abtrennen, und erreichen die Straßenseite, von der aus ich zusehe, die Verfolger mit den Knüppeln hinterher.

Ohne zu begreifen, was ich tue, renne ich in einer Gruppe von vielleicht fünfhundert Menschen in eine Seitengasse. Weil von vorne schon die nächste Einheit auf uns wartet, verteilen wir uns an der ersten Kreuzung links und rechts in den Gassen. Aus den nächsten Seitenstraßen reihen sich weitere Demonstranten in den Zug. Bald sind es schon wieder mehrere Tausend, die mit dem V-Zeichen parallel zur Hauptstraße laufen. Selbst wenn ich wollte, könnte ich nicht mehr Beobachter sein, hinter uns die Knüppel, vor uns – hilf uns Gott.

Plötzlich brennen die Augen, ich meine zu ersticken, wieder Rufe, Kreischen, als sich neben uns eine Tür öffnet. Mit zehn, zwölf anderen Demonstranten rennen wir über den Hof eines zweistöckigen Hauses und finden uns in einem Hausflur wieder. Die Greisin im bunten Tschador, die aufgeregt zwischen uns umhergeht, dürfte die Hausherrin sein. Wir brauchen Feuer!, ruft jemand aufgeregt. Ein anderer: Kein Wasser an die Augen, kein Wasser! Die Greisin bringt einen Stapel alter Zeitungen, die sie auf dem Steinboden ihres Flurs anzündet. Jeder steckt ein Blatt ins Feuer und hält es sich vor die Augen.

Auf dem Boden sitzt ein Mädchen und weint hysterisch, jemand anders hält den Kopf aus der angelehnten Tür und übergibt sich. Der Rauch hilft: Bis auf das Mädchen, das weiter weint, beruhigen sich alle; anschließend beruhigen alle das Mädchen. Jemand hilft der Greisin, die Asche wegzukehren, die anderen gehen auf den Hof, wo sich andere Demonstranten ausruhen, oder zurück auf die leere Straße – nur in welche Richtung? Wir sollen uns Richtung Freiheitsplatz halten, weiß jemand, also gehen sie nach rechts und ich hinterher, schon weil die Chance, den Knüppeln zu entgehen, in der Gruppe größer ist, da man in verschiedene Richtungen fliehen kann. In einer Querstraße reihen wir uns in einen größeren Zug von Demonstranten, der auf die Hauptstraße zugeht.

Als ich eine halbe Stunde später zum dritten Mal durch eine Tür geflohen bin, die sich unverhofft geöffnet hat, meine ich, genug gesehen, genug gehört zu haben für meinen Bericht: einen in Zivil Gekleideten, der mit dem Knüppel im Vorübergehen einem Mann mit voller Wucht auf den Nacken schlägt, den Mann, der auf dem Boden liegt und brüllt, seine Freunde, die ihn weinend wegziehen. Ein Auto, das an einer Kreuzung stehen bleibt, weil dort Steine fliegen; ein Polizist brüllt den Fahrer an, weiterzufahren. Der Fahrer, erkennbar verwirrt, zeigt mit den Händen, dass er nicht weiß, in welche Richtung, schon zertrümmert der Knüppel die Scheibe des Fahrersitzes. Immer wieder öffnen sich die Türen der Anwohner und die Gitter der Läden für flüchtende Demonstranten, obwohl das Viertel keineswegs bürgerlich ist, ziemlich weit im Süden der Stadt. Es sind zu viele Demonstranten, die sich auf zu viele Straßen verteilen und immer wieder neu formieren, als dass die Sicherheitskräfte die Lage unter Kontrolle bringen könnten, zumal die Gegenwehr immer wütender wird. Die jungen Männer werfen Steine, wo sie welche finden, springen auf fahrende Motorräder und setzen sie in Brand, ebenso einen Omnibus der Milizen.

Als ich mich wie viele nur noch in Sicherheit bringen will, dauert es noch zwei Stunden, bis ich das Viertel endlich verlassen habe, dann noch mal zwei Stunden in den Norden, weil die Straßen an vielen Stellen blockiert sind. Die Arbeiter der U-Bahn, die neben der Stadtautobahn gebaut wird, stehen auf ihren mehrstöckigen Wohncontainern und zeigen das Siegeszeichen der Reformer, als der Hubschrauber über ihnen kreist, ebenso die meisten Autofahrer, die im Stau stecken. Auch weit entfernt vom eigentlichen Schauplatz der Demonstration kommt es zu Auseinandersetzungen. Als es jungen Leuten gelingt, eine Einheit der Basidschis mitten auf der Stadtautobahn in die Flucht zu schlagen, hupen die Autofahrer, manche steigen aus und tanzen; von den umliegenden Häuserdächern und der Fußgängerbrücke, auf die ich gestiegen bin, ruft man: Tod der Diktatur. Dann treffen die Zedde Schuresch ein.

Die Demonstranten fliehen über die Leitplanke, einzelne finden Zuflucht in Autos. Ich höre jemanden rufen: Alle hupen!, schon setzt wieder das Hupkonzert ein. An allen Straßenkreuzungen sind Milizen postiert, im Norden selbst Männer mit weißen Bärten und schmächtige Jungen, nicht älter als 15. Die Rufe, dass Gott größer ist, sind an diesem Abend lauter und dauern länger.

In der Nacht zum Montag

Im Flugzeug staune ich über den euphorischen Ton der internationalen Kommentare, die die Demonstranten hochleben lassen. Das mag nett gemeint sein, verkennt aber, dass die Opposition gegen diesen gewaltigen und gewaltbereiten Sicherheitsapparat keine Chance hat. Noch sind nicht einmal die Revolutionsgarden zum Einsatz gekommen. Wenn es gelänge – aber wie? -, die Proteste fortzusetzen, gar noch einmal Hunderttausende oder Millionen auf die Straße zu bringen wie vor der Predigt des Führers, könnte es in Teheran und Ghom auch hinter den Kulissen zu einer Revolte kommen. Wenn nicht, herrscht in Iran nicht mehr der Rechtsgelehrte, sondern herrschen Knüppel, Wasserwerfer und Schießgewehre.

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Leser-Kommentare

  1. Sehr guter Artikel, Herr Kermani!

    Vielleicht, dass aus diesen Auseinandersetzungen, in der beide Seiten einen religionsbezug für ihr anliegen herstellen, eine religiöse Bewegung auf breiter basis entsteht, die eine theologische trennung von Staat und Religion propagiert in ihrer religionsauffassung.

    Das wäre der ultimative gewinn dieser auseinandersetzung.

    Sonst könnte es zu gut sein, wenn nicht, dass in einigen jahren/ajhrzehnten, dieselben zustände wieder vorzufinden sein werden - auch wenn die DEmonstantenn sich durchsetzen sollten.
    Denn auch dise menschen werden älter werden und dann an den schalthebeln der Macht sitzen bzw. zur beherrschenden gruppierung gehören, und wiederum von anderen i'ihre' revolution , die sie vor jahren vollzogen, gefährtet sehen, ihren lebensinn, ihren preis des Sieges - wie die 'alten' im obrigen artikel.
    Denn auch diese waren jung und rebellierten einst für freiheit - in Form der 'Gottesherrschaft' (des religiös begründeten und gestützten Staates).

  2. Herr Kermani , einen ganz netten Live-Bericht liefern Sie uns da.
    Koennen Sie auch berichten , wie die Strassenschalchten vor 2 Jahren in Paris niedergeknueppelt wurden ? Oder die Massenunruhen Anfang der neunziger Jahre in Los Angles . als zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte das Militaer eingesetzt wurde , um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich erinnere mich fern an ganze Strassenzuge , die in Flammen standen und Pluenderungen und andere schreckliche Szenen , die man jederzeit nachlesen kann.
    Sie sind Iraner und ich bitte Sie , bei allem , was Sie hier berichten , die uebergeordeneten Realitaeten nicht zu vergessen.
    Die Medienhysterie der westlichen Elite , die sich nur an den Ereignissen im Iran aufgeilen wollen , mussen Sie doch als Intellektueller schon laegst durchschaut haben. Was hat ein Mickey Mouse Sender , wie Al Jazeera ( ganz und gar von England dirigiert ) fuer ein Recht fast 24 stuendlich ueber Iran zu berichten , gibt es kein anderes Elend im mittleren Osten , wie Irak , Afghanistan Pakistan , Gaza etc. ? Warum richtet die BBC gerade jetzt einen iranischen Nachrichtensender ein ( BBC Persia ) , obwohl die BBC unter akutem Geldmangel leidet ?
    Wo war der Aufschrei von CNN , BBC und Co. also Saddam Giftgas ( Technologie geliefert von Deutschland und Frankreich ) . Gab es auch nur ein einzige Nahricht darueber und an 800 000 getoeteten Iranern ?
    Wurde der Abschuss der iranischen Passagiemaschine , Flug IR 655 , bei dem 300 Ihr Leben verloren auch nur im Ansatz kritisch erwaehnt.
    Der amerikanische Admiral , der diese ' Heldentat ' vollbrachte wurde anschliessend von hoechster Stelle gelobt und hochdekoriert.
    Verraten Sie Ihr Land nicht und seien Sie sich absolut sicher , dass die westlichen Kolonialisten , die islamische Republik Iran , agrundtief hassen , und es von der Weltoeberflaeche tilgen wollen , ob mit Mussavi , oder wem auch immer

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    Was hat ein Mickey Mouse Sender , wie Al Jazeera ( ganz und gar von England dirigiert ) fuer ein Recht fast 24 stuendlich ueber Iran zu berichten , gibt es kein anderes Elend im mittleren Osten , wie Irak , Afghanistan Pakistan , Gaza etc. ?

    Mhh, welche Relationen diese Elendsgebiete wohl haben, das wir ihnen helfen muessen?

    in westlichen Ländern und sie werden oft mit Gewalt nieder gehalten.
    Der Unterschied ist aber, dass sich diese Demonstrationen gegen einzelne Missstände, Fehlentwicklungen, Fehlentscheidungen richten, nicht gegen das ganze System, das bisher im Großen und Ganzen eine gewisse innere Demokratie gewährleistet. Das ist aber im Iran nicht der Fall und ich kann mich an die Euphorie der hiesigen Iraner vor 30 Jahren erinnern, die damals meinten mit dem Schah gingen auch die diktatorischen Verhältnisse. Sie, alle diese linken Iraner, gingen damals in den Iran um mit zu kämpfen und nach nicht sehr langer Zeit waren sie dann doch sehr enttäuscht als sich dieses rigide System immer mehr festigte.
    Ja, die USA unterstützten den verbrecherischen Krieg des Irak gegen den Iran., den Putsch gegen Mossadegh. Aber macht das Falsche früherer Zeiten und damaliger Gegner das Falsche heutiger Diktaturen deshalb richtiger, macht es die Unterdrückung der Frauen, der Meinungsfreiheit und überhaupt eines selbstbestimmten Lebens weniger schlimm?
    Weil die westliche Welt, allen voran die USA eine falsche und oft auch geradezu verbrecherische Politik betrieben, ist deshalb nicht das richtig, was deren Betroffene und Gegner nun ihrerseits heute und seit Jahrzehnten tun!
    Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern manchmal auch schwarz und schwarz!

    Du kannst doch nicht einen unserer Landsleute vorwerfen, er würde "unser" Land verraten. Er ist lediglich fehlgeleitet, durch seinen Aufenthalt im verruchten Westen ein wenig "verweltlicht". Gott wird ihm verzeihen, so solltest auch Du ihn verzeihen können.

  3. Navid Kermani lässt in seinem bericht auch das Licht auf die Strömungen und Bewegungen fallen, die in den üblichen Frontkonstruktionen untergehen, die vieles vereinfachen und damit auch der Verständlichkeit einziehen. Im Iran ist viel mehr in Bewegung gekommen als das Machtfundament inzwischen übermütiger Potentaten, die ihrer Unsicherheit mit massiver Gewalt beikommen wollen und ungewollt die Entwicklungen forcieren, die ihnen zum Schicksal werden können. Die Ruhe vor dem Sturm ist sprichwörtlich und die massive Präsenz der Staatsorgane zwingt die Freiheitswilligen, Wege zu suchen, die für den Elefanten unzugänglich sind. Schon der erste offene Schlagabtausch hat ein Ausmass an Freiheitswillen gezeigt, mit dem die iranische Staatsgewalt auf die Dauer überfordert sein wird. Wege der Verhandlung könnten jetzt viele Opfer ersparen. Die Autorität ist kein verlässliches Kriterium mehr. Je häufiger der Anspruch des religiösen Führers missbraucht wird, desto schneller wird er zum bedeutungslosen Etikett.

  4. Jedem das Seine!

  5. Was hat ein Mickey Mouse Sender , wie Al Jazeera ( ganz und gar von England dirigiert ) fuer ein Recht fast 24 stuendlich ueber Iran zu berichten , gibt es kein anderes Elend im mittleren Osten , wie Irak , Afghanistan Pakistan , Gaza etc. ?

    Mhh, welche Relationen diese Elendsgebiete wohl haben, das wir ihnen helfen muessen?

    • 27.06.2009 um 10:41 Uhr
    • Gafra

    in westlichen Ländern und sie werden oft mit Gewalt nieder gehalten.
    Der Unterschied ist aber, dass sich diese Demonstrationen gegen einzelne Missstände, Fehlentwicklungen, Fehlentscheidungen richten, nicht gegen das ganze System, das bisher im Großen und Ganzen eine gewisse innere Demokratie gewährleistet. Das ist aber im Iran nicht der Fall und ich kann mich an die Euphorie der hiesigen Iraner vor 30 Jahren erinnern, die damals meinten mit dem Schah gingen auch die diktatorischen Verhältnisse. Sie, alle diese linken Iraner, gingen damals in den Iran um mit zu kämpfen und nach nicht sehr langer Zeit waren sie dann doch sehr enttäuscht als sich dieses rigide System immer mehr festigte.
    Ja, die USA unterstützten den verbrecherischen Krieg des Irak gegen den Iran., den Putsch gegen Mossadegh. Aber macht das Falsche früherer Zeiten und damaliger Gegner das Falsche heutiger Diktaturen deshalb richtiger, macht es die Unterdrückung der Frauen, der Meinungsfreiheit und überhaupt eines selbstbestimmten Lebens weniger schlimm?
    Weil die westliche Welt, allen voran die USA eine falsche und oft auch geradezu verbrecherische Politik betrieben, ist deshalb nicht das richtig, was deren Betroffene und Gegner nun ihrerseits heute und seit Jahrzehnten tun!
    Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern manchmal auch schwarz und schwarz!

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    Ihrer Meinung nach Deutschelande.

  6. Im Iran ist viel mehr in Bewegung gekommen als das Machtfundament inzwischen übermütiger Potentaten, die ihrer Unsicherheit mit massiver Gewalt beikommen wollen und ungewollt die Entwicklungen forcieren, die ihnen zum Schicksal werden können. Die Ruhe vor dem Sturm ist sprichwörtlich und die massive Präsenz der Staatsorgane zwingt die Freiheitswilligen, Wege zu suchen, die für den Elefanten unzugänglich sind. Schon der erste offene Schlagabtausch hat ein Ausmass an Freiheitswillen gezeigt, mit dem die iranische Staatsgewalt auf die Dauer überfordert sein wird.

    Ja, wenn die GewaltWelle erstmal bricht.....

  7. Respekt!
    Jetzt mal im ernst: die ganze Sache mit dieser Iran-Pseudorevolution ist zum Glück extrem abgeflacht. Es müsste inzwischen jedem Dummkopf klar sein, dass es sich um einen vom Westen angezettelten Aufstand handelt, eine Art neue Schweinebucht, der ein demokratisch gewähltes Regime putschen möchte, um irgendeine ausbeuterische Marionette zu installieren.

    Ich bin selbst kein Fan von A., aber wenn das Volk ihn haben möchte, dann soll es so sein und dann muss man auch mit aller Härte gegen Putschisten vorgehen. So ist das nun mal und so würde es auch hier geschehen. Ich empfehle den Artikel von Esam Al-Amin zu lesen: http://www.jungewelt.de/2...

    Oder, einen guten Einblick in die Beweise des Westens bzw. der Mini-Medien bietet: http://www.spiegel.de/wis...

    Wie es aus sieht ist der ganze Spuck eh vorbei. Ich hoffe dass die Mullahs und Ayatollas etwas daraus gelernt haben und sich in Zukunft mehr um die Jugend kümmern. Denn eigentlich sollte der Mensch in der Religion eine feste Basis finden und nicht so umherirren wie diese Bekloppten mit ihren Fotohandys. Irgendwas läuft da total schief. Ich möchte auf keinen Fall die Taliban mit ihren Religionsschulen loben, aber kann man nicht einen Mittelweg finden?

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    Eine gute Analyse und und ein herrvorangender Bericht von Esam Al Amin , der uebrigens kein Iraner ist.
    Bitte lesen Sie zum Thema TWITTER folgenden Artikel , den ich eingehend studiert habe und immer noch vor Staunen sprachlos bin:
    http://pakalert.wordpress...

    > Es müsste inzwischen jedem Dummkopf klar sein, dass es sich um einen vom Westen angezettelten Aufstand handelt ... <

    Abgesehen davon, dass Sie jeden Andersdenkenden als Dummkopf beschimpfen, wo sind Ihre "Beweise"? Was ist mit Westen gemeint? Europa, Amerika? Oder meinen Sie wie einige andere den "CIA"?

    Es sind immer wieder pauschale Kommentare mit Schubladen, genau wie "Alle Banker sind Verbrecher".

    Etwas mehr differenzierte und nachvollziehbare Argumente wären angebracht.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    ... der Spuk des blasphemischen "Wächterrates" wird mit "sittenstrenger" Unterstützung der Basidschi und der Revolutions-Milizen weitergehen. Die Kräne zum aufknüpfen warten.

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  • Von Navid Kermani
  • Datum 27.6.2009 - 15:55 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 25.06.2009 Nr. 27
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  • Schlagworte Iran | Demonstration | Regierung | Protest
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