Nein! Worum geht’s? Ach ja. In meinen Nachtträumen bin ich der König der Biere. In meinen Tagträumen bin ich der König der Donuts. Manchmal, wenn meine Fantasie mit mir durchgeht, bin ich der Donut-König bei Tag und der Bierkönig in der Nacht. Dann träume ich von Duff-Bier mit Donut-Geschmack, mmmhh, Donutduff! Oder in Duff getränkte Donuts. Egal, Hauptsache, es ist ungesund. Als Teenager habe ich davon geträumt, die größte Spritschleuder der Welt zu fahren, morgens, mittags und abends Steak zu essen. Nichts, was in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist, hat diesen Traum ändern können. Von meinen zwei Kindern – nein! Es sind ja sogar drei – habe ich sicher nicht geträumt, auch nicht, als ich Marge kennengelernt habe. Hätte ich, wäre ich bestimmt vorsichtiger gewesen! Marge ist meine Traumfrau. Ich versuche eigentlich nur, jeden Tag unbeschadet zu überstehen, bis ich mich wieder an sie kuscheln darf.

Ein Mann sollte über das hinausstreben, was er erreichen kann. Da es mir viel zu mühsam ist, meine Arme weit auszustrecken, bedeutet das, es liegt eine ganze Menge außerhalb meiner Reichweite. Trotzdem bin ich Astronaut, Autodesigner, Restaurantkritiker und Musikproduzent gewesen. Das Geheimnis dabei ist, großspurige Träume zu haben und eine Menge anderer Leute die harte Arbeit für sich machen zu lassen – ungefähr wie Bill Gates.

Wer Glück oder Erfüllung in seinem Job sucht, muss ziemlich verrückt sein. Oder ganz schön abgefüllt. Laaaangweilig! Du gehst einfach jeden Tag hin und bringst deine Arbeit völlig halbherzig hinter dich. Das ist der American way. Glück bedeutet für mich, einen Brustkorb vom Umfang meines Bauches zu haben, so viele Haare auf dem Kopf wie auf der Brust und Friede und Ruhe zu empfinden statt, wie meistens, Wut und Enttäuschung. Meine Erfüllung finde ich in dem, was ich esse und trinke, und in jedem Nickerchen. Ach ja, und in meinen Kindern. Vor allem, wenn ich sie ignoriere.

Mein Lebenstraum ist es, steinalt und steinreich zu werden, ohne je etwas Nützliches zu tun. Ich habe schon versucht, die innere Leere, die dabei entsteht, mit Familie, Religion und sozialem Engagement zu füllen. Aber das waren alles Sackgassen. Der Versuch ist der erste Schritt des Scheiterns.

Im Himmel würde es mir nur gefallen, wenn es dort keine scheinheiligen, nervigen Religionstypen geben würde – stattdessen eben nur so stinknormale Kerle wie mich, die den ganzen Tag ausschweifende Cocktailpartys feiern. Auf Alkohol, den Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme!

Redaktion Jörg Böckem

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