Tierpark im Dunkeln

Das Nachtleben der Tiere

Pelikane werden bis zu 40 Jahre alt. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen  |  © Peter Neusser

Jeder Zoo bemüht sich, die Wildnis nachzubilden: einen Kletterfelsen für Affen, ein steppenartiges Gelände für Antilopen, ein Tauchbecken für die Pinguine. Und doch bleibt jedem Besucher bewusst, dass hier nur Ideen von Wildnis sichtbar gemacht sind. Zu ähnlich ist die Situation mit der im Museum: auf der einen Seite die Schauenden, auf der anderen Seite die – in diesem Fall lebendigen – Exponate. Wir sehen keine Wildnis, sondern Menschengemachtes, was den Tieren mehr oder weniger gerecht wird. Das ist nirgends schöner beschrieben als in Rilkes Gedicht vom Panther, der die Welt vor lauter Stäben nicht mehr sieht. All das vergessen wir, wenn wir die Bilder des Fotografen Peter Neusser betrachten. Durch einen einfachen Trick ist es ihm gelungen, die Aura der unberührten Wildnis wieder herzustellen. Nach Toresschluss ist er im Münchner Tierpark Hellabrunn geblieben und hat Elefanten, Flamingos und Löwen bei Nacht fotografiert. Auf seinen Fotos verschwinden die Gräben, Mauern und Gitter in der Dunkelheit, wir sind ganz nah bei den Tieren. Eine Galerie

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