Tschechien Der böhmische TraumSeite 5/5
Kurz vor seinem Tod erlebt die Gründung des Deutschen Reiches unter Preußens Führung. Erneut warnt er vor dessen Expansion: »Die Deutschen redeten von Freiheit und Konstitution und brachten die Herrschaft der einen über die anderen.« Die Donaumonarchie sieht er zum Untergang verurteilt, doch »um meine Nation hege ich dabei nicht allzu große Befürchtungen«. Sein Volk sei vor Österreich da gewesen und werde nach ihm da sein. Am 26.Mai 1876 stirbt František Palacký in Prag. Mehr als 50.000 Menschen bereiten ihm ein Begräbnis, wie es Prag seit dem Leichenzug KarlsIV. ein halbes Jahrtausend zuvor nicht mehr erlebt hat.
Noch im selben Jahr begann man mit dem Bau einer Brücke über die Moldau, die seinen Namen trägt. An deren Neustädter Kopf wurde 1912 ein triumphales Denkmal für ihn enthüllt, das noch heute jeden Prag-Besucher staunen macht.
Wer es sieht und Palackýs Geschichte kennt, der ahnt, was das neue Europa für viele Tschechen bedeutet: einen sicheren Port für die Nation, mehr nicht. Jeder Verzicht auf Souveränitätsrechte erscheint ihnen als Zumutung. Nur 28 Prozent aller Wahlberechtigten gaben bei der Europawahl Anfang Juni ihre Stimme ab. Brüssel und Lissabon bleiben für unsere Nachbarn ferne Orte.
Der Autor ist Historiker und Journalist und lebt in Hamburg
- Datum 04.07.2009 - 20:54 Uhr
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- Serie Zeitläufte
- Quelle DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28
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gegen die slawischen Völker, die dann in den Weltkriegen mit "Ober Ost" und "Generalplan Ost" ausgeführt werden: http://de.wikipedia.org/w...
Hervorragende Untersuchung von Klaus Thörner,
"Der ganze Südosten ist unser Hinterland."
Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945
online: http://oops.ibit.uni-olde...
"die germanische Kultur [] als ständeorientiert und autoritär" - ja, dieses Regime ist besonders seit "der Wende" wieder auf dem Vormarsch!
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Interessanter Artikel, aber ist es nicht alles viel einfacher? Die Tschechen haben seit 1990 im Grunde das erste Mal in ihrer Geschichte einen wirklich unabhängigen Nationalstaat. Nach 1918 musste die Macht mit Deutschen und Slowaken geteilt werden, nach 1945 war man ein Vasallenstaat der UdSSR.
Da fällt es doch schwer, gleich wieder ein Vasallenstaat der EU zu werden,
Palacký ist einfach zu lange her, das ist als wollte man Bismarck zur Erklärung deutscher Denkmuster heranziehen.
1848 waren die Deutschen bemüht, die über Jahrhunderte gewachsenen Interessen der einzelnen Länder zu einen. Erst Bismarck ist das von oben gelungen, mit "Blut und Eisen". Nach dem 1. Weltkrieg wurden den Deutschen in dem neuentstandenen Nationalstaat das Selbstbestimmungsrecht verwehrt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie völkerrechtswidrig - nach etwa 800 Jahren Besiedlung - vertrieben. Dieses Wissen habe ich bei meinem Geschichtsstudium in München und England erworben. Die beiden vorherigen Beiträge sind wohl DDR "Erkenntnis"
Vor ein paar Jahren hat Peter Glotz ein ganz nettes Buch geschrieben, "Vertreibung". Er liefert darin eine ganz plausible Sicht der Dinge, und die Pauskirchen-Absage von Palacký nimmt auch dort einen zentralen Raum ein. Der "österreichische Patriotismus" Palackýs beeindruckt - liefert er doch doch ein Gegenkonzept zum Europa der Nationalstaaten. Die Donau-Monarchie als ein Vorläufer der EU? "......Gäbe es Österreich nicht, man müßte es erfinden........". Daß zu Habsburgischen Zeiten "alles besser war", diese Melankolie liest man auch hin und wieder zu den Zuständen in Ex-Jugoslawien, insbesondere Bosnien. An das Zitat der Einladung an die deutschen Länder, auch "Österreich beizutreten" erinnere ich mich aus dem Glotz-Buch nicht - es klingt aber konsequent. Also weder klein-, noch großdeutsch, sondern gleich (...europäisch...) förderal. Laut Sebastian Haffner haben wir die kleindeutsche Lösung bis zum heutigen Tage. Bismarcks Lösung zwar in Jalta und Potsdam zwar zunächst dreigeteilt, aber dann 1990 bei 2+4 doch wieder zusammengefügt, also der Teil diesseits von Oder und Neiße.
Ihre Aussage: "...Nach dem 1. Weltkrieg wurden den Deutschen in dem neuentstandenen Nationalstaat das Selbstbestimmungsrecht verwehrt"?....... Der Preis wäre die Teilung Böhmens und Mährens gewesen - so wie es 1938 dann auch passierte. Mit Begriffen wie "... Appeasement..." mogelt man sich heute drum rum, daß die Friedensordnung der Pariser Vorortverträge (...Versailles...) doch gewisse Schönheitsfehler hatte, die dann den Diktaturen in die Hände arbeiteten, insbesonder der deutschen.
Die Benennung des "Großdeutschen Reiches" von Hitler würde ich erstmal nach den Kategorien des 19. Jahrhunderts deuten - Bismarckes Kleindeutschland plus den Österreichischen Reststaat, plus Böhmen und Mähren.
Die Bürger des "Protektorates" zwar nicht in der Wehrmacht gelitten, die Jugend aber doch in der HJ? Und die Maschinerie der Rüstungsproduktion lief ja auch gut geölt - so gut, daß es Benesch in London Angst und Bange wurde, - und er die Heydrich-Attentäter in Marsch setzte. So stellt es Glotz zumindest dar. Der weitere Verlauf bekannt.
Mit der Positionsbestimmung für "die Tschechen", zwischen Pan-Germanismus, und Pan-Slawismus, hat Palacky mit der Befürwortung der förderalen Option prophetische Qualitäten bewiesen. Österreich (als förderales Gebilde) verbessern, und nicht abschaffen im Sinne der Nationalstaatenbildung. Betreffs des erschossenen Thronfolgers liest man da auch von interessanten Absichten - was aber, wie bekannt, nicht mehr werden sollte. Der tschech(oslowak)ische Nationalstaat, wie seit dem 19. Jhdt. herbeigesehnt, und 1918 gekommen, ist ja gescheitert. Zuerst 1938. Diktatur hin oder her, es gab zentrifugale Kräfte. 1945 von Benesch mit Hilfe Westmächte restauriert (....er nutzte seine Zeit, um mit dem "deutschen Problem" aufzuräumen....), aber 1948 schlug dann die Stunde der Wahrheit - mit der Machtübernahme der Kommunisten. Palacky sah -100 Jahre vorher- schwache Nationalstaaten, und das "Imperium des Panslawismus". Was dann real kam, war die Welt von Jalta, mit Stalins Ostblock. Hat er etwa nicht recht gehabt? Interressant dabei die Position der Westmächte. 1918 mag ungetrübte Zuversicht geherrscht haben. Aber dann Jalta?--Hat Benesch überhaupt eine Chance gehabt? Die Kommunisten mit Gottwald erscheinen als die logischen Erben, nicht Bensch. War das so ehrenhaft von den Briten, was sie da mit Stalin ausgehandelt haben? Das war dann eben der Preis für den Sieg über Hitler....... Der Weg der Tschechen zwischen 1918 und der samtenen Revolution sieht doch im Rückblick recht steinig aus.
Mit der EU ist manches verwirklicht worden, was sich Palacky als Reform im Ineren Österreichs gewünscht hätte. Es kam erstmal anders, für rund 100 Jahre, mit leidvollen Erfahrungen für Tschechen und andere. Vor diesem Hintergrund ist in den letzten 20 Jahren viel erreicht worden.
Vor ein paar Jahren hat Peter Glotz ein ganz nettes Buch geschrieben, "Vertreibung". Er liefert darin eine ganz plausible Sicht der Dinge, und die Pauskirchen-Absage von Palacký nimmt auch dort einen zentralen Raum ein. Der "österreichische Patriotismus" Palackýs beeindruckt - liefert er doch doch ein Gegenkonzept zum Europa der Nationalstaaten. Die Donau-Monarchie als ein Vorläufer der EU? "......Gäbe es Österreich nicht, man müßte es erfinden........". Daß zu Habsburgischen Zeiten "alles besser war", diese Melankolie liest man auch hin und wieder zu den Zuständen in Ex-Jugoslawien, insbesondere Bosnien. An das Zitat der Einladung an die deutschen Länder, auch "Österreich beizutreten" erinnere ich mich aus dem Glotz-Buch nicht - es klingt aber konsequent. Also weder klein-, noch großdeutsch, sondern gleich (...europäisch...) förderal. Laut Sebastian Haffner haben wir die kleindeutsche Lösung bis zum heutigen Tage. Bismarcks Lösung zwar in Jalta und Potsdam zwar zunächst dreigeteilt, aber dann 1990 bei 2+4 doch wieder zusammengefügt, also der Teil diesseits von Oder und Neiße.
Ihre Aussage: "...Nach dem 1. Weltkrieg wurden den Deutschen in dem neuentstandenen Nationalstaat das Selbstbestimmungsrecht verwehrt"?....... Der Preis wäre die Teilung Böhmens und Mährens gewesen - so wie es 1938 dann auch passierte. Mit Begriffen wie "... Appeasement..." mogelt man sich heute drum rum, daß die Friedensordnung der Pariser Vorortverträge (...Versailles...) doch gewisse Schönheitsfehler hatte, die dann den Diktaturen in die Hände arbeiteten, insbesonder der deutschen.
Die Benennung des "Großdeutschen Reiches" von Hitler würde ich erstmal nach den Kategorien des 19. Jahrhunderts deuten - Bismarckes Kleindeutschland plus den Österreichischen Reststaat, plus Böhmen und Mähren.
Die Bürger des "Protektorates" zwar nicht in der Wehrmacht gelitten, die Jugend aber doch in der HJ? Und die Maschinerie der Rüstungsproduktion lief ja auch gut geölt - so gut, daß es Benesch in London Angst und Bange wurde, - und er die Heydrich-Attentäter in Marsch setzte. So stellt es Glotz zumindest dar. Der weitere Verlauf bekannt.
Mit der Positionsbestimmung für "die Tschechen", zwischen Pan-Germanismus, und Pan-Slawismus, hat Palacky mit der Befürwortung der förderalen Option prophetische Qualitäten bewiesen. Österreich (als förderales Gebilde) verbessern, und nicht abschaffen im Sinne der Nationalstaatenbildung. Betreffs des erschossenen Thronfolgers liest man da auch von interessanten Absichten - was aber, wie bekannt, nicht mehr werden sollte. Der tschech(oslowak)ische Nationalstaat, wie seit dem 19. Jhdt. herbeigesehnt, und 1918 gekommen, ist ja gescheitert. Zuerst 1938. Diktatur hin oder her, es gab zentrifugale Kräfte. 1945 von Benesch mit Hilfe Westmächte restauriert (....er nutzte seine Zeit, um mit dem "deutschen Problem" aufzuräumen....), aber 1948 schlug dann die Stunde der Wahrheit - mit der Machtübernahme der Kommunisten. Palacky sah -100 Jahre vorher- schwache Nationalstaaten, und das "Imperium des Panslawismus". Was dann real kam, war die Welt von Jalta, mit Stalins Ostblock. Hat er etwa nicht recht gehabt? Interressant dabei die Position der Westmächte. 1918 mag ungetrübte Zuversicht geherrscht haben. Aber dann Jalta?--Hat Benesch überhaupt eine Chance gehabt? Die Kommunisten mit Gottwald erscheinen als die logischen Erben, nicht Bensch. War das so ehrenhaft von den Briten, was sie da mit Stalin ausgehandelt haben? Das war dann eben der Preis für den Sieg über Hitler....... Der Weg der Tschechen zwischen 1918 und der samtenen Revolution sieht doch im Rückblick recht steinig aus.
Mit der EU ist manches verwirklicht worden, was sich Palacky als Reform im Ineren Österreichs gewünscht hätte. Es kam erstmal anders, für rund 100 Jahre, mit leidvollen Erfahrungen für Tschechen und andere. Vor diesem Hintergrund ist in den letzten 20 Jahren viel erreicht worden.
Vor ein paar Jahren hat Peter Glotz ein ganz nettes Buch geschrieben, "Vertreibung". Er liefert darin eine ganz plausible Sicht der Dinge, und die Pauskirchen-Absage von Palacký nimmt auch dort einen zentralen Raum ein. Der "österreichische Patriotismus" Palackýs beeindruckt - liefert er doch doch ein Gegenkonzept zum Europa der Nationalstaaten. Die Donau-Monarchie als ein Vorläufer der EU? "......Gäbe es Österreich nicht, man müßte es erfinden........". Daß zu Habsburgischen Zeiten "alles besser war", diese Melankolie liest man auch hin und wieder zu den Zuständen in Ex-Jugoslawien, insbesondere Bosnien. An das Zitat der Einladung an die deutschen Länder, auch "Österreich beizutreten" erinnere ich mich aus dem Glotz-Buch nicht - es klingt aber konsequent. Also weder klein-, noch großdeutsch, sondern gleich (...europäisch...) förderal. Laut Sebastian Haffner haben wir die kleindeutsche Lösung bis zum heutigen Tage. Bismarcks Lösung zwar in Jalta und Potsdam zwar zunächst dreigeteilt, aber dann 1990 bei 2+4 doch wieder zusammengefügt, also der Teil diesseits von Oder und Neiße.
Ihre Aussage: "...Nach dem 1. Weltkrieg wurden den Deutschen in dem neuentstandenen Nationalstaat das Selbstbestimmungsrecht verwehrt"?....... Der Preis wäre die Teilung Böhmens und Mährens gewesen - so wie es 1938 dann auch passierte. Mit Begriffen wie "... Appeasement..." mogelt man sich heute drum rum, daß die Friedensordnung der Pariser Vorortverträge (...Versailles...) doch gewisse Schönheitsfehler hatte, die dann den Diktaturen in die Hände arbeiteten, insbesonder der deutschen.
Die Benennung des "Großdeutschen Reiches" von Hitler würde ich erstmal nach den Kategorien des 19. Jahrhunderts deuten - Bismarckes Kleindeutschland plus den Österreichischen Reststaat, plus Böhmen und Mähren.
Die Bürger des "Protektorates" zwar nicht in der Wehrmacht gelitten, die Jugend aber doch in der HJ? Und die Maschinerie der Rüstungsproduktion lief ja auch gut geölt - so gut, daß es Benesch in London Angst und Bange wurde, - und er die Heydrich-Attentäter in Marsch setzte. So stellt es Glotz zumindest dar. Der weitere Verlauf bekannt.
Mit der Positionsbestimmung für "die Tschechen", zwischen Pan-Germanismus, und Pan-Slawismus, hat Palacky mit der Befürwortung der förderalen Option prophetische Qualitäten bewiesen. Österreich (als förderales Gebilde) verbessern, und nicht abschaffen im Sinne der Nationalstaatenbildung. Betreffs des erschossenen Thronfolgers liest man da auch von interessanten Absichten - was aber, wie bekannt, nicht mehr werden sollte. Der tschech(oslowak)ische Nationalstaat, wie seit dem 19. Jhdt. herbeigesehnt, und 1918 gekommen, ist ja gescheitert. Zuerst 1938. Diktatur hin oder her, es gab zentrifugale Kräfte. 1945 von Benesch mit Hilfe Westmächte restauriert (....er nutzte seine Zeit, um mit dem "deutschen Problem" aufzuräumen....), aber 1948 schlug dann die Stunde der Wahrheit - mit der Machtübernahme der Kommunisten. Palacky sah -100 Jahre vorher- schwache Nationalstaaten, und das "Imperium des Panslawismus". Was dann real kam, war die Welt von Jalta, mit Stalins Ostblock. Hat er etwa nicht recht gehabt? Interressant dabei die Position der Westmächte. 1918 mag ungetrübte Zuversicht geherrscht haben. Aber dann Jalta?--Hat Benesch überhaupt eine Chance gehabt? Die Kommunisten mit Gottwald erscheinen als die logischen Erben, nicht Bensch. War das so ehrenhaft von den Briten, was sie da mit Stalin ausgehandelt haben? Das war dann eben der Preis für den Sieg über Hitler....... Der Weg der Tschechen zwischen 1918 und der samtenen Revolution sieht doch im Rückblick recht steinig aus.
Mit der EU ist manches verwirklicht worden, was sich Palacky als Reform im Ineren Österreichs gewünscht hätte. Es kam erstmal anders, für rund 100 Jahre, mit leidvollen Erfahrungen für Tschechen und andere. Vor diesem Hintergrund ist in den letzten 20 Jahren viel erreicht worden.
Guter Artikel.
Erst beim Studium der osteuropäischen Geschichte, dann mit tschechischen Freunden, hatte ich oft Gelegenheit über das deutsch-tschechische Verhältnis oder besser: Verhängnis nachzudenken.
Denn im Grunde war eine Katastrophe kaum zu vermeiden.
Die Deutschen als verspätete Nation waren im 19./frühen 20. Jh. noch nicht so reif, noch verspätetere Nationen ernstzunehmen. Und als Beinahegroßmacht glaubten sie es auch nicht zu müssen. Die Tschechen wiederum, als altes Kulturvolk mit uralter staatlicher Tradition, waren nicht so bescheiden, sich mit irgendwas Halbstaatlichem oder noch weniger zufriedenzugeben (wie z.B. die Sorben).
In den kritischen Momenten der Geschichte kamen dann auch noch Diktatur und Krieg dazu, und schufen erst den Rahmen für Gewaltmaßnahmen, die sonst sicher ausgeblieben wären (Annexionen, Vertreibung). Das ursprünglich ähnlich gelagerte irisch-englische Verhältnis zeigt im 20. Jh. eine historische Alternative, die auch für Tschechen und Deutsche offengestanden hätte. (Das Sudetenland wäre dann vielleicht das deutsche Nordirland...) Hätten die Deutschen (Deutschösterreicher) vor 1918 den Tschechen einen Staat gewährt, selbst unter Abtrennung der Sudetengebiete, und hätten sie nachfolgend von neuerlichen Annexionen abstand genommen, hätten sie allen nachfolgenden Zankereien die Schärfe genommen.
Letztlich ist die allgemeine Erkenntnis schon richtig: Wenn die Deutschen vor 1945 nicht so verblendet gewesen wären, hätte es keinerlei Vertreibungen gegeben und Deutsch wäre Bildungssprache für halb Europa geblieben, wie es zuvor gewesen ist.
Interessantes Szenario.
Die Republik Irland wäre dann die "Resttschechei"? Oder andersrum, die Iren könnten jetzt in ihrer Provinz Ulster jetzt auch einen Zustand haben, wo -ich benutze ein Benesch-Zitat- "es besser sei, die Disteln wachsen auf den deutschen Feldern, als daß sie von Deutschen weiter bebaut würden".
So eine Ethno-Debatte hat ja neben der politischen Macht meist auch was mit Wirtschaft zu tun. Und in der Nachkriegstschechoslowakei hat man da durchaus hart bezahlt.
Über dem Münchner Abkommen wird umstandslos der Daumen gesenkt. Gibt es dafür, außer der Tatsache daß es von einem Diktator betrieben wurde, noch weitere Begründungen? Daß ethnisch-demografische Vorgänge bestehende politische Einheiten zerreißen, ist ja hinterher auch wieder vorgekommen, siehe Kosovo. In diesem Fall sogar mit ausdrücklicher Billigung des Westens. Die Verknüpfung von Staatlichkeit mit Ethnizität ist ja immerhin mal ein anerkanntes Prinzip gewesen (...Wilson...). Oder mit welcher Begründung sonst ist die Sezession des Kosovo geduldet worden? (Selbst der Name des "Amselfeldes" kommt noch aus slawischer Sprache, nicht der albanischen.....).
Oder es ist doch nur ein Zweckkonstrukt, einmal gegen den Kriegsgegner Habsburg, dann gegen Milischewitschs Jugoslawien....
Noch mal zu Ihrem Vergleich Irland-Tschechien. Von dem Thema der "Disteln" abgesehen, ist es den Tschechen wesentlich besser ergangen als den Iren, ich meine im kulturellen Sinne. Was ist aus der keltischen Kultur geworden, der gälischen Sprache? Wo es bei den Tschechen im 19. Jahrhundert bergauf ging, da ging es in Irland bergab. Daß ein Volk seine Sprache verliert, das erscheint mir als ein erschütternder Vorgang. In Tschechien hat man das Ruder rumgerissen, bei den Iren ist der Verlust aber real, da hat die Unabhängigkeit auch nichts mehr dran geändert. Selbst die IRA (unseligen Angedenkens) bediente sich in ihren Pamphleten der Sprache der "Besatzer".......
Interessantes Szenario.
Die Republik Irland wäre dann die "Resttschechei"? Oder andersrum, die Iren könnten jetzt in ihrer Provinz Ulster jetzt auch einen Zustand haben, wo -ich benutze ein Benesch-Zitat- "es besser sei, die Disteln wachsen auf den deutschen Feldern, als daß sie von Deutschen weiter bebaut würden".
So eine Ethno-Debatte hat ja neben der politischen Macht meist auch was mit Wirtschaft zu tun. Und in der Nachkriegstschechoslowakei hat man da durchaus hart bezahlt.
Über dem Münchner Abkommen wird umstandslos der Daumen gesenkt. Gibt es dafür, außer der Tatsache daß es von einem Diktator betrieben wurde, noch weitere Begründungen? Daß ethnisch-demografische Vorgänge bestehende politische Einheiten zerreißen, ist ja hinterher auch wieder vorgekommen, siehe Kosovo. In diesem Fall sogar mit ausdrücklicher Billigung des Westens. Die Verknüpfung von Staatlichkeit mit Ethnizität ist ja immerhin mal ein anerkanntes Prinzip gewesen (...Wilson...). Oder mit welcher Begründung sonst ist die Sezession des Kosovo geduldet worden? (Selbst der Name des "Amselfeldes" kommt noch aus slawischer Sprache, nicht der albanischen.....).
Oder es ist doch nur ein Zweckkonstrukt, einmal gegen den Kriegsgegner Habsburg, dann gegen Milischewitschs Jugoslawien....
Noch mal zu Ihrem Vergleich Irland-Tschechien. Von dem Thema der "Disteln" abgesehen, ist es den Tschechen wesentlich besser ergangen als den Iren, ich meine im kulturellen Sinne. Was ist aus der keltischen Kultur geworden, der gälischen Sprache? Wo es bei den Tschechen im 19. Jahrhundert bergauf ging, da ging es in Irland bergab. Daß ein Volk seine Sprache verliert, das erscheint mir als ein erschütternder Vorgang. In Tschechien hat man das Ruder rumgerissen, bei den Iren ist der Verlust aber real, da hat die Unabhängigkeit auch nichts mehr dran geändert. Selbst die IRA (unseligen Angedenkens) bediente sich in ihren Pamphleten der Sprache der "Besatzer".......
Interessantes Szenario.
Die Republik Irland wäre dann die "Resttschechei"? Oder andersrum, die Iren könnten jetzt in ihrer Provinz Ulster jetzt auch einen Zustand haben, wo -ich benutze ein Benesch-Zitat- "es besser sei, die Disteln wachsen auf den deutschen Feldern, als daß sie von Deutschen weiter bebaut würden".
So eine Ethno-Debatte hat ja neben der politischen Macht meist auch was mit Wirtschaft zu tun. Und in der Nachkriegstschechoslowakei hat man da durchaus hart bezahlt.
Über dem Münchner Abkommen wird umstandslos der Daumen gesenkt. Gibt es dafür, außer der Tatsache daß es von einem Diktator betrieben wurde, noch weitere Begründungen? Daß ethnisch-demografische Vorgänge bestehende politische Einheiten zerreißen, ist ja hinterher auch wieder vorgekommen, siehe Kosovo. In diesem Fall sogar mit ausdrücklicher Billigung des Westens. Die Verknüpfung von Staatlichkeit mit Ethnizität ist ja immerhin mal ein anerkanntes Prinzip gewesen (...Wilson...). Oder mit welcher Begründung sonst ist die Sezession des Kosovo geduldet worden? (Selbst der Name des "Amselfeldes" kommt noch aus slawischer Sprache, nicht der albanischen.....).
Oder es ist doch nur ein Zweckkonstrukt, einmal gegen den Kriegsgegner Habsburg, dann gegen Milischewitschs Jugoslawien....
Noch mal zu Ihrem Vergleich Irland-Tschechien. Von dem Thema der "Disteln" abgesehen, ist es den Tschechen wesentlich besser ergangen als den Iren, ich meine im kulturellen Sinne. Was ist aus der keltischen Kultur geworden, der gälischen Sprache? Wo es bei den Tschechen im 19. Jahrhundert bergauf ging, da ging es in Irland bergab. Daß ein Volk seine Sprache verliert, das erscheint mir als ein erschütternder Vorgang. In Tschechien hat man das Ruder rumgerissen, bei den Iren ist der Verlust aber real, da hat die Unabhängigkeit auch nichts mehr dran geändert. Selbst die IRA (unseligen Angedenkens) bediente sich in ihren Pamphleten der Sprache der "Besatzer".......
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