Abwrack-Boom Schneller geschaltetSeite 3/3
Begehrt war vor allem die Preisklasse um 10000 Euro. Abwrackprämie plus Rabatte machten scheinbar Unmögliches möglich: ein Neuwagen für fünf- bis sechstausend Euro, wann hatte es das schon mal gegeben? "Für viele Kunden war das ihr erster Neuwagen überhaupt", sagt Hyundai-Mann Frey, und "80 bis 90 Prozent der Kunden hatten zuvor noch keinen Hyundai gefahren."
Durch das Sponsoring bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 war Hyundai als Marke zwar erstmals richtig bekannt geworden, in vielen zusätzlichen Verkäufen hatte sich das aber nicht niedergeschlagen.
Die Abwrackprämie habe es weniger etablierten Marken dann jedoch erleichtert, neue Kunden zu erobern, sagt der Marketingexperte Gehring: "Vorher gab es eine Schwelle, sich einen Kia, Hyundai oder Dacia zu kaufen"; man fuhr einen gebrauchten VW, Opel, Renault oder Fiat – Marken, die man lange kannte. Doch die konnten anfangs oft nicht liefern. Zwar hätten später auch die etablierten Hersteller kräftig zugelegt, doch anders als bei den Koreanern sei deren Marktanteil bei Kleinwagen insgesamt kaum gestiegen, meint Gehring.
Fraglich ist allerdings, ob sich der Verkaufserfolg auch in den Gewinnen niederschlägt. Wenn etwa Fiat für seinen kleinen Panda (Listenpreis knapp 10000 Euro) zur Abwrackprämie nochmals 2500 Euro Rabatt gebe, "bleibt pro Auto wohl nur noch wenig hängen", schätzt Gehring.
Wichtig ist dagegen die Verbreiterung der Kundenbasis. Die nächsten drei bis fünf Jahre – so lange gewähren Hyundai und Kia Garantie – werden die Kunden zum Service bei den Händlern vorbeischauen. "Wenn der stimmt und das Auto gut ist", sagt Gehring, hätten die koreanischen Marken gute Chancen, auch dauerhaft zu den Gewinnern zu gehören.
Das könnte selbst dann gelten, wenn die Zeiten zunächst einmal schwieriger für Kleinwagenhersteller werden, weil jeder, der sich in den nächsten zwei, drei Jahren einen neuen Kleinwagen kaufen wollte, jetzt zugeschlagen hat. Die Verlierer dieses Jahres stehen jedenfalls fest: Nach der Statistik des mit der Auszahlung der Abwrackprämie befassten Bundesamts für Wirtschaft und Außenhandel haben die einheimischen Fabrikate gegenüber den Importmarken weit unterproportional profitiert.
Allein Hyundai und Kia verkauften bis Mitte Juni zusammen mehr Autos mithilfe der Prämie als etwa Opel. Noch gravierender: An den Verkäufern der deutschen Prestigemarken Audi, BMW, Mercedes oder Porsche ging die Abwrackprämie fast vollständig vorbei. Bis Ende Mai mussten sie Verkaufsrückgänge in teilweise zweistelliger Höhe hinnehmen.
- Datum 02.07.2009 - 11:33 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28
- Kommentare 8
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heißen eben das der Markt das passende Angebot honoriert. Ich sage immer "Skoda baut die echten Volkswagen" und "Premium kommt von Prämie".
Hyundai-Deutschland hat eben gut gepokert und dazu noch eine ansprechende Produktpalette. Das deutsche Design sieht man den Autos unterschwellig an.
Aber so preiswert, wie man denkt, sind sie auch nicht. Sie haben etwas das Preisniveau der Japaner.
War das Ziel der Abwrackprämie nicht die heimische Automobilindustrie zu stärken?
Das dies nur bedingt erreicht wurde war eigentlich abzusehen, da die europäischen Hersteller, bei den preiswerten Kleinwagen (für deren Erwerb die 2500€ Prämie einen stärkeren Anreiz bietet als für einen 100.000€ Sportwagen) in Marktanteilen unterrepräsentiert sind. Somit hat die Regierung effektiv die Importeure und Asiatischen Marken subventioniert .....
Einzig der zweite Vorsatz, alte Dreckschleudern zugunsten sparsamer Autos aus dem Verkehr zu ziehen um somit die CO2 -Bilanz zu schönen sehe ich erfüllt.
Ich wiederhole mich ja ungern, aber mit dem Fahrrad fahre ich viel lieber hinter einem Porsche Cayenne GTS her als hinter einem Kleinstwagen mit Diesel. Denn trotz Russfilter und Denox-System (die der Kleinstwagen meist nichtmal hat) sind die Diesel-Abgase immer noch unumstritten gesundheitsgefährdender als die von Ottomotoren. Selbst die hysterischsten Prognosen zu den Gesundheitsfolgen des Klimawandels liegen nur im Mittelfeld der Schadensschätzungen zu Verkehrsabgasen und Lärm. Also erstmal Autos leiser und HC-, NOX-ärmer und weniger staubend machen (wozu es erstmal eine Masseinheit für Staub geben muss, g/km ist Bullshit), damit ist uns allen mehr geholfen, als mit Milliardenaufwand 20% weniger CO2 rauszuholen. Solche Reduktionen sind bei den anderen Abgasen nämlich deutlich billiger zu haben. Aber das ist angesichts des Billigtrends zu Chinakleinstmotorrädern sowieso inzwischen egal, da ist schon einer allein bei Lärm und Abgasen nichtmal von 100 AMG-Benz mit Kat-Bypass unter Volllast zu schlagen.
Da haben Sie Recht Mutter Oberin,
ein ganz großes Problem sind die unterschiedlichen Maßstäbe in Sachen Lärm und Abgase die bei unterschiedlichen Verkehrsmitteln angelegt werden. Mag ja sein, dass ein kleiner Diesel lauter ist als ein ebenso kleiner Benziner (wobei da die Fahrweise noch weitaus bedeutender sein dürfte).
Bloß: Bei den PKW hat sich in den letzten 20 Jahren beim Thema Abgase sowohl bei Benzin als auch bei Diesel richtig viel getan (spätestens seit es Partikelfilter gibt – die meiner Meinung nach vorgeschrieben werden sollten). Bei Mofa & Co. dagegen sind wir immer noch auf dem Niveau der frühen 80er – bei Lärm & Abgasen. Das diese – echten – Stinker dann munter in der Umweltzone rumknattern und weitaus sauberere PKW das nicht dürfen ist absurd. Genauso absurd: Alle reden über die Abgase der Diesel-PKW – wo bleibt der Filter für LKW? Solange da nix passiert ist die Feinstaubversorgung aus dem Straßenverkehr gesichert …
Aber die mit Pflanzenöl betriebenen Lkw riechen auch viel besser als die mit mineralischem Diesel betriebenen!
Da haben Sie Recht Mutter Oberin,
ein ganz großes Problem sind die unterschiedlichen Maßstäbe in Sachen Lärm und Abgase die bei unterschiedlichen Verkehrsmitteln angelegt werden. Mag ja sein, dass ein kleiner Diesel lauter ist als ein ebenso kleiner Benziner (wobei da die Fahrweise noch weitaus bedeutender sein dürfte).
Bloß: Bei den PKW hat sich in den letzten 20 Jahren beim Thema Abgase sowohl bei Benzin als auch bei Diesel richtig viel getan (spätestens seit es Partikelfilter gibt – die meiner Meinung nach vorgeschrieben werden sollten). Bei Mofa & Co. dagegen sind wir immer noch auf dem Niveau der frühen 80er – bei Lärm & Abgasen. Das diese – echten – Stinker dann munter in der Umweltzone rumknattern und weitaus sauberere PKW das nicht dürfen ist absurd. Genauso absurd: Alle reden über die Abgase der Diesel-PKW – wo bleibt der Filter für LKW? Solange da nix passiert ist die Feinstaubversorgung aus dem Straßenverkehr gesichert …
Aber die mit Pflanzenöl betriebenen Lkw riechen auch viel besser als die mit mineralischem Diesel betriebenen!
Da haben Sie Recht Mutter Oberin,
ein ganz großes Problem sind die unterschiedlichen Maßstäbe in Sachen Lärm und Abgase die bei unterschiedlichen Verkehrsmitteln angelegt werden. Mag ja sein, dass ein kleiner Diesel lauter ist als ein ebenso kleiner Benziner (wobei da die Fahrweise noch weitaus bedeutender sein dürfte).
Bloß: Bei den PKW hat sich in den letzten 20 Jahren beim Thema Abgase sowohl bei Benzin als auch bei Diesel richtig viel getan (spätestens seit es Partikelfilter gibt – die meiner Meinung nach vorgeschrieben werden sollten). Bei Mofa & Co. dagegen sind wir immer noch auf dem Niveau der frühen 80er – bei Lärm & Abgasen. Das diese – echten – Stinker dann munter in der Umweltzone rumknattern und weitaus sauberere PKW das nicht dürfen ist absurd. Genauso absurd: Alle reden über die Abgase der Diesel-PKW – wo bleibt der Filter für LKW? Solange da nix passiert ist die Feinstaubversorgung aus dem Straßenverkehr gesichert …
Aber die mit Pflanzenöl betriebenen Lkw riechen auch viel besser als die mit mineralischem Diesel betriebenen!
Ich habe kürzlich auf einer anderes Seite eines Nachrichtenmagazins gesehen, welche Steuern für andere Fahrzeuge erhoben werden. *muuuahahaha!*
Mein PKW ist ein 1997er Astra 1,6 Caravan Automatik, kostet 108,00€ Steuer pro Jahr, kommt mit 7,5 Litern pro 100 kM zügig vorwärts, ist mit 90€/Quartal vollkaksoversichert und der neue TÜV hat auch nicht Weh getan.
Bezahlt ist er auch.
Leider oder Gott sei Dank,- eine Umrüstung auf Gas rechnet sich für mich nicht. Aber bevor ich mich von diesem Fahrzeug trenne,- und das wird wohl noch dauern- kriegt die Hinterachse einen Elektroantrieb.
Dieser Abwarackwahnsinn ist völlig daneben und hinsichtlich der Ökobilanz fehlkalkuliert.
Gut Schnell Billig?
Ich liefere 2 von 3.
Ja, es werden die Zuwachszahlen vom Vorjahr verglichen. Aber gleich von einem Gewinner der Koreaner zu sprechen ist eindeutig zuviel. Die Neuzulassungen der Hersteller sagen viel mehr aus:
1. Platz VW (325.752)
2. Platz Opel (144.655)
3. Platz Ford (123.688)
4. Platz teilen sich Renault/Dacia, Skoda und Fiat (rund 85.000)
weit abgeschlagen Hyundai (47.347), Suzuki und Kia mit je rund 25.000, Mitsubishi mit nur 17.000.
Auch wenn prozentual die Koreaner die Sieger sind, hat vor allem der Volkswagenkonzern mit 540.469 Fahrzeugen von der Abwrackprämie profitiert und genau hier liegt das Dilemma ein Umsatzeinbruch in den nächsten Jahren ist allen Bewusst, es trifft unsere Arbeitsplätze.
.....ich weiß, ich bin ein Spielverderber und eine Spaßbremse dazu.
Aber wären 5 Milliarden Euro für Förderung und Betreuung unserer Kinder nicht irgendwie nachhaltiger gewesen?
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