Hochschule Hegel hilft nicht

Wie kann die moderne Massenuniversität aussehen? Elitäre Besitzstandswahrer verteidigen die Universität des 19. Jahrhunderts - und bleiben Antworten schuldig

Als Evelyn Finger vergangene Woche in dieser Zeitung (Hegel, hilf!) zur Fundamentalkritik der Studienreform ausholte, die unter dem Namen Bologna-Prozess bekannt ist, argumentierte sie ahistorisch und elitär. Ahistorisch, weil sie die deutsche Bildungsgeschichte ausblendet, elitär, weil das von ihr propagierte Universitätsideal großen Teilen des Volkes den Zugang zur höheren Bildung versperrt.

Die Studienreform – ein Werk ökonomistischer Dunkelmänner, denen es allein um Effizienz, Mobilität und Marktgängigkeit geht? Es gibt eine ganz andere Begründung. Der kürzlich verstorbene Soziologe Ralf Dahrendorf hat sie in dieser Zeitung schon in den sechziger Jahren verfochten. Demokratische Teilhabe war ihm wichtiger als die Ökonomie. Er setzte diese Sichtweise gegen die des Altphilologen Georg Picht, des Trommlers für die sogenannte Bildungsexpansion. Picht wollte den Mädchen, den Arbeiter- und Bauernkindern Zugang zur höheren Bildung verschaffen, um dem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs für die Wirtschaft abzuhelfen. Dahrendorf konterte: »Bildungspolitik ist unendlich viel mehr als eine Magd der Wirtschaftspolitik. Sie kann nur in Anknüpfung an den Gedanken eines Bürgerrechts auf Bildung erfolgen.« Möglichst vielen jungen Menschen möglichst viel Bildung und Ausbildung angedeihen zu lassen, darin sah er die Aufgabe der Schulen und Hochschulen. Er forderte eine Gliederung der Hochschulen, um das Massenstudium zu bewältigen.

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Die Einheit von Forschung und Lehre als Generalprinzip stellte er infrage, weil nur ein kleiner Teil der Studenten in die Forschung ginge. Die meisten Studenten brauchten eine wissenschaftsnahe Ausbildung, dafür müsse die Lehre gestärkt werden. Was heute Bachelor genannt wird, findet seine Wurzeln in dem, was Dahrendorf seinerzeit »Kurzstudiengänge« nannte.

Die Bologna-Reform steht also auch in dieser Tradition. Erstmals müssen sich Professoren Gedanken darum machen, was Studenten eigentlich lernen sollen.

Wer stattdessen vom »Ideal der Wertschätzung von Gelehrtheit, der Hochachtung vor dem Wissen an sich« schwärmt, wer die Universität des 19.Jahrhunderts (Schopenhauer, Hegel) hochleben lässt, der verweigert sich den Problemen einer modernen Massenuniversität. Wie sollen denn 30 bis 40 Prozent eines Jahrgangs studieren, von denen nur die wenigsten in die Forschung gehen werden? Will man sie weiter in amorphen Magisterstudiengängen mit Abbrecherquoten von bis zu 80 Prozent scheitern lassen? Oder in den Ingenieurstudiengängen, wo die Professoren Mathematik weniger vermitteln denn als Werkzeug benutzen, um möglichst viele Studenten vor dem Vordiplom (oder jetzt vorm Bachelor) loszuwerden. Oder sollen noch höhere Hürden vor der Universität all jene draußen halten, die »nur« eine wissenschaftsnahe Ausbildung anstreben? Wie ihre Version einer modernen Massenuniversität jenseits von Bachelor und Master aussehen soll, darauf verweigern die Besitzstandswahrer die Antwort, weil sie sich dann offen zu ihrem elitären Standpunkt bekennen müssten.

Der Verweis auf ein abstraktes Bildungsideal ist zudem eine billige Entschuldigung für Professoren, die ihrer Ausbildungspflicht nicht nachkommen. Viele Geisteswissenschaftler verdanken ihre Lehrstühle nicht ihrem Genie oder besonderem Forschungsbedarf, sondern einzig der Tatsache, dass an den Universitäten Lehrer ausgebildet werden. Dafür wurden sie eigentlich berufen. Nicht wenige aber kümmern sich – unter Berufung auf das Humboldtsche Bildungsideal, auf die Freiheit von Forschung und Lehre – lieber um ihre wissenschaftlichen Hobbys. Man sollte sie ächten und ihnen nicht auch noch zur Seite springen.

Keine Frage, die Bologna-Reform muss gründlich nachgebessert werden. Die Politik muss endlich mehr Geld für die Lehre in die Hand nehmen, und Professoren müssen für gute Lehre belohnt werden. Vieles haben die Hochschulen selbst in der Hand. Zwar gehen (anders als Evelyn Finger schreibt) heute mehr Studenten ins Ausland als vor zehn Jahren, aber während des Bachelorstudiums halten sich viele zurück. Fachbereiche könnten dem abhelfen, indem sie mit ausländischen Hochschulen die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen vereinbaren.

Einen wichtigen Punkt trifft Evelyn Finger indirekt mit ihrer Kritik: Bislang wurde die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge vorwiegend technisch diskutiert. Die Debatte darum, welches Wissen den Studenten vermittelt werden soll, welche Fähigkeiten sie entwickeln sollen, was zur akademischen Allgemeinbildung zählt, ist bislang viel zu kurz gekommen. Sie muss jetzt geführt werden.

 
Leser-Kommentare
    • KFlash
    • 03.07.2009 um 7:53 Uhr

    Wer eine akademische Ausbildung will kann diese an den unzähligen Fachhochschulen oder Berufsakademien erhalten.
    Wieso soll die Universität, welche gerade für die Forschung und dem Ideal dem Sie den Kampf angesagt haben, gewidmet wurde, ebenfalls zu einer solchen "Fachhochschule anderen Namens" werden?

    Ich glaube, dies liegt einfach am Namen. Alle wollen gern auf eine echte Universität, weil sie sich eben von dieser die bessere Ausbildung und die besseren Zukunftschancen versprechen. Wenn man die Universitäten zu Fachhochschulen verschult, sollte man sich fragen was man damit erreicht hat.

    Wieso stärkt man nicht einfach das Profil und das Ansehen der FH und BA wenn diese Art der Ausbildung so von Vorteil für die Zukunft sein soll?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben volkommen recht, letzendlich würde man aus den Unis lauter FHs und BAs machen, aber das bringt niemanden was. Das Ideal einer Uni wäre schon elitär, aber nicht vom monetären Hintergrund aus, sondern Leistung. Aber in der Realität sieht es meistens anders aus.

    Genau daran habe ich auch gedacht! Schade, dass diese Chance vertan wurde und stattdessen mit dem Bachelor-Mastersystem eine "zweite Fachhochschule" in den Universitäten verankert wurde (mit der Option zur Verlängerung) - mit allen Verwerfungen und Verwirrungen, die das mit sich bringt. Ich denke, es hat mit der "Demokratisierung von Bildung" zu tun, welche hier auf "Gleichmacherei" hinausläuft; unabhängig davon, ob eine wissenschaftliche Karriere angestrebt wird oder nicht, alle sollen denselben Weg gehen. Das findet sich entsprechend ja auch in der Gesamtschulidee usw. wieder, wahrscheinlich gibt es bald auch einen "Bachelor of Housekeeping" damit auch die Hausfrau (oder der Hausmann) einen akademischen Ablschluss hat, und sich die Gesellschaft damit - rein statistisch - nicht auseinanderentwickelt; d.h. damit ein Nachfolger von Herrn Schäuble sagen kann: über 50% der Deutschen haben einen akademischen Abschluss.

    • th
    • 03.07.2009 um 10:27 Uhr

    [entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]

    • th
    • 03.07.2009 um 10:28 Uhr

    weigert sich aber, den Leistungsanforderungen zu genügen

    Da ist etwas dran. Eine mögliche Modernisierungsstrategie wäre auch gewesen, die Fachhochschulen massiv auszuweiten und die Universitäten zu verkleinern. Nur: Können Sie sich d e n Aufschrei vorstellen, den es dann gegeben hätte. Es muss also, salopp und also sehr angreifbar formuliert, ein Stück Fachhochschule in die Unis geholt werden.

    Nebenbei: Viele FHs stellen vom wissenschaftlichen Standard her so manche Uni in den Schatten.

    Thomas Kerstan

    Sie haben volkommen recht, letzendlich würde man aus den Unis lauter FHs und BAs machen, aber das bringt niemanden was. Das Ideal einer Uni wäre schon elitär, aber nicht vom monetären Hintergrund aus, sondern Leistung. Aber in der Realität sieht es meistens anders aus.

    Genau daran habe ich auch gedacht! Schade, dass diese Chance vertan wurde und stattdessen mit dem Bachelor-Mastersystem eine "zweite Fachhochschule" in den Universitäten verankert wurde (mit der Option zur Verlängerung) - mit allen Verwerfungen und Verwirrungen, die das mit sich bringt. Ich denke, es hat mit der "Demokratisierung von Bildung" zu tun, welche hier auf "Gleichmacherei" hinausläuft; unabhängig davon, ob eine wissenschaftliche Karriere angestrebt wird oder nicht, alle sollen denselben Weg gehen. Das findet sich entsprechend ja auch in der Gesamtschulidee usw. wieder, wahrscheinlich gibt es bald auch einen "Bachelor of Housekeeping" damit auch die Hausfrau (oder der Hausmann) einen akademischen Ablschluss hat, und sich die Gesellschaft damit - rein statistisch - nicht auseinanderentwickelt; d.h. damit ein Nachfolger von Herrn Schäuble sagen kann: über 50% der Deutschen haben einen akademischen Abschluss.

    • th
    • 03.07.2009 um 10:27 Uhr

    [entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]

    • th
    • 03.07.2009 um 10:28 Uhr

    weigert sich aber, den Leistungsanforderungen zu genügen

    Da ist etwas dran. Eine mögliche Modernisierungsstrategie wäre auch gewesen, die Fachhochschulen massiv auszuweiten und die Universitäten zu verkleinern. Nur: Können Sie sich d e n Aufschrei vorstellen, den es dann gegeben hätte. Es muss also, salopp und also sehr angreifbar formuliert, ein Stück Fachhochschule in die Unis geholt werden.

    Nebenbei: Viele FHs stellen vom wissenschaftlichen Standard her so manche Uni in den Schatten.

    Thomas Kerstan

  1. Danke, dass ein Artikel endlich mal die andere Seite des Themas beleuchtet. Alle Medien berichten über den Bildungsstreik, aber kein Journalist setzt sich mal in einen Hörsaal ind schaut sich das Dilemma an: Praxisferne Theorie, zum Beispiel in BWL und VWL. Ich habe nach dem Studium im Job einen Aufschlag mit der Realität bekommen - denn im Beruf konnte man vom Studium nix, aber auch gar nix, verwenden. Der Bachelor macht die weltfremde Lehre zwar nicht besser, aber zumindest gibt es mehr Möglichkeiten für Praktika und Kooperationen mit Firmen. "Die Wirtschaft darf sich nicht in die Lehre einmischen". Wenn ich das nur schon höre! Leute, die das behaupten, haben entweder nie studiert oder sind Wissenschaftler geworden. Aber mit dem Berufsalltag nach einem normalen Studium haben sie nichts zu tun.

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    • hamkon
    • 03.07.2009 um 8:29 Uhr

    Bei den Veranstaltungen zur Vergabe der kontingentierten Seminarplätze wirkt exakt das Verfahren an den öffentlichen Universitäten, mit dem bereits in der Zeit vor 1789 Karriere gemacht wurde. Der Zufall bestimmt, wer schlussendlich in die jeweiligen Funktionen von Wirtschaft und Gesellschaft gespühlt wird. Ein Faktor spielt bei diesen Verfahren aber sicherlich keine Rolle: Das Leistungsprinzip.

    Ich habe nach dem BWL-Studium meine Fachbücher nicht verbrannt, um damit der Theorie auf Wiersehen zu sagen. Ganz im Gegenteil: Meine Fachbücher wurden durch eine Lose-Blatt-Sammlung ergänzt, um auf dem Laufenden zu bleiben.

    Leider ist es so, dass viele gestandene Kaufleute Ausgaben nicht von Aufwand und Aufwand nicht von Kosten unterscheiden können. Ich erwarte von einem Akademiker, dass er sich auch in seinem Beruf des wissenschaftlichen Denkens verpflichtet fühlt und rational agiert.

    Mir ist klar, dass die Kaufleute, die Absatzwirtschaft studierten, eher Psychologen als Kostenrechner sein müssen. Keine Frage. Dennoch auch diese Gruppe muss das Handwerkszeug des BWLers beherrschen. Sonst werden Unternehmensentscheidungen falsch vorbereitet.

    _______________________________________________________
    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

    • hamkon
    • 03.07.2009 um 8:29 Uhr

    Bei den Veranstaltungen zur Vergabe der kontingentierten Seminarplätze wirkt exakt das Verfahren an den öffentlichen Universitäten, mit dem bereits in der Zeit vor 1789 Karriere gemacht wurde. Der Zufall bestimmt, wer schlussendlich in die jeweiligen Funktionen von Wirtschaft und Gesellschaft gespühlt wird. Ein Faktor spielt bei diesen Verfahren aber sicherlich keine Rolle: Das Leistungsprinzip.

    Ich habe nach dem BWL-Studium meine Fachbücher nicht verbrannt, um damit der Theorie auf Wiersehen zu sagen. Ganz im Gegenteil: Meine Fachbücher wurden durch eine Lose-Blatt-Sammlung ergänzt, um auf dem Laufenden zu bleiben.

    Leider ist es so, dass viele gestandene Kaufleute Ausgaben nicht von Aufwand und Aufwand nicht von Kosten unterscheiden können. Ich erwarte von einem Akademiker, dass er sich auch in seinem Beruf des wissenschaftlichen Denkens verpflichtet fühlt und rational agiert.

    Mir ist klar, dass die Kaufleute, die Absatzwirtschaft studierten, eher Psychologen als Kostenrechner sein müssen. Keine Frage. Dennoch auch diese Gruppe muss das Handwerkszeug des BWLers beherrschen. Sonst werden Unternehmensentscheidungen falsch vorbereitet.

    _______________________________________________________
    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

  2. Die Massenuniversität ist modern - und also gut. Und wer eine andere Meinung hat, ist ein ewiggestriger Besitzstandswahrer. Ich kenne eine andere Zeitung mit vier Buchstaben: die hätte das nicht flacher ausdrücken können.
    Warum muss ein Abfallbeseitiger, ein KFZ-Mechatroniker oder eine Krankenschwester an einer Universität ausgebildet werden? Ach ja: es ist billiger. Ein bisschen Powerpoint in einem überfüllten Hörsaal kostet einfach weniger als Praxisbezug. Und außerdem zahlt nun nicht mehr die Privatwirtschaft für die Ausbildung sondern der gemeine Steuerzahler. Das gesparte Geld wird dann eingesetzt für Erfüllungsgehilfen: sogenannte Bildungsexperten und Qualitätssicherungsagenturen.
    Aber es ist noch schlimmer. Erstens wird durch die geringe Masterquote den marktgerecht ausgebildeten BAs ein klassisches Studium verwehrt - das Mehr an Studenten existiert also nur auf dem Papier. Zweitens wird durch die einhergehende Entwertung des Abiturs die soziale Selektion durch den Privatschulboom verschärft.

    • peto1
    • 03.07.2009 um 8:20 Uhr

    Viele die heute in der Modernen zeit Studieren wählen ihr Zukünftiges dasein nicht aus Leidenschaft sondern der Haubtgrund ist der Wirtschaftliche hintergrund, so kommt es das dan später nur Frustrierte und nicht Innovative halbherzige hinter den Tischen sitzen. Im gegenteil , viele die eine Natürliche Leidenschaft zu einem Sachgebiet oder einem gebiet haben werden übersehen nicht gefördert oder nicht erkannt, es gibt genug beispiele dazu in allen bereichen, Das Studium ist nur zu einem Zweck verkommen und muss seine ziele nicht weiter Erfolg orientiert sondern Innovativ orientiert sein.

    • hamkon
    • 03.07.2009 um 8:21 Uhr

    Nein, kein Muff. Es ist ein viel zu aktiver und extremistischer Chor- und Kadergeist, der sich an den Universitäten wie Mehltau ausgebreitet hat.

    Günstlings- und Vetternwirtschaft bestimmen die Karrierestrukturen, statt des könnens zählt das kennen und wenn schließlich gar nichts mehr geht, dann geht noch immer das Modell der sexuellen Liebedienerei, aus der sich inzwischen immer gewaltigere Zellen der gleichgeschlechtlichen Seilschaften - egal of maskuline oder feminine - entwickelt haben. Diese sozio-kulturelle Segregation, welche ja auch die Ursache für das inzwischen unübersehbar gewordenen - siehe Hamburger Universitätsreform und Universitätspräsidentin - aristo-feudalistischen Willkürherrschaftsgebaren der sogen. Eliten ist, begründet eben jene fundamentale Spaltung unserer Gesellschaft, die über kurz oder lang zu den Spannungen führen wird.

    Spannungen, die in unserem doch eigentlich von uns allen so geliebten Deutschland jenen Bürgerterrorismus heranziehen, der - wenn man seine Wurzeln bloßlegt und seine wirklichen Ursachen offenbar werden lässt - mit jenen Terroristen verglichen werden kann, die zwischen 1750 und 1905 in Russland wüteten. Dieser Terrorismus, der aus dem Urmotiv entstand, den russischen Leibeignen das Lesen und Schreiben als christliche Verpflichtung lehren zu sollen, und das den russischen Sozialrevolutionären als verbindender Gedanke eigen war.

    Dass damals in Russland eine autokratisch-feudalistische Besitzbürgerautokratie mit einer aufgesetzten Aristokratur die Gesamtbevölkerung so beherrschte und niederdrückte, wie dies heute faktisch und strukturell an unseren Universitäten in modernisierter Form wieder der Fall ist, dass werden die Mitglieder der privilegierten Kaste der Betreiber und Veranstalter dieser "Universitäten" genannten Scheinbildungseinrichtungen ganz vehement bestreiten. Sie stehen da ganz traditionell Seit an Seit mit den privilegierten Schranzen und Höflingen des deutschen Monarchismus, der deutschen Herrenmenschendiktatur und der stalinistischen Kaderfunktionärsdiktatur.

    Diese Realität, die sich da heute an unseren Bildungseinrichtungen entwickelt hat, wird nicht nur die modernen Duodezfürsten an den deutschen Universitäten hinwegfegen. Sie wird auch für das mehr oder weniger drakonische Ende der politischen Elite sorgen, die sich heute in unserem Lande zu einer sich selbst genügenden und sich selbst legitimierenden Kaderfunktionärskaste entwickelt hat.

    Die wahren Abendteuer sind im Kopf. Und sind sie nicht in unsrem Kopf, dann sind sie nirgendwo. Wer von unseren etablierten, saturierten und inzwischen mehrheitlich auch manierierten Privilegiertenvertretern aber glaubt, er könne diese Spannungen durch Ignorieren, geheimdienstliches Kontrollieren oder ähnlich quasi-diktatorischen Reflexe aussitzen, der sollte sich über das sich anbahnenede Feuer unter seinem Hintern nicht wundern, denn die Lunte ist gelegt und sogar - vermittels des gerade abrollenden Zusammenbruchs der Realwirtschaft - sogar schon angezündet.

    Übrigens, dieser Zusammenbruch steht im direkten Zusammenhang mit der Erfindung der "neuen Mitte" und der Schaffung der real-existierenden finanzspekulativen Betrugswirtschaft, dessen Herz mit dem vom Bundestag beschlossenen MoRaKG von der Allparteienkoalition um die Gruppe Schröder versammelten Insurgenten der entfesselten Finanzmarktdiktatur zum schlagen gebracht worden ist.

  3. Wer soll den nun die angeblich so unabdingbare Flexibilität praktizieren und wer stellt die Zeit zur verfügung?

    Vieleicht doch wieder die Unternehmen mit ihren professionellen Resourcen oder besser, wie es der Bolognaprozess ja vorsieht, die Ausbildungsstätten und Auszubildende? Dies alles hat mit elitärer Besitzstandswahrung überhaupt nicht's zu tun sondern viel mehr, wer denn die dafür nötige Zeit aufbringen will und kann.

    Da klagen einerseits die Unternehmen das im Rahmen der Globalisierung halt so manches angepasst werden müsse um dem globalen Wettbwerb gerecht zuwerden wärend gleichzeitig nie genügend und die richtigen Fachkräfte vorhanden sind.

    Einfach mal so eben schnell ganze Ausbildungsrichtungen irgendwelchen kurzfristigen Unternehmensansprüchen anzupassen, die Menschen möglichst effizient dort durchzuschleusen und wenn dann die Ausbildung doch nicht den Ansprüchen gerecht wird noch den Ausbildungssystemen den schwarzen Peter zuschieben.

    Wieviel Globalisierte und rein Oekonomische Ansprüche wollen wir denn tatsächlich in unsere Bildungssysteme lassen und noch schlimmer von diesen kontrollieren lassen?

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  4. (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

    • Chali
    • 03.07.2009 um 8:27 Uhr

    [Bleiben Sie sachlich!]
    [Vermeiden Sie Polemik ]

    Bertelsmann trabt, gell?

    - - - - - - - - -


    "Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
    A Fish called Wanda

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