Hirnforschung Das Prinzip HoffnungSeite 4/4

ZEIT: …an der zum Beispiel der Physiker Stephen Hawking leidet…

Birbaumer: …und Patienten mit anderen chronischen schweren Erkrankungen ist in der Regel erstaunlich hoch. Am Anfang der Krankheit gehen sie oft durch eine tiefe Depressionsphase. Dann stabilisieren sie sich, ihre Lebensfreude steigt wieder. Die Lebensqualität liegt zwar bei manchen gelähmten Patienten unter der eines Gesunden, aber weit über dem klinischen Wert einer Depression.

ZEIT: Das klingt erstaunlich!

Birbaumer: Vielleicht. Aber wir müssen uns hüten, unsere Alltags-Maßstäbe auf diese Patienten zu übertragen. Querschnittsgelähmte sind viel häufiger depressiv als diese total gelähmten Patienten.

ZEIT: Wie erklären Sie sich das?

Birbaumer: Ein Querschnittsgelähmter im Rollstuhl wird ständig mit seinen Defiziten konfrontiert. Er hat Mühe, in den Bus zu steigen, braucht überall einen behindertengerechten Zugang… Ein total Gelähmter dagegen liegt im Bett und wird umsorgt; jeder, der mit ihm Kontakt hat, tritt ihm positiv entgegen. Diese Patienten leben in einer positiven Welt, so unglaublich das klingen mag.

Das Gespräch führte Ulrich Schnabel

 
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