Bundestags-Abschied Wir waren der Fortschritt

Was bleibt von 1998 ff.? Die Weggefährten des einstigen Kanzlers Gerhard Schröder verlassen das Parlament. Ein Blick zurück mit Renate Schmidt, Hans Eichel und Otto Schily

Hans Eichel, 67, sitzt in seinem Abgeordnetenbüro der Schema-F-Klasse und schwärmt von einem Besuch im Studio des Stararchitekten Daniel Libeskind in New York. Eichel erzählt, dass er nicht nur Teile seines Hauses in Kassel nach seinen eigenen Plänen umgestalten ließ, sondern auch den neuen Verbindungstrakt zum Haus seiner Schwiegereltern entworfen habe. Anschließend überlegt er, ob man die chinesischen Kommunisten in die globale Familie der Sozialdemokratie einbauen und wie man das deutsch-russische Verhältnis grundsanieren könnte. Architektur ist Eichels Leidenschaft. Vom Bauen in den Bestand hält er eine Menge. Die Großbaustelle Berlin wird er nun trotzdem verlassen.

Eichel geht nicht allein. Den ehemaligen Finanzminister begleiten ein ehemaliger Innenminister, eine ehemalige Familienministerin, ein ehemaliger Arbeitsminister, ein amtierender Fraktionsvorsitzender sowie zwei von dessen Stellvertretern. Otto Schily, Renate Schmidt, Walter Riester, Peter Struck, Ludwig Stiegler, Walter Kolbow nehmen Abschied von der Politik. Sozialdemokraten, die gemeinsam die rot-grünen Regierungsjahre geprägt haben, die einen sehr, die anderen weniger, treten bei der Bundestagswahl am 27. September nicht wieder an. Die Generation Schröder geht in Rente. Was hat sie erreicht, was wird bleiben? Und wie sagt sie beim Abschied Servus, leise oder laut, demütig oder selbstgerecht? Begegnungen mit dem Hessen Eichel, dem Weltbürger Schily und der Fränkin Schmidt bringen eine erste Erkenntnis: Der Abschied ist zwar der gleiche – aber jeder geht auf seine Weise.

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Otto Schily, 77, nippt in einem Berliner Café an seinem Wasser und erläutert, wie schön das Alter, in dem er nun die aktive Politik hinter sich lässt, sich einfügt in den Siebenerrhythmus der Anthroposophie. Er zitiert Francis Bacon, den englischen Philosophen und Staatsmann, und General Pétain, den französischen Kriegshelden und Verräter. Er spricht von »meinem Freund Gerhard Schröder« und »meinem Freund Giuliano Amato«. An der Wand hängt ein Foto von Schily. Neben den Porträts von Johnny Depp, Bill Clinton, Anna Netrebko, Quentin Tarantino. Schily stimmt ein Loblied an. Auf die rot-grünen Jahre – es waren selbstredend sieben – und deren Protagonisten. Als es ausklingt, ahnt man, wie heimisch sich Schily an der Wand fühlen muss, wie passend platziert. Die Generation Schröder verschwindet also nicht ganz. Irgendwer bleibt immer hängen.

Auf Hartz IV und die anderen Sozialreformen sind sie alle stolz

Renate Schmidt, 65, kommt mit dem Rad und knapp zehn Minuten zu spät zum vereinbarten Treffpunkt in der Nürnberger Altstadt. Weißes TShirt, schwarze Stoffdamenweste, saloppe Leinenhose, die Lockenpracht zerzaust. Ein modischer Vorgriff auf das Plus an Freizeit, über das sie bald verfügt. Zehn Minuten darauf ist die Verspätung verbal eingeholt. In einer Wortfrequenz knapp unterhalb der Vorspulgeschwindigkeit erfährt man, was nach der Politik kommt: mehr Zeit für die und mit den vier Enkelkindern, Pendeln zwischen der Heimat Nürnberg, dem Zweitwohnsitz im Berliner Jugendszene-Stadtteil Friedrichshain und der Lieblingsinsel Lanzarote und, ach ja, die rund 30 bis 40 Termine, die diverse ehrenamtliche Tätigkeiten jährlich einfordern, ob nun in der Expertenkommission Familie der Bertelsmann Stiftung, im Ethikrat des Deutschen Toto- und Lottoblocks, im Kuratorium der Hertie-Stiftung. Und dann, so berichtet eine plötzlich tiefenentschleunigte Bald-Teilzeitrentnerin mit breitem Lächeln, gebe es ja noch dieses Großprojekt, dieses eine wirklich bedeutende Ziel, dem von nun an all ihre Energie gilt, all ihr Streben und Ehrgeiz: »Ich will wieder anonym werden.«

Unterhält man sich mit Eichel, Schily und Schmidt über das, was war, und das, was bleibt von der Generation Schröder, so zeichnet sich bei aller Unterschiedlichkeit der Personen rasch das Verbindende ab. Die gesellschaftliche Liberalisierung fällt allen ein. Deutschland sei heute ein weltoffeneres, toleranteres Land als 1998, in dem Jahr, in dem Rot-Grün antrat. Das liberale Staatsangehörigkeitsrecht, die Verankerung des Einwanderungslands im kollektiven Bewusstsein seiner Bürger, die Homo-Ehe, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die selbstverständliche Einbindung des Vaters in Kinderbetreuung und -erziehung: All diese Schlagworte fallen. Auch das veränderte außenpolitische Selbstverständnis, das Ende des »Mit uns nicht« bei internationalen Militäreinsätzen, die Schärfung des ökologischen Bewusstseins sowie die Modernisierung der sozialen Sicherungssysteme durch die Agenda-Politik preisen sie als Ergebnis ihrer Politik – und zugleich als Erbe der Generation Schröder.

Dass die Erben nicht alles, was ihnen da zufällt, mit Begeisterung aufnehmen, missfällt der Generation Schröder durchaus. Die gesellschaftliche Liberalisierung, das Ökologische – das ist unstrittig. Aber die Auslandseinsätze der Bundeswehr? Oder die teils umstrittene, teils verhasste und zuletzt gern totgeschwiegene Agenda 2010? Schily, der Strengste unter den Erblassern, lässt bei den Auslandseinsätzen noch Nachsicht walten. Das Unbehagen gegenüber dem Afghanistaneinsatz könne er schon verstehen, aber ein generelles Nein zu Auslandseinsätzen werde es in der SPD nicht mehr geben. Deutlich ungehaltener nimmt er zur Kenntnis, dass nicht wenige das Agenda-Erbe am liebsten ausschlagen würden: »Ohne die Sozialreformen der Regierung Schröder würde unser Land ganz anders von der aktuellen Krise getroffen. Sie sind ein großer Erfolg. Die SPD sollte stolz sein darauf.«

Stolz ist Schily selbst darauf, dass es ihm in seiner Ministerzeit gelungen sei, der Union das Thema Sicherheit streitig zu machen. Das gehöre auch zum Erbe der Generation Schröder, das man nicht einfach verschleudern dürfe. Eichel sieht eine weitere Leistung jener Jahre darin, »das stark Situative« der Anfangszeit überwunden und schließlich zum »Systematischen der Politik« gefunden zu haben, während heute wieder das Situative herrsche. Soll wohl heißen: Schröder hatte erst keinen Plan, dann hatte er einen, Merkel hat bis heute keinen. Und Renate Schmidt fällt noch ein, was die Generation Schröder von den Nachwachsenden unterscheidet: »die Buntheit der Lebensläufe«. Sie selbst, Mutter mit 17 Jahren, Gymnasiumabbrecherin, Programmiererin bei Quelle, Betriebsrätin, Gewerkschaftsfunktionärin, halte sehr viel davon, »nicht zuerst in die Partei zu gehen, bevor man was sagt«. Sie habe immer was gesagt. Schily wohl auch – und Schröder sowieso. Heute verliefen immer mehr Politikerkarrieren im wirklichkeitsfreien Dreisprung: Schule, Hochschule, Bundestag. Ergo: »An uns konnte man sich noch reiben.«

Leser-Kommentare
  1. Außer Renate Schmidt waren diese Politiker in den letzten Jahren eine Enttäuschung.

    Sie bereiteten als "Arbeiterpartei" den sozialen Abstieg und die soziale Unsicherheit für viele Menschen vor. Die Schröder-Jahre wirken jetzt nach. Die SPD hat so wenig Wähler wie nie.

    DAS ist die Leistung von Eichel und Schily.

    Sie waren willige Helfer des Schröderschen Raubbaus an den Arbeitnehmerrechten.

    Otto Schily hat sich darüber hinaus insbesondere durch die Affinität zur staatlichen Überwachung ausgezeichnet. Auch diese Auswirkungen lassen sich heute beobachten (Online-Durchsuchungen, Zensur von Internetseiten).

    Ich bin froh, dass nun Platz für eine neue Generation geschaffen wird.

    Schlimmer kann es für die SPD nicht mehr werden.

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    ... Schröder und selbst Kohl sind nichts weiter als "Gedankenleiher": sie leihen sich gedanken, die sie von Beratern, Reforminitiativen und mittlerweile sogar von Stiftungen vorgekaut werden. Und diese Gedanken zielen auf Sozialabbau und Solidaritätsabbau.

    Und hinsichtlich Hoffnung auf verständigen Nachwuchs: daraus wird nichts werden, weil die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" längst schon vorgesorgt hat und -zu eigenen gedanken unfähige- Nachwuchspolitiker an den wichtigen Stellen implementiert hat.

    Langsam müssen wir (das Volk, von dem die Macht ja ausgehen soll) begreifen, dass "Kampf" angesagt ist. Demokratischer Kampf.

    @Chaos74: Halt die Klappe

    ... Schröder und selbst Kohl sind nichts weiter als "Gedankenleiher": sie leihen sich gedanken, die sie von Beratern, Reforminitiativen und mittlerweile sogar von Stiftungen vorgekaut werden. Und diese Gedanken zielen auf Sozialabbau und Solidaritätsabbau.

    Und hinsichtlich Hoffnung auf verständigen Nachwuchs: daraus wird nichts werden, weil die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" längst schon vorgesorgt hat und -zu eigenen gedanken unfähige- Nachwuchspolitiker an den wichtigen Stellen implementiert hat.

    Langsam müssen wir (das Volk, von dem die Macht ja ausgehen soll) begreifen, dass "Kampf" angesagt ist. Demokratischer Kampf.

    @Chaos74: Halt die Klappe

  2. ... Schröder und selbst Kohl sind nichts weiter als "Gedankenleiher": sie leihen sich gedanken, die sie von Beratern, Reforminitiativen und mittlerweile sogar von Stiftungen vorgekaut werden. Und diese Gedanken zielen auf Sozialabbau und Solidaritätsabbau.

    Und hinsichtlich Hoffnung auf verständigen Nachwuchs: daraus wird nichts werden, weil die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" längst schon vorgesorgt hat und -zu eigenen gedanken unfähige- Nachwuchspolitiker an den wichtigen Stellen implementiert hat.

    Langsam müssen wir (das Volk, von dem die Macht ja ausgehen soll) begreifen, dass "Kampf" angesagt ist. Demokratischer Kampf.

    @Chaos74: Halt die Klappe

    Antwort auf "Leistung"
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    • IllI
    • 05.07.2009 um 18:35 Uhr

    aber wie stellen Sie sich diesen demokratischen Kampf vor ??
    nicht das ich für einen anderen einstehen würde, aber eine erläuterung Ihrerseits würde mich schon interessieren ;)
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    • IllI
    • 05.07.2009 um 18:35 Uhr

    aber wie stellen Sie sich diesen demokratischen Kampf vor ??
    nicht das ich für einen anderen einstehen würde, aber eine erläuterung Ihrerseits würde mich schon interessieren ;)
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    • IllI
    • 05.07.2009 um 18:35 Uhr

    aber wie stellen Sie sich diesen demokratischen Kampf vor ??
    nicht das ich für einen anderen einstehen würde, aber eine erläuterung Ihrerseits würde mich schon interessieren ;)
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    Antwort auf "naja..."
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    bei meiner Äußerung dachte ich an nichts weiter, als ans Wählen.

    Dieses Mittel funktionierte ausgezeichnet und es funktioniert nicht mehr, weil eine unterwanderte "Elite" suggeriert, dass es nicht mehr zeitgemäß sei.

    Aufklärung ist kein Zustand. Es ist keine Epoche. Aufklärung muss andauern. Das ist ihre Substanz. Es geht darum, Diskussionen anzuregen. Zu widersprechen. Nein zu sagen. Und nicht darum, daran zu glauben, "die da oben" würden schon richten.

    Jeder einzelen ist gefragt.

    Damit darf/muss/sollte jeder einzelne innerhalb dieser Geselschaft bei sich selbst beginnen. Und es sollte aufgehört werden, Angst zu haben. Es sollte aufgehört werden, sich einschüchtern zu lassen (z.B. von "Chaos74" oder Institutionen wie der INSM). Nicht um Verantwortung drücken; Verantwortung übernehmen. Dazu muss sie definiert werden. Freiheiten müssen genutzt werden. Sonst geraten sie in Vergessenheit. Und eine dieser Freiheiten ist zum Beispiel, eine Partei zu gründen. Aber selbst einer beizutreten ist das, wovon ich spreche.

    Ich behaupte nicht, dass ich wüsste, was die richtige Partei ist. Unser (einst erdachtes) System lebt davon, dass Menschen Fehler machen. Weil sie sich nur dann entwickeln. Und die Verantwortung, seine eigene Angst vor Fehlern zu verlieren, liegt jedem selbst anheim.

    bei meiner Äußerung dachte ich an nichts weiter, als ans Wählen.

    Dieses Mittel funktionierte ausgezeichnet und es funktioniert nicht mehr, weil eine unterwanderte "Elite" suggeriert, dass es nicht mehr zeitgemäß sei.

    Aufklärung ist kein Zustand. Es ist keine Epoche. Aufklärung muss andauern. Das ist ihre Substanz. Es geht darum, Diskussionen anzuregen. Zu widersprechen. Nein zu sagen. Und nicht darum, daran zu glauben, "die da oben" würden schon richten.

    Jeder einzelen ist gefragt.

    Damit darf/muss/sollte jeder einzelne innerhalb dieser Geselschaft bei sich selbst beginnen. Und es sollte aufgehört werden, Angst zu haben. Es sollte aufgehört werden, sich einschüchtern zu lassen (z.B. von "Chaos74" oder Institutionen wie der INSM). Nicht um Verantwortung drücken; Verantwortung übernehmen. Dazu muss sie definiert werden. Freiheiten müssen genutzt werden. Sonst geraten sie in Vergessenheit. Und eine dieser Freiheiten ist zum Beispiel, eine Partei zu gründen. Aber selbst einer beizutreten ist das, wovon ich spreche.

    Ich behaupte nicht, dass ich wüsste, was die richtige Partei ist. Unser (einst erdachtes) System lebt davon, dass Menschen Fehler machen. Weil sie sich nur dann entwickeln. Und die Verantwortung, seine eigene Angst vor Fehlern zu verlieren, liegt jedem selbst anheim.

  3. bei meiner Äußerung dachte ich an nichts weiter, als ans Wählen.

    Dieses Mittel funktionierte ausgezeichnet und es funktioniert nicht mehr, weil eine unterwanderte "Elite" suggeriert, dass es nicht mehr zeitgemäß sei.

    Aufklärung ist kein Zustand. Es ist keine Epoche. Aufklärung muss andauern. Das ist ihre Substanz. Es geht darum, Diskussionen anzuregen. Zu widersprechen. Nein zu sagen. Und nicht darum, daran zu glauben, "die da oben" würden schon richten.

    Jeder einzelen ist gefragt.

    Damit darf/muss/sollte jeder einzelne innerhalb dieser Geselschaft bei sich selbst beginnen. Und es sollte aufgehört werden, Angst zu haben. Es sollte aufgehört werden, sich einschüchtern zu lassen (z.B. von "Chaos74" oder Institutionen wie der INSM). Nicht um Verantwortung drücken; Verantwortung übernehmen. Dazu muss sie definiert werden. Freiheiten müssen genutzt werden. Sonst geraten sie in Vergessenheit. Und eine dieser Freiheiten ist zum Beispiel, eine Partei zu gründen. Aber selbst einer beizutreten ist das, wovon ich spreche.

    Ich behaupte nicht, dass ich wüsste, was die richtige Partei ist. Unser (einst erdachtes) System lebt davon, dass Menschen Fehler machen. Weil sie sich nur dann entwickeln. Und die Verantwortung, seine eigene Angst vor Fehlern zu verlieren, liegt jedem selbst anheim.

    Antwort auf "dabei ..."
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    • IllI
    • 05.07.2009 um 20:14 Uhr

    auf ganzer Linie ist Ihnen sicher.
    Es kann nur gehofft werden, dass unsere Gesellschaft nicht schon zu abgestumpft dafür ist die Aufklärung wirklich weiter voranzutreiben.
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    • IllI
    • 05.07.2009 um 20:14 Uhr

    auf ganzer Linie ist Ihnen sicher.
    Es kann nur gehofft werden, dass unsere Gesellschaft nicht schon zu abgestumpft dafür ist die Aufklärung wirklich weiter voranzutreiben.
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    • peto1
    • 05.07.2009 um 20:03 Uhr

    Perfekt waren sie nicht, aber auch nicht die schlechtesten ,sie haben Fehler gemacht aber auch vieles gut gemacht, Hoffentlichen hört man auch in zukunft noch von ihnen.

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    Was haben sie denn gutes gemacht?

    Was haben sie denn gutes gemacht?

    • IllI
    • 05.07.2009 um 20:14 Uhr

    auf ganzer Linie ist Ihnen sicher.
    Es kann nur gehofft werden, dass unsere Gesellschaft nicht schon zu abgestumpft dafür ist die Aufklärung wirklich weiter voranzutreiben.
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

    Antwort auf "Zu Recht;"
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    Nach enem solchen Artikel befuerchtet man ja das Schlimmste: Seitenweise Nørgel-Kommentare, schliesslich macht doch jeder Politiker (an der Regierung) immer alles falsch.

    Danke daher fuer ihren Kommentar, der mich eines Besseren belehrte.

    Es ist wohl wie ueberall im Leben. Manches war richtig, Manches war falsch und bei Manchem wird man die Folgen erst in einigen Jahren abschætzen kønnen. Nach den langen Kohl Jahren, waren sie aber sicher eine Verænderung, die Deutschland gut tat.

    Die "krummen Lebenslæufe" werden dem Parlament fehlen.

    Nach enem solchen Artikel befuerchtet man ja das Schlimmste: Seitenweise Nørgel-Kommentare, schliesslich macht doch jeder Politiker (an der Regierung) immer alles falsch.

    Danke daher fuer ihren Kommentar, der mich eines Besseren belehrte.

    Es ist wohl wie ueberall im Leben. Manches war richtig, Manches war falsch und bei Manchem wird man die Folgen erst in einigen Jahren abschætzen kønnen. Nach den langen Kohl Jahren, waren sie aber sicher eine Verænderung, die Deutschland gut tat.

    Die "krummen Lebenslæufe" werden dem Parlament fehlen.

  4. 7. gutes

    Was haben sie denn gutes gemacht?

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    ....ein klitzekleinesbisschen weniger selbst beweihräuchert als die heutigen Merkel, Seehofer, Guttenberg et al. Jedenfalls Schmidt und Eichel, für Schily gilt das eigentlich nicht....

    Sonst fällt mir leider auch nichts ein, was "gut" an den Erwähnten war

    ....ein klitzekleinesbisschen weniger selbst beweihräuchert als die heutigen Merkel, Seehofer, Guttenberg et al. Jedenfalls Schmidt und Eichel, für Schily gilt das eigentlich nicht....

    Sonst fällt mir leider auch nichts ein, was "gut" an den Erwähnten war

  5. die Stärkung der Homuosexuellen-Rechte, der Atomausstieg, das schlägt auf die Positiv-Seite, richtig. Beim Atomausstieg darf man aber schon fragen, wie der ohne die Grünen ausgesehen hätte.

    Afghanistan-Einsatz: Gut, Struck nennt den Krieg immerhin Krieg, aber was das ganze soll, welche Strategie es gibt - Fehlanzeige.

    Hartz IV und einige andere Sozialreformen (etwa die unsägliche Riester-Rente) sind tatsächlich eine Katastrophe für die Menschen, was sich allerdings im vollen Ausmaß erst in den nächsten Jahren zeigen wird. Sie haben nicht nur eine Lohnsenkungsspirale und eine Entsolidarisierung eingeleitet, sie haben auch einen ganzen Bevölkerungsteil aus der Gesellschaft katapultiert, man erinnere sich an die Sprüche von den "Parasiten", "Kein Recht auf Faulheit", die Kampagne gegen "Florida-Rolf" etc. Das bleibt hängen und die Wähler der SPD sind zu Linkspartei und den Nichtwählern abgewandert. Insofern ist die Hartz IV-Reform eben auch eine Katastrophe für die SPD. Dass sie mit solcher Vehemnz verteidigt wird, zeigt dass die SPD-Oberen offensichtlich blind sind. Also: Ohne völlig klare Distanzierung von "Hartz IV" hat die SPD keine Chance mehr auf den Kanzler.

    Noch eine Anmerkung zu Kommentar Nr. 4:

    Die Parteien unterscheiden sich kaum voneinander, alle setzen auf Arbeit und Wachstum, auch die Linkspartei. Insofern haben wir von den Parteien (+ den Gewerkschaften, + den Kirchen) nichts zu erwarten. Die neuen Ideen und der Druck für die Veränderung muss von außen kommen, auf Parteien kann man sich nicht verlassen. Selbst wenn sie wirklich etwas verändern wollen, sie sind strukturell und gedanklich viel zu festgefahren, um wirklich wichtiges zu bewirken.

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    ... dass alle Parteien nach Arbeit und Wachstum streben meinen Sie doch nicht ernst, oder? Mag das vielleicht so wörtlich in dem einen oder anderen Parteibuch stehen, daran gearbeitet wird von den regierenden Parteien seit den achziger Jahren nicht mehr.

    • th
    • 06.07.2009 um 10:50 Uhr

    aber verbiestert. Wenn man bedenkt, welchen Haufen Probleme sie ihren Nachfolgern hinterlassen haben, wäre etwas weniger Selbstgefälligkeit angebracht.

    ... dass alle Parteien nach Arbeit und Wachstum streben meinen Sie doch nicht ernst, oder? Mag das vielleicht so wörtlich in dem einen oder anderen Parteibuch stehen, daran gearbeitet wird von den regierenden Parteien seit den achziger Jahren nicht mehr.

    • th
    • 06.07.2009 um 10:50 Uhr

    aber verbiestert. Wenn man bedenkt, welchen Haufen Probleme sie ihren Nachfolgern hinterlassen haben, wäre etwas weniger Selbstgefälligkeit angebracht.

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