Versandhaus Nicht so grob!

Der Umgang mit Quelle grenzt an Rufmord

Der Versandhändler Quelle ist nicht gerettet, hat aber durch einen Massekredit über 50 Millionen Euro von Bund und Ländern sechs Monate Zeit gewonnen.

Wäre es nach den Wettbewerbern von Quelle und vielen Politikern in Berlin gegangen, wäre dieses Geld nie geflossen. Diese Haltung ist absolut legitim. Doch wie der Chef des Otto-Versands über Quelle herzog, war schon bemerkenswert stillos. Offen sprach er davon, eine Sanierung sei nicht möglich. Im Nachhinein wird der Manager froh sein können, wenn er nicht wegen versuchten Rufmords und Verleumdung von einem Quelle-Beschäftigten belangt wird.

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Etwas anders liegt der Fall bei den Politikern, die sich zur Zukunft von Quelle geäußert haben, allen voran Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Es ging schließlich darum, mit Steuergeld einem insolventen Unternehmen beizuspringen, dem man zuvor schon zweimal eine Bürgschaft und einen Kredit verweigert hatte.

Wer die Debatte verfolgt hat, musste allerdings feststellen, dass Zahlen keine große Rolle spielten. Hatte Quelle genug Vermögen, um einen Massekredit zu rechtfertigen? Ja. Wie läuft das Tagesgeschäft? Bis vor Kurzem lief es gut. Wie viel kann Quelle in der Insolvenz sparen, indem die Firma Verträge neu anpasst? 100 Millionen Euro. Um solche Details schien sich aber niemand zu kümmern. Dabei sind sie entscheidend für die Frage, wer Rettungsgeld vom Staat erhalten soll und wer nicht.

Da wir in dieser Wirtschaftskrise noch viele prekäre Fälle sehen werden, bei denen es um Tausende von Jobs geht, sollte auch für Politiker und ihr Urteil über Bittsteller gelten: Nicht so grob! Sonst stirbt schnell mal, was noch gerettet werden könnte.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 01.07.2009 um 11:09 Uhr

    Solche bösen Worte über Dinge, die die Spatzen von den Dächern pfeifen.
    Na Frau Schikedanz wirds verkraften, Hauptsache sie hat ihre Groschen sicher außerhalb Deutschlands angelegt.

    Das Foto ist übrigens köstlich. Wenn er das Druckerzeugnis jetzt noch etwas gerader halten würde, könnte er sich glatt sich als Zeuge Jehovas in die Fussgängerzone stellen.

    Ein neues Lied, ein besseres Lied,
    O Freunde, will ich euch dichten!
    Wir wollen hier auf Erden schon
    Das Himmelreich errichten.

    Wir wollen auf Erden glücklich sein,
    Und wollen nicht mehr darben;
    Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
    Was fleißige Hände erwarben. (H. Heine)

    MfG

  1. ...Quelle hat abgewirtschaftet.

    Der Betriebsrat muß sich fragen lassen, wieso es jetzt, plötzlich "richtig losgeht", nachdem ein Staatskredit bewilligt wurde. Warum ging es nicht schon viel früher "richtig los" um die drohende Insolvenz abzuwenden ?

    Was ist mit dem, auf dem Rücken der Mitarbeiter erwirtschafteten, Vermögen der Familie Schickedanz ?

    Andere Firmen gehen pleite, die Mitarbeiter müssen von ALG, später Hartz IV leben. Warum sollte Quelle Mitarbeitern dieses Los zu Lasten der Steuerzahler abgefedert werden ?

    Der einzige, dem wirklich geholfen wurde, ist der Kataloghersteller. Eventuell noch einige Politiker, die sich jetzt brüsten Opel und Quelle "gerettet" zu haben.

    ...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend

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    • hanni5
    • 01.07.2009 um 11:38 Uhr

    ...tja...wer bezahlt den ALG, Hartz4...wohl auch der Steuerzahler. Das ist also kein Argument. Das einzige was von Bedeutung ist, sind die wirtschaftlichen Aussichten- und diese sollten korrekt eingeschätzt werden, nur das fordert der Artikel- und wenn die genannten Zahlen stimmen, sieht es vielleicht gar nicht so schlecht aus.
    Verständlich finde ich Kritik wegen der Ungleichbehandlung von großen und kleinen Unternehmen- aber um das wirklich gut beurteilen zu können fehlen mir die Kenntnisse.

    • hanni5
    • 01.07.2009 um 11:38 Uhr

    ...tja...wer bezahlt den ALG, Hartz4...wohl auch der Steuerzahler. Das ist also kein Argument. Das einzige was von Bedeutung ist, sind die wirtschaftlichen Aussichten- und diese sollten korrekt eingeschätzt werden, nur das fordert der Artikel- und wenn die genannten Zahlen stimmen, sieht es vielleicht gar nicht so schlecht aus.
    Verständlich finde ich Kritik wegen der Ungleichbehandlung von großen und kleinen Unternehmen- aber um das wirklich gut beurteilen zu können fehlen mir die Kenntnisse.

    • Anonym
    • 01.07.2009 um 11:32 Uhr

    des neuesten Neckermann-Kataloges entgegen, der aufgrund der aktuellen Krise jetzt etwas dünner ausfällt, als gewohnt.
    http://spdnet.sozi.info/s...

    Und auch Kurt Beck wollte dem nicht nachstehen und kämpft lautstark in feucht-fröhlicher Umgebung für das Ankurbeln der Druckerpresse für den neuen Beate Uhse-Katalog.
    http://www.welt.de/multim...

    Fehlt nur noch Münte..

    MfG

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    mit einer neuen Porsche-Broschüre (so 20 Seiten).

    mit einer neuen Porsche-Broschüre (so 20 Seiten).

  2. Da meint man ja, daß die Quelle irgendein Schicksalsschlag oder gar ein Meteorit von außen getroffen hat. Herzliches Beileid!
    Wer schlecht wirtschaftet, muß gehen - das war schon immer so, auch wenn die Mitarbeiter nichts dafür können.
    Es wäre ja jeder blöd, der schaut, daß sein Bauchladen läuft. Solche Eskarpaden wie bei großen Firmen, kann man sich im Mittelstand nicht leisten - deswegen ist auch der Mittelstand die tragende Säule !! Wirtschaften heißt nicht nur abschöpfen. -->Hängt auch mit der Seriosität in der Führungsebene zusammen.

    • hanni5
    • 01.07.2009 um 11:38 Uhr

    ...tja...wer bezahlt den ALG, Hartz4...wohl auch der Steuerzahler. Das ist also kein Argument. Das einzige was von Bedeutung ist, sind die wirtschaftlichen Aussichten- und diese sollten korrekt eingeschätzt werden, nur das fordert der Artikel- und wenn die genannten Zahlen stimmen, sieht es vielleicht gar nicht so schlecht aus.
    Verständlich finde ich Kritik wegen der Ungleichbehandlung von großen und kleinen Unternehmen- aber um das wirklich gut beurteilen zu können fehlen mir die Kenntnisse.

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    ..."normalen" ALG und Hartz IV Mitarbeiter klarmachen, daß es bei Opel und Quelle Lohnfortzahlung für 6 Monate zusätzlich gibt ?

    ...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend

    ..."normalen" ALG und Hartz IV Mitarbeiter klarmachen, daß es bei Opel und Quelle Lohnfortzahlung für 6 Monate zusätzlich gibt ?

    ...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend

  3. Gestern habe ich mit einer Frau gesprochen, die mir erzählt hat, dass sie jetzt als Seniorin in einer Wohnung im Hamburger "Schanzenviertel" wohnt, weil alte Leute nichts weniger brauchen als Wald, Wiesen und andere alte Leute.

    Wenn alte Menschen, und Quelles Kunden dürften zu 75 % aus dem Katalog bestellen, weil sie Angst haben beim Shoppen auf der Straße GIs zu begegnen, heutzutage so denken, dürfte Quelle ja schon beweisen, dass es völlig marktuntauglich ist, wenn es noch immer auf 5 kg schwere Kataloge setzt.

    Die Krise lässt halt auch alte Riesen implodieren. Auch bayrische.

    Davon aber mal ganz ab, halte ich das Verhalten von Personen wie Frau Schickedanz für rätselhaft und verwirrend. Man darf Milliardärin werden/sein mit einem Unternehmen, aber wenn das in eine Krise gerät und 50 Millionen Euro braucht, dann bleibt das "eigene" Vermögen unangetastet? Sorry, aber geht das Ding den Bach runter, sind die doch sowieso in Form eines weiteren Wertverlustes ihrer Anteile weg.

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    • hamkon
    • 01.07.2009 um 14:36 Uhr

    wenn sich endlich einmal jemand mit der Wanderschaft der Immobilienbesitzrechte befassen würde, die von Herrn Middelhoff anorganisiert wurde.

    Und dabei sollten auch die bekannten Umwege über die Luft-Sal Oppenheim Immobilienfond-Umwegung untersucht werden. Mich würde es nicht wundern, gäbe es da so im Sande des Offshoreplätzchens Dubai
    eine Spardose, aus der die künftigen Führungskräfte- und Leistungsträgeraktivitäten nicht nur der Frau Schickedanz bezahlt würden.

    Dass die Jungs und Mädels vom Otto-Konzern mit geschickten Lobbyismusrochaden versuchen, sich diesen Konkurrenten Quelle vom Halse zu schaffen suchen, erinnert ein kleinwenig an die geschickten
    Winkelzüge, die mittels einer bekannten, deutschen Erdnussbank und dem stark durchformulierten Interesse eines Autobauers unter einem weiß-blauen Himmel, dem Herrn Borgwardt an der Weser das Lebenslicht ausgeblasen hatten. Damals übrigens auch über eine spontane Fälligstellung von Krediten wegen Zeifels der Erdnussbankiers an der Zahlungsfähigkeit dieses Herrn Borgwardt.

    Es hat sich also nur weniges geändert. Es geht in dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaft um exakt das gleiche wie in der damaligen der Nach-Erhardt-Zeit. Es geht um das wechselseitige Betrügen, es geht um diese Führungs- und Leistungselite, deren einziges Motto lautete: Wir sind Nepper, Schlepper und Bauernfänger. Und der kleine Mann fragte damals, was er heute fragt. "Und was nun?".

    • hamkon
    • 01.07.2009 um 14:36 Uhr

    wenn sich endlich einmal jemand mit der Wanderschaft der Immobilienbesitzrechte befassen würde, die von Herrn Middelhoff anorganisiert wurde.

    Und dabei sollten auch die bekannten Umwege über die Luft-Sal Oppenheim Immobilienfond-Umwegung untersucht werden. Mich würde es nicht wundern, gäbe es da so im Sande des Offshoreplätzchens Dubai
    eine Spardose, aus der die künftigen Führungskräfte- und Leistungsträgeraktivitäten nicht nur der Frau Schickedanz bezahlt würden.

    Dass die Jungs und Mädels vom Otto-Konzern mit geschickten Lobbyismusrochaden versuchen, sich diesen Konkurrenten Quelle vom Halse zu schaffen suchen, erinnert ein kleinwenig an die geschickten
    Winkelzüge, die mittels einer bekannten, deutschen Erdnussbank und dem stark durchformulierten Interesse eines Autobauers unter einem weiß-blauen Himmel, dem Herrn Borgwardt an der Weser das Lebenslicht ausgeblasen hatten. Damals übrigens auch über eine spontane Fälligstellung von Krediten wegen Zeifels der Erdnussbankiers an der Zahlungsfähigkeit dieses Herrn Borgwardt.

    Es hat sich also nur weniges geändert. Es geht in dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaft um exakt das gleiche wie in der damaligen der Nach-Erhardt-Zeit. Es geht um das wechselseitige Betrügen, es geht um diese Führungs- und Leistungselite, deren einziges Motto lautete: Wir sind Nepper, Schlepper und Bauernfänger. Und der kleine Mann fragte damals, was er heute fragt. "Und was nun?".

    • Viva2
    • 01.07.2009 um 11:47 Uhr

    Frau Schickedanz, Frau Scheffler, Herr Piech etc. etc. brauchen ihr "Privatvermögen" nicht anzutasten, wenn sie ihre Firmen ruiniert haben.
    Fürs Geldbeschaffen ist schließlich der Steuerzahler zuständig und wenn es von dem auch nichts gibt, werden die Mitarbeiter in Hartz IV geschickt.

    Schon in der Bibel steht: Dem, der viel hat, soll gegeben werden und dem der wenig hat, soll genommen werden.

    Also ist das Verhalten dieser Leute doch folgerichtig, oder?

  4. Meiner Kenntnis nach gibt es "klare Kriterien" fuer Staatshilfe; ua soll das Unternehmen ein Opfer der Finanzkrise sein - das ist bei Quelle nun offensichtlich nicht der Fall.
    Anders als vom Verfasser dargestellt soll die Firma ja schon eine Weile rote Zahlen geschrieben haben.
    Dass der sog. "Ordnungspolitiker" zuG nun schon wieder umgefallen ist, zeigt, was die Verblendeten von der FDP in den naechsten Jahren erwarten koennen (die haben im Uebrigen auch Bayerns Einflussnahme irgendwie mitgetragen, oder?)

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