Gedicht Nr. 28 nachschrift zu lukian

Ein Gedicht von Jan Wagner

sie feiern, die göttlichen – noch als die tür
sich einen spalt weit öffnet,
es empfindlich heller
im saal wird: die musik, das ewige dur
im klirren der gläser und die teller-

augen der eule,
die sich auf ihrer blankgewischten
marmorsäule putzt. bis die kapelle
verstummt und etwas an den tischen

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vorbeirollt – eine polternde kleine sonne,
die erst im zentrum ruht, mit ihrer masse
und dichte die konstellationen
der perlenketten überstrahlt, die messer.

der hinterm eigenen weiß verschanzte
kellner, der sauternes,
der warm wird in den flaschen.
»für die schönste«,
liest einer endlich vor, und alle starren

einander an – und jenen apfel
aus purem gold. vom hinterhof die schreie
der katzen: dürre heere, die die abfall-
tonnen belagern, um die reste streiten.

 
Leser-Kommentare
  1. sollte in der schule gelesen werden, anstatt der vielen alten säcke.
    dann werden gedichte wieder zu sammelobjekten, zu liebhaberstücken.

    http://www.herbert-hindri...

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  • Quelle DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28
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  • Schlagworte Gedicht | Musik | Literatur | Heer | Gold | Glas | Saale
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