Wirtschaftskrise Deutschland verdrängt die Gefahr
Der Abschwung der Weltwirtschaft trifft die Bundesrepublik besonders hart. Selber schuld!

© Sean Gallup/Getty Images
Verspricht den Bürgern Wohltaten: Angela Merkel vor wenigen Tagen auf dem Wahlkampf-Parteitag der Union
Bald ist die Weltfinanzkrise zwei Jahre alt. Im August 2007 dämmerte es den ersten Investoren und Fondsmanagern, welche Folgen der massenhafte Ausfall riskanter Hypothekenkredite in den USA haben würde. Sie wachten auf, aber langsam. Noch bis in den Oktober 2007 stiegen die Aktienkurse in Amerika. Und erst im September 2008 begriffen auch Normalbürger, dass die Wall Street kurz vor dem größten Kollaps seit den 1930er Jahren stand.
Psychologisch gesehen, lag dazwischen eine Phase der Repression – nahezu ein Jahr, in dem die Amerikaner das Risiko einer zweiten Großen Depression verdrängten. Ich hatte deshalb seinerzeit von einer »Großen Repression« gesprochen. Mit dem Ende der Investmentbank Lehman Brothers kam es dann am 15. September 2008 zum Zusammenbruch.
Der Patient befindet sich seither in Therapie und erhält massive Dosen monetärer und fiskalischer Aufputschmittel. Verdrängungssymptome zeigt er gelegentlich immer noch: Da ist von »grünen Trieben« die Rede oder von Aufschwüngen in der »zweiten Ableitung«, wonach es nun sicher wieder aufwärtsgehe, bloß weil sich die Dinge neuerdings nicht mehr mit gleicher Geschwindigkeit verschlechtern. Doch immerhin ist der Patient nun wieder auf einem – langen – Pfad zur Genesung.
Über Deutschland kann man das indes nicht sagen. Wer derzeit Berlin besucht, fühlt sich in die Zeit vor Lehman versetzt. Die Indizien dafür, dass diese Krise Deutschland größere Schmerzen bereiten wird als den USA, sind überwältigend. Und doch streiten deutsche Politiker und ihre Wähler das ab. Willkommen in der Großen Repression an der Spree.
Deutsche denken – wenn man es »denken« nennen mag – folgendermaßen über diese Krise.
Erstens: Sie ist genauso wenig ein deutsches Problem wie seinerzeit der Irakkrieg. Es handelt sich um eine amerikanische Krise. Die »angelsächsische Finanzwirtschaft« trägt Schuld an ihr, also deregulierte Finanzmärkte, überschuldete Banken, Hedgefonds, Derivate und so weiter.
- Datum 02.07.2009 - 19:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28
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Wenn es auch so einfach sein kann. Der Autor übersieht einfach, dass sich die amerikanischen Banken, weil sie von der FED nur noch schwerlich damals große Geldmengen bekommen konnten, diese weiterverkauft haben um sich durch die Verkaufsgewinne zu refinanzieren. Das hat weitaus weniger mit abstrusen Regelungen (die übrigens sowieso eher sehr selten befolgt werden) zu tun als mit der oben genannten logischen Tatsache.
Und ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass diese Krise wirklich einzigartig ist bisher. Niemand kann daher Vorhersagen treffen und ich selbst würde mich davor hüten.
Wenn man den Film mal einige Jahrhunderte zurückspult, sich etwas durch die Geschichte der Finanzen, des handels und der dazu gehörenden Gier liest, stellt man dann schon fest das diese Krise ganz bestimmt nicht einzigartig ist was die Ursachen und Wirkungen anbelangt. Selbst die globalen Auswirkungen reduzieren sich auf einige exponierte Länder die die vergangen 20 Jahre alles unternommen haben um diesen Weg vorzubereiten...
Dazu gehört selbstverständlich auch der bewährte Griff in die Truhen des Schatzmeisters zwecks sanierung der eigenen Taschen und ebenfalls wird dazu gehören das die Refinanzierung und Gesundung des Haushaltes mit weiteren Griffen in des Standardbürgers Taschen geregelt werden wird. Wiederum auch schon mal da war, das nach solchen negativen Auswirkungen die Verhaltensregeln der Teilnehmer verschärft wurden...
Aber etliche glaubten ja wirklich das dank des nun sich selbst erfüllenden füllhorns all dies nicht mehr nötig sein würde und man so quasi ohne weiteres zutun unermesslich reich werden würde und das dies so riesige Ausmasse annehmen würde das irgendwann jeder davon profitieren würde...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Zu dem was Sie anführen kann ich nichts sagen.
Aber das beginnt schon dabei dass die Zahl der Erwerbstätigen in den USA extrem schnell wächst - im Bereich von Millionen Menschen pro Jahr. Auch jetzt, die Krise ist in den USA immer noch "besser" als zB in Mexiko. Gleich wie niedrig die Qualifikation vieler Migranten sein mag, diese erzeugen viel Wertschöpfung - auch gerade durch ihre niedrigen Löhne - und sind aber auch Nachfrager von direkt konsumwirksamen Dingen des täglichen Lebens. Man müsste diesen Effekt also von vorneherein herausrechnen um annähernd die "Schrumpfung" vergleichen zu können.
Dann neigt man in den USA zu Statistikschönigungen die sich die zahlengläubigen Deutschen kaum vorstellen können. Darum haben Statistiken und Umfragen dort auch gar nicht die öffentliche Aufmerksamkeit wie hierzulande, wo ja sogar Nachkommastellen heiss beachtet sind.
Ich bin im Übrigen Amerikaner und maße mir an beide Länder gut vergleichen zu können und nicht meine persönliche Vorliebe oder Abneigung gegenüber den USA meine Wahrnehmung einseitig beeinflußen zu lassen. Es ist aber einfach so dass in den USA im Alltag weitaus weniger "Reserven" vorhanden sind. Ja, Ersparnisse im Privaten natürlich ebenso wenig wie bei Unternehmen und im öffentlichen Sektor. Kein deutsches Bundesland ist in der Gefahr nur noch per Schuldschein bezahlen zu können, wie Kalifornien (und 30 andere Staaten sind in der selben Lage, nur legislativ nicht so blockiert wie Kalifornien und können sich noch irgendwie darum drücken). Ja selbst Krankenhäuser und kommunale Schulen haben in den USA Zinswetten laufen gehabt und dadurch viel Geld verloren, müssen Leistungen nun massiv einschränken. All das nagt an der Substanz des Landes, und damit Zukunftsfähigkeit, wie man es in Deutschland nicht kennt und sich zum Glück auch nicht vorstellen kann. Hier müssen keine Schulen schließen weil das Board of Education verspekuliert hat und nicht mehr genug Mittel für den laufenden Betrieb hat.
All das bleibt hier vollkommen unberücksichtigt, die Krise mag in den USA bei Teilaspekten "glimpflicher" ablaufen als in den USA dafür gibt es dort Probleme die in Deutschland nahezu unbekannt sind.
Ganze Provinzmetropolen wie Tulsa,OK sind seit 40 Jahren nur noch am crumbling, weil ganz breit kein Geld mehr investiert wurde und nur auf die Substanz gelebt wurde. Infrastruktur ebenso wie die privaten und öffentlichen Gebäude. Die ganzen USA haben einen massiven Sanierungsstau, man sollte sich hier nicht von den Boomregionen wie Houston oder Charlotte einen falschen Eindruck vermitteln lassen diese sind ebenso Ausnahmen wie die Region München für Deutschland (leider) nicht repräsentativ ist.
Ich lebe auch deswegen in (Süd)Deutschland weil ich in der Bilanz den persönlichen Eindruck habe, vom Leben in beiden Ländern, dass Deutschland zukunftsfähiger ist. Und selbst die Panik und Hysterie zu der die Deutschen neigen gehört dazu. In den USA bleibt es auch in seriösen Interviews auf neutralen Networks wie CNN nicht unwidersprochen wenn ein Senator mal eben so behauptet dass der Diskussionsgegenstand (eigentlich beliebig) natürlich in den US der beste von der ganzen Welt sei. Niemals habe es in der Menschheitsgeschichte solch ein gutes Gesundheitssystem gegeben, und Obama will es zerstören mit seinen Reformen (wenn fast 50 Millionen Amerikaner keine Gesundheitsversicherung haben, der Großteil davon durchaus mit Vollzeitarbeit). Das ist das Gegenteil der deutschen Angst, das ist Realitätsverlust gefüttert durch unerschütterlichen Patriotismus (Was, Obama will unser System ändern? Ist es etwa jetzt schlecht? Sagt er dass die Amerikaner in den Krankenhäusern nicht ihr bestes geben? Er ist nicht stolz darauf? Ist er kein patriotischer Amerikaner? .. das sind so die Denk-Ketten die da ablaufen)
Das sind Dinge die es zum Glück in Deutschland nicht gibt, die Deutschen denken daher gar nicht an sowas wenn sie ihre kruden "Vergleiche" anstellen. Ich will meine zweite Heimat sicherlich nicht schlechtreden aber ich mahne doch eine realistischere Betrachtung an. Mich stört schon massiv dass es zwischen Antiamerikanismus und Amerika-Verehrung irgendwie schwer zu fallen scheint eine realistische Betrachtungt vorzunehmen. So habe ich einfach beim Lesen den Eindruck gewonnen dass der Autor einfach so von seinem "Bauchgefühl" her findet dass die Amerikaner das schon irgendwie besser machen und dann vor allem darüber nachgedacht hat wie er in diese Richtung lineaer argumentieren kann. Wenig "dialektisch" also.
Wenn man den Film mal einige Jahrhunderte zurückspult, sich etwas durch die Geschichte der Finanzen, des handels und der dazu gehörenden Gier liest, stellt man dann schon fest das diese Krise ganz bestimmt nicht einzigartig ist was die Ursachen und Wirkungen anbelangt. Selbst die globalen Auswirkungen reduzieren sich auf einige exponierte Länder die die vergangen 20 Jahre alles unternommen haben um diesen Weg vorzubereiten...
Dazu gehört selbstverständlich auch der bewährte Griff in die Truhen des Schatzmeisters zwecks sanierung der eigenen Taschen und ebenfalls wird dazu gehören das die Refinanzierung und Gesundung des Haushaltes mit weiteren Griffen in des Standardbürgers Taschen geregelt werden wird. Wiederum auch schon mal da war, das nach solchen negativen Auswirkungen die Verhaltensregeln der Teilnehmer verschärft wurden...
Aber etliche glaubten ja wirklich das dank des nun sich selbst erfüllenden füllhorns all dies nicht mehr nötig sein würde und man so quasi ohne weiteres zutun unermesslich reich werden würde und das dies so riesige Ausmasse annehmen würde das irgendwann jeder davon profitieren würde...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Zu dem was Sie anführen kann ich nichts sagen.
Aber das beginnt schon dabei dass die Zahl der Erwerbstätigen in den USA extrem schnell wächst - im Bereich von Millionen Menschen pro Jahr. Auch jetzt, die Krise ist in den USA immer noch "besser" als zB in Mexiko. Gleich wie niedrig die Qualifikation vieler Migranten sein mag, diese erzeugen viel Wertschöpfung - auch gerade durch ihre niedrigen Löhne - und sind aber auch Nachfrager von direkt konsumwirksamen Dingen des täglichen Lebens. Man müsste diesen Effekt also von vorneherein herausrechnen um annähernd die "Schrumpfung" vergleichen zu können.
Dann neigt man in den USA zu Statistikschönigungen die sich die zahlengläubigen Deutschen kaum vorstellen können. Darum haben Statistiken und Umfragen dort auch gar nicht die öffentliche Aufmerksamkeit wie hierzulande, wo ja sogar Nachkommastellen heiss beachtet sind.
Ich bin im Übrigen Amerikaner und maße mir an beide Länder gut vergleichen zu können und nicht meine persönliche Vorliebe oder Abneigung gegenüber den USA meine Wahrnehmung einseitig beeinflußen zu lassen. Es ist aber einfach so dass in den USA im Alltag weitaus weniger "Reserven" vorhanden sind. Ja, Ersparnisse im Privaten natürlich ebenso wenig wie bei Unternehmen und im öffentlichen Sektor. Kein deutsches Bundesland ist in der Gefahr nur noch per Schuldschein bezahlen zu können, wie Kalifornien (und 30 andere Staaten sind in der selben Lage, nur legislativ nicht so blockiert wie Kalifornien und können sich noch irgendwie darum drücken). Ja selbst Krankenhäuser und kommunale Schulen haben in den USA Zinswetten laufen gehabt und dadurch viel Geld verloren, müssen Leistungen nun massiv einschränken. All das nagt an der Substanz des Landes, und damit Zukunftsfähigkeit, wie man es in Deutschland nicht kennt und sich zum Glück auch nicht vorstellen kann. Hier müssen keine Schulen schließen weil das Board of Education verspekuliert hat und nicht mehr genug Mittel für den laufenden Betrieb hat.
All das bleibt hier vollkommen unberücksichtigt, die Krise mag in den USA bei Teilaspekten "glimpflicher" ablaufen als in den USA dafür gibt es dort Probleme die in Deutschland nahezu unbekannt sind.
Ganze Provinzmetropolen wie Tulsa,OK sind seit 40 Jahren nur noch am crumbling, weil ganz breit kein Geld mehr investiert wurde und nur auf die Substanz gelebt wurde. Infrastruktur ebenso wie die privaten und öffentlichen Gebäude. Die ganzen USA haben einen massiven Sanierungsstau, man sollte sich hier nicht von den Boomregionen wie Houston oder Charlotte einen falschen Eindruck vermitteln lassen diese sind ebenso Ausnahmen wie die Region München für Deutschland (leider) nicht repräsentativ ist.
Ich lebe auch deswegen in (Süd)Deutschland weil ich in der Bilanz den persönlichen Eindruck habe, vom Leben in beiden Ländern, dass Deutschland zukunftsfähiger ist. Und selbst die Panik und Hysterie zu der die Deutschen neigen gehört dazu. In den USA bleibt es auch in seriösen Interviews auf neutralen Networks wie CNN nicht unwidersprochen wenn ein Senator mal eben so behauptet dass der Diskussionsgegenstand (eigentlich beliebig) natürlich in den US der beste von der ganzen Welt sei. Niemals habe es in der Menschheitsgeschichte solch ein gutes Gesundheitssystem gegeben, und Obama will es zerstören mit seinen Reformen (wenn fast 50 Millionen Amerikaner keine Gesundheitsversicherung haben, der Großteil davon durchaus mit Vollzeitarbeit). Das ist das Gegenteil der deutschen Angst, das ist Realitätsverlust gefüttert durch unerschütterlichen Patriotismus (Was, Obama will unser System ändern? Ist es etwa jetzt schlecht? Sagt er dass die Amerikaner in den Krankenhäusern nicht ihr bestes geben? Er ist nicht stolz darauf? Ist er kein patriotischer Amerikaner? .. das sind so die Denk-Ketten die da ablaufen)
Das sind Dinge die es zum Glück in Deutschland nicht gibt, die Deutschen denken daher gar nicht an sowas wenn sie ihre kruden "Vergleiche" anstellen. Ich will meine zweite Heimat sicherlich nicht schlechtreden aber ich mahne doch eine realistischere Betrachtung an. Mich stört schon massiv dass es zwischen Antiamerikanismus und Amerika-Verehrung irgendwie schwer zu fallen scheint eine realistische Betrachtungt vorzunehmen. So habe ich einfach beim Lesen den Eindruck gewonnen dass der Autor einfach so von seinem "Bauchgefühl" her findet dass die Amerikaner das schon irgendwie besser machen und dann vor allem darüber nachgedacht hat wie er in diese Richtung lineaer argumentieren kann. Wenig "dialektisch" also.
aber substanziell ganz anders an, als die allgemeine Lubhudelei der Leitmedien auf die Regierung Merkel.
Bei allem Drang Merkel an der Regierung zu halten, rudimentiert schon seit Monaten jegliche journalistische Vielfalt. Desaströser können die wirtschaftspolit. und finanzpolit. Zahlen von Merkel. Guttenberg und Steinbrück nicht sein, und trotzdem sind dies die beliebtesten Politiker. Erklärbar ist dies nur mit massiver Gehirnwäsche.
daß wir (aus DE) es einfach nicht besser können, und nicht gelernt haben, eine autonome Sicht der Dinge zu entwickeln ?
Die Konsensgesellschaft liegt wie ein trüber smog über diesem Land, daneben werden die Hirne durch Wahlkampf-Emotionen beeinträchtigt. Die Skepsis des Verfassers ist nicht unbegründet.
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daß wir (aus DE) es einfach nicht besser können, und nicht gelernt haben, eine autonome Sicht der Dinge zu entwickeln ?
Die Konsensgesellschaft liegt wie ein trüber smog über diesem Land, daneben werden die Hirne durch Wahlkampf-Emotionen beeinträchtigt. Die Skepsis des Verfassers ist nicht unbegründet.
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Krugman gestern in NYT________________
Krugman 2.8.2002 in der NYT. Man beachte den 7, Absatz, letzten Satz, der da lautet:
"To fight this recession the Fed needs more than a snapback; it needs soaring household spending to offset moribund business investment. And to do that, as Paul McCulley of Pimco put it, Alan Greenspan needs to create a housing bubble to replace the Nasdaq bubble."
Krugman 2.8.2002 in der NYT. Man beachte den 7, Absatz, letzten Satz, der da lautet:
"To fight this recession the Fed needs more than a snapback; it needs soaring household spending to offset moribund business investment. And to do that, as Paul McCulley of Pimco put it, Alan Greenspan needs to create a housing bubble to replace the Nasdaq bubble."
daß wir (aus DE) es einfach nicht besser können, und nicht gelernt haben, eine autonome Sicht der Dinge zu entwickeln ?
Die Konsensgesellschaft liegt wie ein trüber smog über diesem Land, daneben werden die Hirne durch Wahlkampf-Emotionen beeinträchtigt. Die Skepsis des Verfassers ist nicht unbegründet.
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Aber insgesamt werden die Entwicklungen doch eher aus einer Sicht betrachtet, die den guten Willen der handelnden Akteure voraussetzt. Hätte man bei entsprechendem Willen nicht auch die letzte Große Depression in Amerika und Europa verhindern können? Nun, die amerikanische Lage unterscheidet sich von der deutschen nicht so sehr. Die amerikanische Fiskalpolitik wirkt nur in dem Umfang, in dem die Fed sie monetarisiert.
Was hat von den ganzen amerikanischen Finanz-Rettungsprogrammen je funktioniert und den Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst? Es gab im Dezember 2007 das sogenannte TAF-Programm (Term Auction Facility), dann im März 2008 das TSLF-Programm (Term Securities Lending Facility), im Oktober 2008 das TARP-Programm (Troubled Asset Relief Program) und im November 2008 das TALF-Programm (Term Asset-Backed Securities Loan Facility). Bis auf TARP kamen alle Rettungsmaßnahmen vom Federal Reserve System. Im Februar 2009 wurde TARP einer grundsätzlichen Neuausrichtung unterzogen, was man ebenfalls als neues Programm bezeichnen kann. Im März 2009 kam das PPI-Programm (Public-Private Investment Program).
Und wie sieht es aus mit den Konjunkturprogrammen der US-Regierung? Im Februar 2008 wurde der "Economic Stimulus Act of 2008" verabschiedet, mit Steuerrückzahlungen und Hilfen für die staatlich unterstützten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Ein Jahr später, im Februar 2009, kam dann das umfangreichste Konjunkturprogramm der amerikanischen Geschichte, der "American Recovery and Reinvestment Act of 2009" mit einem Gesamtvolumen von 787 Mrd. $.
Weitere Programme sind der "Helping Families Save Their Homes Act" und der "Credit Card Accountability, Responsibility, and Disclosure (CARD) Act of 2009", beide im Mai 2009. Die Fed senkte außerdem seit September 2007 ihren Leitzins zehnmal von 5,25 % auf 0–0,25 % im Dezember 2008 und kündigte im März 2009 an, bis zu 300 Mrd. $ an US-Staatsanleihen sowie im Gesamtjahr 1,25 Billionen $ an Mortgage Backed Securities (durch Vermögenswerte gesicherte Wertpapiere) und 200 Mrd. $ an bestimmten Rentenpapieren (agency debt) aufzukaufen.
Nun, alle diese Programme konnten nicht verhindern, dass sich im Juni die Geschwindigkeit der Jobverluste mitten in der diagnostizierten Erholung ("recovery") wieder beschleunigt hat. Nach Angaben des amerikanischen Statistikamts wurden im Mai 2009 außerhalb der Landwirtschaft 322.000 Arbeitsplätze abgebaut, im Juni aber wieder 467.000. Nun kann man vermuten, wenn alle bisherigen zahlreichen Programme gescheitert sind, werden es alle weiteren auch. Mit dem neugewählten Präsidenten Barack Obama hat sich schließlich nichts verbessert.
Und noch immer prognostizieren Experten, dass das schlimmste an Insolvenzen und Abschreibungen für den Finanzmarkt und die Banken noch bevorsteht. So gut geht es Amerika!
Mit Vergleichen, wie schlecht es anderswo steht, lässt sich keine Lösung für uns finden. Hier genau liegt unser Verdrängungsproblem. Anstatt die Hemdsärmel hochzukrempeln und vor der eigenen Tür zu kehren, jammert man und wartet auf den Staat, dass er "etwas tut".
Mit Vergleichen, wie schlecht es anderswo steht, lässt sich keine Lösung für uns finden. Hier genau liegt unser Verdrängungsproblem. Anstatt die Hemdsärmel hochzukrempeln und vor der eigenen Tür zu kehren, jammert man und wartet auf den Staat, dass er "etwas tut".
Man muss kein Prophet sein, um den weiteren Ablauf vorhersagen zu könne:
Nach der Wahl wird völlig überraschend festgestellt werden, dass alles ganz ganz schrecklich ist und Deutschland in grösster Gefahr.
Leider leider wird man dann alle Steuersenkungsversprechen ad acta legen müssen.
Leider leider wird man Mehrwertsteuer und andere Abgaben erhöhen müssen.
Leider leider wird man Hartz IV, Fördergelder und Zuschüsse massiv kürzen müssen (ausser Subventionen für Industrie und Grossbauern natürlich)
Unsere Regierung wird uns traurig, treuherzig mit aufgerissenen Augen anblicken und bedauernd darauf hinweisen, das das vor der Wahl ja nun wirklich niemand ahnen konnte.
Wetten ?
Nein, DAGEGEN sollte man besser nicht wetten....übrigens vom Bundesfinanzminster
bemerkenswert unverblümt angekündigt, mit Aussagen a la , er müsse ja wohl be-
kloppt sein, sich vor der Wahl über das Thema zu äussern......etwas geschickter als
Eichel, der fleißig dementiert (na ja, verharmlosender Ausdruck) hat, bis urplötzlich
drei Tage nach der Wahl eine völlig überraschende Steuerschätzung auftauchte, die
wohl irgendwie im Geschäftsgang hängengeblieben war...für einige Wochen offenbar
nicht auffindbar - klar, kann passieren, wenn man sich um wichtigere Dinge zu kümmern hat - Wahlspenden, Wahlreden, Wahlversprechen.........
Nein, DAGEGEN sollte man besser nicht wetten....übrigens vom Bundesfinanzminster
bemerkenswert unverblümt angekündigt, mit Aussagen a la , er müsse ja wohl be-
kloppt sein, sich vor der Wahl über das Thema zu äussern......etwas geschickter als
Eichel, der fleißig dementiert (na ja, verharmlosender Ausdruck) hat, bis urplötzlich
drei Tage nach der Wahl eine völlig überraschende Steuerschätzung auftauchte, die
wohl irgendwie im Geschäftsgang hängengeblieben war...für einige Wochen offenbar
nicht auffindbar - klar, kann passieren, wenn man sich um wichtigere Dinge zu kümmern hat - Wahlspenden, Wahlreden, Wahlversprechen.........
Mit Vergleichen, wie schlecht es anderswo steht, lässt sich keine Lösung für uns finden. Hier genau liegt unser Verdrängungsproblem. Anstatt die Hemdsärmel hochzukrempeln und vor der eigenen Tür zu kehren, jammert man und wartet auf den Staat, dass er "etwas tut".
Krugman 2.8.2002 in der NYT. Man beachte den 7, Absatz, letzten Satz, der da lautet:
"To fight this recession the Fed needs more than a snapback; it needs soaring household spending to offset moribund business investment. And to do that, as Paul McCulley of Pimco put it, Alan Greenspan needs to create a housing bubble to replace the Nasdaq bubble."
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