Spielen Schach

Heute beginnt in Dortmund das traditionelle Sparkassen Chess Meeting, und natürlich wird Exweltmeister Wladimir Kramnik alles daransetzen, zum neunten Mal dieses »sein« Turnier zu gewinnen, wobei er sich wohl vor allem des erst 19-jährigen Norwegers Magnus Carlsen (schon die Nummer drei der Welt) und des Ungarn Peter Leko, der ihn 2003 im WM-Duell beinahe bezwungen hätte, wird erwehren müssen. Und wie ist Kramnik nach seiner mehrmonatigen »Babypause« in Form?

Beim Präsidenten-Cup in Baku forderte Aserbajdschan kürzlich im Schnellschach die »Welt« heraus, welche immerhin mit Anand und Kramnik antrat.

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Größenwahn? Nicht ganz, immerhin ist Schach in Aserbajdschan Nationalsport, sind drei seiner Spitzenspieler unter den ersten zwanzig der Welt und konnte mir einer von ihnen, Schachrijar Mamedjarow, amüsiert sagen, dass sie den in Baku geborenen »Dinosaurier« Kasparow gar nicht mehr brauchten. Nun, der flickt ohnehin lieber Herrn Putin am Zeug, aber vielleicht wäre seine Mitwirkung doch nicht so übel gewesen, schließlich ging Aserbajdschan mit fliegenden Fahnen unter. Dank Anand und vor allem Kramnik, der bei drei Remisen fünf Mal gewann. Anand: »Kramnik spielt hier fantastisch.«

Guseinow als Schwarzer greift den Läufer f4 und den Springer e6 an; doch statt »Holz« einzubüßen, eroberte Kramnik als Weißer mit einem verblüffenden (Opfer-!) Zug siegbringend Material. Wie kam's?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 27:
Wie setzte der selber hoch gefährdete Weiße am Zug unter Blitz und Donner in fünf Zügen matt? Nach dem Damenopfer 1.Dh7+! gab Schwarz schon auf, weil er sowohl bei der Opferannahme mit 1…Kxh7 durch 2.hxg7+ Lh4 3.Txh4+ Kg8 4.Th8 als auch bei der Opferablehnung mit 1…Kf8 durch 2.Lb4+! c5 3.Lxc5+ Tfe7 (3…Le7 4.Dh8 matt) 4.hxg7+ Kf7 (4…Lxg7 5. Dxg7 matt) 5.g8D++ matt ist

 
Leser-Kommentare
  1. Danke, liebe Zeit-Redaktion, dass Sie dies hier eingestellt haben.Ich habe Ihren Artikel gleich weiter geleitet an meinen Freund und regelmäßigen Schachpartner.Schach ist eine spannende (Denk)Sportart, der viel zu wenig Aufmerksamkeit in den Medien hier bei uns gewidmet wird.Gerade das Fernsehen hätte da gute Möglichkeiten, eine Schachpartie zu übertragen, aber leider hat man (stattdessen) wieder neu Boxveranstaltungen ins Programm genommen. Offenbar nur, weil die Amhänger des Boxsports bei so zugkräftigen Namen wie Wladimir Klitschko deutlich in der Mehrzahl sind.

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