Pferdesport Wo Angst regiertSeite 2/2

ZEIT: Obwohl sie in der Obhut von Profis sind?

Blobel: Profis haben vor allem Angst vor dem Wertverlust. Ein großes Gestüt hat letzten Herbst drei extrem teure Hengste gekauft. Diese Hengste wurden nun reklamiert, denn sie weigerten sich zu decken. Ich kam und traf auf total verpackte Pferde, die das Stutenphantom nicht mehr richtig bespringen konnten, weil ihre Vorderläufe dick umwickelt waren, damit sie sich ja nichts taten. Ich montierte den ganzen Krempel ab, und die Hengste deckten mit Freude. Und so was passiert in einem internationalen Springstall!

ZEIT: Und was sind die Folgen?

Blobel: Ein Pferd, das nicht artgerecht gehalten und nicht richtig trainiert wird, wird auf Dauer krank. Und damit fängt die Dopingproblematik an. Pferdedoping ist immer ein Verzweiflungsakt. Es steht am Schluss des Erkenntnisprozesses, dass das Pferd sich nicht eignet oder ein Handicap entwickelt hat, und jetzt schleicht sich bei den Reitern die Idee der Leistungsverfälschung ein. Man hat eine Menge in das Tier investiert, und nun sieht man den Wert sinken. Und dann wird nachgeholfen.

ZEIT: Ein Läufer kann sich selber schinden, der Reiter muss auf ein anderes Lebewesen einwirken.

Blobel: Pferde sind Individualisten. Man muss sich mit ihnen beschäftigen. Aber das tun die wenigsten. Ein Berufsreiter reitet heute in Bremen, dann fliegt er nach München und reitet dort andere Pferde. Ich nenne diese Leute Reitmechaniker. Ihre Haltung ist bei Springen und Dressur, wo es auf die Zusammenarbeit und die Harmonie zwischen Reiter und Pferd ankommt, fatal. Fehlende Harmonie geht zulasten der Leistung, und wenn die Leistung sinkt, schlägt die Stunde der Medikamente. Dann schmiert man den Springpferden ätzende Tinkturen auf die Vorderbeine, damit sie es auf jeden Fall vermeiden, an das Hindernis zu stoßen, oder man verabreicht Neuroleptika an Dressurpferde. Denn mit der Leistung sinkt der Preis. Pferde sind eine leicht verderbliche Ware, ganz besonders Dressurpferde. Sie sind auch deshalb extrem teuer, weil auf ein einziges Grand-Prix-Pferd unzählige kommen, die beim Training kaputtgegangen sind. Keine andere Reitsportart ist dem natürlichen Bewegungsablauf eines Pferdes so fremd wie die Dressur. Auch das Ausmaß an Unterordnung halten nicht viele Pferde durch. Die Ausfälle sind enorm. Und wenn dann Medikamente ins Spiel kommen, hat das fast immer wirtschaftliche Gründe, nie ethische. Deshalb glaubt auch niemand den Beteuerungen der Frau Werth, sie habe ihrem rammigen Whisper den Wirkstoff Fluphenazin aus humanen Gründen verabreicht.

Das Gespräch führte Sabine Rückert

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe zwar selber keinerlei Ahnung von der Reiterei aber es war mir schon immer klar, daß jede Sache, jedes Vorhaben und jede Idee auf Erden nur fürchterlich schief laufen kann, sobald der liebe Mamon die Zügel in der Hand hält !
    Ich habe jedenfalls in meinen 36 Jahren nichts gegenteiliges erlebt...!
    Wie sehr bei der sogenannten 'Professionalisierung' der Blick fürs Wesentliche abhanden kommt oder pervertiert wird, wird anhand der Anekdote mit den nicht deck-willigen Hengsten wunderbar deutlich ! Eigentlich hätte man nur ein klein wenig gesunden Menschenverstand walten lassen müssen . Ich beginne mich zu fragen, ob die handelnden Personen ebenfalls gedopt sein müssen, um das nicht zu erkennen !

    • KMurx
    • 01.07.2009 um 21:32 Uhr

    Angesichts der Aussage, dass der Dressursport dem regulaeren Verhalten der Tiere physisch und psychisch komplett zuwider laeuft sollten sich die Reiter vielleicht mal fragen was sie da tun...

    • Arril
    • 02.07.2009 um 11:38 Uhr

    Schön, dass endlich jemand den Mund aufmacht, was den Pferden da eigentlich angetan wird. Und wenn sie dann irgendwann nicht mehr können, werden die armen Tiere einfach weggeworfen - weil kein Profit mehr zu erwarten ist. Mein Onkel kümmert sich um Pferde, und er sagt auch immer, die aus den Dressurställen (die, die am "Training", das eher als Folter bezeichnet werden sollte, kaputtgegangen sind), das sind die am schlimmsten traumatisierten Tiere. Sie dazu zu bringen, frei auf einer Wiese herumzulaufen und sich in eine Gruppe anderer Pferde zu integrieren, erfordert schon eine enorme therapeutische Anstrengung - von Schädigungen durch "Medikamente" (Dopingmittel, die KEINE Rücksicht auf die langfristige Gesundheit des Pferdes nehmen und früher oder später grauenvolle Nebenwirkungen haben) ganz zu schweigen. Die Pferde sollen ein paar Jahre lang funktionieren, und danach... was danach mit ihnen passiert, ist ja egal. Eine widerwärtige Einstellung. Dressurreiten sollte endlich gesellschaftlich geächtet werden - verbieten wird man es trotz aller Tierschutzgesetz-Feigenblätter wohl nicht können (immerhin handelt es sich um ein Hobby reicher Leute mit entsprechender Lobby), aber es wäre schon ein Anfang, wenn nicht mehr so viel darüber in den Medien berichtet würde, also den "Sportlern" (ja, ich setze das bewusst in Anführungszeichen) zumindest die öffentliche Anerkennung versagt würde. Stattdessen freuen sich alle Boulevardblätter über Preise bei Meisterschaften...

  2. Ich bin seit über 30 Jahren im Besitz des Reiterausweises der FN und habe 25 Jahre lang an Turnieren teilgenommen.

    Die Brisanz des Themas und meine Verantwortung als Ausbilderin im Reitverein An der Jägersburg e.V. in Bammersdorf erfordert es, daß ich meinen Kommentar auch hier veröffentliche - für mich und meine Ausbildungsweise und für meine Reitschüler und meinen Reitverein und vor allem für die Pferde !

    Bereits seit vielen Jahren erscheinen immer wieder Schlagzeilen wegen Manipulationen an Sportpferden:

    Folgenden Spitzenreitern wurde nachgewiesen, daß ihre Pferde im Wettkampf gedopt waren:

    Ulla Salzgeber, Bettina Hoy, Rene Tebbel, Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Christopher Ahlmann, Isabell Werth.

    Hugo Simon wurde ebenfalls mit Manipulationen in Verbindung gebracht, und diese begonnene Liste ließe sich sicherlich verlängern, würden doch nur mehr als stichprobenweise Untersuchungen vorgenommen.

    Und ja, auch Christine Stückelberger war bereits 1987 ihre Euromameisterschafts-Medaille wegen Doping aberkannt worden, nachgerückt ist damals Johann Hinnemann, der die Celler Landgestüt.-Hengste ausbildet.

    Aber Hinnemann wurde 1988, ein Jahr nach Stückelberger ebenfalls des Dopings überführt, weil er seinem Pferd Ideeal ein Hustenmittel gegeben hatte - Ideeal litt an chronischem Kehlkopfpfeifen - das ist eine Krankheit, die bei schwerer Belastung die ausreichende Luftzufuhr behindert.

    Nun reitet Isabell Werth mit Whisper ein krankes Pferd im Hochleistungssport - Whisper leidet an Zitterkrankheit.

    Mag das Leistungspotenzial dieser Pferde noch so beeindruckend sein: Sie sind nicht gesund und somit verbietet es sich, sie für den Pferde-Leistungssport mit seinen Anstrengungen einzusetzen.

    Die sich aufdrängende Frage, ob die Pferde schon immer an ihrer Krankheit litten, oder ob sie durch übermäßiges Training krank wurden (Stichwort Hyperflexion) , läßt sich nicht hier beantworten - Fakt ist: diese Pferde sind Opfer von tierquälerischer Handlungen und ihre Namen stehen stellvertretend für viele andere Pferde - im Leistungssport und im Freizeitsport !

    Dank der Unterstützung ihres Verbandes, der FN, konnten sich die meisten Reiter bislang immer irgendwie aus der Dopingsache heraus manövrieren und wie es scheint, wird auch diesmal wieder aus Werths fadenscheinigen Aussagen das Bestmögliche zu ihren Gunsten geschneidert.
    Pikanterweise leitet Hinnemann inzwischen Fachlehrgänge zur Ausbildung von Dressurpferden unter der Fittiche der FN.

    Diese Leuten - von Reitern mag ich da gar nicht mehr sprechen - müssen allesamt lebenslang gesperrt werden.
    Sie haben rücksichtslos ihre Erfolge auf Kosten einer sprachlosen Kreatur erworben, das Pferd kommerziell mißbraucht, den Sport als Mittel zum Zweck degradiert.

    Ich kann nicht glauben, daß irgendwo ein Pfleger und ein Tierarzt auch nur ein einziges Medikament an und ins Pferd bringen, ohne daß sein Reiter davon weiß.
    Ich bin felsenfest davon überzeugt, daß jeder unserer Sportreiter grundsätzlich als erster mit dem Tierarzt Behandlungsmaßnahmen für das Pferd bespricht und wenn es irgendwie geht, bei der Verabreichung zugegen ist. "Hier wird nichts dem Zufall überlassen" sagte mir einmal einer der großen Reiter.
    Ein guter Tierarzt weist grundsätzlich auf sämtliche Risiken hin, er kann allerdings nicht verhindern, daß seine Hinweise ignoriert werden.

    Die hübsche Geschichte vom "Leben erleichtern" sowie "Pfleger/Tierarztfehler" können Werth und Co nur völlig unbedarften Tierliebhabern erzählen.

    Wer selbst reitet, weiß um das intensive und auf den Tag zielgerichtete Training, das für diese sportlichen Leistungen nötig ist.
    Man darf sicher vermuten, daß Whisper unter Gabe des Psychopharmaka geritten und in irgendeiner Form für die nötige Form des Turniertages trainiert wurde. Damit befand sich Whisper sicherlich nicht in der lebenserleichternden Situation, die in den Medien glauben gemacht wird.

    Am ehesten die Reiterin hatte hier eine Lebenserleichterung, wenn sie einem sensiblem Fluchttier und damit leicht irritierbarem Pferd schneller, weil gelassener, die geforderten Schwierigkeitsgrade antrainieren konnte - die Schwierigkeitsgrade, die am Tag des Turniers dann mit inzwischen abgebautem Medikament perfekt und placierungswürdig präsentiert werden sollen.

    Daß Frau Werth die Prüfung als läppisch bezeichnet, immerhin war das eine international ausgeschriebene Intermediaire I, die sie mit einem 10-jährigen Pferd zitterkranken Pferd in Wiesbaden gewonnen hatte, und darüber hinaus betont, daß sie "total bescheuert sein müsste, ihr ganzes Leben für so eine lächerliche Geschichte zu riskieren" gibt dem Ganzen einen besonders fatalen Beigeschmack, wenn man mit seinen Gedanken etwas zwischen den Zeilen forscht.
    Für ein Pferd ist keine Prüfung läppisch - auch einfach nur geritten zu werden ist nämlich von Natur aus nicht läppisch für ein Pferd !

    Und ein Tierarzt hat sich wieder einmal in der Abbauzeit getäuscht. Abbauzeit bezüglich Nachweisbarkeit oder Wirkung des Medikamentes ?
    Etwas zu knapp bemessen also ? Und dann ist es noch besonders blöd gelaufen: Schließlich wird ja nicht jedes Pferd zur Dopingprobe herausgepickt.

    Daß Tierärzte und manchmal auch Pfleger als Schuldige zur Verfügung stehen - wie auch jetzt wieder bei Werth - und die Reiter in die Opferrolle bringen, ist nicht neu aber furchtbar - mit dem Wehklagen und der Angst, das Ansehen sämtlicher Ikonen des Reitsports der letzten 20 Jahre zu verlieren, gerät das wahre Opfer im Reitsport all dieser Jahre, das Pferd, gleich wieder zur Fußnummer.

    Und nun erscheint die Schlagzeile vom 29.6.09: Isabell Werth trennt sich von Tierarzt Stihl. Verheiratet ist sie ja nicht mit Herrn Stihl, einen Tierarzt zieht man zu Rate oder nicht.
    Herr Dr. Stihl ist seit Jahren in der Reiterszene bekannt, er gilt als eine Art Medizinmann für Pferde, wurde und wird jedoch mit fragwürdigen Methoden in Verbingung gebracht. Stellt sich die Frage: Wieso also mußte Isabell Werth - wie schon andere zuvor - in die Schweiz schweifen, um einen Tierarzt mit anrüchigem Leumund zu Rate zu ziehen ?
    In Deutschland gibt es hervorragende Tierärzte für Pferde!

    Die FN, Dachverband der deutschen Reiterei, ein eingetragener Verein, steckt mitten drin im Dilemma, einen Weg zu finden, der sie nicht das Gesicht verlieren läßt - einerseits als Tierschützer mit eigener Agenda dem Wohl des Pferdes verschrieben und andererseits als Träger der kommerziellen Vermarktung des Pferdes im Sport, sitzt doch die größte Mäzenin, sprich Eigentümerin der Pferde des großen deutschen Reitsports seit vielen Jahren im Präsidium.

    Die Kader aufzulösen ist eine Flucht der FN nach vorne, ausgelöst durch Ludger Beerbaum, insofern gebührt ihm mein Respekt -
    Ludger Beerbaum hat der FN definfitv auf die Sprünge geholfen, ohne seine offenen Worte würden vielleicht auch heute wieder die Dopingfälle nach altbewährtem Muster gelöst werden: Betroffenheit signalisieren, Lösungen suchen - leider immer nur zum Wohl des Reiters, also eher Auswege, Sperrungen nur, wenn völlig unumgänglich, aber so, daß kein Turnierstart wirklich gefährdet ist...

    Rechtlich hat Ludger Beerbaums Aussage zum Stallbuch - Eintragung von medikamentösen Behandlungen der Pferde contra Wiederverkaufswert - brisanten Inhalt, meines Wissens hat das Verschweigen von wesentlichen Eigenschaften unangenehme Konsequenzen.
    Es ist ohnehin eine Schande, daß der pekuniäre Wert eines Pferdes nur durch sportlichen Erfolge steigt - kein Pferd auf dieser Welt hat Interesse daran, mit einer Schleife am Kopf eine Ehrenrunde zu galopppieren - und kein Pferd der Welt kann sich sein Schicksal aussuchen.

    Ein krankes Pferde muß behandelt werden dürfen - aber im Leistungssport hat es nichts verloren.
    Gesunde Pferde im Leistungssport könnten trotz "normaler" Bewegungen oder eines Patzers Sieger sein, wenn die ruhig oder schmerzfrei gestellten Pferde im Stall blieben.

    Die Ereignisse überschlagen sich derzeit, ich selbst habe vor 5 Monaten endgültig einen Schlußstrich gezogen und hoffe im Namen aller "sauberen" Reiter und Pferdefreunde, daß von der Basis aus ein Neuaufbau möglich wird, der das Pferd in unserer Zeit artgerecht berücksichtigt.

    Ich habe der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) e.V. geschrieben, daß ich meine Mitgliedschaft als Persönliches Mitglied kündige, weil sie meine Interessen nicht vertritt, und meine Gründe dafür auch genannt. Man muß sich nur das von der FN als Schaufenster der deutschen Pferdezucht gepriesene Bundeschampionat ansehen:

    3- und 4- jährige Pferde werden mit altersgemäß unnatürlichen Bewegungsabläufen und Körperhaltungen vorgestellt - nichts davon kann auf Grundlage korrekter klassischer Remontenausbildung erfolgt sein.

    Auf einem Dressurturnier der Kategorie A mit schweren Prüfungen wurden beim Grand Prix Special Sieger und Zweitplacierter begeistert vom Publikum gefeiert,.
    Zum Feiern war mir nicht zumute, ich hatte diesen Reitern zuvor am Abreiteplatz zugesehen: die Pferde wurden über einen Zeitraum von 30 Minuten ununterbrochen in der sogenannten Hyperflexion (ein neuer "Fachausdruck" geprägt durch Anky van Grunsven, deren Reitweise ich als Tierquälerei empfinde) und mit Einsatz von Sporen und Gerte zur Ausschüttung von Adrenalin gebracht, so daß im Viereck zu gegebener Zeit für 5 Minuten spektakuläre Lektionen zu sehen waren - vielleicht weil die Pferde dankbar waren, daß sie in dieser Zeit ihre Hälse um 15 Zentimeter dehnen durften ?

    Die Antwort von Herrn Christoph Hess und Frau Annette Dresen ließ 2 Monate auf sich warten, aber ich möchte sie hier zeitnah auszugsweise wiedergeben:

    "... Die Gründe, die Sie anführen, ... müssen wir akzeptieren, auch wenn
    wir sicher die Probleme nicht so deutlich sehen, wie Sie sie uns hier schildern.
    ...
    Deshalb hatten wir auch vor wenigen Monaten über das PM-Forum ein Merkblatt
    zum Vorbereitungsplatz veröffentlicht, in dem wir auf genau dieses Problemfeld
    hinweisen, um hierfür genügend Sensibilität bei allen Beteiligten zu wecken.
    Auf der anderen Seite wollten wir mit dem Merkblatt aber auch aufklären, damit
    nicht jedes - leichte hinter die Senkrechte kommen des Pferdes - gleich
    als Hyperflexion bezeichnet wird...."

    Die doch vieldeutige Ausdrucksweise hat mich zu einer Erwiderung veranlaßt, abgeschickt am 22. April 2009, ich bekam bis heute keine Antwort mehr. Deshalb veröffentliche ich diesen Inhalt als offenen Brief nun hier:

    "hallo frau dresen, hallo herr hess,
    ich danke ihnen sehr, daß sie sich die zeit für eine ausführliche antwort
    genommen haben.
    der inhalt ihrer zeilen stimmt mich doch noch ein wenig nachdenklicher und
    daher erlaube ich mir auch, nochmals zu antworten und zu hinterfragen:

    - sie "sehen sicher die probleme nicht so deutlich wie ich es schildere":

    ich kann ihre aussage nicht konkret einschätzen-
    sie sind sich sicher, daß die probleme nicht so sind, wie von mir
    geschildert ?
    oder
    sie sind sich sicher, daß sie die von mir geschilderten probleme nicht so
    deutlich sehen können ?
    - und für diese interpretation stellt sich mir dann die frage: sie sehen es
    nicht, weil sie nicht dazu in der lage sind oder sie glauben nicht, daß es
    so ist ?

    bitte gehen sie hinaus und schauen sie genau hin!

    - ... sie wollen... "mit ihrem merkblatt darauf hinweisen, daß nicht jedes -
    leichte hinter die senkrechte kommen des pferdes - gleich als hyperflexion
    bezeichnet wird" ...

    glauben sie, ich könnte das nicht differenzieren ?
    oder
    wollen sie mit dem merkblatt die hyperflexion doch irgendwie zulassen ?

    ich schrieb ihnen nicht, weil pferde gelegentlich leicht hinter die
    senkrechte kommen, sondern weil bekannte turnierreiter/innen unter
    frenetischen beifall ihre siege feiern, jedoch keiner aus dem begeisterten
    publikum am abreiteplatz zugesehen hat - wo die pferde über 30 minuten
    nonstop so tief und eng eingestellt waren, daß sie mit dem maul ihre brust
    berühren konnten. keinerlei dehnungsphasen, die der muskulatur eine
    versorgung mit sauerstoff ermöglichen könnten... intervalltraining gibt es
    für menschliche hochleistungssportler schon lange, aber für die pferde ?

    frau dresen, herr hess,
    solange die fn richter als abreiteplatz-aufsicht vorschreibt, diese dort
    aber nicht sind, wird sich nichts verbessern.
    solange immer dieselben turnierfachleute, die diese reiterei zulassen und
    mit siegen belohnen- solange diese turnierfachleute den nachwuchs prägen,
    weil sie die testate ausstellen, die fortbildungen leiten, solange der
    nachwuchs nur von diesen turnierfachleuten geprüft und zugelassen wird,
    solange kann sich auch nichts ändern - und da sehe ich ansätze, die von der
    fn durchaus gestaltet werden könnten.

    nochmals danke für ihre aufmerksamkeit und
    viele grüße
    sylvia voigt"

    Ich empfehle Herr Herrn Hess, meinen letzten link im Quellnachweis zu öffnen !

    Aber es geht noch weiter:

    Christine Wels quält Pferde beim Longieren.

    Hallentore werden geschlossen, Zuschauer sind unerwünscht beim Training der Hochleistungspferde.

    Beim Westernreiten müssen die Pferde Spins drehen, bis einem schon vom Zusehen schwindlig wird, oder Stops werden knallhart auf die Bande zu geritten, dann eine Pferdelänge rückwärts und gleich nochmal - zum Verbessern - mit Vollgas nach vorne und Bremse auf der Wand.

    Reitanfänger können sich ein Pferd kaufen - und in einem einschlägig bekannten Versandhaus gleich mal eine Tellington-Kandare dazu - mit einer derart hoch gebauten Zungenfreiheit, daß manch ein Pferd sein Maul nicht mehr schließen kann, weil die Aufwölbung der Stange in den Gaumen drückt, mit Anzügen, die ca. 20 cm lang sind und einem langen Hebel auf die durch die hohe Zungenfreiheit ungeschützen Laden des Pferdes. Dieses Gebiß gehört nicht in die Hand eines unerfahrenen Reiters, aber auch hier siegt der Kommerz über den Tierschutz.

    Was im Reitsport inzwischen geschieht, und dabei ist es völlig egal, ob Freizeit oder Sport, ob Dressur, Springen, Western, es ist nur noch mit einem Wort zu beschreiben: furchtbar.

    Die Pferde sind edel, sanftmütig, freundlich, klar in ihrer Denkstruktur, sie sind bereit, uns zu tragen, obwohl dort am Rücken die Raubkatze als natürlicher Feind sitzen könnte - mit uns Menschen hat ein Feind aus der Zivilisation Platz genommen, und das Pferd erträgt alles sprachlos !
    Pferde leiden stumm, weil sie als Flucht- und Beutetiere nicht einmal beim Abfohlen stöhnen dürfen, sonst würde der natürlich Feind Raubkatze sein Opfer schneller entdecken.
    "Könnten Pferde schreien, wären die Reithallen voll vom Geschrei der Pferde" sagt Karl Merschformann vor 30 Jahren zu mir. Wie Recht er hatte, konnte ich damals noch nicht erahnen.

    Wann besinnen sich wieder alle darauf, daß wir mit dem Lebewesen Pferd in der Reiterei etwas Schönes machen wollen ?

    "Demut und Geduld" sind die Worte mit denen ich den Umgang mit Pferden und die Reiterei an sich beschreibe, und diese Qualitäten benötigen wir für uns Menschen, das Pferd bringt sie uns ohnehin entgegen.

    Sylvia Voigt
    Reitlehrerin Trainer A international
    Reitverein An der Jägersburg e.V.

    Quellen:
    http://www.spiegel.de/spo...
    http://www.welt.de/welt_p...

    http://www.welt.de/print-...
    http://www.karolabady.de/...
    http://www.sueddeutsche.d...
    http://forum.horsevideo.e...
    http://www.news.ch/Der+Pf...
    http://www.reitwelten.de/...
    http://www.pferd-aktuell....
    http://www.cavallo.de/new...
    http://www.dressur-studie...
    http://www.cavallo.de/new...

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    Ihr Beitrag hätte es wirklich verdient, als Artikel in der Zeit (und anderswo) veröffentlicht zu werden.

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  3. 5. Bravo

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