Kolumne Wörterbericht

Irgendwie

In Wahrheit haben wir auch früher an nichts geglaubt. Als Nena ihre Zukunftshymne auf den Refrain Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann brachte, klang das eher danach, als sollten wir auf dem besungenen Feuerrad gleichmütig den Abhang hinunterfahren. Irgendwann. Aber das sind Sätze aus einer anderen Zeit, als nihilistischer Gleichmut noch etwas Inspirierendes hatte. In der Zwischenzeit haben die einen irgendwas beim Film gemacht, andere irgendwo in Berlin gewohnt und vereinzelt irgendwann geheiratet. Und dann warteten wir auf irgendwas, was noch kommen sollte. Irgendwas: Das war eine warme Decke, die sich um die Wartenden schmiegen sollte. Doch jetzt gibt es selbst in einschlägigen Deckenhandlungen keine Wolldecken mehr. Unsere Zukunft ist ausverkauft. Irgendwo war hier doch mal ein Kaufhaus? Suche einen Job. Irgendeinen. Und irgendwas muss sich irgendwie auch ändern. Aber wie?

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    • Serie Audio
    • Quelle DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28
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    • Schlagworte Film | Sucht | Berlin
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