G-8-Gipfel in L’Aquila Die Weltregierung von gestern
Mit gewaltigem Aufwand treffen sich in Italien die reichen Industriestaaten. Aber die G-8-Gruppe hat ihre besten Tage hinter sich

© Joe Klamar/AFP/Getty Images
Club ohne Bedeutung? Der G-8-Gipfel tagt bis Freitag im italienischen L'Aquila
Von wegen »G8« – fast vierzig Staaten und internationale Organisationen hat Silvio Berlusconi zum Gipfeltreffen in dieser Woche im italienischen L’Aquila eingeladen, darunter Angola, Dänemark und die Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (Nepad). Um die Gruppe der acht großen Industrieländer kreist eine Schar von Zaun- und Sondergästen. Der Zug ins Gigantische passt zum zirkusdirektorenhaften Berlusconi, aber dahinter liegt ein tieferer Grund: eine Sinn- und Bedeutungskrise, der verzweifelte Versuch, aus dem Club der Reichen einen echten, für das 21. Jahrhundert repräsentativen Weltgipfel zu machen.
Mit äußerster Anstrengung reckt und streckt sich die G8, um den ganzen Globus zu umfassen. Aber die Mühe ist zum Scheitern verurteilt. Die G8 ist ein Anachronismus, ein Verein der Weltelite von gestern, und sie weiß das auch. »Der Gipfel in L’Aquila«, hat Angela Merkel vorab erklärt, »wird deutlich machen, dass das G-8-Format nicht mehr ausreicht.« Die französische Finanzministerin findet es unhaltbar, dass Länder wie Indien, China oder Mexiko »auf Klappstühlchen am Rande« sitzen müssten.
Erfunden wurde der »Weltwirtschaftsgipfel«, wie die Veranstaltung zunächst hieß, Mitte der siebziger Jahre auf Anregung des französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing und von Bundeskanzler Helmut Schmidt: als Chefgespräch ohne viel Protokoll und große Beraterstäbe, zur Bewältigung von Ölpreisexplosion und Währungsschwankungen.
Beim ersten Treffen, im November 1975 in Schloss Rambouillet, saß Giscard bei der Anreise im Auto selbst am Steuer – mehrere Tausend Polizisten waren allerdings schon damals zum Schutz des Gipfels aufgeboten. Zu den Amerikanern, Briten, Franzosen, Deutschen, Italienern und Japanern, die in Rambouillet dabei waren, kamen 1976 in Puerto Rico noch die Kanadier hinzu – die »G7« war geboren.
Es war, mit hartnäckiger Inflation und Arbeitslosigkeit, eine Zeit der Krise, aber die Weltordnung war vertraut und überschaubar, die Zusammenarbeit im Westen eng – und man war unter sich.
- Datum 09.07.2009 - 09:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 09.07.2009 Nr. 29
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Ist es denn nicht egal, ob jetzt 8 Regierungen oder eben mehr NICHTS tun und nur dummes Zeug von sich geben.
Wer nimmt denn noch Leute Ernst, die ausser heisser Luft und Selbstdarstellung bis zum Ezeß nichts auf die Reihe kriegen.
Und Politker haben immer ihre besten Tage hinter sich, falls es mal welche gab??
Der Aufwand ist viel zu gross und die Ergebnisse sind Lippenbekenntisse, nicht mehr. Seit der zu oft zitierten Finanzkrise hat sich eh nichts bewegt.
Die sollten mit den Kohlen lieber die Schulden der jeweiligen antiquierten Zombie-Politik tilgen!
Ist die Welt lenkbar? Noch bis 9/11 haben die westlichen Mächte das geglaubt.
Nun zeigt sich, dass die Konstruktionen des kalten Kriegs (G-8, NATO) hinfällig geworden sind. Neue Instititutionen (G-20) oder alte Rezepte (Vereinte Nationen) sind zu unflexibel, um schnelle wie "nachhaltige" Lösungen zu finden (siehe Finanzen, siehe Klima).
Doch die Krisen der Welt werden nicht weniger. Ich nehme an, dass wir es in Ziukunft wieder mit kurzfristigeren Bündnissen zwischen Nationen zu tun haben werden, je nach Sachfrage. Ob das reichen wird, um die Menschheit auf die Lösung künftiger Probleme vorzubereiten? Ich will kein Fatalist sein, aber die bisherige Geschichte stimmt mich nicht gerade optimistisch
Sie vertreten das Volk und sich selbst die Füße im sleichten "small talk", vertreiben sich die ZEIT wie alte Bekannte und Freunde. Geben am Ende "statements" ab, die von der geneigten Presse in großformatigen Reportagen mit Fotos hinterlegt sind. Sehr zum Wohle? Ein Teil der "regierten" Welt lebt leider immer noch unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Ändern könnten sie es, wenn sie wollten. Mehr Nahrung anstatt Waffen, würde schon am heutigen Tage Zehntausende vor dem Hungertod retten.
Realpoltitk wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Bilderbergtreffen gemacht. Nun will ich nicht behaupten, dass auf diesen Treffen Verschwörungen ausgeheckt werden. Gibt genug die das tun, aber auf solchen ungezwungenen, eher privaten Treffen lassen sich Themen besser abhandeln und eher Kompromisse erzielen.
Die großen Gipfel sind nichts weiter als überteuerte Shows mit viel bla bla und wenig bis gar nichts konkretem. Das einzige was die Medien daran noch interessiert sind die Demonstranten und Gegenmaßnahmen.
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