Demografie Republik in Schieflage
Deutschlands Bevölkerung schrumpft – doch nicht überall in gleichem Maße. In manchen Regionen ist die Zahl der Geburten größer als die der Todesfälle, manche ziehen Zuwanderer an, andere verlieren Einwohner. Blick auf ein Land im Wandel
Vielleicht hätte Wolfgang Tiefensee das Büchlein lesen sollen, bevor er es am 23. Juni der Öffentlichkeit vorstellte. Aber offenbar wurde dem Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erst bei der Präsentation der neuesten Demografiestudie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung klar, wie brisant das Papier war.
Nicht wegen der Bevölkerungs- und Wanderungszahlen, die stammen vom Statistischen Bundesamt und sie können sie hier in den Infografiken – noch einmal aufgearbeitet – als PDF herunterladen. Vielmehr ging es um die Interpretation darum, wie man der Entwicklung entgegen steuern kann.
Das Berlin Institut stellte der Politik ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Die bisherigen Maßnahmen gegen den Bevölkerungsschwund vor allem in den östlichen Ländern hätten sich als untauglich erwiesen. Statt der Illusion anzuhängen, den Trend umkehren zu können, solle man sich auf ein Leben mit weniger und älteren Menschen einstellen.
Und in einigen Regionen solle man die Förderung auf das Nötigste beschränken und der Öffentlichkeit sagen, »dass die grundgesetzlich festgelegte ›Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse‹ nicht mehr gewährleistet werden kann«.
Das war zu starker Tobak für Tiefensee. Die Studie wurde aus dem Internet entfernt. Erst nach Protesten machte das Ministerium sie nach zwei Tagen wieder auf seiner Website zugänglich, versehen mit einem distanzierenden Kommentar: »Wir geben keinen Menschen auf, wir geben kein Dorf auf, wir geben keine Region auf.« Zumindest nicht vor der Bundestagswahl.
Recherche: Christoph Drösser
- Datum 03.09.2009 - 13:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 09.07.2009 Nr. 29
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Grundsätzlich dürfte dies für niemand eine Überraschung sein; Süddeutschland ist eher der "Gewinner" des demographischen Wandels - und von Leuchttürmen abgesehen gibt es in der restlichen Bundesrepublik nur "Verlierer". Was mich aber schon erstaunt ist die Entwicklung im Raum Berlin. Ist das realistisch? Die Einkommen in Berlin sind sehr sehr niedrig, und immer mehr Bereiche dort driften in den Niedriglohnbereich ab wie kürzlich durch alle Zeitungen ging. Wir haben in Wahrheit also weniger ein Problem dass sich eine "Schere" zwischen den Schichten öffnet sondern zwischen den Regionen.
Die Frage ist wie attraktiv die Region Berlin mit diesen prekären Lebensbedingungen auf Dauer sein kann? Erscheint mir zumindest fragwürdig.
Und umgekehrt, ich bin kein Münchner aber relativ oft dort, gibt es in München inzwischen eine regelrechte "Parallel-Wirtschaft". Es gibt in den Supermärkten die Milch für 1,35 Euro von "Unser Land", eine Landwirtschaftsgenossenschaft in Südbayern die Bio als auch konventionelle Erzeugnisse anbietet. Aber einfach zu einem deutlich höheren Preis als im regulären bundesweiten Einzelhandel - den Leuten ist es das wert. Oder der Anbieter "M-Net" der aber nur lokal operiert, die bauen gerade 100 M/Bit Glasfaserinternetzugänge für Privatpersonen auf (in München und Augsburg). Ohne auf Bundesregierung und Co. zu warten. Und bieten super Kundenservice, wie ich vor kurzem in einem Test einer Computerzeitschrift las. ABER natürlich sind dort diese billigbilligbillig Angebote der bundesweiten Anbieter nicht zu haben. Und so weiter und so fort. In einem Europa wo es ohnehin keine Nationalstaatsgrenzen von Bedeutung mehr gibt orientieren sich die Unternehmen nicht mehr an jenen Grenzen sondern diversifizieren sich auf Regionen.
Selbst die Discounter. Bei einem gab es letztens einen Computer im Angebot: ein Modell für ca. 500 Euro in Norddeutschland, einen für ca. 1000 Euro in Süddeutschland. Diese aus dem Leben gegriffenen Beispiele geben deutlich zuverlässigeren Aufschluß darüber wo der Wohlstand in der Bundesrepublik wirklich verteilt ist als irgendwelche Studien dies leider tun.
Die Antwort die leider in der politischen Öffentlichkeit meist erschallt ist noch mehr Umverteilung, 20 Jahre "Aufbau Ost" haben aus den Neuen Ländern auch kein neues Dubai machen können, während die Geber-Regionen nicht nur stärker belastet wurden seit 1990 und weniger Bundesmittel erhielten sondern auch den Abstand zu den Neuen Ländern sogar ausgebaut haben! "Trotz" der Belastungen durch Länderfinanzausgleich, Solidarpakt und Co. Die Realität zeigt auch dass der Staat also diese Eigendynamiken nicht (mehr? vielleicht war das vor Jahrzehnten wirklich noch anders) in der Lage ist zu beherrschen. Man sollte also mit der Geldverschwendung aufhören und sich darauf beschränken in die staatlichen Kernkompetenzen wie Bildung zu investieren. Für den Erfolg der Landes ist es dann auch unerheblich ob diese Bildung von den Bürgern in München oder Madgeburg an der Wertschöpfung mitwirkt. Straßen lassen sich hingegen deutlich schlechter dorthin "umziehen" wo sie gerade gebraucht werden, bei Investitionen in Beton zementiert man daher wortwörtlich den Status quo auf lange Zeit. Das ist aber unangenehm für die Wählerschaft die großteils immer noch in Illusionen lebt, seit Kohls blühenden Landschaften. Es hat ja schon einmal ein Kanzlerkandidat die Bundestagswahl "im Osten" verloren, daraus wurde scheinbar in der Politik gelernt. Woraus ich auch den Schluß ziehe: dieses Volk hat lediglich die Regierung die es verdient..
"Die Antwort die leider in der politischen Öffentlichkeit meist erschallt ist noch mehr Umverteilung, 20 Jahre "Aufbau Ost" haben aus den Neuen Ländern auch kein neues Dubai machen können, während die Geber-Regionen nicht nur stärker belastet wurden seit 1990 und weniger Bundesmittel erhielten sondern auch den Abstand zu den Neuen Ländern sogar ausgebaut haben!"
... wie weit der Abstand mittlerweile wäre, wenn es keinen Aufbau Ost gegeben hätte. Da ich selbst aus dem Osten komme, vermute ich, dort würde es noch wesentlich katastrophaler aussehen. Ich war selbst lange gegen die Geldflüsse in diese Region (schliesslich lebe ich jetzt in BaWü :-) mittlerweile sehe ich das anders.
Der Staat kann sehr wohl ausgleichend wirken, ja er muss es sogar, denn der Kapitalismus ist dazu nicht in der Lage, was man an jedem Entwicklungsland beobachten kann. Landverarmung und Molochbildung, fast immer zum Nachteil der Mehrheit der dort lebenden Menschen.
Und um beim Beispiel München zu bleiben (dort wohnen zwei meiner Brüder), ja da sind die Löhne höher. Dafür sind aber auch die Mieten etc. ganz enorm. Meine Geschwister könnten sich dort nie ein günstiges altes Haus kaufen, so wie ich es getan habe, denn in München gibt es nix günstig. Sie haben im Vergleich zu einem Mecklenburger ein göttliches Einkommen, kommen in München aber gerade so damit über die Runden. Oder mit anderen Worten: Geld ist dort einfach weniger wert. Die Reichen die dort leben stört das nicht, deren zugezogenes Bodenpersonal bleibt aber arm, trotz verhältnismässig hohem Gehalt.
"Die Antwort die leider in der politischen Öffentlichkeit meist erschallt ist noch mehr Umverteilung, 20 Jahre "Aufbau Ost" haben aus den Neuen Ländern auch kein neues Dubai machen können, während die Geber-Regionen nicht nur stärker belastet wurden seit 1990 und weniger Bundesmittel erhielten sondern auch den Abstand zu den Neuen Ländern sogar ausgebaut haben!"
... wie weit der Abstand mittlerweile wäre, wenn es keinen Aufbau Ost gegeben hätte. Da ich selbst aus dem Osten komme, vermute ich, dort würde es noch wesentlich katastrophaler aussehen. Ich war selbst lange gegen die Geldflüsse in diese Region (schliesslich lebe ich jetzt in BaWü :-) mittlerweile sehe ich das anders.
Der Staat kann sehr wohl ausgleichend wirken, ja er muss es sogar, denn der Kapitalismus ist dazu nicht in der Lage, was man an jedem Entwicklungsland beobachten kann. Landverarmung und Molochbildung, fast immer zum Nachteil der Mehrheit der dort lebenden Menschen.
Und um beim Beispiel München zu bleiben (dort wohnen zwei meiner Brüder), ja da sind die Löhne höher. Dafür sind aber auch die Mieten etc. ganz enorm. Meine Geschwister könnten sich dort nie ein günstiges altes Haus kaufen, so wie ich es getan habe, denn in München gibt es nix günstig. Sie haben im Vergleich zu einem Mecklenburger ein göttliches Einkommen, kommen in München aber gerade so damit über die Runden. Oder mit anderen Worten: Geld ist dort einfach weniger wert. Die Reichen die dort leben stört das nicht, deren zugezogenes Bodenpersonal bleibt aber arm, trotz verhältnismässig hohem Gehalt.
Der Minister könnte aus seiner Zuständigkeit heraus ja etliche Verkehrswege sperren lassen, damit nicht mehr so viele Menschen aus dem Osten abwandern; oder als oberster Bauherr der BRD einige neue Mauern hochziehen ...
Aber eigentlich wird hier auf den Falschen verbal eingeschlagen - wo sind eigentlich die Wirtschaftsminister seit über 15 Jahren abgeblieben? Vermutlich sind die alle schon längst aus der BRD abgewandert, weil sie woanders lukrative Jobs bekommen haben.
Wer nicht fähig und willens ist, für ein geeignetes Umfeld zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen zu sorgen, sollte sich auch nicht wundern, daß die Menschen einfach gehen, daß junge Paare keine Kinder in die Welt setzen und daß statt dessen nur noch die Älteren bleiben oder bleiben müssen.
Auf der Anklagebank sitzt die Wirtschaftspolitik der BRD, die Parteien, die den Stellenwert einfach nicht erfassen und in erster Linie die Kanzler bzw. Kanzlerin, die immer noch nicht begreifen können, daß die Richtlinienbestimmer auch für die Misere verantwortlich sind.
Herr Ernst, Sie verwechseln Ursache und Wirkung! Weil immer mehr junge Paare keine Kinder wollen, entsteht ein ungeeignetes, verödetes Umfeld und nicht umgekehrt. Wir Deutschen sterben aus. Bitte die Realität anerkennen und Trauerarbeit leisten, statt nach Sündenböcken zu suchen und sie auf die Anklagebank zu setzen.
@Wer nicht fähig und willens ist, für ein geeignetes Umfeld zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen zu sorgen, sollte sich auch nicht wundern, daß die Menschen einfach gehen, daß junge Paare keine Kinder in die Welt setzen und daß statt dessen nur noch die Älteren bleiben oder bleiben müssen.
Die Auswanderung von einheimischen, gut ausgebildeten und meist jüngeren Fachkräften hatte 2008, im Jahre des Höhepunkt unseres Wirtschafts"booms", einen Höhepunkt erreicht. Ca. 150.000 dieser Leute haben Deutschland den Rücken gekehrt, um im Ausland ihr Glück zu suchen. Das sollte den Verantwortlichen endlich zu denken geben. Wer sein wertvollstes Kapital, nämlich die Menschen, einfach gehen läßt, weil sie die Lohndumpingpolitik und die Existenz im akademischen Präkariat über Zeit- und Niedriglohnjobs nicht mehr hinnehmen wollen, darf sich über den "demographischen Wandel" nicht beschweren.
Abgesehen von Bewußtseinswandel, der angeblich zu einem "neuen Hedonismus" bei den jüngeren Menschen geführt hat: Unter den konkreten Bedingungen, wie sie zur Zeit herrschen, fühlen sich viele junge Familien eben nicht ermuntert, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, weil sie mit Recht spätere Nachteile im Beruf wie auch beim Rentenanspruch befürchten.
Hier gilt es, durch ein Maßnahmenbündel Bedingungen zu schaffen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser garantieren. Auch die Etablierung einer kontrollierten Einwanderungs- wie auch einer Familien- und Bevölkerungspolitik sollte dazu gehören, vor der man aus ideologischen Gründen (könnte ja an das Dritte Reich erinnern) bisher unterblieben ist.
Herr Ernst, Sie verwechseln Ursache und Wirkung! Weil immer mehr junge Paare keine Kinder wollen, entsteht ein ungeeignetes, verödetes Umfeld und nicht umgekehrt. Wir Deutschen sterben aus. Bitte die Realität anerkennen und Trauerarbeit leisten, statt nach Sündenböcken zu suchen und sie auf die Anklagebank zu setzen.
@Wer nicht fähig und willens ist, für ein geeignetes Umfeld zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen zu sorgen, sollte sich auch nicht wundern, daß die Menschen einfach gehen, daß junge Paare keine Kinder in die Welt setzen und daß statt dessen nur noch die Älteren bleiben oder bleiben müssen.
Die Auswanderung von einheimischen, gut ausgebildeten und meist jüngeren Fachkräften hatte 2008, im Jahre des Höhepunkt unseres Wirtschafts"booms", einen Höhepunkt erreicht. Ca. 150.000 dieser Leute haben Deutschland den Rücken gekehrt, um im Ausland ihr Glück zu suchen. Das sollte den Verantwortlichen endlich zu denken geben. Wer sein wertvollstes Kapital, nämlich die Menschen, einfach gehen läßt, weil sie die Lohndumpingpolitik und die Existenz im akademischen Präkariat über Zeit- und Niedriglohnjobs nicht mehr hinnehmen wollen, darf sich über den "demographischen Wandel" nicht beschweren.
Abgesehen von Bewußtseinswandel, der angeblich zu einem "neuen Hedonismus" bei den jüngeren Menschen geführt hat: Unter den konkreten Bedingungen, wie sie zur Zeit herrschen, fühlen sich viele junge Familien eben nicht ermuntert, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, weil sie mit Recht spätere Nachteile im Beruf wie auch beim Rentenanspruch befürchten.
Hier gilt es, durch ein Maßnahmenbündel Bedingungen zu schaffen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser garantieren. Auch die Etablierung einer kontrollierten Einwanderungs- wie auch einer Familien- und Bevölkerungspolitik sollte dazu gehören, vor der man aus ideologischen Gründen (könnte ja an das Dritte Reich erinnern) bisher unterblieben ist.
... mit einer winzigen Ergänzung:
Gesund ist eine Region in meinen Augen nur dann, wenn die Bevölkerung stabil bleibt. Nicht wenn sie haufenweise Zuwanderer anzieht und Geburtenüberschüsse hat. Dann ist sie im wirtschaftlichen Sinne zwar "gesund", für die Menschen die dort leben steigt aber der Stress, die Mieten, die Kaufpreise, die Staus, der Dreck, während die soziale Bindung und die Lebensqualität tendenziell sinkt. Andernfalls müsste man generelle Zuwanderungsstädte wie etwa Shanghai oder das indische Kalkutta auch als "gesund" bezeichnen, jeder der schonmal dort war, würde diesen Begriff vermutlich strikt ablehnen.
Ich wehre mich daher gegen eine solche einseitige Sichtweise. Wer es aufgibt Wanderungsbewegungen entgegenzuwirken und dem kapitalistischen Marktversagen "Molochbildung" freien Lauf lassen will, der hat in der Regierung nichts verloren.
Ich war zwar noch nicht in Kalkutta oder Schanghai, aber ich glaube, ich kann mir vorstellen, was Sie meinen. Sie lehnen eine einseitige, nur pessimistische Sichtweise ab, und ich möchte Sie darin bestärken.
Tiefensee spricht hier
http://www.faz.net/s/Rub1...
von "sinisterem Schwarz", mit denen man solche sich entvölkernden Regionen färbt. "Sinister" - weil es an "Sterben und Tod" erinnert. Mein Vorschlag: Man könnte diese Regionen grün färben. Grün ist die Farbe der Natur, die diese Regionen zurückerobert. Und die Natur ist gesund. Und Naturschutzgebiete, die der Mensch nicht vergift, sind eine Bereicherung für uns alle.
Ich war zwar noch nicht in Kalkutta oder Schanghai, aber ich glaube, ich kann mir vorstellen, was Sie meinen. Sie lehnen eine einseitige, nur pessimistische Sichtweise ab, und ich möchte Sie darin bestärken.
Tiefensee spricht hier
http://www.faz.net/s/Rub1...
von "sinisterem Schwarz", mit denen man solche sich entvölkernden Regionen färbt. "Sinister" - weil es an "Sterben und Tod" erinnert. Mein Vorschlag: Man könnte diese Regionen grün färben. Grün ist die Farbe der Natur, die diese Regionen zurückerobert. Und die Natur ist gesund. Und Naturschutzgebiete, die der Mensch nicht vergift, sind eine Bereicherung für uns alle.
"Die Antwort die leider in der politischen Öffentlichkeit meist erschallt ist noch mehr Umverteilung, 20 Jahre "Aufbau Ost" haben aus den Neuen Ländern auch kein neues Dubai machen können, während die Geber-Regionen nicht nur stärker belastet wurden seit 1990 und weniger Bundesmittel erhielten sondern auch den Abstand zu den Neuen Ländern sogar ausgebaut haben!"
... wie weit der Abstand mittlerweile wäre, wenn es keinen Aufbau Ost gegeben hätte. Da ich selbst aus dem Osten komme, vermute ich, dort würde es noch wesentlich katastrophaler aussehen. Ich war selbst lange gegen die Geldflüsse in diese Region (schliesslich lebe ich jetzt in BaWü :-) mittlerweile sehe ich das anders.
Der Staat kann sehr wohl ausgleichend wirken, ja er muss es sogar, denn der Kapitalismus ist dazu nicht in der Lage, was man an jedem Entwicklungsland beobachten kann. Landverarmung und Molochbildung, fast immer zum Nachteil der Mehrheit der dort lebenden Menschen.
Und um beim Beispiel München zu bleiben (dort wohnen zwei meiner Brüder), ja da sind die Löhne höher. Dafür sind aber auch die Mieten etc. ganz enorm. Meine Geschwister könnten sich dort nie ein günstiges altes Haus kaufen, so wie ich es getan habe, denn in München gibt es nix günstig. Sie haben im Vergleich zu einem Mecklenburger ein göttliches Einkommen, kommen in München aber gerade so damit über die Runden. Oder mit anderen Worten: Geld ist dort einfach weniger wert. Die Reichen die dort leben stört das nicht, deren zugezogenes Bodenpersonal bleibt aber arm, trotz verhältnismässig hohem Gehalt.
Wie in meinem Beispiel mit der "teuren" Milch ersichtlich verschwindet das Geld aber nicht ins Nirgendwo sondern man erhält auch durchweg höhere Standards dafür.
Der Bauer hat dann zB auch mehr Geld, kann anderswo mehr zahlen, die Handwerker die ihm was reparieren etc. können dann besser leben und besseres Equipment anschaffen, und so weiter und so fort. Freilich, im Endeffekt wenn es rein um die Bedürfnisse des täglichen Lebens geht.. man kann nur eine bestimmte Menge essen ohne zu platzen/aus den Nähten zu quellen, man hat nur eine gewisse Zeit am Tag die man als Freizeit gestalten kann, ... die Frage ist halt ob auf der Pizza Analogkäse liegt, die aber dafür nur 4 Euro kostet, oder bester Allgäuer Käse die aber dafür 10 Euro kostet. Dass man 0 Mehrwert für die höheren Lebenshaltungskosten erhält halte ich also für einen Mythos, vielleicht auch einen gewissen Trost den sich Leute aus weniger glücklicheren Regionen einreden. Weil, nach der Logik müssten ja Länder wie Polen wo die Lebenshaltungskosten und Mieten noch niedriger sind die Garten Eden sein und alle Welt müsste dort hinströmen. Im Endeffekt kann keine Statistik etc. darüber hinwegtäuschen dass die Leute mit den Füßen abstimmen und dort hingehen wo es ihnen am besten gefällt. Und ja, Zugereiste haben es in Bayern oft schwer. Das ist aber normal, und keine bayrische Hinterfotzigkeit. Wenn man wo neu ist dann hat man keine Beziehungen bzw "Netzwerk" wie das heute genannt wird. Die meisten Jobs werden z.B., die attraktiven so und so, über Mundpropaganda vergeben. Das ist auch gar nichts zwielichtiges, es gibt in größeren Betrieben schon lange sogar Programme die das extra fördern dass Mitarbeiter aus ihrem Bekanntenkreis neue gute Mitarbeiter anwerben - dafür werden sogar Prämien ausbezahlt.
Wenn man jetzt von "Außen" dazu kommt, am Ende noch vielleicht auf die Angebote vom Arbeitsamt angewiesen ist.
Da landet wirklich nicht das gelbe vom Ei, auch weil das Amt dazu neigt relativ willkürlich jeden zur Bewerbung vorbeizuschicken der Laufen kann ganz egal ob derjenige für die Stelle geeignet ist - oder überhaupt ernsthaft auf Stellensuche ist und nicht nur seinen "Stempel" abholen will damit er nachweisen kann dass er sich bemüht eine neue Stelle zu finden und sein Arbeitslosengeldanspruch nicht verliert. Ja das gibt es, hab das selbst erlebt als ich im Sekretariat einer Firma gearbeitet hab das im Schnitt jeden Tag jemand vorbei kam, kurz oberflächlich (und nicht immer sonderlich höflich/interessiert wirkend) nach einer offenen Stelle gefragt hat - nach Verneinung oder der Bitte dass derjenige seine Unterlagen da lassen kann dann nur um einen Firmenstempel gebeten hat damit er nachweisen kann er war dort. Die Personalabteilungen und Firmen wissen das natürlich umso mehr, daher landen eher die Stellen beim Arbeitsamt die wenig begehrt sind.
Man muss also am Anfang erstmal einen Bekanntenkreis aufbauen, dann kann man sich hocharbeiten. Es ist sicherlich oft naiv zu denken man zieht jetzt nach München und verdient dann gleich das dortige Durchschnittgehalt (5.078 Euro in der dortigen Industrie z.B.). Das ist aber immer so wenn man an einen neuen Ort zieht..
das hat aber damit erst mal rein gar nichts zu tun dass der Wohlstand in Südbayern auf schweizer Niveau liegt, und der in Norddeutschland "nur" auf belgischem.
Wie in meinem Beispiel mit der "teuren" Milch ersichtlich verschwindet das Geld aber nicht ins Nirgendwo sondern man erhält auch durchweg höhere Standards dafür.
Der Bauer hat dann zB auch mehr Geld, kann anderswo mehr zahlen, die Handwerker die ihm was reparieren etc. können dann besser leben und besseres Equipment anschaffen, und so weiter und so fort. Freilich, im Endeffekt wenn es rein um die Bedürfnisse des täglichen Lebens geht.. man kann nur eine bestimmte Menge essen ohne zu platzen/aus den Nähten zu quellen, man hat nur eine gewisse Zeit am Tag die man als Freizeit gestalten kann, ... die Frage ist halt ob auf der Pizza Analogkäse liegt, die aber dafür nur 4 Euro kostet, oder bester Allgäuer Käse die aber dafür 10 Euro kostet. Dass man 0 Mehrwert für die höheren Lebenshaltungskosten erhält halte ich also für einen Mythos, vielleicht auch einen gewissen Trost den sich Leute aus weniger glücklicheren Regionen einreden. Weil, nach der Logik müssten ja Länder wie Polen wo die Lebenshaltungskosten und Mieten noch niedriger sind die Garten Eden sein und alle Welt müsste dort hinströmen. Im Endeffekt kann keine Statistik etc. darüber hinwegtäuschen dass die Leute mit den Füßen abstimmen und dort hingehen wo es ihnen am besten gefällt. Und ja, Zugereiste haben es in Bayern oft schwer. Das ist aber normal, und keine bayrische Hinterfotzigkeit. Wenn man wo neu ist dann hat man keine Beziehungen bzw "Netzwerk" wie das heute genannt wird. Die meisten Jobs werden z.B., die attraktiven so und so, über Mundpropaganda vergeben. Das ist auch gar nichts zwielichtiges, es gibt in größeren Betrieben schon lange sogar Programme die das extra fördern dass Mitarbeiter aus ihrem Bekanntenkreis neue gute Mitarbeiter anwerben - dafür werden sogar Prämien ausbezahlt.
Wenn man jetzt von "Außen" dazu kommt, am Ende noch vielleicht auf die Angebote vom Arbeitsamt angewiesen ist.
Da landet wirklich nicht das gelbe vom Ei, auch weil das Amt dazu neigt relativ willkürlich jeden zur Bewerbung vorbeizuschicken der Laufen kann ganz egal ob derjenige für die Stelle geeignet ist - oder überhaupt ernsthaft auf Stellensuche ist und nicht nur seinen "Stempel" abholen will damit er nachweisen kann dass er sich bemüht eine neue Stelle zu finden und sein Arbeitslosengeldanspruch nicht verliert. Ja das gibt es, hab das selbst erlebt als ich im Sekretariat einer Firma gearbeitet hab das im Schnitt jeden Tag jemand vorbei kam, kurz oberflächlich (und nicht immer sonderlich höflich/interessiert wirkend) nach einer offenen Stelle gefragt hat - nach Verneinung oder der Bitte dass derjenige seine Unterlagen da lassen kann dann nur um einen Firmenstempel gebeten hat damit er nachweisen kann er war dort. Die Personalabteilungen und Firmen wissen das natürlich umso mehr, daher landen eher die Stellen beim Arbeitsamt die wenig begehrt sind.
Man muss also am Anfang erstmal einen Bekanntenkreis aufbauen, dann kann man sich hocharbeiten. Es ist sicherlich oft naiv zu denken man zieht jetzt nach München und verdient dann gleich das dortige Durchschnittgehalt (5.078 Euro in der dortigen Industrie z.B.). Das ist aber immer so wenn man an einen neuen Ort zieht..
das hat aber damit erst mal rein gar nichts zu tun dass der Wohlstand in Südbayern auf schweizer Niveau liegt, und der in Norddeutschland "nur" auf belgischem.
EIn großes Dankeschön an die Redaktion für die Gestaltung dieser richtig schönen Grafik, die mir nicht nur sehr gefällt. Die Menschen sind sehr gelungen, besonders die Jungs mit den Gitarren!!!
Diese Details machen die Zeit zu dem was sie für mich ist: meine Lieblingsnachrichtenquelle, vielen Dank!
Wie in meinem Beispiel mit der "teuren" Milch ersichtlich verschwindet das Geld aber nicht ins Nirgendwo sondern man erhält auch durchweg höhere Standards dafür.
Der Bauer hat dann zB auch mehr Geld, kann anderswo mehr zahlen, die Handwerker die ihm was reparieren etc. können dann besser leben und besseres Equipment anschaffen, und so weiter und so fort. Freilich, im Endeffekt wenn es rein um die Bedürfnisse des täglichen Lebens geht.. man kann nur eine bestimmte Menge essen ohne zu platzen/aus den Nähten zu quellen, man hat nur eine gewisse Zeit am Tag die man als Freizeit gestalten kann, ... die Frage ist halt ob auf der Pizza Analogkäse liegt, die aber dafür nur 4 Euro kostet, oder bester Allgäuer Käse die aber dafür 10 Euro kostet. Dass man 0 Mehrwert für die höheren Lebenshaltungskosten erhält halte ich also für einen Mythos, vielleicht auch einen gewissen Trost den sich Leute aus weniger glücklicheren Regionen einreden. Weil, nach der Logik müssten ja Länder wie Polen wo die Lebenshaltungskosten und Mieten noch niedriger sind die Garten Eden sein und alle Welt müsste dort hinströmen. Im Endeffekt kann keine Statistik etc. darüber hinwegtäuschen dass die Leute mit den Füßen abstimmen und dort hingehen wo es ihnen am besten gefällt. Und ja, Zugereiste haben es in Bayern oft schwer. Das ist aber normal, und keine bayrische Hinterfotzigkeit. Wenn man wo neu ist dann hat man keine Beziehungen bzw "Netzwerk" wie das heute genannt wird. Die meisten Jobs werden z.B., die attraktiven so und so, über Mundpropaganda vergeben. Das ist auch gar nichts zwielichtiges, es gibt in größeren Betrieben schon lange sogar Programme die das extra fördern dass Mitarbeiter aus ihrem Bekanntenkreis neue gute Mitarbeiter anwerben - dafür werden sogar Prämien ausbezahlt.
Wenn man jetzt von "Außen" dazu kommt, am Ende noch vielleicht auf die Angebote vom Arbeitsamt angewiesen ist.
Da landet wirklich nicht das gelbe vom Ei, auch weil das Amt dazu neigt relativ willkürlich jeden zur Bewerbung vorbeizuschicken der Laufen kann ganz egal ob derjenige für die Stelle geeignet ist - oder überhaupt ernsthaft auf Stellensuche ist und nicht nur seinen "Stempel" abholen will damit er nachweisen kann dass er sich bemüht eine neue Stelle zu finden und sein Arbeitslosengeldanspruch nicht verliert. Ja das gibt es, hab das selbst erlebt als ich im Sekretariat einer Firma gearbeitet hab das im Schnitt jeden Tag jemand vorbei kam, kurz oberflächlich (und nicht immer sonderlich höflich/interessiert wirkend) nach einer offenen Stelle gefragt hat - nach Verneinung oder der Bitte dass derjenige seine Unterlagen da lassen kann dann nur um einen Firmenstempel gebeten hat damit er nachweisen kann er war dort. Die Personalabteilungen und Firmen wissen das natürlich umso mehr, daher landen eher die Stellen beim Arbeitsamt die wenig begehrt sind.
Man muss also am Anfang erstmal einen Bekanntenkreis aufbauen, dann kann man sich hocharbeiten. Es ist sicherlich oft naiv zu denken man zieht jetzt nach München und verdient dann gleich das dortige Durchschnittgehalt (5.078 Euro in der dortigen Industrie z.B.). Das ist aber immer so wenn man an einen neuen Ort zieht..
das hat aber damit erst mal rein gar nichts zu tun dass der Wohlstand in Südbayern auf schweizer Niveau liegt, und der in Norddeutschland "nur" auf belgischem.
"Wie in meinem Beispiel mit der "teuren" Milch ersichtlich verschwindet das Geld aber nicht ins Nirgendwo sondern man erhält auch durchweg höhere Standards dafür."
... allen Ernstes, dass meine Geschwister Milch für >1 Euro kaufen. Solche Milch gibt es hier auch in den größeren Supermäkten, die 42 Cent Version steht meistens direkt daneben.
Wenn die Löhne in einer Region generell höher sind, dann bedeutet das längst nicht, dass auch der Standard höher ist, wie kommst du darauf? Letztlich sind Löhne und Preise nur ein Spiegel der Wohnungsknappheit, denn sämtliche Miet- und Grundstückspreise sind schlicht gigantisch. Grund- und Boden ist nunmal leider ein kapitalistisches Gut, bei dem mit der Nachfrage nicht auch das Angebot steigt, sondern nur der Preis. Klar könnten die Münchner günstig z.B. über eBay einkaufen, klar geht es ihnen besser als einem Hungerlöhner, aber der Unterschied ist nicht so groß, wie man oft meinen möchte.
"Weil, nach der Logik müssten ja Länder wie Polen wo die Lebenshaltungskosten und Mieten noch niedriger sind die Garten Eden sein und alle Welt müsste dort hinströmen."
Sowas würde ich nie behaupten. Wanderungsbewegungen gehen immer von arm nach reich.
"Im Endeffekt kann keine Statistik etc. darüber hinwegtäuschen dass die Leute mit den Füßen abstimmen und dort hingehen wo es ihnen am besten gefällt."
Nein, sie gehen dorthin wo sie Arbeit finden. Oder glaubst du ich würde jetzt im Schwarzwald wohnen, wenn ich nicht dazu gezwungen wäre? Die Region ist zwar schön, aber ich seh meine Familie nur ein- bis zweimal im Jahr, was ich als Belastung empfinde. Deine Sichtweise ist typisch westlich und wohlstandsgeprägt, du kannst dir offenbar nichtmal vorstellen, zu Abwanderung gezwungen zu sein.
Dass man als Zugewanderter nicht nur die schlechteren Jobs bekommt, idR niedrigeres Gehalt und zugleich der Rückhalt sozialer Netzwerke fehlt, kommt nur noch hinzu. Die wenigsten wandern aus Abenteuerlust aus ihrer Heimat weg, zumindest nicht dauerhaft. Hier wirken massive wirtschaftliche Schieflagen.
Es ist eine Binsenweisheit, dass Kapital wieder Kapital anzieht. Eine reiche Region wird also immer reicher und die Zuwanderung führt zu ständigem weiteren Wachstum, welches erneut Menschen anzieht. Den Menschen an sich, geht es dabei aber immer schlechter (außer den Grundbesitzern in den zugewanderten Regionen, die müssen oft gar nicht mehr arbeiten). Das ist auch in München längst zu bemerken. Einer meiner Brüder wollte seine Firma wechseln. Er hat es gelassen, warum? Man bot ihm nur noch Zeitverträge und wesentlich geringere Gehälter an, während die Miete bei ihm gerade wieder um 10% angehoben wurde. So läuft das in der Praxis.
"Wie in meinem Beispiel mit der "teuren" Milch ersichtlich verschwindet das Geld aber nicht ins Nirgendwo sondern man erhält auch durchweg höhere Standards dafür."
... allen Ernstes, dass meine Geschwister Milch für >1 Euro kaufen. Solche Milch gibt es hier auch in den größeren Supermäkten, die 42 Cent Version steht meistens direkt daneben.
Wenn die Löhne in einer Region generell höher sind, dann bedeutet das längst nicht, dass auch der Standard höher ist, wie kommst du darauf? Letztlich sind Löhne und Preise nur ein Spiegel der Wohnungsknappheit, denn sämtliche Miet- und Grundstückspreise sind schlicht gigantisch. Grund- und Boden ist nunmal leider ein kapitalistisches Gut, bei dem mit der Nachfrage nicht auch das Angebot steigt, sondern nur der Preis. Klar könnten die Münchner günstig z.B. über eBay einkaufen, klar geht es ihnen besser als einem Hungerlöhner, aber der Unterschied ist nicht so groß, wie man oft meinen möchte.
"Weil, nach der Logik müssten ja Länder wie Polen wo die Lebenshaltungskosten und Mieten noch niedriger sind die Garten Eden sein und alle Welt müsste dort hinströmen."
Sowas würde ich nie behaupten. Wanderungsbewegungen gehen immer von arm nach reich.
"Im Endeffekt kann keine Statistik etc. darüber hinwegtäuschen dass die Leute mit den Füßen abstimmen und dort hingehen wo es ihnen am besten gefällt."
Nein, sie gehen dorthin wo sie Arbeit finden. Oder glaubst du ich würde jetzt im Schwarzwald wohnen, wenn ich nicht dazu gezwungen wäre? Die Region ist zwar schön, aber ich seh meine Familie nur ein- bis zweimal im Jahr, was ich als Belastung empfinde. Deine Sichtweise ist typisch westlich und wohlstandsgeprägt, du kannst dir offenbar nichtmal vorstellen, zu Abwanderung gezwungen zu sein.
Dass man als Zugewanderter nicht nur die schlechteren Jobs bekommt, idR niedrigeres Gehalt und zugleich der Rückhalt sozialer Netzwerke fehlt, kommt nur noch hinzu. Die wenigsten wandern aus Abenteuerlust aus ihrer Heimat weg, zumindest nicht dauerhaft. Hier wirken massive wirtschaftliche Schieflagen.
Es ist eine Binsenweisheit, dass Kapital wieder Kapital anzieht. Eine reiche Region wird also immer reicher und die Zuwanderung führt zu ständigem weiteren Wachstum, welches erneut Menschen anzieht. Den Menschen an sich, geht es dabei aber immer schlechter (außer den Grundbesitzern in den zugewanderten Regionen, die müssen oft gar nicht mehr arbeiten). Das ist auch in München längst zu bemerken. Einer meiner Brüder wollte seine Firma wechseln. Er hat es gelassen, warum? Man bot ihm nur noch Zeitverträge und wesentlich geringere Gehälter an, während die Miete bei ihm gerade wieder um 10% angehoben wurde. So läuft das in der Praxis.
Ich habe es - glaube ich - schon öfter hier geschrieben: Ein einzelnes Lebewesen, ein Mensch, ein Tier, eine Pflanze wird irgendwann altersschwach, schrumpft und stirbt. Diesem biologischen Gesetz unterliegt auch ein Volk, da es ja aus sterblichen Menschen besteht. Wir Deutschen schrumpfen, der Zahn der Zeit nagt an uns, da wir nicht nur als einzelne, sondern auch als Volk sterblich sind. Aber das verdrängt man gerne. Sterben und Tod werden ausgebürgert heutezutage, nicht nur Tod und Sterben des Einzelnen, sondern auch der Nation.
Tiefensee will wiedergewählt werden. Deshalb verspricht er den Verdrängern, er könne dem Zahn der Zeit, dessen Wirken sich ja auch in entvölkerten gebieten zeigt, Einhalt gebieten, zum Beispiel kürzlich in der FAZ:
http://www.faz.net/s/Rub1...
Der Titel seines Artikels "Der Letzte macht das Licht an" lügt die Realität ins Gegenteil um. das müssen ja Wähler sein, bei denen das ankommt!
Wie realistisch dagegen der letzte lakonische Satz von Herrn Drösser!
Herr Ernst, Sie verwechseln Ursache und Wirkung! Weil immer mehr junge Paare keine Kinder wollen, entsteht ein ungeeignetes, verödetes Umfeld und nicht umgekehrt. Wir Deutschen sterben aus. Bitte die Realität anerkennen und Trauerarbeit leisten, statt nach Sündenböcken zu suchen und sie auf die Anklagebank zu setzen.
Es gibt keine "Wir Deutschen". Das ist eine Kopfgeburt des preußischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts. Und "Aussterben" schon gar nicht, das würde a) eh voraussetzen dass es sowas wie ein deutsches Volk oder gar eine Rasse gäbe - rein semantisch gibt es also kein "Aussterben" und b) gibt es viele Nationen auf Erden mit wenigen hunderttausenden Einwohnern die allesamt weder vom "Aussterben" bedroht sind noch sich dessen ängstigen. Selbst bei den schwarzmalerischen Prognosen hat die Bundesrepublik 2050 noch mehr Einwohner als Italien heute. Und ist damit immer noch eines der am dichtesten bevölkerten Industrieländer überhaupt.
Mir werden es, hier in Bayern, eher zuviele Leute. Bevölkerungswachstum zwischen 1989 und 2009: 10%
Und die Flächenversiegelung betrug in den letzten 20 Jahren sogar den doppelten Wert (>Singlehaushalte, Städtewachstum). Es gibt viele Gemeinden die mit ihrem Wachstum gar nicht mehr nachkommen und jegliche Infrastruktur unterdimensioniert ist - im Gegensatz zu Ostdeutschland erhalten hiesige Gemeinden aber keine Sonderförderung um die Belastungen der Binnenwanderung (hier eben Einwohnerzunahme) zu bewältigen. Wenn das so weitergeht gibt es bald keine schöne Landschaft mehr die neue Einwohner anzieht/Lebensqualität verspricht.
Das beste was einem Industrieland in Zukunft, latente Energie und Rohstoffkrise, passieren kann ist eine schrumpfende Bevölkerung und dadurch höhere Kapazität zur Selbstversorgung. Schon seit Ende des 2. Weltkrieges, als dieser obskurse Morgenthau-Plan zur kompletten Deindustrialisierung Deutschlands diskutiert wurde, weiss man dass ohne industrielle Landwirtschaft/Versorgung der Bevölkerung ein Großteil der deutschen Bevölkerung binnen relativ kurzer Zeit verhungern würde. Das Ende des Ölzeitalters stellt die Landwirtschaft für eine riesige Herausforderung und die Zeiten dass Kiwi und Erdbeere zu einem erschwinglichen Preis in den Supermarktregalen liegen werden dann endgültig vorbei sein - geschweigedenn über's ganze Jahr.
Es ist also durchaus nicht so dass der demographische Wandel eine Katastrophe ist - ganz egal wie melodramatisch das irgendwelche reißerischen TV-Reportagen darstellen mögen. Er hat auch positive Seiten.
Wir Deutschen müssen unsere Bevölkerungszahl verringern, denn die Erwerbsarbeit wird immer weniger. Rationalisierung und Technisierung vernichten Arbeitsplätze im Rekordtempo, würden wir uns vermehren wie in den 60er Jahren des vorigen Jahrhundert, hätten wir heute weit mehr als 10 Millionen Arbeitslose!
Nicht das Aussterben ist die Gefahr, sondern ein Krieg und soziale Unruhen, weil
die Menschen keine Arbeit haben. Ein Krieg würde tatsächlich das ganze Land vernichten. Instinktiv verhalten wir Deutschen uns richtig, dass wir unsere Kinderzahl begrenzen. Dies sollte mit Freude beobachtet werden
und nicht mit Trauer.
Wir haben vier Kinder; alle so zwischen 27 und 37. Die können sich einfach keine Kinder leisten, weil sie und ihre Partner arbeiten müssen.
So wird ein Schuh daraus.
Es gibt keine "Wir Deutschen". Das ist eine Kopfgeburt des preußischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts. Und "Aussterben" schon gar nicht, das würde a) eh voraussetzen dass es sowas wie ein deutsches Volk oder gar eine Rasse gäbe - rein semantisch gibt es also kein "Aussterben" und b) gibt es viele Nationen auf Erden mit wenigen hunderttausenden Einwohnern die allesamt weder vom "Aussterben" bedroht sind noch sich dessen ängstigen. Selbst bei den schwarzmalerischen Prognosen hat die Bundesrepublik 2050 noch mehr Einwohner als Italien heute. Und ist damit immer noch eines der am dichtesten bevölkerten Industrieländer überhaupt.
Mir werden es, hier in Bayern, eher zuviele Leute. Bevölkerungswachstum zwischen 1989 und 2009: 10%
Und die Flächenversiegelung betrug in den letzten 20 Jahren sogar den doppelten Wert (>Singlehaushalte, Städtewachstum). Es gibt viele Gemeinden die mit ihrem Wachstum gar nicht mehr nachkommen und jegliche Infrastruktur unterdimensioniert ist - im Gegensatz zu Ostdeutschland erhalten hiesige Gemeinden aber keine Sonderförderung um die Belastungen der Binnenwanderung (hier eben Einwohnerzunahme) zu bewältigen. Wenn das so weitergeht gibt es bald keine schöne Landschaft mehr die neue Einwohner anzieht/Lebensqualität verspricht.
Das beste was einem Industrieland in Zukunft, latente Energie und Rohstoffkrise, passieren kann ist eine schrumpfende Bevölkerung und dadurch höhere Kapazität zur Selbstversorgung. Schon seit Ende des 2. Weltkrieges, als dieser obskurse Morgenthau-Plan zur kompletten Deindustrialisierung Deutschlands diskutiert wurde, weiss man dass ohne industrielle Landwirtschaft/Versorgung der Bevölkerung ein Großteil der deutschen Bevölkerung binnen relativ kurzer Zeit verhungern würde. Das Ende des Ölzeitalters stellt die Landwirtschaft für eine riesige Herausforderung und die Zeiten dass Kiwi und Erdbeere zu einem erschwinglichen Preis in den Supermarktregalen liegen werden dann endgültig vorbei sein - geschweigedenn über's ganze Jahr.
Es ist also durchaus nicht so dass der demographische Wandel eine Katastrophe ist - ganz egal wie melodramatisch das irgendwelche reißerischen TV-Reportagen darstellen mögen. Er hat auch positive Seiten.
Wir Deutschen müssen unsere Bevölkerungszahl verringern, denn die Erwerbsarbeit wird immer weniger. Rationalisierung und Technisierung vernichten Arbeitsplätze im Rekordtempo, würden wir uns vermehren wie in den 60er Jahren des vorigen Jahrhundert, hätten wir heute weit mehr als 10 Millionen Arbeitslose!
Nicht das Aussterben ist die Gefahr, sondern ein Krieg und soziale Unruhen, weil
die Menschen keine Arbeit haben. Ein Krieg würde tatsächlich das ganze Land vernichten. Instinktiv verhalten wir Deutschen uns richtig, dass wir unsere Kinderzahl begrenzen. Dies sollte mit Freude beobachtet werden
und nicht mit Trauer.
Wir haben vier Kinder; alle so zwischen 27 und 37. Die können sich einfach keine Kinder leisten, weil sie und ihre Partner arbeiten müssen.
So wird ein Schuh daraus.
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