Afghanistan Unser Irrtum

Deutschland sollte seine Truppen so bald wie möglich aus Afghanistan abziehen. Ein offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeswehrsoldat in Afghanistan: Der Rückhalt in der Bevölkerung für den Einsatz schwindet

Bundeswehrsoldat in Afghanistan: Der Rückhalt in der Bevölkerung für den Einsatz schwindet

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

dass Sie mich nicht falsch verstehen: Ich will die Große Koalition wählen. Mir kommt vor, wir hätten noch keine bessere Regierung gehabt.

Jetzt wird aber von der Regierung, der Sie vorstehen, der Krieg in Afghanistan gebilligt. Ich könnte auch sagen: geführt. Und wir, die Bevölkerung, sollen das begreifen. Wir sollen den Krieg in Afghanistan verstehen, billigen, ertragen. Immer wieder einmal 300 Mann mehr. Dass der Minister, der dieses Geschäft als »Verteidigungsminister« besorgen soll, nicht längst von seinem Amt zurückgetreten ist, wundert mich jeden Tag. Und wie er von einem Tag zum nächsten diesem Krieg Rechtfertigungen erdenkt, macht ihn zum Verlegenheitsminister. Aber die Richtlinien bestimmen Sie, sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin. Und Sie haben eine so solide Herkunft und Bildung, dass Sie wohl kaum in Gefahr sind, die ins Pop-Fach gehörige Zeile von der »Verteidigung unserer Sicherheit am Hindukusch« nachzuplappern. Aber auch Sie sind sich nicht zu schade, diesem Krieg gelegentlich mit Ihrer sanften Eindringlichkeit eine Rechtfertigungs-Floskel zu spendieren, der man – das spricht für Sie – anmerkt, wie wenig Sie diesen Krieg führen wollen.

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Vor ein paar Jahren erst hat uns Gerhard Schröder davor bewahrt, in diesen Unglückskrieg im Irak verwickelt zu werden. Sie sind damals nach Washington geflogen. Dieser Besuch zu dieser Zeit hat – und sollte das wohl auch – wie eine deutsche Treuebekundung gewirkt. Natürlich waren es nicht Sie allein, die uns lieber als US-Kriegskameraden gesehen hätte. Hoch notierte Intellektuelle haben damals den Irak-Diktator kurzum zum Hitler gemacht. Dann ist ja alles erlaubt. Sie haben aber, als Sie Regierende wurden, so viele fabelhafte Eindrücke geliefert, dass der Washington-Makel aus Ihrem Bild einfach verschwand.

Ich kann den Umgang, den unsereiner mit der täglichen Nachricht pflegt, nicht ausklammern, wenn ich Ihnen schreibe. Neulich, im Gespräch bei Maybrit Illner, waren Sie so beeindruckend, dass ich behaupte, es sei noch keine Politikperson eine Stunde lang so klug, so gut, so gescheit und gütig gewesen wie Sie. Und das auch noch mit Humor.

Und jetzt leiten Sie eine Regierung, die Krieg führt.

Die aktuellen Rechtfertigungen für einen Krieg sind immer grotesk. Erinnern Sie sich bitte an die Lügen der US-Politik! Die, die bei dieser Irakkriegsparty mitmachten, müssen sich mittlerweile hereingelegt vorkommen. Es mag meine Privatsache sein, dass ich glaube, Kriege seien unter gar keinen Umständen zu rechtfertigen. Aber daran erinnern darf ich doch, dass die Sowjetunion zwölf Jahre lang in Afghanistan Blut vergossen hat. Eigenes und afghanisches. Und der Effekt? Null. Jetzt gestatten die Russen den Amerikanern, dass die Kriegsgeräte über russisches Terrain nach Afghanistan transportieren dürfen.

Aus verlorenen Kriegen lernen: Der dieser Tage verstorbene Robert McNamara, seinerzeit Befehlshaber in Vietnam, hat in seinen Memoiren über diesen Krieg geschrieben: »Wir haben uns geirrt, schrecklich geirrt.« Und dann die Einsicht, die uns etwas sagen muss: »Militärgewalt von außen kann nicht die politische Ordnung und Stabilität ersetzen, die ein Volk für sich erkämpfen muss.« Der Irrtum hat mehrere Millionen Menschen das Leben gekostet. Damals hat man in Vietnam unsere Demokratie verteidigt. Heute bekämpft man in Afghanistan den Terrorismus. Zurzeit wird in einem Gebiet heftig gekämpft, in dem Opium angebaut wird. Durch diesen Hinweis sollen wir verstehen, dass da gekämpft werden muss. Opium! Die Geldquelle des Terrorismus! Grotesk!

Ich behaupte: Wer den Terrorismus militärisch bekämpft, stärkt ihn. Das ist mindestens so wahrscheinlich wie die Behauptung, der Terrorismus müsse oder könne militärisch vernichtet werden.

Wann darf Obama, was er in Kairo gesagt hat, in Afghanistan anwenden? Noch scheint er es sich selber zu verbieten. Er schickt 4000 Marines zusätzlich hin. Das heißt, die USA kommen aus ihrer Routine, die Welt mit Waffengewalt ordnen zu wollen, nicht heraus. Aber das ist doch längst nicht mehr unser Credo. Unser beziehungsweise Ihr Verteidigungsminister sagt, es könne sich noch fünf bis zehn Jahre hinziehen. Und wie die Sprache gefügig gemacht wird. Eine »Ausstiegsstrategie« wird nötig!

Warum beteiligen sich eigentlich so wenige Afghanen an diesem Krieg, den wir für sie führen? Warum drängen sie sich nicht danach, ihr Land von den Taliban zu befreien? Darf man so schon nicht mehr fragen? In der neuesten Offensive der Amerikaner sind 4000 Marines und 600 Afghanen beteiligt. Soldaten und Polizisten (!), heißt es.

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, ich riskiere noch eine Behauptung: Wir sind, wenn wir uns nirgends militärisch engagieren, kein Ziel mehr für den Terrorismus. Und wenn es am Hindukusch um »unsere Sicherheit« geht, also um die Sicherheit der Deutschen, dann darf gesagt werden, dass die am meisten durch einen »Ausstieg« zu gewährleisten ist. Und es hängt von Ihnen ab, ob wir dort weitermachen oder ob wir uns sachte lösen. Zuerst keine Verstärkungen mehr, dann allmählich abziehen. Den Frieden erklären! Der Westen ist nicht darauf angewiesen, sich militärisch durchzusetzen. Vergessen wir nicht, dass es gerade noch Gerhard Schröders historische Mission war, uns aus dem Irakkrieg herauszuhalten. Die CDU war in diesem Fall nicht reif für eine deutsche Außenpolitik. Das darf man doch sagen, oder? Dass Gerhard Schröder dazu fähig war, stammte aus den besten Traditionen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Ich bin weder Politiker noch politischer Schriftsteller, aber mitfühlender Zeitgenosse schon, und ich wage zu empfinden, dass Ihre Regierung nicht »geschlossen« hinter dieser Kriegführung steht. Herrn Steinbrück und Herrn zu Guttenberg kann ich mir nicht kriegführend denken. Und zu Ihnen, sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, passt es doch auch nicht, diesen Krieg wachsen und wachsen zu lassen. Immer wieder mal 300 Mann mehr?! Das geht doch nicht.

Bedenken Sie, bitte, wenn man diesen Krieg ernst nimmt, soll man dann an der Großen Koalition zweifeln? Das können Sie nicht wollen!

Voller Hochachtung und immer noch nicht ohne Hoffnung

Ihr Martin Walser

 
Leser-Kommentare
  1. Martin Walser gehört zu den kreativen Denkern mit kritischem Blick, wird geachtet und auch abgelehnt. Seine offenen Worte an die Kanzlerin sind überzeugend formuliert. Die begründete Ablehnung gegen diesen Krieg ist deckungsgleich mit zwei Drittel unserer Bevölkerung, die aus verschiedenen Gründen ihn ebenso ablehnen. Den unfähigen "Kriegsminister" Jung sollte man entlassen. Ebenso jene Scharfmacher der Politik, die uns immer wieder vorgaukeln, am Hindukusch werde Deutschland verteidigt. Wenn die Bundeswehr sich an diesem Krieg nicht beteiligt - eine zwingende Notwendigkeit dafür besteht ohnehin nicht - dann, so folgert Walser berechtigt, drohe uns von den Taliban auch keine Gefahr. Das ist eine Ansicht, der man zunächst nicht wiedersprechen kann.
    Doch ich bin mir gewiß, jetzt werden die "weisen Kriegsstrategen" der Politik (z.B. von Klaeden u.a.) auf den Plan treten und "Beweise" oder "Bedrohunfgsszenarien" auflisten um die Argumente von Walser zu wiederlegen. Sein Brief, in glaubhafter Aufrichtigkeit formuliert, wird sehr vielen Lesen DER ZEIT zum Nachdenken anregen und das ist gut so. Auch meine Meinung lautet: Frau Merkel, sorgen sie schleunigst dafür, das dieser bereits verlorene Krieg beendet wird. Die Bundeswehr hat dort keine Aufgaben zu lösen. Es ist kein überzeuigendes Zeichen für unsere Demokratie, wenn trotz der übergroßen Ablehnung des Volkes die Bundeswehr weiterhin Kriegseinsätze durchführt, die von der Großen Koalition im Bundestag gebilligt wird. Eine sehr merkwürdige Achtung der Willensbildung des Volkes.

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    Irrtum und Geschwätz

    Ich erlaube mir, den Martin Walserschen Satz, "Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, dass Sie mich nicht falsch verstehen: Ich will die Große Koalition wählen", nicht verstanden zu haben. Ich frage mich, und Sie, sehr verehrter Herr Jagemann, wie ein allgemein anerkannter Komponist von "Geschwätzarien" (Klaus Köhler) wie Martin Walser eine Große Koalition wählen will. Warum soll eine ostdeutsche Frau wie Angela Merkel, die durch ein reines Zufallsprinzip ein zweithöchstes Staatsamt bekleidet und dieses durch eine Große Koalition mit einer politisch schlechthin nichtexistenten Partei über einen Zeitraum von vier Jahren zerrüttet hat und die das Geschwätz als rhetorisches Mittel politischer Desinformation auf einen Stand gebracht hat, der nicht mehr unterboten werden kann, einen westdeutschen Geschwätzkomponisten wie Martin Walser nicht falsch verstehen wollen, indem dieser versichert, eine Große KKoalition wählen zu wollen?

    Dieses verstehe ich nicht. Vielleicht können Sie, sehr verehrter Herr Jagemann, mit helfen?

    Wann klärt uns "die Zeit" endlich über ihre Verstrickungen mit der Bilderberg-Gruppe auf?
    Sämtliche Herausgeber haben sich dort "geheim" mit z.B. von Klaeden aber auch Zumwinkel, Ackermann oder Kissinger getroffen.
    Stattdessen wird dem Bilderberger Klaeden eine Plattform geboten, Argumente für einen Kolonialkrieg zu veröffentlichen und dann noch nicht einmal mit Kommentarfunktion.
    Es geht um ÖL + Gas.
    Ist das denn so schwer zu begreifen?
    Die Leser wollen die Wahrheit.
    Sie sind dran Herr Naß.
    Helfen Sie der Zeit wieder glaubwürdig zu werden.

    Irrtum und Geschwätz

    Ich erlaube mir, den Martin Walserschen Satz, "Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, dass Sie mich nicht falsch verstehen: Ich will die Große Koalition wählen", nicht verstanden zu haben. Ich frage mich, und Sie, sehr verehrter Herr Jagemann, wie ein allgemein anerkannter Komponist von "Geschwätzarien" (Klaus Köhler) wie Martin Walser eine Große Koalition wählen will. Warum soll eine ostdeutsche Frau wie Angela Merkel, die durch ein reines Zufallsprinzip ein zweithöchstes Staatsamt bekleidet und dieses durch eine Große Koalition mit einer politisch schlechthin nichtexistenten Partei über einen Zeitraum von vier Jahren zerrüttet hat und die das Geschwätz als rhetorisches Mittel politischer Desinformation auf einen Stand gebracht hat, der nicht mehr unterboten werden kann, einen westdeutschen Geschwätzkomponisten wie Martin Walser nicht falsch verstehen wollen, indem dieser versichert, eine Große KKoalition wählen zu wollen?

    Dieses verstehe ich nicht. Vielleicht können Sie, sehr verehrter Herr Jagemann, mit helfen?

    Wann klärt uns "die Zeit" endlich über ihre Verstrickungen mit der Bilderberg-Gruppe auf?
    Sämtliche Herausgeber haben sich dort "geheim" mit z.B. von Klaeden aber auch Zumwinkel, Ackermann oder Kissinger getroffen.
    Stattdessen wird dem Bilderberger Klaeden eine Plattform geboten, Argumente für einen Kolonialkrieg zu veröffentlichen und dann noch nicht einmal mit Kommentarfunktion.
    Es geht um ÖL + Gas.
    Ist das denn so schwer zu begreifen?
    Die Leser wollen die Wahrheit.
    Sie sind dran Herr Naß.
    Helfen Sie der Zeit wieder glaubwürdig zu werden.

  2. Nebenbei: Das Argument, dass unsere Freiheit am Hindusch verteidigt wird, ist aus mehreren Gründen obsolet. Es ist aber insofern unlogisch, weil sich in diesem Lande bereits Millionen an Muslimen befinden, von denen leider nicht die Wenigsten über die Einführung der Scharia hierzulande erfreut wären.
    Und die Scharia duldet nunmal die Genitalverstümmelung bei Frauen, dies als Hinweis an unsere Berufsgutmenschen. Für Skeptiker empfiehlt sich desweiteren die regelmäßige Lektüre der Verfassungschutzberichte von Bund und Länder, wobei dort so manches entschärft formuliert ist, um den Bürger nicht unnötig zu beunruhigen.
    Aber bei der demografischen Entwicklung in Deutschland ist ein bestimmtes Ergebnis inzwischen zwangsläufig.

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    • turnus
    • 12.07.2009 um 11:59 Uhr

    Ihr Kommentar ist beschämend und irreführend. Es hört sich fast so an, als würden Sie unsere Freiheit nicht in Afghanistan, sondern am Liebsten an der Heimatfront gegen unsere muslimischen Mitbürger verteidigen wollen. Gegen "Berufsgutmenschen" zu polemisieren ist immer sehr einfach und selbstgefällig. Alles geht den Bach hinunter, nicht wahr?!? Schwieriger ist: sich auf andere, fremde Menschen einzulassen, Ihnen zuzuhören und sich ein differenziertes Bild von Ihnen zu verschaffen. Unsere muslimischen Mitbürger hätten das - weiß Gott - verdient!

    in einigen Gegenden auch die Genitalverstümmlung von Frauen. Z.B. auch in Äthiopien.

    Die weibliche Genitalverstümmlung ist kein islamisches "Brauchtum", sondern ein „pharaonisches“ Relikt, das nicht an Glaubensrichtungen gebunden ist.

    „Ein griechischer Papyrus aus dem Britisches Museum (163 v. Chr. ) berichtet von der Beschneidung bei Mädchen in heiratsfähigem Alter und auch bei Herodot (5. Jh. v. Chr. ) finden sich Hinweise auf die Beschneidung von Mädchen als einen Brauch der Äthiopier, Ägypter, Phönizier und Hethiter.“ (Zitiert aus Relilex)

    Aber wer von den Islamophoben möchte das schon zur Kenntnis nehmen. Differenzierung ist ja nicht ihre Stärke. Die Saat der Presse geht in der Form eines neuen "Rassismus" auf.
    .

    • turnus
    • 12.07.2009 um 11:59 Uhr

    Ihr Kommentar ist beschämend und irreführend. Es hört sich fast so an, als würden Sie unsere Freiheit nicht in Afghanistan, sondern am Liebsten an der Heimatfront gegen unsere muslimischen Mitbürger verteidigen wollen. Gegen "Berufsgutmenschen" zu polemisieren ist immer sehr einfach und selbstgefällig. Alles geht den Bach hinunter, nicht wahr?!? Schwieriger ist: sich auf andere, fremde Menschen einzulassen, Ihnen zuzuhören und sich ein differenziertes Bild von Ihnen zu verschaffen. Unsere muslimischen Mitbürger hätten das - weiß Gott - verdient!

    in einigen Gegenden auch die Genitalverstümmlung von Frauen. Z.B. auch in Äthiopien.

    Die weibliche Genitalverstümmlung ist kein islamisches "Brauchtum", sondern ein „pharaonisches“ Relikt, das nicht an Glaubensrichtungen gebunden ist.

    „Ein griechischer Papyrus aus dem Britisches Museum (163 v. Chr. ) berichtet von der Beschneidung bei Mädchen in heiratsfähigem Alter und auch bei Herodot (5. Jh. v. Chr. ) finden sich Hinweise auf die Beschneidung von Mädchen als einen Brauch der Äthiopier, Ägypter, Phönizier und Hethiter.“ (Zitiert aus Relilex)

    Aber wer von den Islamophoben möchte das schon zur Kenntnis nehmen. Differenzierung ist ja nicht ihre Stärke. Die Saat der Presse geht in der Form eines neuen "Rassismus" auf.
    .

    • BISI
    • 12.07.2009 um 10:42 Uhr

    Sehr geehrter Herr Walser,
    es wäre vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen, dass ein reiches Industrieland wie Deutschland sich im Nahostkonflikt militärisch anstellt um dort die Demokratie zu sichern. Das soll und kann nicht über ungerechte Zustände hinwegtäuschen, aber das Dogma, dass wir - die Erste Welt - der Dritten Welt immer und überall schaden, ist schlichtweg falsch.
    Das ist nicht pragmatisch, sondern gefährlich, denn diese Einstellung läuft ständig aus dem Ruder. Je mehr Kriegsgegner gegen ein vereinten Westen hetzen, desto bestätigter fühlen sich die Terroristen. Da sieht man mal, wozu diese antiamerikanische Haltung führt: zum Nationalismus, zum Faschismus, zur Radikalisierung oder kurz und gut zu all dem, was wir nicht sein wollen. Für die einen sind die Amerikaner kulturlose Untermenschen, für die anderen dreckige Imperialisten, aber nie das, was sie für die demokratische Entwicklung dieses Landes nach 1945 vor allem waren: die Geburtshelfer einer Demokratie, die auch die freie Ausübung von Dogmen erlaubt.
    Freundliche Grüße

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gorbi
    • 12.07.2009 um 13:06 Uhr

    Politische Wandlung Amerikas...

    Ist es Ihnen entgangen, dass Amerika z.Bsp. mit Atomwaffeneinsätzen, Vietnam-Krieg, Irankriegen, Afghanistan-Krieg demokratische und humane Grundregeln der Völkergemeinschaft bis heute in erheblichem Maße verletzte und damit der Marshallplan sowie die Demokratisierung der Bundesrepublik Deutschland in der heutigen Zeit nicht mehr zu einer Gesamt-Beurteilung unserer amerikanischen Partner ausreicht?
    Während Kanzler Schröder noch im Namen der Mehrheit des dt. Volkes der Bush-Politik ein klares NEIN entgegensetzte, ging seine Nachfolgerin - Bundeskanzlerin A. Merkel - leider auf Schmusekurs...
    Dass unter ihrer Führung das Bundeswehrkontingent im Ausland erheblich verstärkt statt abgebaut wurde , und dabei Krieg und einhergehender Terrorismus sich ausdehnen und auch deutsche Opfer fordern, ist unverzeihlich und gehört spätestens zur Bundestagswahl durch das Volk abgestraft!-
    Erst mit Obama tritt ein neuer amerikanischer Hoffnungsschimmer für mehr Demokratie, Chancengleichheit und Völkerverständigung und Umweltschutz auf!
    Gorbi

    • Gorbi
    • 12.07.2009 um 13:06 Uhr

    Politische Wandlung Amerikas...

    Ist es Ihnen entgangen, dass Amerika z.Bsp. mit Atomwaffeneinsätzen, Vietnam-Krieg, Irankriegen, Afghanistan-Krieg demokratische und humane Grundregeln der Völkergemeinschaft bis heute in erheblichem Maße verletzte und damit der Marshallplan sowie die Demokratisierung der Bundesrepublik Deutschland in der heutigen Zeit nicht mehr zu einer Gesamt-Beurteilung unserer amerikanischen Partner ausreicht?
    Während Kanzler Schröder noch im Namen der Mehrheit des dt. Volkes der Bush-Politik ein klares NEIN entgegensetzte, ging seine Nachfolgerin - Bundeskanzlerin A. Merkel - leider auf Schmusekurs...
    Dass unter ihrer Führung das Bundeswehrkontingent im Ausland erheblich verstärkt statt abgebaut wurde , und dabei Krieg und einhergehender Terrorismus sich ausdehnen und auch deutsche Opfer fordern, ist unverzeihlich und gehört spätestens zur Bundestagswahl durch das Volk abgestraft!-
    Erst mit Obama tritt ein neuer amerikanischer Hoffnungsschimmer für mehr Demokratie, Chancengleichheit und Völkerverständigung und Umweltschutz auf!
    Gorbi

  3. Sehr geehrter Herr Walser,
    ich vermisse in Ihrem durchaus nachvollziehbaren Brief die Auseinandersetzung nach der Ursache und Genese für den Konflikt, in den "wir" geraten sind.
    Schröder hat - m.E. zu Recht - die Solidarität des Bündnisfalls nach dem 11.09.2001 gegen Afghanistan mitgetragen. Merkel setzt dies nun fort. Aber wie soll man aus dieser solidarischen Verpflichtung nun heraus kommen, ohne eine Strategie, entweder gegen oder mit den anderen Verbündeten?
    Leider gibt Ihr Brief darauf keine Antwort. Eine Verantwortung tragende Bundeskanzlerin muss darauf aber eine Antwort finden, und gleichzeitig "erfolgreich" sein. Ein schwieriges Unterfangen, das der Öffentlichkeit, den vor Ort kämpfenden Soldaten, den Angehörigen getöteter Soldaten und schließlich der CDU und deren Wählern vermittelt werden muss. Wenn Angela Merkel das schafft: Respekt.

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    Natürlich gehört es auch zur solidarischen Verpflichtung die Bündnispartner von der Falschheit des Krieges zu überzeugen, das ist ja wohl trivial.

    Natürlich gehört es auch zur solidarischen Verpflichtung die Bündnispartner von der Falschheit des Krieges zu überzeugen, das ist ja wohl trivial.

  4. Herr Walser täte gut daran, Argumente statt emotionale Polemik und Populismus zu liefern!
    Stattdessen zitiert er McNamara nach dem Motto "Militärgewalt von außen bringt nix,
    Ordnung kommt von innen, vom Volk!"
    Man muss nicht den zweiten Weltkrieg heranzitieren, um zu sehen wie absurd bzw. zynisch dieses Argument ist. Das Massaker von Srebrenica jährt sich grade und es wäre eine bodenlose Unverschämheit gegenüber Bosniaken zu äußern: Sorry, aber ihr seid selbst für euch verantwortlich. Sprich, die holländischen Blauhelme hätten damals in ihrer Passivität richtig gehandelt.

    Kein Wort im Übrigen zur Verquickung von Al-Quaida und Taliban, mit der sich etwa Pakistan gerade übelst herumschlagen muss, auf Kosten der Zivilbevölkerung. Stattdessen die bloße Behauptung "die militärische Bekämpfung von Terrorismus stärkt ihn nur". Ja wie denn? Der diplomatische Umgang mit Terroristen schwächt sie, oder was? Wieder bloße Parolen.

    Und dann kommt es noch schlimmer: Wenn Deutschland sich nicht engagiert, wird es auch kein Angriffsziel? Na herrlich, wenn wir nur schön neutral bleiben, kann uns auch niemand was. Austritt aus NATO und EU, oder was soll das heißen? Eine zweite Schweiz? Bloß keine Verantwortung übernehmen und die Augen vor Diktaturen und Theokratien (z.B. die Taliban) verschließen, dann kann Mann es sich zu Hause gemütlich machen?
    Nicht, dass man mich hier falsch versteht: Im Krieg sterben fast immer die Falschen.
    Aber deswegen nichts gegen Terroristen oder Unrechtsregime zu tun, wäre eine
    Beleidigung (und bedingt auch Mittäterschaft) gegenüber deren Opfern.
    Natürlich muss eine BEVÖLKERUNG irgendwann selbst für Stabilität sorgen, so
    wie es demnächst im Irak ansteht. Aber die Bedingungen dafür zu schaffen,
    bedürfen manchmal der Hilfe (unter Umständen auch durch Krieg, wenn es anders nicht möglich ist) von außen.
    Anders wäre die Sklaverei in den Südstaaten nicht durch den Bürgerkrieg abgeschafft
    worden, die Bundesrepublik hätte das Nazi-Regime nicht ablösen können, und in Bosnien wäre kein Frieden eingekehrt.

    Wie unreflektiert Martin Walser seinen Brandbrief raushaut, wie schmierig es sich dabei bei Frau Merkel anbiedert und wie naiv bis zynisch seine Aussagen daherkommen, deuten darauf hin, dass der gute Herr vielleicht besser mal in Rente ginge. Zumindest ist von seiner intellektuellen und schriftstellerischen Qualität nicht viel übrig geblieben.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

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    Ich stimme Ihrem letzten Abschnitt teilweise zu, der Brief von Martin Walser ist naiv, anbiedernd und schlecht argumentiert.

    Aber der großteil der Argumente die Sie anbringen ist ähnlich einfach gestrickt.
    Beispiel Bosnien: Zynisch oder nicht - in den teilen Ex-Jugoslawiens in denen die Bevölkerungsgruppen unfriedlich auseinander sortiert wurden ist es heute vergleichsweise ruhig. Gegenbeispiel ist der Kosovo, dort haben wir verhindert, dass es dazu kommt und zum Dank dürfen wir seitdem aufpassen, dass der nach wie vor vorhandene Hass wieder aufflammt.

    Und es gibt noch genügend andere Konfliktherde
    Sie schreiben "Aber deswegen nichts gegen Terroristen oder Unrechtsregime zu tun, wäre eine Beleidigung (und bedingt auch Mittäterschaft) gegenüber deren Opfern."
    Was ist mit Zimbabwe, Dafur, Tibet - müssten wir dort nicht auch helfen? Terroristen gibt es dort nicht, aber die gibt es in Afghanistan auch nicht mehr, denn Al-Quaida hat sich im wesentlichen Abgesetz - wenn auch vielleicht nur nach Pakistan.

    Und wenn wir von Terroristen reden sollten wir uns auch unauffällig selbst ansehen - wieviele Zivilisten in Afghanistan im aktuellen Konflikt bereits gestorben sind zählen wir schon gar nicht mehr richtig.

    Es kann daher keine klare Antwort auf die Frage nach Sinn und Unsinn des Krieges in Afghanistan geben. Denn der Konflikt ist weitaus unübersichtlicher, als 2.WK, Ex-Jugoslawien und Vietnam zusammen.
    Was es geben könnte und sollte währe eine ernsthafte Diskussion ob Krieg wirklich der einzige und richtige Weg ist oder ob wir, wie Russland in Afghanistan oder die USA in Vietnam in eine Sackgasse hineinrennen. Und zu Stolz sind umzukehren und einen anderen Weg zu probieren.

    Sie bekommen von mir 2,5 Sterne.

    Ich stimme Ihrem letzten Abschnitt teilweise zu, der Brief von Martin Walser ist naiv, anbiedernd und schlecht argumentiert.

    Aber der großteil der Argumente die Sie anbringen ist ähnlich einfach gestrickt.
    Beispiel Bosnien: Zynisch oder nicht - in den teilen Ex-Jugoslawiens in denen die Bevölkerungsgruppen unfriedlich auseinander sortiert wurden ist es heute vergleichsweise ruhig. Gegenbeispiel ist der Kosovo, dort haben wir verhindert, dass es dazu kommt und zum Dank dürfen wir seitdem aufpassen, dass der nach wie vor vorhandene Hass wieder aufflammt.

    Und es gibt noch genügend andere Konfliktherde
    Sie schreiben "Aber deswegen nichts gegen Terroristen oder Unrechtsregime zu tun, wäre eine Beleidigung (und bedingt auch Mittäterschaft) gegenüber deren Opfern."
    Was ist mit Zimbabwe, Dafur, Tibet - müssten wir dort nicht auch helfen? Terroristen gibt es dort nicht, aber die gibt es in Afghanistan auch nicht mehr, denn Al-Quaida hat sich im wesentlichen Abgesetz - wenn auch vielleicht nur nach Pakistan.

    Und wenn wir von Terroristen reden sollten wir uns auch unauffällig selbst ansehen - wieviele Zivilisten in Afghanistan im aktuellen Konflikt bereits gestorben sind zählen wir schon gar nicht mehr richtig.

    Es kann daher keine klare Antwort auf die Frage nach Sinn und Unsinn des Krieges in Afghanistan geben. Denn der Konflikt ist weitaus unübersichtlicher, als 2.WK, Ex-Jugoslawien und Vietnam zusammen.
    Was es geben könnte und sollte währe eine ernsthafte Diskussion ob Krieg wirklich der einzige und richtige Weg ist oder ob wir, wie Russland in Afghanistan oder die USA in Vietnam in eine Sackgasse hineinrennen. Und zu Stolz sind umzukehren und einen anderen Weg zu probieren.

    Sie bekommen von mir 2,5 Sterne.

  5. dass wir seinerzeit nicht in den irak gingen, hat frau merkel nicht gefallen, sie flog - peinlich - zu bushs hintertuer. aber schroeder deshalb als friedensengel hinzustellen, verbietet die kenntnis der folgenden ereignisse. heute wissen weiss jeder, der es wissen will, dass unseres ex-kanzlers freundschaft zu russland eben noch viel enger war, als wir es uns damals vorstellen konnten, um es einmal so zu formulieren. sei es, wie es sein, im ergebnis war das fuer uns alle besser als die jetzige aussenpolitik in afghanistan. und den grossmaechten hoerige staatschefs sind wir ja auch noch gewoehnt.

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    Trotzdem ist es Schröders historisches Verdienst, uns aus dem Irakkrieg herausgehalten zu haben.

    Daran werden die negativen Folgen von Merkels Afghanistan-Politik einmal gemessen werden...

    Trotzdem ist es Schröders historisches Verdienst, uns aus dem Irakkrieg herausgehalten zu haben.

    Daran werden die negativen Folgen von Merkels Afghanistan-Politik einmal gemessen werden...

  6. Leser wie Constantin sollten selbst nach Afghanistan gehen, aber doch bitte nicht andere für seine Meinung sterben lassen.

  7. Natürlich gehört es auch zur solidarischen Verpflichtung die Bündnispartner von der Falschheit des Krieges zu überzeugen, das ist ja wohl trivial.

    Antwort auf "Solidarität"

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