Schwanger in der Schule Mutter-MädchenSeite 3/3

Die jungen Großeltern helfen, den Alltag zu organisieren. Emily ist morgens bei Katarinas Mutter, und wenn die um zehn zur Arbeit muss, übernimmt Saschas Mutter den Dienst an Kindern und Enkelin. Zwei Familien haben noch eine kleine Tochter bekommen, die Grenzen zwischen Oma und Mama, das entscheiden sie, sollen trotzdem klar sein. Nur manchmal gibt es Streit, weil Emily Mary Poppins gucken will und die Oma Ja sagt und die Mama Nein. »Meine Mama hat mich sehr entlastet«, sagt Katarina, sie wollte ihre Freunde ja auch nicht gleich wieder verlieren. Katarina habe noch viele Freiheiten neben Emily, sagt die Mutter. »Das ist gut so, das Kind soll ja keine Strafe sein.« Wenn Familien intakt sind, kann es gelingen, gleichzeitig Kind und erwachsen zu sein.

Dreieinhalb Jahre später weiß Emily selbst schon sehr genau, was sie im Leben will. Sie fordert das rote Hello-Kitty-T-Shirt »und die Jeansjacke«. Katarina zieht ihr dazu Socken vom 1. FC Köln an. Im Dachgeschoss ihres Elternhauses richten die drei sich gerade eine eigene Wohnung ein. Dass es so kommen würde, war nicht immer klar, auf keinen Fall wollten sie nur wegen Emily zusammenbleiben. Im vergangenen Jahr waren sie eine ganze Weile getrennt, hatten beide neue Partner. Aber zusammen war es am Ende doch viel schöner. Auf die Wand in Emilys neuem Zimmer hat Katarinas Freundin eine rosa Prinzessin gemalt.

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In der Schule hat Katarina heute Geschichte, Sascha Religion. Unter dem Tisch wippt Katarinas Fuß so schnell, wie sie spricht, wenn sie dran ist. Als Hausaufgabe sollen sie eine Rede von August Bebel analysieren. Dazu wird sie erst kommen, wenn Emily im Bett ist. Ob es nur an Emily liegt, dass sie eine Drei in Englisch vielleicht nicht schafft, weiß sie nicht. Aber manchmal schläft sie abends mit ein und lässt die Hausaufgaben Hausaufgaben sein.

Nach dem Abi wollte Katarina Jura studieren, wie der Chef ihrer Mutter, der ist Notar. Wahrscheinlich wird sie sich aber für ein duales Studium bewerben, wo sie gleichzeitig an einer Fachhochschule studieren und in einem Unternehmen lernen könnte. »Denn da verdient man Geld«, sagt sie, und dass man Schuldgefühle bekäme, wenn jemand anders das eigene Kind durchfüttere. Sascha wäre ohne Emily vielleicht ins Ausland gegangen, hätte ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. Jetzt denkt er über eine Banklehre nach. Er ist nicht traurig darüber, dass es mit dem Ausland doch nichts wird: »Dafür habe ich ja eine Tochter.«

Katarina hat auch schon überlegt, ob es für die Unternehmen wohl ein Nachteil sei, dass Emily auch mal krank sein könne. Sie hat mit ihrer Mutter besprochen, wie sie damit umgehen solle. Selbstbewusst will sie sein, weil Emily sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Und in die Bewerbung wird sie schreiben, dass sie Mama sei »und dass ich das gut auf die Reihe kriege«.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Aber "mutige junge Frau" ist nicht gerade, was mir in den Sinn kommt, wenn ich diesen Artikel lese.

    Eher Wörter wie "leichtsinnig", "grob fahrlässig", [...] und so weiter.

    Im Altertum, als mit Beginn der Pubertät standardmäßig der erste Braten in der Röhre war, wäre so ein Verhalten, wie es das "Mutter-Mädchen" an den Tag legt, vielleicht lobenswert gewesen.

    Damals gab es auch nicht die Möglichkeit der gefahrenlosen Abtreibung.

    Und bewundernswert ist dieses Verhalten schon einmal gar nicht. Schwangerschaften zu verheimlichen und nicht mit den Eltern zu reden als "mutig" darzustellen ist doch ein Hohn. Mutig wäre es von ihr gewesen, zu ihren Eltern zu gehen und zu sagen: "Hey ihr da, ich hab da ein Problem..... ich könnte schwanger sein."

    Aber das Hauptproblem dieses Artikels ist, daß er Kindern, die keine [...] mit Familiennetz und doppeltem Boden wie "Kata" sind, die Möglichkeit sich ihre Zukunft komplett zu verbauen, schmackhaft macht durch "Kata"'s Extrembeispiel.

    [Gekürzt, bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    Da haben sie aber vollkommen den falschen Ton getroffen und nebenbei muss ich sagen das man auf besserwisserische Kommentare wie den ihrigen mehr als nur verzichten kann!!!!
    Man muss sehen das hier ein junger Mensch in eine extreme Situation gekommen ist und jetzt mit Hilfe der Familien einen grossartigen Job macht!!!
    Also ich hoffe das sie ihre Probleme auch immer so weltmännisch angegangen sind und immer noch angehen wie sie es von einer 14 jahrigen verlangen!!!!

    Sie finden es also eher mutig, abzutreiben?
    Ihr Beitrag ist an Zynismus kaum zu überbieten.

    Da haben sie aber vollkommen den falschen Ton getroffen und nebenbei muss ich sagen das man auf besserwisserische Kommentare wie den ihrigen mehr als nur verzichten kann!!!!
    Man muss sehen das hier ein junger Mensch in eine extreme Situation gekommen ist und jetzt mit Hilfe der Familien einen grossartigen Job macht!!!
    Also ich hoffe das sie ihre Probleme auch immer so weltmännisch angegangen sind und immer noch angehen wie sie es von einer 14 jahrigen verlangen!!!!

    Sie finden es also eher mutig, abzutreiben?
    Ihr Beitrag ist an Zynismus kaum zu überbieten.

  2. Als mutig würde ich diese junge Dame wohl kaum bezeichnen. Vielmehr als naiv und eigennützig.

    Ich bezweifle, dass sie in der Lage ist ihr Kind so zu erziehen, wie es nötig oder gut wäre.
    Es gibt Erwachsene die Zweifel haben ein Kind großziehen zu können. Wie soll es da einer 14-jährigen möglich sein?
    Ein Kind braucht mehr als nur Liebe. Es braucht Menschen zu denen es aufblicken kann. Eltern die die Welt kennen, die neben Freund auch Mentor, Lebensberater sind.
    Zu glauben einem Kind in dem Alter, dass geben zu können was es braucht zeugt nicht gerade von Reife - und Reife ist hier gefragt.

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    "Als mutig würde ich diese junge Dame wohl kaum bezeichnen. Vielmehr als naiv und eigennützig."
    - Ich wüsst zu gern, was genau Sie naiv und vorallem eigennützig finden.

    "Ich bezweifle, dass sie in der Lage ist ihr Kind so zu erziehen, wie es nötig oder gut wäre."
    (...)

    "Ein Kind braucht mehr als nur Liebe. Es braucht Menschen zu denen es aufblicken kann. Eltern die die Welt kennen, die neben Freund auch Mentor, Lebensberater sind."

    - Ein Kind braucht zuerst mal sehr sehr viel Liebe - mehr als ein Mensch geben kann. Und die Eltern werden immer 14 Jahre mehr Lebenserfahrung haben als Emily. Zum Glück sind sie nicht allein, sondern bekommen selbst Entlastung und Unterstützung. Ich finde, die brauchen alle Mütter bzw. Eltern - egal wie alt. Die Väter des Grundgesetzes sahen das sogar als ihr Recht an.

    "Katarina habe noch viele Freiheiten neben Emily, sagt die Mutter. »Das ist gut so, das Kind soll ja keine Strafe sein.« Wenn Familien intakt sind, kann es gelingen, gleichzeitig Kind und erwachsen zu sein."
    steht hier im Artikel.
    Ein Kind sollte auch keine Strafe sein für erwachsene Mütter, viele Freiheiten sollten auch sie haben. Aber wenn eine Frau ihr Kind "fremdbetreuen" lässt um z. B. Sport zu machen oder Freundinnen zu treffen, sollte sie es besser nicht zu laut sagen. Es würde nämlich nicht lange dauern, bis ihr dafür Verachtung entgegengeschleudert würde (von Frauen und Männern), man sie für unerträglich egoistisch halten würde. Ich persönlich steh über solchen Anfeindungen.
    _______________________________________________________________
    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

    [Entfernt. Bitte verzichten Sie auf solche Unterstellungen. Vielen Dank. / Die Redaktion as] (...auf Wunsch der Benutzerin entfernt. Die Redaktion/jk)

    Wer sich entscheidet, ein Kind zu gebären (was, wie mir meine Schwester versicherte, ein mit ultimativen Schmerzen verbundener Prozess ist) und großzuziehen, kann IMHO schwerlich eigennützig genannt werden.
    Sie haben Recht mit der Aussage, dass ein Kind jemanden braucht, zu dem es aufblicken kann. Das dürfte in diesem Falle aber sicher gewährleistet sein - weit mehr als in manchen "gutbürgerlichen" Familien.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    "Als mutig würde ich diese junge Dame wohl kaum bezeichnen. Vielmehr als naiv und eigennützig."
    - Ich wüsst zu gern, was genau Sie naiv und vorallem eigennützig finden.

    "Ich bezweifle, dass sie in der Lage ist ihr Kind so zu erziehen, wie es nötig oder gut wäre."
    (...)

    "Ein Kind braucht mehr als nur Liebe. Es braucht Menschen zu denen es aufblicken kann. Eltern die die Welt kennen, die neben Freund auch Mentor, Lebensberater sind."

    - Ein Kind braucht zuerst mal sehr sehr viel Liebe - mehr als ein Mensch geben kann. Und die Eltern werden immer 14 Jahre mehr Lebenserfahrung haben als Emily. Zum Glück sind sie nicht allein, sondern bekommen selbst Entlastung und Unterstützung. Ich finde, die brauchen alle Mütter bzw. Eltern - egal wie alt. Die Väter des Grundgesetzes sahen das sogar als ihr Recht an.

    "Katarina habe noch viele Freiheiten neben Emily, sagt die Mutter. »Das ist gut so, das Kind soll ja keine Strafe sein.« Wenn Familien intakt sind, kann es gelingen, gleichzeitig Kind und erwachsen zu sein."
    steht hier im Artikel.
    Ein Kind sollte auch keine Strafe sein für erwachsene Mütter, viele Freiheiten sollten auch sie haben. Aber wenn eine Frau ihr Kind "fremdbetreuen" lässt um z. B. Sport zu machen oder Freundinnen zu treffen, sollte sie es besser nicht zu laut sagen. Es würde nämlich nicht lange dauern, bis ihr dafür Verachtung entgegengeschleudert würde (von Frauen und Männern), man sie für unerträglich egoistisch halten würde. Ich persönlich steh über solchen Anfeindungen.
    _______________________________________________________________
    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

    [Entfernt. Bitte verzichten Sie auf solche Unterstellungen. Vielen Dank. / Die Redaktion as] (...auf Wunsch der Benutzerin entfernt. Die Redaktion/jk)

    Wer sich entscheidet, ein Kind zu gebären (was, wie mir meine Schwester versicherte, ein mit ultimativen Schmerzen verbundener Prozess ist) und großzuziehen, kann IMHO schwerlich eigennützig genannt werden.
    Sie haben Recht mit der Aussage, dass ein Kind jemanden braucht, zu dem es aufblicken kann. Das dürfte in diesem Falle aber sicher gewährleistet sein - weit mehr als in manchen "gutbürgerlichen" Familien.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    • C.V.
    • 18.07.2009 um 15:06 Uhr

    Tja,es ist ja schön auch mal positive Artikel zu lesen und natürlich auch schön daß ein Säugling trotz widriger Umstände gut aufgehoben in seiner Familie, und nicht in einer Mülltonne oder Tiefkühltruhe gelandet ist.Aber hätte man da nicht mit ein bissl weniger Pathos drangehen können? Der Artikel kling wie eine Foto-Love-Story ohne Fotos und das Kind ist keine Heldin! Dies wäre sie wenn sie in einem indischen Dorf säße,verheiratet mit einem Mann den sie sich nicht ausgesucht hat und ab 14 oder früher, ein Kind nach dem nächsten auf die Welt bringen und nebenbei noch Steine für den Straßenbau schleppen müsste.
    Aber hier reden wir von zwei naiven Wohlstandskindern die offensichtlich die volle Breitseite pubertärer Demenz erwischt hatten und nun das Resultat ausbaden müssen.Wenn schon dann finde ich die jeweiligen Großeltern bewundernswert.Aber auch da hält sich meine Rührung in Grenzen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    der Autorin dieses Artikels empfehle ich ein mehrtägiges Praktikum in einer gehobenen Kita in einer deutschen Großstadt. Unter den ehrgeizigen und karrierebewussten Mittvierziger - Eltern finden sich sicher viele gute Mentoren und Partner für die Kinder.
    Die zwischen Ballett, Fremdsprachenunterricht und Kinderyoga voller Verantwortung und Mutterliebe allerbestens auf das Leben vorbereitet werden.
    Das Bewusstsein, das Papa Geld und somit alles im Griff hat gibt Kindern fürs erste sicher viel Selbstbewusstsein und Stärke. Manchmal sogar mehr als gut für sie ist.

    ....

    Komisch dann, dass es dann oft doch wieder Menschen aus ganz einfachen Verhältnissen sind, die ihren Weg machen. Amerika macht es uns vor. aber das geht wohl eher dort.

    Kommertare wie der Ihrige zeigen, dass es oft noch ganz andere Hürden sind, mit denen junge oder benachteiligte Eltern bei uns klarkommen müssen: die mangelnde Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Traurig.

    "Der Artikel kling wie eine Foto-Love-Story ohne Fotos und das Kind ist keine Heldin! Dies wäre sie wenn sie in einem indischen Dorf säße,verheiratet mit einem Mann den sie sich nicht ausgesucht hat und ab 14 oder früher, ein Kind nach dem nächsten auf die Welt bringen und nebenbei noch Steine für den Straßenbau schleppen müsste."
    - Das sind aus meiner Sicht unmenschliche Bedingungen, die Sie da vorraussetzen um einer 14-jährigen den Titel "Heldin" zu verpassen. Besser darf es meinen "Heldinnen" zumindest schon gehen.

    "Wenn schon dann finde ich die jeweiligen Großeltern bewundernswert.Aber auch da hält sich meine Rührung in Grenzen."

    - Bewunderung gebührt allen: der jungen Mutter, dem jungen Vater und ihren jeweiligen Müttern bzw. Eltern, die ihr frühes Enkelkind offenbar auch als Chance für sich selbst begriffen haben. Mich rührt es sehr, wenn Familie so funktioniert.
    _______________________________________________________________
    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

    der Autorin dieses Artikels empfehle ich ein mehrtägiges Praktikum in einer gehobenen Kita in einer deutschen Großstadt. Unter den ehrgeizigen und karrierebewussten Mittvierziger - Eltern finden sich sicher viele gute Mentoren und Partner für die Kinder.
    Die zwischen Ballett, Fremdsprachenunterricht und Kinderyoga voller Verantwortung und Mutterliebe allerbestens auf das Leben vorbereitet werden.
    Das Bewusstsein, das Papa Geld und somit alles im Griff hat gibt Kindern fürs erste sicher viel Selbstbewusstsein und Stärke. Manchmal sogar mehr als gut für sie ist.

    ....

    Komisch dann, dass es dann oft doch wieder Menschen aus ganz einfachen Verhältnissen sind, die ihren Weg machen. Amerika macht es uns vor. aber das geht wohl eher dort.

    Kommertare wie der Ihrige zeigen, dass es oft noch ganz andere Hürden sind, mit denen junge oder benachteiligte Eltern bei uns klarkommen müssen: die mangelnde Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Traurig.

    "Der Artikel kling wie eine Foto-Love-Story ohne Fotos und das Kind ist keine Heldin! Dies wäre sie wenn sie in einem indischen Dorf säße,verheiratet mit einem Mann den sie sich nicht ausgesucht hat und ab 14 oder früher, ein Kind nach dem nächsten auf die Welt bringen und nebenbei noch Steine für den Straßenbau schleppen müsste."
    - Das sind aus meiner Sicht unmenschliche Bedingungen, die Sie da vorraussetzen um einer 14-jährigen den Titel "Heldin" zu verpassen. Besser darf es meinen "Heldinnen" zumindest schon gehen.

    "Wenn schon dann finde ich die jeweiligen Großeltern bewundernswert.Aber auch da hält sich meine Rührung in Grenzen."

    - Bewunderung gebührt allen: der jungen Mutter, dem jungen Vater und ihren jeweiligen Müttern bzw. Eltern, die ihr frühes Enkelkind offenbar auch als Chance für sich selbst begriffen haben. Mich rührt es sehr, wenn Familie so funktioniert.
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    "Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Freud)
    Anm.: das könnte auch eine SIE gewesen sein

  3. Beurteilungen wie "leichtsinnig" oder "grob fahrläsig" sind hier völlig fehl am Platze. Verhütungsfehler passieren eben, auch Erwachsenen.

    Es erfordert aber unbestreitbar Mut und Durchhaltevermögen, im jungem Alter ein Kind großzuziehen.
    Hier geht es nicht um "naive Wohlstandskinder" in "pubertärer Dmenz", sondern um junge Leute, die sich trotz schwieriger Lage bewusst dafür entschieden haben, das Kind zu behalten.
    Ich glaube durchaus, dass auch ein Kind von Teenie Eltern später zu diesen mit Bewunderung Aufblicken kann; dann nämlich, wenn diese trotz ihrer schwieregen Lage später vielleicht doch "etwas auch sich gemacht haben".

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    ...häufig hört man davon, dass sich Menne aus dem Staub macht, weil ihm die Rolle als Papa noch ein paar Nummern zu groß vorkommt. In diesem Fall nicht. Das zeigt, dass nicht alle jungen Männer so rein hedonistisch und unreif sind wie es häufig dargestellt wird. Ich wünsche der jungen Familie alles Gute und trete hiermit virtuell jedem, der sich zu gehässigen Kommentaren veranlasst fühlt, in den Allerwertersten.
    Und trinke auch einen ordentlichen Achtungsschluck auf die jungen Großeltern, ohne deren Rückendeckung dieser Weg für Kata ungleich schwieriger, wenn nicht unmöglich gewesen wäre.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    ...häufig hört man davon, dass sich Menne aus dem Staub macht, weil ihm die Rolle als Papa noch ein paar Nummern zu groß vorkommt. In diesem Fall nicht. Das zeigt, dass nicht alle jungen Männer so rein hedonistisch und unreif sind wie es häufig dargestellt wird. Ich wünsche der jungen Familie alles Gute und trete hiermit virtuell jedem, der sich zu gehässigen Kommentaren veranlasst fühlt, in den Allerwertersten.
    Und trinke auch einen ordentlichen Achtungsschluck auf die jungen Großeltern, ohne deren Rückendeckung dieser Weg für Kata ungleich schwieriger, wenn nicht unmöglich gewesen wäre.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

  4. Man kann sich darüber streiten was man hier als mutig bezeichnen kann und wie leichtsinnig mit der Verhütung umgegangen wurde, aber die Schwangerschaft ist nunmal passiert.
    In erster Linie hat die junge Mutter Glück. Denn weder der Vater des Kinder noch ihre bzw. seine Eltern lassen sie im Stich. Ich finde nicht, dass so ein Artikel andere junge Mädchen dazu ermutigt in jungen Jahren ohne Schulabschluss/Ausbildung Kinder in die Welt zu setzen. Es wird schließlich deutlich gemacht, wie sehr sich die Zukunftsvorstellungen der jungen Eltern verändert haben und wie sehr sie auf die Hilfe der Großeltern angewiesen sind. Es ist eben nicht mehr alles so einfach möglich und machbar. An erster Stelle steht jetzt das Wohl des Kindes und nicht die eigenen Träume. Da finde ich es sogar vorbildlich, dass die jungen Eltern dazu bereit sind ihre ursprünglichen Pläne der neuen Situation anzupassen.

    • KG
    • 18.07.2009 um 15:54 Uhr

    Aber dann die Schultern zu zucken und monatelang das Ausbleiben der Regel zu ignorieren und den Eltern kein Wort zu sagen ist nicht mutig - es ist feige, es zeigt, dass sie nicht mutig genug war, die Realität zu akzeptieren. Und erst vor der Wahrheit davonzulaufen, bis es zu spät war noch abzutreiben, war falsch.
    Schön, dass die beiden jetzt anscheinend damit umgehen können, aber das ist letztlich auch eine Suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben und die auszulöffeln ohne die Unterstützung der Eltern gar nicht so leicht wäre.

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    ...sich wahrscheinlich verhalten würden. Verdammt noch mal, es geht hier um Menschen! Angst, den Eltern eine magenbittere Wahrheit zu sagen, ist normal, und sich eine unliebsame Wahrheit einzugestehen, auch. Es ist wahrlich keine Tugend, sich so zu verhalten, aber jede Selbstgerechtigkeit ist Fehl am Platze.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    ...sich wahrscheinlich verhalten würden. Verdammt noch mal, es geht hier um Menschen! Angst, den Eltern eine magenbittere Wahrheit zu sagen, ist normal, und sich eine unliebsame Wahrheit einzugestehen, auch. Es ist wahrlich keine Tugend, sich so zu verhalten, aber jede Selbstgerechtigkeit ist Fehl am Platze.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    • Gafra
    • 18.07.2009 um 16:12 Uhr

    dass die, die sich hier so kritisch, um nicht zu sagen verächtlich, äußern, alles Männer sind? Es scheint mir so.
    Wie man dem Artikel entnehmen kann, haben sie verhütet. Das passiert auch Erwachsenen, dass da was schief geht. Und etwas nicht wahrnehmen zu wollen, ist keine bewusste Entscheidung, denn die setzte voraus, dass es schon mal wahrgenommen wurde. Also was soll dieses wohlfeile Gerede über ein damals 14jähriges Mädchen, sowieso in pubertärer Ausnahmesituation.
    Ich finde es gut, dass es mal einen Artikel dazu gibt, der keine Katastrophenmeldung ist.
    Und wenn die Jugendlichen gut aufgehoben sind in ihren Familien, dann machen sie mit dieser Situation Reifungsschritte, von denen 30jährige Kinderlose weit entfernt sind.

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    • Quint
    • 18.07.2009 um 18:22 Uhr

    dass die Doku-Soap auch Männerwerk ist? Ich weiß es nicht.

    Dass junge Menschen früh ein Kind bekommen, kann man nicht allgemein beurteilen, es wird gute Erfahrungen damit geben und auch problematische Familiensituationen.

    Vor kurzem konnte ich aber ein solch junges Paar beobachten, unter 18, da bin ich mir sicher. Auf der Straße, sie umarmten sich zum Kuss, ein Kinderwagen stand neben ihnen. Es strahlte nur Schönes aus, doch wird die Situation für die Drei keine leichte sein. Einen wohlhabenden Eindruck machten die jungen Eltern nicht, aber die kleine Szene stimmte selbst mich als fremden Beobachter optimistisch.

    ...müssen nicht einmal Männer sein. Eine damals junge Deutsche soll 1945 von französischen Soldaten sage und schreibe 128 mal vergewaltigt worden sein. Sie habe sich erholt, heißt es, aber sie sei im Dorf - bei den Frauen, die Männer haben kaum Notiz genommen - schlecht angesehen gewesen sein. Ich kann's beim schlimmsten Willen nicht verstehen. Was kann eine Frau dazu bewegen, so zu denken?
    Eine pervertierte Form von Neid vielleicht?

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    Andererseits soll es auf Gottes weiter Erde auch Männer geben, die Frauen achten und sogar mögen. Mich zum Beispiel. Ich wäre nur gern froh, wenn Frauen das mehr zu schätzen wüssten, statt notorisch auf Männer mit ziemlich analem Sozialverhalten hereinzufallen.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    • Quint
    • 18.07.2009 um 18:22 Uhr

    dass die Doku-Soap auch Männerwerk ist? Ich weiß es nicht.

    Dass junge Menschen früh ein Kind bekommen, kann man nicht allgemein beurteilen, es wird gute Erfahrungen damit geben und auch problematische Familiensituationen.

    Vor kurzem konnte ich aber ein solch junges Paar beobachten, unter 18, da bin ich mir sicher. Auf der Straße, sie umarmten sich zum Kuss, ein Kinderwagen stand neben ihnen. Es strahlte nur Schönes aus, doch wird die Situation für die Drei keine leichte sein. Einen wohlhabenden Eindruck machten die jungen Eltern nicht, aber die kleine Szene stimmte selbst mich als fremden Beobachter optimistisch.

    ...müssen nicht einmal Männer sein. Eine damals junge Deutsche soll 1945 von französischen Soldaten sage und schreibe 128 mal vergewaltigt worden sein. Sie habe sich erholt, heißt es, aber sie sei im Dorf - bei den Frauen, die Männer haben kaum Notiz genommen - schlecht angesehen gewesen sein. Ich kann's beim schlimmsten Willen nicht verstehen. Was kann eine Frau dazu bewegen, so zu denken?
    Eine pervertierte Form von Neid vielleicht?

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    Andererseits soll es auf Gottes weiter Erde auch Männer geben, die Frauen achten und sogar mögen. Mich zum Beispiel. Ich wäre nur gern froh, wenn Frauen das mehr zu schätzen wüssten, statt notorisch auf Männer mit ziemlich analem Sozialverhalten hereinzufallen.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

  5. Ich kann mich nur chocobo und Jock Martin anschließen. In jungen Jahren macht man Fehler - die einen gravierendere in der Auswirkung, die anderen weniger gravierende. Sowas passiert nun mal und einen Fehler einzugestehen zu können ist durchaus eine der Eigenschaften, durch die man zu einem Menschen aufsehen kann.

    Mit Sicherheit würden es die beiden ohne ihre Eltern nicht schaffen oder jedenfalls nicht ohne sehr starke Probleme, aber Alter als Zeichen von Reife anzusehen ist in meinen Augen dennoch sehr naiv. Bloß weil ein Paar über 30 Jahre alt ist hat das nicht zu bedeuten, dass es auch ein besseres Elternpaar abgibt.

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