Gesellschaftskritik Bauchmuskulatur von Weltrang

Allein mit sich und seinen Sit-ups: Über die Lieblingsbeschäftigung von Cristiano Ronaldo

Nichts reicht an Ronaldos Leidenschaft für stählerne Sit-ups heran

Nichts reicht an Ronaldos Leidenschaft für stählerne Sit-ups heran

Über die Eitelkeit des Fußballers Cristiano Ronaldo (Lipgloss, Augenbrauen-Styling, Beinrasur) wird oft gespöttelt. Nicht ganz zu Recht. Erstens steht Männern heute zu, was Frauen zusteht. Zweitens gehört fotogene Körperlichkeit zum modernen Athletenimage. Mark Spitz war ein Frauentraum, wenn er aus dem Wasser stieg. Die Klitschkos kommen adrett daher. Und für eine Ablösesumme von 94 Millionen Euro darf Real Madrid erwarten, dass Ronaldo in tadelloser Fasson im Stadion erscheint. Dazu gehört Bauchmuskulatur von Weltrang. Man muss dem 24-jährigen Ronaldo nicht so nahe gekommen sein wie Paris Hilton, um zu sehen, wie hart der Mann an seinem Bauch arbeitet.

Dennoch ist es erstaunlich, dass Ronaldo vor einiger Zeit die Frage nach seiner "Lieblingsbeschäftigung" mit "Sit-ups" beantwortete. Es handelt sich um eine in Rückenlage ausgeführte Übung. Die Füße haften am Boden, die Arme werden hinter dem Kopf verschränkt, die obere Hälfte des Körpers hebt sich sodann allein aus den Bauchmuskeln heraus. Sit-ups sind die Hölle der Körperertüchtigung.

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Niemand hätte es Ronaldo übel genommen, wenn er als Lieblingsbeschäftigung genannt hätte: Shoppen. Oder: In der Businessclass sitzen und sich von der hübschen Stewardess Getränke servieren lassen. Nein, Cristiano Ronaldo sitzt im Flieger und überlegt, ob es peinlich wäre, sich für eine Runde Sit-ups schnell in den Mittelgang zu legen. Auch die Antwort "Fußball spielen" wäre bei einem 94 Millionen Euro teuren Fußballer nicht unplausibel gewesen.

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Cristiano Ronaldo hat eine Garage voll Luxusautos, neulich fuhr er einen Ferrari an die Wand. Aber nichts, kein Porsche, kein Armbandührchen, reicht in der Welt des Mannes aus Madeira an die Leidenschaft für die stählenden Sit-ups heran. Nebenbei erklärt dies, wie es dazu kam, dass Ronaldo im Lauf des mit Paris Hilton in einer Bar verbrachten Abends 20.000 Dollar für Champagner verballerte. Er war einfach mit den Gedanken woanders! Beim nächsten Tag. Allein mit sich und seinen Sit-ups.

Diese Erkenntnis eröffnet einen ganz neuen Blickwinkel auf Ronaldo. Nein, er ist keineswegs nur der schönlingshafte Neureiche aus ärmlichen Verhältnissen, dessen Sinn für Luxus gerade mal ausreicht, um den Schampus der höchsten Preisklasse auffahren zu lassen. In Wahrheit ist es so: Richtig wohl ums Herz wird ihm erst bei Freuden, die nichts kosten. Natürlich trainiert Ronaldo heute an hochwertigen Fitnessgeräten. Aber es ginge auch ohne. Sit-ups sind eine noch bodenständigere Disziplin als Fußball. Man braucht noch nicht mal einen Ball – man legt sich hin, und los geht's.

 
Leser-Kommentare
  1. naja. Soll doch machen, was er für gut hält, der Cristiano Ronaldo.
    Aber wie schon die Kommentatoren beim Artikel zu Frau Beil und ihrem Personal Trainer bemerkten, warum gibt es diesen Artikel? Und wenn sowas denn sein muss, dann machen sie doch bitte auf der Startseite eine Kategorie "Brigitte" in 2-Punkt-Schrift in Hintergrundfarbe mit Abstand irgendwo hinter dem Reiter "Sport".

    • Buker
    • 20.11.2009 um 12:47 Uhr

    würde gesellschaftliche Relevanz vorraussetzen. Leider kann ich die in dem Artikel beim besten Willen nirgends finden...

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