Rhetorik Ich, der Tausendfüßler

Ein Plädoyer für die Kunst der Rede in der Welt der Politik

Was ist eigentlich Rhetorik? Rhetorik, übersetzbar als Redekunst, stammt aus der griechischen Antike und spielte insbesondere bei den meinungsbildenden Prozessen in Athen eine herausragende Rolle. Als Aufgabe der Rede galt, die Zuhörer von einer Aussage zu überzeugen oder zu einer bestimmten Handlung oder Unterlassung zu bewegen. Schon bald gab es Rhetoriklehrer, einige hatten einen schlechten Ruf, insofern sie es auf bloße Überredung anlegten und der sophistischen Meinung anhingen, dass eine Wahrheit nicht existiere oder, wenn doch, diese nicht erkennbar sei. Letzteres stimmt ja gelegentlich bis heute.

So konnte der Rhetorik in Platon, dessen Zerrbild der Sophistik bis heute nachwirkt, ein wirkungsmächtiger Gegner erwachsen, der die Redekunst als Überredung, Scheinkunst und Schmeichelei kritisierte und für zur Wahrheitserkenntnis untauglich erklärte. Rehabilitierung kam dann von dem Platon-Schüler Aristoteles, der mit seiner Rhetorik das bis heute folgenreichste Lehrbuch einer rhetorischen Argumentationstheorie schrieb und ihre Aufgabe darin bestimmte, jetzt zitiere ich: »nicht zu überreden, sondern zu untersuchen, was an jeder Sache Glaubwürdiges vorhanden ist«.

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Der Niedergang der Rhetorik als wissenschaftliche Disziplin (als Redepraxis blieb sie erhalten) ist in allen Nationalkulturen seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen, zeigte aber in keiner so durchschlagende und anhaltende Wirkung wie in Deutschland. Der einzige Lehrstuhl für Rhetorik, den es in Deutschland seit 1963 gab, hatte seinen Sitz in Tübingen und war durch Professor Walter Jens besetzt worden. Ich sage das nur deshalb, weil es an jeder Universität in den USA einen Lehrstuhl für Rhetorik gibt, in Großbritannien auch. Walter Jens hat übrigens schon zutreffend gesagt, dass zur Rede immer die Gegenrede gehört. »Deshalb kann es in Diktaturen keine große Rhetorik geben, weil jede Gegenrede mit dem Knüppel oder dem Revolver unwirksam gemacht wird«, so Walter Jens.

Und tatsächlich spielte in den staatssozialistischen Ländern die Rhetorik keine Rolle. Es wurde auch niemand danach ausgewählt, zumindest kann ich mir das weder bei Walter Ulbricht noch bei Erich Honecker vorstellen, das müssen andere Kriterien gewesen sein. Es gab, wie ich finde, nur einen Ausnahmeberuf, den hatte ich natürlich, und er war die Ausnahme deshalb, weil du als Rechtsanwalt ja benachteiligt warst gegenüber den staatlichen Organen, und wenn du dann nicht mal rhetorisch besser warst, hattest du überhaupt keine Chance.

Ich will versuchen, zu erklären, wie unterschiedlich das ist, was man rhetorisch zu leisten hat, wenn man vor Gericht auftritt. Wenn ich zum Beispiel einen Gegner zu einem Vergleich bringen will, dann muss ich rhetorisch auf ihn eingehen. Um auf ihn eingehen zu können, muss ich wissen, was er eigentlich will. Das heißt, ich muss mich in seine Rolle hineinversetzen. Das gilt auch gegenüber den Richtern. Nehmen wir an, dass man einen Berufsrichter hat und zwei Schöffen. Da muss man sich entscheiden: Spreche ich für den Berufsrichter, oder spreche ich für die Schöffen? In aller Regel wird man für den Berufsrichter sprechen, weil man ahnt: Wenn man den überzeugt hat, überzeugt der auch die Schöffen. Wenn du den Berufsrichter aber schon verloren hast, kannst du versuchen, auf die Schöffen einzureden in der ganz, ganz schwachen Hoffnung, dass die plötzlich sagen, sie machen nicht mit, was sehr selten der Fall ist.

Dann gibt es natürlich die Hohen Gerichte. Bei den Hohen Gerichten sitzen nur Berufsrichter, und je höher die Gerichte, desto schlauer die Richterinnen und Richter, völlig klar. Da musst du dann schon ein anderes Vokabular benutzen, um nicht als Dilettant dazustehen. Da musst du dann die juristischen Begriffe benutzen, du musst dich damit abfinden, dass dein Mandant nicht versteht, worum es geht, geschweige denn das Publikum. Dann kommt die nächste Kunst, das ist die, dem Mandanten zu erklären, worum es gegangen ist.

Es gibt aber auch Anwälte, die haben beim Gericht schon verloren und reden fürs Publikum. Oder es ist ihnen egal, ob sie beim Gericht verlieren, sie reden so oder so fürs Publikum. Nachvollziehbar daran ist der Wunsch, neue Mandanten zu kriegen. Das heißt, du redest dann nicht, um diesen Prozess zu gewinnen, sondern du redest, damit die im Zuschauersaal alle sagen: »Das war aber wirklich höchste Zeit, dass das mal so gesagt worden ist.« Und damit erntest du dann auch die entsprechenden Sympathien.

Und so muss ich mir auch bei einer Rede im Bundestag überlegen: Rede ich für die Abgeordneten, oder rede ich für diejenigen, die möglicherweise am Fernseher zuschauen oder am Radio zuhören? Das ist eine Grundsatzentscheidung. Wenn ich für Abgeordnete rede – was natürlich völlig sinnlos ist, wenn es darum geht, die Abgeordneten der CDU/CSU zu überzeugen, aber ich kann es natürlich versuchen –, dann ist meine Rede auch insofern völlig wirkungslos, weil ich die, die ich eigentlich erreichen will, nicht erreiche. Die Schwierigkeit dagegen, für Radiohörer und Fernsehzuschauer zu reden, besteht darin, dass du »übersetzen« musst. Ich nenne es jedenfalls übersetzen und bringe dafür ein Beispiel. Gerhard Schröder und Joschka Fischer machten eine Steuerreform, und zwar dergestalt, ich sage es erst mal nicht übersetzt, dass eine Steuer reformiert werden sollte, die Kapitalgesellschaften verpflichtete, Veräußerungserlöse in voller Höhe zu versteuern, während Inhaberunternehmen nur verpflichtet waren, den halben Satz zu zahlen. Ich nehme an, dass die meisten Hörer damit wenig anfangen können. Ich muss ein Bild schaffen, das heißt, ich muss übersetzen. Das muss ich schon deshalb machen, damit ich selbst verstehe, worum es geht. Und also sage ich im Saal noch einmal ganz langsam: Es geht hier heute um folgende Steuerreform: Wenn die Deutsche Bank bisher was verkaufte, dann bekam sie dafür einen Kaufpreis – statt Veräußerungserlös sage ich Kaufpreis. Und auf diesen Kaufpreis, sage ich weiter, musste sie bisher eine Steuer bezahlen. Und wenn der Bäckermeister was verkaufte, kriegte er auch einen Kaufpreis, und darauf musste er einen halben Satz Steuern bezahlen. Und jetzt, habe ich verstanden, erleben wir eine sozialdemokratisch-ökologische Reform, und die besteht darin, dass der Bäckermeister jetzt das Doppelte bezahlen muss und die Deutsche Bank gar nichts mehr. Das ist es doch im Kern. Genau das ist es.

Und diese Übersetzung ist deshalb so wichtig, weil auch die Lidl-Verkäuferin, wenn ich die Chance habe, dass sie mir eine Minute zuhört, dieses Beispiel versteht. Wenn ich das unübersetzt sage, versteht sie gar nicht, worum es geht. Wenn ich aber weiß, dass ich zur Übersetzung verpflichtet bin, dann bringe ich ein solches Beispiel, und dann versteht sie, dass der Bäckermeister bisher die Hälfte, die Deutsche Bank aber voll bezahlen musste, während nach der Reform die Deutsche Bank gar nichts, dafür der Bäckermeister das Doppelte bezahlen muss. Und das Ganze soll sozialdemokratisch und ökologisch sein. Übrigens war das eine schöne Stunde im Bundestag, denn nachdem ich mein Beispiel gebracht hatte, verstanden nicht wenige der SPD-Abgeordneten, was sie in einer halben Stunde beschließen sollten. Die rannten nach vorne, damals war auch schon Struck Fraktionsvorsitzender, und sagten: »Hat der Gysi recht?« Das ging ihnen zu weit. Das war eine spannende Situation, beschlossen haben sie es trotzdem. Aber immerhin.

Es gab mal eine Magisterarbeit über meine Rhetorik, ich habe sieben Seiten davon gelesen und dann aufgehört, weil ich wusste, wenn ich weiterlese, geht es mir wie dem Tausendfüßler, den du fragst, wie er läuft, und dann kann er’s nicht mehr. Auf den ersten sieben Seiten beschäftigte sich die Magisterarbeit mit der Frage, warum von einer Kundgebung, auf der Gysi spricht, die Leute so gut wie nicht weggehen, selbst wenn er länger als eine Stunde spricht. Und die Magisterarbeit sagte, das hat einen Grund, er hält keine Rede, sondern er ist scheinbar mit ihnen im Gespräch. Und weil er scheinbar mit ihnen im Gespräch ist, gehen sie nicht, weil man ja nicht mitten aus einem Gespräch geht. Da ich mir das nie überlegt hatte, wusste ich, jetzt muss ich aufhören zu lesen, denn wenn ich anfange, das bewusst zu machen, dann geht es völlig daneben.

Was ich als Übersetzung bezeichne – man kann es genauso gut als das Schaffen von Bildern bezeichnen –, ist meines Erachtens eines der wichtigsten Momente in der Politik. Und es wird immer weniger übersetzt.

An dem Verfall der Rhetorik haben in gewisser Hinsicht auch die Medien Schuld, insbesondere das Fernsehen und seine Dramatisierung des optischen Erscheinungsbildes. Wie sitzt die Krawatte, wie sitzt sie nicht, wie sieht der Mann aus? Was glauben Sie, was ich für Briefe nach Medienauftritten bekomme, zum Inhalt höchstens ein Zehntel, neun Zehntel zur Krawatte, zum Anzug. Das macht mich ganz nervös. Aber es ist so.

Es gibt im Fernsehen übrigens den Begriff der Doppelquote. Ich hatte in den neunziger Jahren immer eine Doppelquote. Eine Doppelquote besteht darin, dass die am Fernseher bleiben, die dich mögen, und die, die dich zutiefst ablehnen, auch nicht ausschalten können. Das nannten die Fernsehleute eine Doppelquote.

Aber das Hauptproblem im Fernsehen ist die Eineinhalb-Minuten-Sentenz. Zunächst ist es ja nicht schlecht, wenn du weißt, du musst etwas übersetzen, und zwar in eineinhalb Minuten. Aber ich will Ihnen ein Beispiel schildern, wo ich es nicht kann. Weshalb ich einen bestimmten Sachverhalt nicht aufgeklärt bekomme. Die Bild- Zeitung schreibt ja immer gerne, dass die gesetzliche Rente Ost höher ist als die gesetzliche Rente West. Das ist großer Quark. Zwei Punkte kann ich Ihnen schnell sagen, die leuchten Ihnen ein: Die nehmen immer ein Ehepaar West, ein typisches, und ein typisches Ehepaar Ost. Und weil es typisch für den Westen ist, dass die Frau weniger Erwerbsarbeitszeit hatte, und typisch für den Osten, dass beide vierzig Jahre lang gearbeitet haben, kommen natürlich einmal zwei Renten, einmal nur eine Rente zusammen, und natürlich sind zwei Renten höher als eine. Das kriege ich noch hin, das kann ich noch sagen.

Ich kann auch noch das Zweite sagen, dass es im Westen mehrere Altersvorsorgeinstrumente gibt, nämlich neben der gesetzlichen Rente noch die Lebensversicherung, noch Betriebsrenten. Die Betriebsrenten im Osten sind alle gestrichen worden, und Lebensversicherungen in dieser Form gab es gar nicht. Das heißt: Während die Menschen im Osten ausschließlich von der gesetzlichen Rente leben, leben viele im Westen nicht nur von der gesetzlichen Rente, sondern noch von was anderem. Ist schon komplizierter, kriege ich auch noch hin.

Und jetzt kommt der dritte, der entscheidende Unterschied, und dafür reichen die eineinhalb Minuten nie. Es gibt im Osten keine Pensionen. Das heißt übersetzt, dass hier Leute eine gesetzliche Rente beziehen, die im Westen eine Pension beziehen. Also nehmen wir mal den berühmten Gerichtsmediziner Professor Prokop. Der war Chef des Gerichtsmedizinischen Instituts der Charité und hat sich dann durchgeklagt bis zum Bundesverfassungsgericht und bekam eine relativ hohe Rente zugebilligt, aber als gesetzliche Rente. Im Westen bezöge ein Mann wie Professor Prokop aber immer eine Pension und keine gesetzliche Rente. Deshalb geht die Durchschnittsrechnung nicht, weil im Osten lauter Leute einbezogen werden mit einer hohen Rente, die im Westen gar keine gesetzliche Rente beziehen. Das heißt, wenn ich überhaupt den Durchschnitt ausrechne, müsste ich erst alle Leute im Osten herausrechnen, die im Westen eine Pension beziehen würden. Zu dieser Erklärung habe ich keine Chance im Fernsehen, kriege ich nicht hin. Und das ärgert mich.

Also: Ist Rhetorik nun wichtig, oder ist sie nicht wichtig? Gehört sie zur politischen Professionalität oder nicht? Wenn ich sage, eine rhetorische Begabung gehört zur Professionalität eines Bundestagsabgeordneten, denke ich insbesondere an die kleineren Fraktionen, bei denen die Abgeordneten häufiger zu reden haben. Wenn ich in der letzten Reihe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sitze, kann es mir passieren, dass ich in vier Jahren gar nicht drankomme. Gibt’s. Und dann gibt’s welche, die kommen ein Mal ran, na, da herrscht vielleicht Aufregung in dem Büro, ist ja klar, wenn du ein Mal fünf Minuten lang in vier Jahren sprichst, das kann ich mir ja alles vorstellen. Und dann bitte ich Sie, sich mal einen Linken-Parteitag vorzustellen. Da spricht einer, der ideologisch exakt mit der Mehrheit übereinstimmt, und dann spricht einer, der liegt doch mal um fünf Zentimeter daneben. Der Zweite ist rhetorisch deutlich besser als der Erste. Der Zweite hat trotzdem keine Chance, gewählt zu werden, weil die natürlich nach ideologischer Übereinstimmung wählen und nicht nach Professionalität. Als wir anfingen, hatte ich niemanden für den Gesundheitsausschuss, wir hatten keinen, der davon irgendwas verstand. Da musste ich zu unserer armen Ruth Fuchs, der Olympiasiegerin im Speerwerfen, und habe sie davon überzeugt, in den Gesundheitsausschuss zu gehen, ich meine, sie musste sich dann erst damit beschäftigen, weil wir sonst niemanden hätten hinschicken können.

Das Problem ist, wenn ich zu einem Landesparteitag gegangen wäre und gesagt hätte: Ich bitte euch, die Ärztin X oder den Arzt Y oder die Gesundheitspolitikerin Z zu wählen, weil wir sie oder ihn brauchen, dann hätten die gesagt: Ja, wie kommst du uns denn vor? Du kannst doch nicht hier einfach herkommen und uns sagen, wen wir wählen sollen, wir haben ja eine Demokratie, geh mal hübsch wieder nach Hause. Das heißt, das hätten die gar nicht gemacht. Ich sage Ihnen nur, es wird in der Politik nicht nach Professionalität gewählt. Es wird nach allen möglichen Kriterien gewählt. Ich weiß auch gar nicht, ob es richtig wäre, nur nach Professionalität zu wählen, das fände ich sogar falsch, denn wenn sich jemand ideologisch immer weiter von mir entfernt, kriege ich natürlich auch meine Hemmungen, ihn zu wählen, aber dass es so gar keine Rolle spielt, ist natürlich auch ein Problem. Und dann gibt’s immer eine gewisse Klugheit der Parteien, die wissen schon, auf welche Leistungen es wann ankommt. Das heißt, es ist ja nicht ganz zufällig, wie zum Beispiel die SED vor 89 gewählt hat und wie sie Ende 89 gewählt hat. Einen Typen wie mich hätten die früher nie gewählt, weil ich gar nicht dazu gepasst hätte, aber in der Not, verstehen Sie, in der Not, wo alles den Bach runtergeht, sagst du: Jetzt müssen wir uns mal so eine Type holen. Ich finde ja, dafür habe ich es noch ganz nett gemacht, und sie waren ja auch nicht alle unzufrieden.

Aber was ich zum Ausdruck bringen will, ist: Überschätzen Sie nicht den Grad der Professionalität bei Wahlentscheidungen aller Art. Es sind ganz andere Kriterien, die dabei eine Rolle spielen, und das gilt für jede Partei. Und ich bin mir da auch nicht sicher, aber ein bisschen mehr Professionalität diesbezüglich wünschte ich mir. Und letztlich würde ich mir noch wünschen, dass wir die Rhetorik nicht so unterschätzen, wie das in Deutschland bisher geschehen ist, ein einziger Lehrstuhl, finde ich, ist zu wenig. Wir brauchen nun auch nicht achtzehn, aber vielleicht so an drei, vier, fünf könnte man ja mal denken, um die Vielfalt der Rhetorik, und zwar sowohl als Wissenschaft als auch als Praxis, anders zu studieren. Und was das Training betrifft, bin ich davon überzeugt, bestimmte Dinge kann man, bestimmte Dinge kann man nicht, und bestimmte Dinge sind reiner Schwindel. Ich habe in einer Talkshow einen Trainer erlebt, der so an die fünftausend Leute unterrichtete, ihnen Selbstbewusstsein beibrachte und so, ich halte das alles für Quark, was der machte, aber dem passierte es dann im Gespräch mit mir und anderen, dass ihm das Glas umfiel, und das ging dann auf den Schoß eines anderen. Da habe ich gesagt: Mach dir jetzt nichts draus, bleib jetzt stark und so. Ich habe sein Vokabular benutzt, aber ich war der Einzige, der das witzig fand.

Transkription: Gudrun Baltissen

Der Text folgt einer Rede, die Gregor Gysi am 12. Juli im Rahmen des Antikenprojekts der Volksbühne Berlin frei gehalten hat

 
Leser-Kommentare
  1. Da gibt die ZEIT einem durchaus guten Rethoriker ein Mal die Chance über seine Kunst zu reden und anstatt das zu tun nutzt er sie um Politik zu machen. Schade.

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    Der Titel sagt es schon: die Kunst der Rede IN der Politik. Gysi ist nicht nur rhetorisch gut, er hat auch was zu sagen. Das ist heute selten.

    Hallo Rukelie

    Man kann auch die Rhetorik politisieren. Die Politiker tun das ja auch. Was einem Politiker recht ist sollte einem Rhetoriker billig sein...8-)

    • zetti
    • 16.07.2009 um 7:29 Uhr

    Nicht nur wer Reden kann, ist im Vorteil. Im allerletzten Satz nach dem Artikel steht, daß es nur ein Auszug einer freien Rede von Gysi war. Die ZEIT hatte damit gar nichts am Hut.
    Zetti

    Der Titel sagt es schon: die Kunst der Rede IN der Politik. Gysi ist nicht nur rhetorisch gut, er hat auch was zu sagen. Das ist heute selten.

    Hallo Rukelie

    Man kann auch die Rhetorik politisieren. Die Politiker tun das ja auch. Was einem Politiker recht ist sollte einem Rhetoriker billig sein...8-)

    • zetti
    • 16.07.2009 um 7:29 Uhr

    Nicht nur wer Reden kann, ist im Vorteil. Im allerletzten Satz nach dem Artikel steht, daß es nur ein Auszug einer freien Rede von Gysi war. Die ZEIT hatte damit gar nichts am Hut.
    Zetti

  2. Der Titel sagt es schon: die Kunst der Rede IN der Politik. Gysi ist nicht nur rhetorisch gut, er hat auch was zu sagen. Das ist heute selten.

    Antwort auf "Da gibt die ZEIT einem"
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    Na, vielleicht hätte ich statt Politik Wahlkampf schreiben sollen. Denn nichts anderes ist das.

    Vor allem so reden dass es alle verstehen. Gysi kann das meistens - vor allem wenn er langsam redet. Andere können das auch. Zu sagen hat er sicher was. Das haben andere auch. Es kommt immer darauf an wer Redezeit im Fernsehen bekommt. Das sind die denen der Sprung in die Parteispitzen gelingt.

    Na, vielleicht hätte ich statt Politik Wahlkampf schreiben sollen. Denn nichts anderes ist das.

    Vor allem so reden dass es alle verstehen. Gysi kann das meistens - vor allem wenn er langsam redet. Andere können das auch. Zu sagen hat er sicher was. Das haben andere auch. Es kommt immer darauf an wer Redezeit im Fernsehen bekommt. Das sind die denen der Sprung in die Parteispitzen gelingt.

  3. Na, vielleicht hätte ich statt Politik Wahlkampf schreiben sollen. Denn nichts anderes ist das.

    Antwort auf "Erst lesen"
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    ... den Nachsatz unter dem Artikel lesen können: "Transkription: Gudrun Baltissen", "Der Text folgt einer Rede, die Gregor Gysi am 12. Juli im Rahmen des Antikenprojekts der Volksbühne Berlin frei gehalten hat"

    Gregor Gysi hat also gar nichts für die Zeit geschrieben und die Zeit hat ihm die Chance für gar nichts gegeben.

    Insofern passt seine Rede doch gut zu Ihrem Kommentar: Er hat Sie ganz einfach nicht erreicht und das demonstriert sehr anschaulich das von Gysi angesprochene Problem für Rhetoriker.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    ... den Nachsatz unter dem Artikel lesen können: "Transkription: Gudrun Baltissen", "Der Text folgt einer Rede, die Gregor Gysi am 12. Juli im Rahmen des Antikenprojekts der Volksbühne Berlin frei gehalten hat"

    Gregor Gysi hat also gar nichts für die Zeit geschrieben und die Zeit hat ihm die Chance für gar nichts gegeben.

    Insofern passt seine Rede doch gut zu Ihrem Kommentar: Er hat Sie ganz einfach nicht erreicht und das demonstriert sehr anschaulich das von Gysi angesprochene Problem für Rhetoriker.

    Alles Gute
    Kai Hamann

  4. Zitat:"Rede immer die Gegenrede gehört. »Deshalb kann es in Diktaturen keine große Rhetorik geben, weil jede Gegenrede mit dem Knüppel oder dem Revolver unwirksam gemacht wird«, so Walter Jens." Ach, was - kommt mir bekannt vor.

    Also wenn ich den Text lese finde ich keinerlei Bezug zur Thematik
    Rhetorik - dieser Text verliert sich in anfänglichen Eigenlob, mit folgender
    Darlegung seiner vergangenen Tätikkeit, vermengt mit einem
    Stück weit Selbstüberschätzung - Anwälte in der DDR hatten zu unterschreiben,
    und sich in einem eng geschnürrten Korsett von Bestimmungen, mehr
    schlecht als Recht, zu bewegen.

    Darauf hin folgt: Blah, blah, nebulöses Rentengefasel - die Übersetzung
    bleibt er uns leider schuldig - gefolgt von erneutem Eigenlob und
    anschließenden Schulterklopfen - dann im letzten Viertel des Textes
    findet er dann Gottlob zurück zum Thema, nur leider bleibt er auch
    hier, uns als Leser, eine Erklärung, warum nun Rhetorik so wichtig ist
    letztendlich schuldig.

    Brilliant - wirklich - Rhetorik ist halt wichtig, weil sie wichtig ist...

    Toll !! Danke Herr Gysi. UNDERDOG

  5. sie reden weniger und tun mehr!

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    Was sollen Politiker anderes tun als Reden halten und diskutieren? Zum Gesetzemachen muss man auch reden, bei Veranstaltungen werden die Reden sehnsüchtig erwartet. Das ist nun mal Politik.
    Von einem Niedergang der Rhetorik spüre ich nichts.

    JoshWolf, SLDD

    ihr Tun sein, das nicht Reden wäre ?

    Was sollen Politiker anderes tun als Reden halten und diskutieren? Zum Gesetzemachen muss man auch reden, bei Veranstaltungen werden die Reden sehnsüchtig erwartet. Das ist nun mal Politik.
    Von einem Niedergang der Rhetorik spüre ich nichts.

    JoshWolf, SLDD

    ihr Tun sein, das nicht Reden wäre ?

  6. Schweigen ist Gold, unterlassen häufig auch.

    Mir würden auch 100 Parlamentarier genügen ...

  7. Hallo Rukelie

    Man kann auch die Rhetorik politisieren. Die Politiker tun das ja auch. Was einem Politiker recht ist sollte einem Rhetoriker billig sein...8-)

    Antwort auf "Da gibt die ZEIT einem"
  8. Vor allem so reden dass es alle verstehen. Gysi kann das meistens - vor allem wenn er langsam redet. Andere können das auch. Zu sagen hat er sicher was. Das haben andere auch. Es kommt immer darauf an wer Redezeit im Fernsehen bekommt. Das sind die denen der Sprung in die Parteispitzen gelingt.

    Antwort auf "Erst lesen"

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