Arbeiten in der Krise Wir sehen uns vor Gericht
Mitarbeiter wehren sich erbittert gegen Kündigungen, Unternehmen knausern mit Abfindungen, die Justiz ist überlastet: In der Krise eskaliert der Kampf um Arbeit
Fünfzehn Minuten pro Schicksal müssen reichen. In Saal 112 des Hamburger Arbeitsgerichts geht es Schlag auf Schlag: Um 9 Uhr ist eine russische Putzfrau dran, die gegen ihre Entlassung klagt, um 9.15 Uhr ein Hafenarbeiter, um 9.30 Uhr eine Erzieherin, danach eine Kosmetikerin, ein Handwerksmeister, ein Fensterputzer. Damit der Terminplan eingehalten werden kann, ist im Gericht alles auf Tempo getrimmt. Ziehen sich Anwälte und Mandanten einmal zur Beratung zurück, ruft Richter Volker Stelljes gleich die Nächsten nach vorn und sagt: »Stören Sie sich nicht an den Jacken über den Stuhllehnen!«
Die wichtigsten Hilfsmittel des Arbeitsrichters sind ein Taschenrechner und eine weiße Mappe mit Klarsichthüllen. Mit dem Taschenrechner kalkuliert er Abfindungen. Auf die sollen sich die Konfliktparteien einigen, um den Streit zu beenden. Gelingt das, sucht Stelljes in den Klarsichthüllen nach passenden Textbausteinen und diktiert sie zusammen mit Namen und Daten der Protokollantin. Einen Augenblick später schiebt ein Drucker am Tischende das Ergebnis der 15-Minuten-Verhandlung heraus. Ein Blatt Papier, auf dem meist eine Zahl steht. Irgendeine Abfindungssumme. Damit ist der Fall erledigt.
So sieht bisher die Routine aus, wenn in deutschen Gerichtssälen um Kündigungen gerungen wird. »Wir wandeln hier nur Prozesschancen in Geldbeträge um«, sagt Stelljes und meint damit: Wenn ein Arbeitnehmer gute Karten in seinem Prozess hat, erhält er Geld, damit er doch die Kündigung akzeptiert. Aber inzwischen mehren sich die Fälle, in denen es anders läuft. In denen es zu keiner schnellen Einigung kommt, sondern erbittert gestritten wird. Der Kampf um die Jobs wird härter geführt denn je – auf beiden Seiten.
Viele Arbeitnehmer fürchten: In dieser Krise finde ich woanders keinen Job. Viele Arbeitgeber sorgen sich: In dieser Krise kann ich mir nicht mal Abfindungen leisten. »Das prallt dann vor Gericht aufeinander«, sagt der Münchner Arbeitsrechtler Knut Müller. »Die Bereitschaft, sich zu einigen, ist drastisch gesunken.« Chefs und Arbeitnehmer finden sich immer häufiger in einem langwierigen Kleinkrieg wieder, einem Schlagabtausch voller Finten und Fallen.
Die Zahl der Klagen steigt sprunghaft an
Wenn Johann Schlüter (Name geändert) von seiner Kündigung erzählt, wählt er drastische Worte, als so schlimm hat er sie empfunden. »Wir wurden wie die Lämmer zur Schlachtbank geführt«, sagt er. Den Hafenarbeiter traf es am Ende einer Nachtschicht. Fast zwölf Stunden lang hatte er am Südwestterminal des Hamburger Hafens Kupferplatten aus Chile umgeladen. Als er fertig war, wurde er zum Gespräch in einen kleinen Büroraum gebeten. Dort wartete sein Vorgesetzter, auf dem Tisch lag ein großer Umschlag. Die Geschäfte würden schlecht laufen, sagte sein Chef, die Firma müsse sich von Personal trennen und ihm leider kündigen. Bis zum Abend erhielten 43 von 93 Arbeitern der Firma TransPack ihre Papiere. Wer keinen Dienst hatte, wurde zu Hause rausgeklingelt. Die Entlassungen sollten unbedingt noch vor dem Monatsende ausgesprochen sein.
Früher hätte Schlüter geschimpft, aber er hätte sich nicht gewehrt. Der gelernte Schiffsmechaniker hat noch immer irgendwas im Hafen gefunden. Eine Bewerbung musste er nie schreiben. Jetzt ist alles anders. An manchem Kai legt tagelang kein Schiff mehr an. »Es gibt keine Jobs im Hafen, das ist aussichtslos«, sagt Schlüter. Seine Frau ist auch schon in Kurzarbeit. 5000 Euro Abfindung hat TransPack angeboten. »Aber was hilft mir das?«, fragt Schlüter. Die Krise, hat er im Hamburger Abendblatt gelesen, dauert noch bis 2010. »Ich bekomme aber nur zwölf Monate Arbeitslosengeld und danach nicht mal Hartz IV!« Schlüter besitzt ein Grundstück, das er wohl verkaufen müsste, bevor er Hilfe vom Staat erhielte.
Deshalb hat sich der Hafenarbeiter einen Anwalt genommen. Vielleicht, das ist jetzt Schlüters Taktik, kann er seinem Arbeitgeber einen Fehler bei der Kündigung nachweisen. Sollen Mitarbeiter aus betrieblichen Gründen vor die Tür gesetzt werden, muss der Chef nämlich nach sozialen Kriterien entscheiden, wen es trifft, und in Schlüters Fall ist da nicht alles richtig gemacht worden. Beim ersten Gerichtstermin kam heraus, dass seine Firma ihn fälschlicherweise als ledig eingestuft hatte.
Den Prozess hat der 41-Jährige damit aber noch lange nicht gewonnen. Bis zum nächsten Termin im September muss Schlüter belegen, dass bei korrekter Berücksichtigung aller Sozialkriterien ein anderer hätte geschasst werden müssen. Damit tut sich der Hafenarbeiter schwer. Bei den Kollegen an seinem Terminal, die er persönlich kennt, will er oder kann er nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen. Über die Arbeiter an den anderen Terminals weiß er zu wenig. Wer hat Kinder? Wer ist seit wann im Betrieb? Der Kampf um die Jobs wird schnell hässlich.
Irgendwer muss am Ende gehen, Klagen hin oder her. Schlüters Chef beteuert, der Einbruch im Hafen sei dramatisch, man habe sich nicht leichtfertig entschlossen, fast die Hälfte der Arbeiter zu entlassen. Immerhin kosten die Kündigungen das Familienunternehmen nach eigenen Angaben mehr als eine Viertelmillion Euro.
In der Vergangenheit landeten viele Kündigungen gar nicht vor Gericht. Befragungen zufolge wehrten sich die Arbeitnehmer nur in jedem dritten bis zehnten Fall. In Kleinbetrieben, in denen nicht mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt sind, ist es besonders schwierig, sich gegen den Hinauswurf zu stemmen – dort gilt der normale Kündigungsschutz nicht.
Doch die Zahl der Klagen steigt sprunghaft an – und das, obwohl die ganz großen Massenentlassungen infolge der Wirtschaftskrise noch gar nicht begonnen haben. Zwölf Prozent mehr als 2008 zählt das Arbeitsgericht Hamburg in den ersten fünf Monaten dieses Jahres, 40 Prozent mehr werden in Nordrhein-Westfalen registriert, in drei Monaten gingen dort über 13000 Klagen ein. »Wir sind, auf Deutsch gesagt, am Absaufen«, sagt Michael Seidel, stellvertretender Direktor des Arbeitsgerichts Hagen. »Wir spüren seit März eine regelrechte Welle«, sagt Hanno Petersen, Vorstandsmitglied bei der Arag-Versicherung. Auf einmal wollten 20 Prozent mehr Kunden Rechtsschutz wegen einer Entlassung.
Wer kann, versucht der Kündigung vorzubeugen, bevor er zum Chef zitiert wird. In Hessen entschlossen sich kürzlich sämtliche Mitarbeiter einer Bank-Vertriebstochter, für den Betriebsrat zu kandidieren oder in den Wahlvorstand zu gehen. Für sie alle gilt seither ein weitreichendes Kündigungsverbot – und zwar bis ein halbes Jahr nach dem Abschluss der Wahl. Wer es wirklich in den Betriebsrat schafft, der ist sogar noch länger geschützt. Ein weiterer Vorteil: Wo ein Betriebsrat existiert, besteht bei einem größeren Umbau Anspruch auf einen Sozialplan. Das bringt höhere Entschädigungen für die Betroffenen.
»In einigen Wirtschaftszweigen galten Betriebsräte selbst unter Arbeitnehmern bisher als verpönt, jetzt werden aber auch in Werbeagenturen zunehmend Betriebsräte gegründet«, beobachtet der Frankfurter Arbeitsrechtler Henning Wiehe. »Und immer häufiger beantragen Arbeitnehmer die behördliche Feststellung einer Schwerbehinderung.« Dadurch entsteht eine weitere Entlassungshürde. Selbst wenn die Behinderung erst nach einem Rauswurf amtlich wird, kann sie die Kündigung rückwirkend zunichtemachen.
Auch die Pflegezeit bietet neuerdings Zuflucht. Arbeitnehmer können sie seit Juli 2008 beantragen, wenn sie kranke Angehörige versorgen müssen. Wer den Antrag stellt, ist ab diesem Moment genauso gut gegen eine Kündigung abgeschirmt wie eine Schwangere – selbst dann, wenn er erst in einem Dreivierteljahr die Pflege seiner bettlägerigen Oma übernehmen will. Fachleute diskutieren noch darüber, inwieweit das ein Konstruktionsfehler im Gesetz ist. »Die Anträge auf Pflegezeit«, hat der Hamburger Arbeitsrechtler Mathias Preuss festgestellt, »kommen aber schon vermehrt vor.«
»Ein Fehler, und die Kündigung ist pulverisiert!«, sagt der Anwalt
Dass intensiver um Kündigungen gestritten wird, liegt nicht allein an der Wirtschaftskrise. Die Konjunktur verschärft einen bereits länger anhaltenden Trend. »Schon seit einigen Jahren kämpfen Arbeitnehmer verbissener um ihre Stelle«, sagt Axel Braun von der Kanzlei Luther in Köln. Der Grund dafür sind einige rechtliche Änderungen – und aggressivere Anwälte. »Es gibt viel mehr Fachanwälte als früher«, sagt Richter Volker Stelljes, »die sich auf jedes Detail stürzen.« Ein kleines Heer spezialisierter Juristen sorgt dafür, dass die Gerichtsverfahren häufiger bis zum Ende ausgefochten werden. Dadurch, sagt Stelljes, werde wiederum die Rechtsprechung umfangreicher und unüberschaubarer.
Einer, der das für sich zu nutzen weiß, ist Axel Pöppel. Im Eingang seiner Kanzlei stehen zwei Kisten mit Gemüse auf dem Boden, der Anwalt empfängt im blauen Lacoste-T-Shirt. Pöppel ist kein namhafter Topjurist, aber er hat sich auf das Arbeitsrecht spezialisiert – das er mit einer gewissen Schlitzohrigkeit anzuwenden versteht.
Der Hamburger Anwalt vertritt mal Arbeitnehmer, mal kleinere Firmen. Steht er auf der Arbeitgeberseite, dann versucht er zum Beispiel, die Sozialauswahl geschickt zu gestalten. »Man hat ja einen Bewertungsspielraum«, erzählt der Jurist, während sich Beaglehündin Cosma-Shiva an ihn kuschelt. Die Sozialkriterien wie Alter oder Betriebszugehörigkeit dürfe man unterschiedlich gewichten und sogar Altersgruppen bilden. »Wenn man dann eine Excel-Tabelle mit allen Namen und Daten erstellt, braucht man nur die Bewertungen so lange zu verschieben, bis möglichst viele von denjenigen herausfallen, die der Arbeitgeber rot markiert hat.«
Vertritt der füllige Anwalt einen Arbeitnehmer, dann sucht er zuerst nach Formfehlern. Wurde die Kündigung nur »im Auftrag« unterschrieben? Wurde das Arbeitsamt informiert (was schon ab fünf Entlassungen in 30 Tagen nötig sein kann)? »Ein Fehler, und die Kündigung ist pulverisiert!«, sagt Pöppel. Manchmal zieht er auch Verfahren in die Länge. Lässt einen Termin platzen oder weist, in einem Bandwurmsatz versteckt, am Ende eines dreiseitigen Schreibens auf einen formalen Verstoß hin (»Das merkt keiner!«). Bis das dann beim Gerichtstermin zur Sprache kommt, ist ein Vierteljahr verstrichen. Währenddessen hat Pöppels Mandant vorsorglich eine Kurzpflegezeit angemeldet. Das geht praktisch formlos und schützt wiederum für einige Zeit vor der Entlassung.
Allein die lange Verfahrensdauer kann einen Arbeitgeber mürbe machen. Denn er muss den Lohn nachzahlen, wenn sich die Kündigung als falsch erweist. Sein Kostenrisiko wird also von Monat zu Monat größer. »Und es geht schließlich«, fasst Pöppel zusammen, »nicht um Gerechtigkeit, sondern nur um Geld.«
Für zusätzlichen Druck auf der Seite der Arbeitnehmer sorgen gesetzliche Änderungen. Wer heute vor die Tür gesetzt wird, steht sich wesentlich schlechter als noch vor ein paar Jahren. Das Arbeitslosengeld wird im Regelfall nur noch zwölf Monate lang gezahlt. Viele subventionierte Auswege in den Vorruhestand sind inzwischen versperrt. Abfindungen müssen seit 2006 voll versteuert werden. Und die Arbeitsagenturen verhängen häufiger als früher sogenannte Sperrzeiten. Das heißt: Wer im Verdacht steht, seinen Arbeitsplatz gegen eine Abfindung mehr oder minder freiwillig geräumt zu haben, bekommt für einige Wochen oder Monate kein Geld vom Amt.
Kein Wunder, dass viele Beschäftigte sich verzweifelt an ihre Stelle klammern. Dabei bekommen die meisten Kläger am Ende doch nicht ihren Job zurück. Solche Fälle sind immer noch die Ausnahme – aber sie kommen inzwischen häufiger vor. »Ich erlebe das immer wieder«, sagt der Münchner Anwalt Knut Müller. »Wir haben auch schon Unternehmensberater zurück in den Job gebracht.« Die ersten Monate »rumpele« es dann, danach beruhige sich die Situation meist wieder. Es hänge jedoch vom Einzelfall ab.
Der Weg zurück kann allerdings sehr lang sein. Frank Clausen (Name geändert) streitet sich seit eineinhalb Jahren mit seinem Arbeitgeber, einem Elektrokonzern. Der Ingenieur war mehrmals bei seinen Chefs angeeckt und auch schon gedrängt worden, freiwillig zu gehen. Schließlich wurde er im Dezember 2007 fristlos gefeuert. Man warf ihm versuchten Spesenbetrug vor. Bei einer Dienstreise nach Mumbai habe er im Hotel für 65,74 Euro zweimal privat telefoniert. Von einer Minute auf die andere musste der IT-Spezialist seinen Schreibtisch räumen und den Hausausweis abgeben. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes geleitete ihn zum Werkstor. So sollten für ihn 21 Jahre in der Firma enden.
Doch Clausen klagte. Die Anrufe bestreitet er nicht – mit dem einen habe er zu Hause mitgeteilt, dass er gut angekommen sei, mit dem anderen erklärt, warum er später als geplant zurückkommen werde. Es handle sich, argumentiert er vor Gericht, um dienstlich veranlasste Privatgespräche, die mehreren Urteilen zufolge zulässig seien. Clausen gewann in erster Instanz und bekam in der zweiten bereits signalisiert, dass man ihn dort ebenfalls im Recht sieht. Im August soll das Urteil gesprochen werden. Im günstigsten Fall bekäme Clausen dann nach fast zwei Jahren Unterbrechung das Recht, an seinen Schreibtisch zurückzukehren. Ob das wirklich gelingt, das bezweifelt er selbst. »Womöglich kriege ich dann gleich die nächste Kündigung.«
Meist erhöhen Arbeitgeber in solchen Fällen das Abfindungsangebot, bis es passt. Andere versuchen, die ungeliebten Mitarbeiter zu vergraulen. »Seit Jahresanfang«, berichtet Jörg Herrmann, Projektleiter der Mobbing-Hotline Baden-Württemberg, »wird bei uns deutlich häufiger angerufen.« Ähnliches beobachtet Ludwig Gunkel von der Mobbing-Beratung München. »Das ist immer so: Wenn im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung über eine Branchenkrise berichtet wird, häufen sich bei uns drei, vier Monate später die Anrufe.«
Gesicherte Zahlen darüber, wie oft Menschen tatsächlich mit Schikanen aus dem Job gedrängt werden, gibt es nicht. Der juristische Nachweis gilt als extrem schwer. Manche Experten beobachten bisher keinen Anstieg und erwarten ihn auch nicht. »Wahrscheinlich ist es in so einer schweren Wirtschaftskrise sogar leichter als sonst, ganz normale Kündigungen auszusprechen«, vermutet etwa Gottfried Richenhagen, Mobbing-Experte im nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium. Man glaubt einem Unternehmen ja in schlechten Zeiten eher, dass es gar keine andere Wahl hat, als Stellen zu streichen.
Der Kündigungsschutz, über den in der deutschen Politik jahrelang so heftig gestritten wurde, steht in dieser Situation wohl vor seiner größten Bewährungsprobe. Doch in der angespannten Konjunkturlage erhält er Hilfe aus der Politik. Niemand in Berlin setzt sich im Augenblick mit großem Elan für Reformvorschläge ein, die den Kündigungsschutz lockern oder bloß weniger kompliziert machen würden – etwa den Ersatz durch ein bloßes Recht auf Abfindungen. Eine solche Vereinfachung könnte womöglich der Klageflut Einhalt gebieten.
Stattdessen erhalten die bisherigen Regelungen ungewohnte Fürsprecher. Hans-Werner Sinn, der Chef des ifo Instituts in München, sieht im deutschen Kündigungsschutz eigentlich eine Wachstumsbremse. Im Augenblick bescheinigt er ihm aber: Er wirkt stabilisierend. Ohne Kündigungsschutz wären wohl schon mehr Jobs verloren gegangen, vermutet der Ökonom. Sinn will deshalb nur für neue Arbeitsverhältnisse die Regeln lockern, nicht für bestehende.
Dass das geltende Recht derzeit Entlassungen verhindert, bestätigen auch viele Juristen aus der Praxis. Sie warnen aber: Mancher Stellenabbau werde bloß vertagt, weil den Unternehmen schlicht das Geld zum Kündigen fehle. »Ich habe es schon zweimal erlebt«, sagt Axel Braun von der Kanzlei Luther, »dass ein Unternehmen bereits über einen Sozialplan verhandelt hat und dann doch Kurzarbeit wählte – nur weil das sofort die Kosten senkt. Und das wurde in der Presse noch gefeiert!«
- Datum 27.08.2009 - 12:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16.07.2009 Nr. 30
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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Anwalt.
In Zeiten von Rechtsschutzversciherungen ist es doch kein Wunder, dass jeder gegen jeden klagt. Und dass, wenn man am Ende mal zusammenrechnet, der einzige Gewinner die Anwälte sind, sollte eigentlich beide Seiten dazu ermuntern, sich doch noch einmal gemeinsam hinzusetzen.
Aber aus eigenem Bekanntenkreis gibt es dann auch immer die, welche wohl zu vile Fernsehen gesehen haben und mit "ihrem" Anwalt gegen Gott und die Welt klagen wollen, egal ob berechtigt oder nicht.
Lieber Kommentator,
ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?
Der Hinweis auf die Gewinne der Anwälte ist ein Nebenaspekt. Es geht um die Frage, ob der Staat das Recht auf Arbeit durchsetzen sollte.
Dazu käme in Frankreich die Frage, ob dort je eine Revolution der Arbeiter funktionieren wird. Dort hält man sich etwas auf die Revolution des erstarkten Bürgertums gegen die Feudalherren von 1789 zugute. Aber Arbeiterrevolten in Frankreich?
Zurück in die BRD: Irgendeine Partei müßte das Recht auf Arbeit zur Zielplanung machen. Wer käme da infrage?
_______________________________________________________
Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
Lieber Kommentator,
ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?
Der Hinweis auf die Gewinne der Anwälte ist ein Nebenaspekt. Es geht um die Frage, ob der Staat das Recht auf Arbeit durchsetzen sollte.
Dazu käme in Frankreich die Frage, ob dort je eine Revolution der Arbeiter funktionieren wird. Dort hält man sich etwas auf die Revolution des erstarkten Bürgertums gegen die Feudalherren von 1789 zugute. Aber Arbeiterrevolten in Frankreich?
Zurück in die BRD: Irgendeine Partei müßte das Recht auf Arbeit zur Zielplanung machen. Wer käme da infrage?
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
Der Kündigungsschutz gilt je eigentlich auch nur für die moralisch perfekten Menschen, die sich immer tadellos im Beruf verhalten haben. Das Beispiel mit den privaten Telefonaten oder mit dem berühmten Bleistift, den jemand mit nach Hause nimmt, zeigen doch, dass Arbeitgeber so ziemlich jeden kündigen können. Allerdings nur wenn Arbeitgeber irgendeine Minimalverfehlung beweisen kann.
Die Folge ist ein systematisches Ausspionieren unliebsamer Mitarbeiter. Firmenhandys sind beispielweise gut geeignet, einen Mitarbeiter wegen privater Telefongesprächen rauszuwerfen, denn die Einzelverbindungsnachweise landen beim Chef. Die Internetnutzung lässt sich ja auch wunderschön protokollieren. Viele Firmen-PCs haben Überwachungstools sogar direkt installiert (Schäuble ist da sicher neidisch).
ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.
ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.
Lieber Kommentator,
ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?
Ich gestehe Ihnen gerne zu, dass den Trend einer wachsenden Zahl von Kündigungen und damit verbundenen Arbeitsgerichtsverfahren gibt. Doch dies ist nur eine Seite der Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt.
Es gibt in Deutschland Branchen, die händeringend engagierte und kompetente Mitarbeiter suchen. Hierzu zählt beispielsweise der Pflegesektor in einigen Regionen Deutschlands. Angesichts der begrenzten Zahl von qualifizierten Bewerbern müssen hier die Unternehmen mittlerweile nahezu jeden Bewerber nehmen, den sie bekommen. Mitarbeiter, die neue Mitarbeiter ins Unternehmen bringen, erhalten so genannte Kopfprämien. Eine Kündigung von Mitarbeitern, die manchmal wegen unzureichender Arbeitsleistungen angebracht wäre, ist schier unmöglich, da kein Ersatz vorhanden wird.
Hier ist es eher so, dass der Mitarbeiter am längeren Hebel sitzt. Er weiß, dass er unentbehrlich ist, und er verhält sich auch so. So drohen Mitarbeiter mehr oder weniger offen damit, dass sie sich im Falle einer aus ihrer Sicht unangemessenen Behandlung seitens des Vorgesetzten die nächsten Tage krank melden werden. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum unter den Führungskräften im Pflegesektor eine hohe Personalfluktuation besteht.
Dies ist ein kleiner Ausschnitt der Arbweitswelt. Wohlweißlich sollte er nicht verallgemeinert werden. Doch es ergibt sich ein Gesamtbild der aktuellen Arbeitswelt erst dann, wenn diese Ausschnitte zusammengefügt werden.
sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!
Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.
Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.
sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!
Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.
Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.
ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.
Im Grunde genommen stimmen Sie mir im Kern doch zu. Diese Kündigungsgründe sind vorgeschoben um unliebsame Mitarbeiter nach belieben kündigen zu dürfen, weil man sie sonst kaum los bekommt.
Der Punkt ist doch der, dass ein Unternehmen gegen alle Mitarbeiter, die eine bestimmte Verfehlung begangen haben, gleichermaßen vorgehen sollte. Am Beispiel der privaten Telefongespräche sollten dann alle abgemahnt werden, wenn der Arbeitgeber das als so schwerwiegend ansieht.
So wie es in Deutschland praktiziert wird, besteht der Kündigungsschutz doch nur auf dem Papier. Wie es im ursprünglichen Artikel anklingt ist es für einen gekündigten Arbeitnehmer kaum abschätzbar, ob er nun noch Kündigungsschutz besitzt, oder ob er ihn irgendwie leichtfertig verspielt hat.
Ich kenne eine Firma in der nur Faule und Erfolglose Führungspositionen haben. Und der Faulste und Erfolgloseste ist der Chef. Alle Mitarbeiter mit Fleiß, Gewissen und hoher Kompetenz werden mit menschenverachtender Brutalität wie [...] behandelt oder entlassen.
Eigentlich ist der Laden kriminell. Die [...] Kunden, Mitarbeiter und Staat. Für Geld gehen die über Leichen (Arbeitsunfälle). Die Mafia ist im Vergleich dazu eine Wohltätigkeitsorganisation. Turbokapitalismus und Agenda 2010 machen es möglich.
Ich bin eigentlich erstaunt, dass es in deutschen Betrieben so selten zu Amokläufen von gequälten und betrogenen Mitarbeitern kommt.
[Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]
Im Grunde genommen stimmen Sie mir im Kern doch zu. Diese Kündigungsgründe sind vorgeschoben um unliebsame Mitarbeiter nach belieben kündigen zu dürfen, weil man sie sonst kaum los bekommt.
Der Punkt ist doch der, dass ein Unternehmen gegen alle Mitarbeiter, die eine bestimmte Verfehlung begangen haben, gleichermaßen vorgehen sollte. Am Beispiel der privaten Telefongespräche sollten dann alle abgemahnt werden, wenn der Arbeitgeber das als so schwerwiegend ansieht.
So wie es in Deutschland praktiziert wird, besteht der Kündigungsschutz doch nur auf dem Papier. Wie es im ursprünglichen Artikel anklingt ist es für einen gekündigten Arbeitnehmer kaum abschätzbar, ob er nun noch Kündigungsschutz besitzt, oder ob er ihn irgendwie leichtfertig verspielt hat.
Ich kenne eine Firma in der nur Faule und Erfolglose Führungspositionen haben. Und der Faulste und Erfolgloseste ist der Chef. Alle Mitarbeiter mit Fleiß, Gewissen und hoher Kompetenz werden mit menschenverachtender Brutalität wie [...] behandelt oder entlassen.
Eigentlich ist der Laden kriminell. Die [...] Kunden, Mitarbeiter und Staat. Für Geld gehen die über Leichen (Arbeitsunfälle). Die Mafia ist im Vergleich dazu eine Wohltätigkeitsorganisation. Turbokapitalismus und Agenda 2010 machen es möglich.
Ich bin eigentlich erstaunt, dass es in deutschen Betrieben so selten zu Amokläufen von gequälten und betrogenen Mitarbeitern kommt.
[Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]
Das Menschen in verzweifelten Situationen ihre rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen ist nur richtig. In der jetzigen Situation ist der Verlust des Arbeitsplatzes ein berufliches K.O. für längere Zeit mit drastisch erhöhtem Risiko des sozialen Abstiegs. Das dadurch die Arbeits- und Sozialgerichte deutlich stärker belastet werden ist ein Fakt, dem man durch Personalpolitik vor Ort entsprechend begegnen müsste. Aber genau an dieser Stelle versagt der Staat wieder, weil er aus Kostengründen zumeist nur eine personelle Minimal-Besetzung ermöglicht. Bezeichnend ist dabei, dass die daraus resultierende personelle und organisatorische Überlastung nicht als verfehlte Personalpolitik dargestellt wird, sondern das man lieber drüber diskuttieren möchte wie man weiter Arbeitnehmerrechte beschneiden kann um das Problem zu lösen. Das würde aber nur zu einer Verschärfung und womöglich zu einer echten Eskalation der Situation führen - die Franzosen machen es bereits vor. Eine primäre Aufgabe des Staates ist es den sozialen Frieden zu wahren.
den Franzosen, die sich nicht alles bieten lassen,
im Gegensatz zum deutschen Michel.
....wundert man sich in ein paar Jährchen, warum denn um Gottes willen niemend in der tollen Weltgegend, in der man lebt INVESTIEREN will.
Auch wenn noch niemand weiß, wie die Welt nach dieser Krise aussehen wird, ist eines sicher:
Nichts wird dann so wenig vorhanden sein wie Kapital, das investiert werden kann, und von nichts wird es soviel geben wie -sogar von qualifizierter - Arbeitskraft.
Dort wo die Leute "eskalieren" wird das Kapital dann bestimmt nicht hinfließen. Die Franzosen machen da gerade nichts Bewunderns- oder gar Nachahmenswertes. Nein, diese Leute "ver-eskalieren" gerade ihre Zukunft und möglichweise sogar noch die ihrer Kinder und Enkel.
den Franzosen, die sich nicht alles bieten lassen,
im Gegensatz zum deutschen Michel.
....wundert man sich in ein paar Jährchen, warum denn um Gottes willen niemend in der tollen Weltgegend, in der man lebt INVESTIEREN will.
Auch wenn noch niemand weiß, wie die Welt nach dieser Krise aussehen wird, ist eines sicher:
Nichts wird dann so wenig vorhanden sein wie Kapital, das investiert werden kann, und von nichts wird es soviel geben wie -sogar von qualifizierter - Arbeitskraft.
Dort wo die Leute "eskalieren" wird das Kapital dann bestimmt nicht hinfließen. Die Franzosen machen da gerade nichts Bewunderns- oder gar Nachahmenswertes. Nein, diese Leute "ver-eskalieren" gerade ihre Zukunft und möglichweise sogar noch die ihrer Kinder und Enkel.
Wir haben leider keinen wirklichen Arbeitsmarkt mehr. Ein gesunder Arbeitsmarkt lebt auch davon, dass Bewegung im Spiel ist. Er sollte so gestaltet sein, dass Leute, die ihren Job verlieren, leicht wieder einen neuen finden können. Wenn er so gestaltet wird, dass man seinen Job mit Zähnen und Klauen verteidigt, bzw. Arbeitgeber zu Tricks greifen müssen, um Personal entlassen zu können, haben am Ende beide Parteien verloren. Jeder misstraut dem anderen und das ist sicher nicht förderlich für das Arbeits- und Betriebsklima.
Ich würde mir wünschen, wir hätten dänische Verhältnisse. Da kann man zwar sehr schnell seinen Job verlieren, aber man ist zum einen finanziell erst einmal sehr gut abgesichert und die Chancen auf einen neuen Job sind weitaus größer, als das hier der Fall ist. Komischerweise ziehen da alle an einem Strang, sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften. Warum geht das in Deutschland nicht? Wir prökeln seit Jahren beim Arbeitsrecht rum und verschlimmbessern alles nur. Gewinner ist am Ende keiner.
können das. Dort bekommen selbst Arbeitslose
Hypotheken, weil das Arbeitslosengeld kalkulierbar ist.
können das. Dort bekommen selbst Arbeitslose
Hypotheken, weil das Arbeitslosengeld kalkulierbar ist.
sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!
Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.
Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.
Was soll dieses Rumgeheule? Altenpflege ist ein Höllenjob - das ist wirklich nur absoluter Blödsinn.
Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege; ich erlebe also sehr wohl, was dieser Beruf bedeutet. Und ich kann Ihnen sagen, daß Ihre Aussagen definitiv falsch sind.
Ich kann Ihre Auslassungen nicht nachvollziehen, allein schon wegen der Wortwahl, die blanken Zynismus widerspiegelt. Wenn Sie Altenpflege als "Höllenjob" bechreiben, dann frage ich mich: Sind die alten Menschen die "Bewohner der Hölle" und die Altenpfleger die "Teufel"? Ich denke, mit so einer Wortwahl diskriminiert man sowohl ältere Menschen als auch die Menschen, die sie pflegen und betreuen. Zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege und das entsprechende Image trägt dies auf jeden Fall nicht bei. Sie schildern hier ein Zerrbild der Altenpflege, das in diesem Maße keineswegs Handeln und Einstellungen der Altenpfleger angemessen erfasst.
Lasse ich Ihre Wortwahl einmal beiseite, dann stellt sich mir die Frage, mit welchen anderen Jobs vergleichen Sie die Altenpflege. Haben Sie sich bereits einmal darüber kundig gemacht, was Einzelhandels- oder Bürokaufleute verdienen und wie im Einzelhandel die Arbeitszeiten aussehen? So schlecht sieht die Entlohnung nun in der Altenpflege im Verhältnis mit anderen Berufen nun auch wieder nicht aus.
Schließlich kenne ich auch davon, dass Menschen, die den Altenpflegeberuf wählen, wissen, was auf sie zukommt. Sterben gehört zum Leben, und in der Altenpflege ist Sterben allgegenwärtig. Wer in der Altenpflege etwas anderes erwartet, der hat wohl die Realität aus dem Auge verloren.
Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege, ich selber hatte über 15 Jahren als Therapeut über 15 Jahren unmittelbaren Kontakt mit Menschen, die sich in Notsituationen befanden. Einige dieser Menschen haben den Suizid als ihren Weg gewählt. Meine Frau und ich, wir sind beide weit davon entfernt, die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen schön zu reden. Und doch gelingt es uns bis heute, aus dieser Arbeit Zufriedenheit zu gewinnen. Menschen zu unterstützen, auch auf ihrem letzten Weg, ist oftmals schwer, aber es lässt das eigene Leben in einem anderen Licht erscheinen.
Meine Frau und ich, wir haben nicht das Gefühl in der "Hölle" zu arbeiten. Wir gewinnen unsere Zufriedenheit daraus, jeden Tag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sinnvolle Arbeit geleistet zu haben.
Gestatten Sie mir noch ein Wort zum Schluss: meine Mutter verbrachte ihre letzten vier Lebensjahre im Pflegeheim. Ich habe dafür gesorgt, dass sie das Heim wechselt, nachdem ich feststellen musste, dass sie nicht fachlich adäquat versorgt wurde. Dies lag jedoch nicht an der Überlastung der Pflegekräfte, die nahezu stündlich gemeinsam ihre 10minütige Zigarettenpause pflegten. Dies ist auch eine Seite dieser Wirklichkeit. Ich bitte Sie aber, diese nich zu verallgemeinern. In das nächste Heim, in das meine Mutter zog, haben sich die Pflegekräfte um sie gekümmert, und meine Mutter fühlte sich sichtlich wohl. Vielleicht haben sich diese Pflegekräfte nicht in einem "Höllenjob" gesehen.
Was soll dieses Rumgeheule? Altenpflege ist ein Höllenjob - das ist wirklich nur absoluter Blödsinn.
Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege; ich erlebe also sehr wohl, was dieser Beruf bedeutet. Und ich kann Ihnen sagen, daß Ihre Aussagen definitiv falsch sind.
Ich kann Ihre Auslassungen nicht nachvollziehen, allein schon wegen der Wortwahl, die blanken Zynismus widerspiegelt. Wenn Sie Altenpflege als "Höllenjob" bechreiben, dann frage ich mich: Sind die alten Menschen die "Bewohner der Hölle" und die Altenpfleger die "Teufel"? Ich denke, mit so einer Wortwahl diskriminiert man sowohl ältere Menschen als auch die Menschen, die sie pflegen und betreuen. Zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege und das entsprechende Image trägt dies auf jeden Fall nicht bei. Sie schildern hier ein Zerrbild der Altenpflege, das in diesem Maße keineswegs Handeln und Einstellungen der Altenpfleger angemessen erfasst.
Lasse ich Ihre Wortwahl einmal beiseite, dann stellt sich mir die Frage, mit welchen anderen Jobs vergleichen Sie die Altenpflege. Haben Sie sich bereits einmal darüber kundig gemacht, was Einzelhandels- oder Bürokaufleute verdienen und wie im Einzelhandel die Arbeitszeiten aussehen? So schlecht sieht die Entlohnung nun in der Altenpflege im Verhältnis mit anderen Berufen nun auch wieder nicht aus.
Schließlich kenne ich auch davon, dass Menschen, die den Altenpflegeberuf wählen, wissen, was auf sie zukommt. Sterben gehört zum Leben, und in der Altenpflege ist Sterben allgegenwärtig. Wer in der Altenpflege etwas anderes erwartet, der hat wohl die Realität aus dem Auge verloren.
Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege, ich selber hatte über 15 Jahren als Therapeut über 15 Jahren unmittelbaren Kontakt mit Menschen, die sich in Notsituationen befanden. Einige dieser Menschen haben den Suizid als ihren Weg gewählt. Meine Frau und ich, wir sind beide weit davon entfernt, die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen schön zu reden. Und doch gelingt es uns bis heute, aus dieser Arbeit Zufriedenheit zu gewinnen. Menschen zu unterstützen, auch auf ihrem letzten Weg, ist oftmals schwer, aber es lässt das eigene Leben in einem anderen Licht erscheinen.
Meine Frau und ich, wir haben nicht das Gefühl in der "Hölle" zu arbeiten. Wir gewinnen unsere Zufriedenheit daraus, jeden Tag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sinnvolle Arbeit geleistet zu haben.
Gestatten Sie mir noch ein Wort zum Schluss: meine Mutter verbrachte ihre letzten vier Lebensjahre im Pflegeheim. Ich habe dafür gesorgt, dass sie das Heim wechselt, nachdem ich feststellen musste, dass sie nicht fachlich adäquat versorgt wurde. Dies lag jedoch nicht an der Überlastung der Pflegekräfte, die nahezu stündlich gemeinsam ihre 10minütige Zigarettenpause pflegten. Dies ist auch eine Seite dieser Wirklichkeit. Ich bitte Sie aber, diese nich zu verallgemeinern. In das nächste Heim, in das meine Mutter zog, haben sich die Pflegekräfte um sie gekümmert, und meine Mutter fühlte sich sichtlich wohl. Vielleicht haben sich diese Pflegekräfte nicht in einem "Höllenjob" gesehen.
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