Arbeiten in der Krise Wir sehen uns vor GerichtSeite 5/5

Gesicherte Zahlen darüber, wie oft Menschen tatsächlich mit Schikanen aus dem Job gedrängt werden, gibt es nicht. Der juristische Nachweis gilt als extrem schwer. Manche Experten beobachten bisher keinen Anstieg und erwarten ihn auch nicht. »Wahrscheinlich ist es in so einer schweren Wirtschaftskrise sogar leichter als sonst, ganz normale Kündigungen auszusprechen«, vermutet etwa Gottfried Richenhagen, Mobbing-Experte im nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium. Man glaubt einem Unternehmen ja in schlechten Zeiten eher, dass es gar keine andere Wahl hat, als Stellen zu streichen.

Der Kündigungsschutz, über den in der deutschen Politik jahrelang so heftig gestritten wurde, steht in dieser Situation wohl vor seiner größten Bewährungsprobe. Doch in der angespannten Konjunkturlage erhält er Hilfe aus der Politik. Niemand in Berlin setzt sich im Augenblick mit großem Elan für Reformvorschläge ein, die den Kündigungsschutz lockern oder bloß weniger kompliziert machen würden – etwa den Ersatz durch ein bloßes Recht auf Abfindungen. Eine solche Vereinfachung könnte womöglich der Klageflut Einhalt gebieten.

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Stattdessen erhalten die bisherigen Regelungen ungewohnte Fürsprecher. Hans-Werner Sinn, der Chef des ifo Instituts in München, sieht im deutschen Kündigungsschutz eigentlich eine Wachstumsbremse. Im Augenblick bescheinigt er ihm aber: Er wirkt stabilisierend. Ohne Kündigungsschutz wären wohl schon mehr Jobs verloren gegangen, vermutet der Ökonom. Sinn will deshalb nur für neue Arbeitsverhältnisse die Regeln lockern, nicht für bestehende.

Dass das geltende Recht derzeit Entlassungen verhindert, bestätigen auch viele Juristen aus der Praxis. Sie warnen aber: Mancher Stellenabbau werde bloß vertagt, weil den Unternehmen schlicht das Geld zum Kündigen fehle. »Ich habe es schon zweimal erlebt«, sagt Axel Braun von der Kanzlei Luther, »dass ein Unternehmen bereits über einen Sozialplan verhandelt hat und dann doch Kurzarbeit wählte – nur weil das sofort die Kosten senkt. Und das wurde in der Presse noch gefeiert!«

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Anwalt.

    In Zeiten von Rechtsschutzversciherungen ist es doch kein Wunder, dass jeder gegen jeden klagt. Und dass, wenn man am Ende mal zusammenrechnet, der einzige Gewinner die Anwälte sind, sollte eigentlich beide Seiten dazu ermuntern, sich doch noch einmal gemeinsam hinzusetzen.

    Aber aus eigenem Bekanntenkreis gibt es dann auch immer die, welche wohl zu vile Fernsehen gesehen haben und mit "ihrem" Anwalt gegen Gott und die Welt klagen wollen, egal ob berechtigt oder nicht.

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    • xtc
    • 17.07.2009 um 9:45 Uhr

    Lieber Kommentator,

    ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?

    Der Hinweis auf die Gewinne der Anwälte ist ein Nebenaspekt. Es geht um die Frage, ob der Staat das Recht auf Arbeit durchsetzen sollte.

    Dazu käme in Frankreich die Frage, ob dort je eine Revolution der Arbeiter funktionieren wird. Dort hält man sich etwas auf die Revolution des erstarkten Bürgertums gegen die Feudalherren von 1789 zugute. Aber Arbeiterrevolten in Frankreich?

    Zurück in die BRD: Irgendeine Partei müßte das Recht auf Arbeit zur Zielplanung machen. Wer käme da infrage?

    _______________________________________________________
    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

    • xtc
    • 17.07.2009 um 9:45 Uhr

    Lieber Kommentator,

    ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?

    Der Hinweis auf die Gewinne der Anwälte ist ein Nebenaspekt. Es geht um die Frage, ob der Staat das Recht auf Arbeit durchsetzen sollte.

    Dazu käme in Frankreich die Frage, ob dort je eine Revolution der Arbeiter funktionieren wird. Dort hält man sich etwas auf die Revolution des erstarkten Bürgertums gegen die Feudalherren von 1789 zugute. Aber Arbeiterrevolten in Frankreich?

    Zurück in die BRD: Irgendeine Partei müßte das Recht auf Arbeit zur Zielplanung machen. Wer käme da infrage?

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

  2. Der Kündigungsschutz gilt je eigentlich auch nur für die moralisch perfekten Menschen, die sich immer tadellos im Beruf verhalten haben. Das Beispiel mit den privaten Telefonaten oder mit dem berühmten Bleistift, den jemand mit nach Hause nimmt, zeigen doch, dass Arbeitgeber so ziemlich jeden kündigen können. Allerdings nur wenn Arbeitgeber irgendeine Minimalverfehlung beweisen kann.

    Die Folge ist ein systematisches Ausspionieren unliebsamer Mitarbeiter. Firmenhandys sind beispielweise gut geeignet, einen Mitarbeiter wegen privater Telefongesprächen rauszuwerfen, denn die Einzelverbindungsnachweise landen beim Chef. Die Internetnutzung lässt sich ja auch wunderschön protokollieren. Viele Firmen-PCs haben Überwachungstools sogar direkt installiert (Schäuble ist da sicher neidisch).

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    ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
    Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
    Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
    empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.

    ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
    Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
    Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
    empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.

    • xtc
    • 17.07.2009 um 9:45 Uhr

    Lieber Kommentator,

    ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Ihr Kommentar geht doch deutlich an der Lebenswirklichkeit vorbei. Daß sich im Arbeitsrechtsprozeß der Anwalt als einziger Gewinner herausstellt, ist doch eine schlichte Stammtischparole. Zudem würde ich doch bezweifeln wollen, daß ein Kündigungsschutzverfahren etwas mit der Prozeßhanselei Ihrer Bekannten zu tun hat. Also, was soll so ein Kommentar?

    Antwort auf "Die Anwälte freuts"
  3. Ich gestehe Ihnen gerne zu, dass den Trend einer wachsenden Zahl von Kündigungen und damit verbundenen Arbeitsgerichtsverfahren gibt. Doch dies ist nur eine Seite der Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt.

    Es gibt in Deutschland Branchen, die händeringend engagierte und kompetente Mitarbeiter suchen. Hierzu zählt beispielsweise der Pflegesektor in einigen Regionen Deutschlands. Angesichts der begrenzten Zahl von qualifizierten Bewerbern müssen hier die Unternehmen mittlerweile nahezu jeden Bewerber nehmen, den sie bekommen. Mitarbeiter, die neue Mitarbeiter ins Unternehmen bringen, erhalten so genannte Kopfprämien. Eine Kündigung von Mitarbeitern, die manchmal wegen unzureichender Arbeitsleistungen angebracht wäre, ist schier unmöglich, da kein Ersatz vorhanden wird.

    Hier ist es eher so, dass der Mitarbeiter am längeren Hebel sitzt. Er weiß, dass er unentbehrlich ist, und er verhält sich auch so. So drohen Mitarbeiter mehr oder weniger offen damit, dass sie sich im Falle einer aus ihrer Sicht unangemessenen Behandlung seitens des Vorgesetzten die nächsten Tage krank melden werden. Dies ist einer von mehreren Gründen, warum unter den Führungskräften im Pflegesektor eine hohe Personalfluktuation besteht.

    Dies ist ein kleiner Ausschnitt der Arbweitswelt. Wohlweißlich sollte er nicht verallgemeinert werden. Doch es ergibt sich ein Gesamtbild der aktuellen Arbeitswelt erst dann, wenn diese Ausschnitte zusammengefügt werden.

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    • Quarax
    • 17.07.2009 um 10:58 Uhr

    sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!

    Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.

    Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.

    • Quarax
    • 17.07.2009 um 10:58 Uhr

    sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!

    Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.

    Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.

  4. ist es leider so, daß Sie kaum eine Handhabe gegen faule oder "erfolglose"
    Mitarbeiter haben. Diese kosten aber einerseits den Arbeitgeber Geld, andererseits müssen Kollegen dessen Pensum oft mittragen. In solchen Fällen ist privates Surfen oder das Mitnehmen von Betriebseigentum der berühmte Tropfen der das Fass zu Überlaufen bringt. Klar, daß der Chef diese einmalige Chance ergreift. Niemand kündigt sonst einen wertvollen
    Mitarbeiter wegen ein paar Cent. Wenn Sie daß so locker handhaben
    empfehle ich Ihnen, sich lieber korrekt zu verhalten.

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    Im Grunde genommen stimmen Sie mir im Kern doch zu. Diese Kündigungsgründe sind vorgeschoben um unliebsame Mitarbeiter nach belieben kündigen zu dürfen, weil man sie sonst kaum los bekommt.
    Der Punkt ist doch der, dass ein Unternehmen gegen alle Mitarbeiter, die eine bestimmte Verfehlung begangen haben, gleichermaßen vorgehen sollte. Am Beispiel der privaten Telefongespräche sollten dann alle abgemahnt werden, wenn der Arbeitgeber das als so schwerwiegend ansieht.

    So wie es in Deutschland praktiziert wird, besteht der Kündigungsschutz doch nur auf dem Papier. Wie es im ursprünglichen Artikel anklingt ist es für einen gekündigten Arbeitnehmer kaum abschätzbar, ob er nun noch Kündigungsschutz besitzt, oder ob er ihn irgendwie leichtfertig verspielt hat.

    Ich kenne eine Firma in der nur Faule und Erfolglose Führungspositionen haben. Und der Faulste und Erfolgloseste ist der Chef. Alle Mitarbeiter mit Fleiß, Gewissen und hoher Kompetenz werden mit menschenverachtender Brutalität wie [...] behandelt oder entlassen.

    Eigentlich ist der Laden kriminell. Die [...] Kunden, Mitarbeiter und Staat. Für Geld gehen die über Leichen (Arbeitsunfälle). Die Mafia ist im Vergleich dazu eine Wohltätigkeitsorganisation. Turbokapitalismus und Agenda 2010 machen es möglich.

    Ich bin eigentlich erstaunt, dass es in deutschen Betrieben so selten zu Amokläufen von gequälten und betrogenen Mitarbeitern kommt.

    [Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Im Grunde genommen stimmen Sie mir im Kern doch zu. Diese Kündigungsgründe sind vorgeschoben um unliebsame Mitarbeiter nach belieben kündigen zu dürfen, weil man sie sonst kaum los bekommt.
    Der Punkt ist doch der, dass ein Unternehmen gegen alle Mitarbeiter, die eine bestimmte Verfehlung begangen haben, gleichermaßen vorgehen sollte. Am Beispiel der privaten Telefongespräche sollten dann alle abgemahnt werden, wenn der Arbeitgeber das als so schwerwiegend ansieht.

    So wie es in Deutschland praktiziert wird, besteht der Kündigungsschutz doch nur auf dem Papier. Wie es im ursprünglichen Artikel anklingt ist es für einen gekündigten Arbeitnehmer kaum abschätzbar, ob er nun noch Kündigungsschutz besitzt, oder ob er ihn irgendwie leichtfertig verspielt hat.

    Ich kenne eine Firma in der nur Faule und Erfolglose Führungspositionen haben. Und der Faulste und Erfolgloseste ist der Chef. Alle Mitarbeiter mit Fleiß, Gewissen und hoher Kompetenz werden mit menschenverachtender Brutalität wie [...] behandelt oder entlassen.

    Eigentlich ist der Laden kriminell. Die [...] Kunden, Mitarbeiter und Staat. Für Geld gehen die über Leichen (Arbeitsunfälle). Die Mafia ist im Vergleich dazu eine Wohltätigkeitsorganisation. Turbokapitalismus und Agenda 2010 machen es möglich.

    Ich bin eigentlich erstaunt, dass es in deutschen Betrieben so selten zu Amokläufen von gequälten und betrogenen Mitarbeitern kommt.

    [Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]

  5. Das Menschen in verzweifelten Situationen ihre rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen ist nur richtig. In der jetzigen Situation ist der Verlust des Arbeitsplatzes ein berufliches K.O. für längere Zeit mit drastisch erhöhtem Risiko des sozialen Abstiegs. Das dadurch die Arbeits- und Sozialgerichte deutlich stärker belastet werden ist ein Fakt, dem man durch Personalpolitik vor Ort entsprechend begegnen müsste. Aber genau an dieser Stelle versagt der Staat wieder, weil er aus Kostengründen zumeist nur eine personelle Minimal-Besetzung ermöglicht. Bezeichnend ist dabei, dass die daraus resultierende personelle und organisatorische Überlastung nicht als verfehlte Personalpolitik dargestellt wird, sondern das man lieber drüber diskuttieren möchte wie man weiter Arbeitnehmerrechte beschneiden kann um das Problem zu lösen. Das würde aber nur zu einer Verschärfung und womöglich zu einer echten Eskalation der Situation führen - die Franzosen machen es bereits vor. Eine primäre Aufgabe des Staates ist es den sozialen Frieden zu wahren.

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    • mexi42
    • 17.07.2009 um 12:34 Uhr

    den Franzosen, die sich nicht alles bieten lassen,
    im Gegensatz zum deutschen Michel.

    • Quarax
    • 17.07.2009 um 13:14 Uhr

    ....wundert man sich in ein paar Jährchen, warum denn um Gottes willen niemend in der tollen Weltgegend, in der man lebt INVESTIEREN will.

    Auch wenn noch niemand weiß, wie die Welt nach dieser Krise aussehen wird, ist eines sicher:

    Nichts wird dann so wenig vorhanden sein wie Kapital, das investiert werden kann, und von nichts wird es soviel geben wie -sogar von qualifizierter - Arbeitskraft.

    Dort wo die Leute "eskalieren" wird das Kapital dann bestimmt nicht hinfließen. Die Franzosen machen da gerade nichts Bewunderns- oder gar Nachahmenswertes. Nein, diese Leute "ver-eskalieren" gerade ihre Zukunft und möglichweise sogar noch die ihrer Kinder und Enkel.

    • mexi42
    • 17.07.2009 um 12:34 Uhr

    den Franzosen, die sich nicht alles bieten lassen,
    im Gegensatz zum deutschen Michel.

    • Quarax
    • 17.07.2009 um 13:14 Uhr

    ....wundert man sich in ein paar Jährchen, warum denn um Gottes willen niemend in der tollen Weltgegend, in der man lebt INVESTIEREN will.

    Auch wenn noch niemand weiß, wie die Welt nach dieser Krise aussehen wird, ist eines sicher:

    Nichts wird dann so wenig vorhanden sein wie Kapital, das investiert werden kann, und von nichts wird es soviel geben wie -sogar von qualifizierter - Arbeitskraft.

    Dort wo die Leute "eskalieren" wird das Kapital dann bestimmt nicht hinfließen. Die Franzosen machen da gerade nichts Bewunderns- oder gar Nachahmenswertes. Nein, diese Leute "ver-eskalieren" gerade ihre Zukunft und möglichweise sogar noch die ihrer Kinder und Enkel.

  6. Wir haben leider keinen wirklichen Arbeitsmarkt mehr. Ein gesunder Arbeitsmarkt lebt auch davon, dass Bewegung im Spiel ist. Er sollte so gestaltet sein, dass Leute, die ihren Job verlieren, leicht wieder einen neuen finden können. Wenn er so gestaltet wird, dass man seinen Job mit Zähnen und Klauen verteidigt, bzw. Arbeitgeber zu Tricks greifen müssen, um Personal entlassen zu können, haben am Ende beide Parteien verloren. Jeder misstraut dem anderen und das ist sicher nicht förderlich für das Arbeits- und Betriebsklima.

    Ich würde mir wünschen, wir hätten dänische Verhältnisse. Da kann man zwar sehr schnell seinen Job verlieren, aber man ist zum einen finanziell erst einmal sehr gut abgesichert und die Chancen auf einen neuen Job sind weitaus größer, als das hier der Fall ist. Komischerweise ziehen da alle an einem Strang, sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften. Warum geht das in Deutschland nicht? Wir prökeln seit Jahren beim Arbeitsrecht rum und verschlimmbessern alles nur. Gewinner ist am Ende keiner.

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    • mexi42
    • 17.07.2009 um 12:36 Uhr

    können das. Dort bekommen selbst Arbeitslose
    Hypotheken, weil das Arbeitslosengeld kalkulierbar ist.

    • mexi42
    • 17.07.2009 um 12:36 Uhr

    können das. Dort bekommen selbst Arbeitslose
    Hypotheken, weil das Arbeitslosengeld kalkulierbar ist.

    • Quarax
    • 17.07.2009 um 10:58 Uhr

    sieht so aus: Gerade Altenpflege ist ein absoluter Höllenjob!!!

    Körperlich und seelisch enorm anstrengend, mit unmöglichen Arbeitszeiten, unzureichend bezahlt, überbürokratisiert.

    Altenpflege heißt : Nahezu wöchentlich Leute sterben zu sehen!! Vor lauter Arbeit keine Zeit zu haben den Sterbenden auch nur die geringste menschliche Zuwendung zu geben. Und es heißt sich selbst kaputt zu machen: Körperlich und seelisch ....und das alles für ein Gehalt, dass angesichts der Belastungen absolut lächerlich ist.

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    Was soll dieses Rumgeheule? Altenpflege ist ein Höllenjob - das ist wirklich nur absoluter Blödsinn.

    Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege; ich erlebe also sehr wohl, was dieser Beruf bedeutet. Und ich kann Ihnen sagen, daß Ihre Aussagen definitiv falsch sind.

    Ich kann Ihre Auslassungen nicht nachvollziehen, allein schon wegen der Wortwahl, die blanken Zynismus widerspiegelt. Wenn Sie Altenpflege als "Höllenjob" bechreiben, dann frage ich mich: Sind die alten Menschen die "Bewohner der Hölle" und die Altenpfleger die "Teufel"? Ich denke, mit so einer Wortwahl diskriminiert man sowohl ältere Menschen als auch die Menschen, die sie pflegen und betreuen. Zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege und das entsprechende Image trägt dies auf jeden Fall nicht bei. Sie schildern hier ein Zerrbild der Altenpflege, das in diesem Maße keineswegs Handeln und Einstellungen der Altenpfleger angemessen erfasst.

    Lasse ich Ihre Wortwahl einmal beiseite, dann stellt sich mir die Frage, mit welchen anderen Jobs vergleichen Sie die Altenpflege. Haben Sie sich bereits einmal darüber kundig gemacht, was Einzelhandels- oder Bürokaufleute verdienen und wie im Einzelhandel die Arbeitszeiten aussehen? So schlecht sieht die Entlohnung nun in der Altenpflege im Verhältnis mit anderen Berufen nun auch wieder nicht aus.

    Schließlich kenne ich auch davon, dass Menschen, die den Altenpflegeberuf wählen, wissen, was auf sie zukommt. Sterben gehört zum Leben, und in der Altenpflege ist Sterben allgegenwärtig. Wer in der Altenpflege etwas anderes erwartet, der hat wohl die Realität aus dem Auge verloren.

    Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege, ich selber hatte über 15 Jahren als Therapeut über 15 Jahren unmittelbaren Kontakt mit Menschen, die sich in Notsituationen befanden. Einige dieser Menschen haben den Suizid als ihren Weg gewählt. Meine Frau und ich, wir sind beide weit davon entfernt, die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen schön zu reden. Und doch gelingt es uns bis heute, aus dieser Arbeit Zufriedenheit zu gewinnen. Menschen zu unterstützen, auch auf ihrem letzten Weg, ist oftmals schwer, aber es lässt das eigene Leben in einem anderen Licht erscheinen.

    Meine Frau und ich, wir haben nicht das Gefühl in der "Hölle" zu arbeiten. Wir gewinnen unsere Zufriedenheit daraus, jeden Tag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sinnvolle Arbeit geleistet zu haben.

    Gestatten Sie mir noch ein Wort zum Schluss: meine Mutter verbrachte ihre letzten vier Lebensjahre im Pflegeheim. Ich habe dafür gesorgt, dass sie das Heim wechselt, nachdem ich feststellen musste, dass sie nicht fachlich adäquat versorgt wurde. Dies lag jedoch nicht an der Überlastung der Pflegekräfte, die nahezu stündlich gemeinsam ihre 10minütige Zigarettenpause pflegten. Dies ist auch eine Seite dieser Wirklichkeit. Ich bitte Sie aber, diese nich zu verallgemeinern. In das nächste Heim, in das meine Mutter zog, haben sich die Pflegekräfte um sie gekümmert, und meine Mutter fühlte sich sichtlich wohl. Vielleicht haben sich diese Pflegekräfte nicht in einem "Höllenjob" gesehen.

    Was soll dieses Rumgeheule? Altenpflege ist ein Höllenjob - das ist wirklich nur absoluter Blödsinn.

    Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege; ich erlebe also sehr wohl, was dieser Beruf bedeutet. Und ich kann Ihnen sagen, daß Ihre Aussagen definitiv falsch sind.

    Ich kann Ihre Auslassungen nicht nachvollziehen, allein schon wegen der Wortwahl, die blanken Zynismus widerspiegelt. Wenn Sie Altenpflege als "Höllenjob" bechreiben, dann frage ich mich: Sind die alten Menschen die "Bewohner der Hölle" und die Altenpfleger die "Teufel"? Ich denke, mit so einer Wortwahl diskriminiert man sowohl ältere Menschen als auch die Menschen, die sie pflegen und betreuen. Zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege und das entsprechende Image trägt dies auf jeden Fall nicht bei. Sie schildern hier ein Zerrbild der Altenpflege, das in diesem Maße keineswegs Handeln und Einstellungen der Altenpfleger angemessen erfasst.

    Lasse ich Ihre Wortwahl einmal beiseite, dann stellt sich mir die Frage, mit welchen anderen Jobs vergleichen Sie die Altenpflege. Haben Sie sich bereits einmal darüber kundig gemacht, was Einzelhandels- oder Bürokaufleute verdienen und wie im Einzelhandel die Arbeitszeiten aussehen? So schlecht sieht die Entlohnung nun in der Altenpflege im Verhältnis mit anderen Berufen nun auch wieder nicht aus.

    Schließlich kenne ich auch davon, dass Menschen, die den Altenpflegeberuf wählen, wissen, was auf sie zukommt. Sterben gehört zum Leben, und in der Altenpflege ist Sterben allgegenwärtig. Wer in der Altenpflege etwas anderes erwartet, der hat wohl die Realität aus dem Auge verloren.

    Meine Frau arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenpflege, ich selber hatte über 15 Jahren als Therapeut über 15 Jahren unmittelbaren Kontakt mit Menschen, die sich in Notsituationen befanden. Einige dieser Menschen haben den Suizid als ihren Weg gewählt. Meine Frau und ich, wir sind beide weit davon entfernt, die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen schön zu reden. Und doch gelingt es uns bis heute, aus dieser Arbeit Zufriedenheit zu gewinnen. Menschen zu unterstützen, auch auf ihrem letzten Weg, ist oftmals schwer, aber es lässt das eigene Leben in einem anderen Licht erscheinen.

    Meine Frau und ich, wir haben nicht das Gefühl in der "Hölle" zu arbeiten. Wir gewinnen unsere Zufriedenheit daraus, jeden Tag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sinnvolle Arbeit geleistet zu haben.

    Gestatten Sie mir noch ein Wort zum Schluss: meine Mutter verbrachte ihre letzten vier Lebensjahre im Pflegeheim. Ich habe dafür gesorgt, dass sie das Heim wechselt, nachdem ich feststellen musste, dass sie nicht fachlich adäquat versorgt wurde. Dies lag jedoch nicht an der Überlastung der Pflegekräfte, die nahezu stündlich gemeinsam ihre 10minütige Zigarettenpause pflegten. Dies ist auch eine Seite dieser Wirklichkeit. Ich bitte Sie aber, diese nich zu verallgemeinern. In das nächste Heim, in das meine Mutter zog, haben sich die Pflegekräfte um sie gekümmert, und meine Mutter fühlte sich sichtlich wohl. Vielleicht haben sich diese Pflegekräfte nicht in einem "Höllenjob" gesehen.

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