Kochutensilien Wetzen, dass...?

Viele Freizeitköche kaufen edle Messer. Mit ihnen kommen die Wetzgeräte der Profis in die Hobbyküche

Auf die richtige Klingenpflege kommt es an. Daher kaufen sich inzwischen auch Hobbyköche Profi-Wetzgeräte

Auf die richtige Klingenpflege kommt es an. Daher kaufen sich inzwischen auch Hobbyköche Profi-Wetzgeräte

Wenn der Kabeljau kommt, muss alles ganz schnell gehen. Dann liegt auf der Seeseite der Fischfabrik von Aker Seafoods in Hammerfest noch der Kutter, der den Fang gerade aus der Barentssee gebracht hat, und auf der Straßenseite wartet schon der Kühllastwagen, der mit den Filets noch am gleichen Nachmittag von Norwegen in Richtung Deutschland oder Frankreich starten wird. Dazwischen aber, in der Fischfabrik, stehen Marit und ihre Kolleginnen am Fließband und wetzen die Messer. Denn nur mit Messern, die scharf sind wie Rasierklingen, gelingen die beherzten Schnitte, mit denen geübte Filetiererinnen eine Stundenleistung von bis zu 100 Kilo Fischfilet schaffen.

Zum Messerwetzen braucht man einen Wetzstein, einen Wetzstahl – oder, wie die norwegischen Kabeljauzerlegerinnen, den Rapid Steel. Das Gerät ist kaum größer als eine kleine Flunder und wird aufrecht am Arbeitsplatz montiert, in der Mitte ist ein senkrechter Schlitz. Durch den zieht man sein Messer, nach unten und zu sich hin, zieht es vor allem über die beiden geschwungenen, sich kreuzenden Metallbügel, die erst sanft nachgeben und nach jedem Durchziehen klackend zurückspringen. Das macht man vier-, fünfmal, es geht schneller, als es sich in Worten beschreiben lässt – und schon klatscht der nächste Kabeljau auf den Schneidetisch. Schnitt, Schnitt, Fisch drehen, Schnitt.

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Der scharfe Schnitt war lange Zeit fast ausschließlich ein Thema für echte Profis. Metzger, Köche und Filetierer ging er an und Firmen wie Friedr. Dick in Deizisau bei Stuttgart. Der 1778 als Feilenhauerwerkstatt gegründete Betrieb ist heute Weltmarktführer bei Wetzstählen sowie Produzent von Koch- und Fleischermessern der Spitzenklasse und eben auch der Hersteller des Wetzgeräts Rapid Steel.

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Doch die Zeiten, da sich das Profimesser in einer Nische des Gastronomiefachhandels versteckte, sind vorbei. In den letzten Jahren ist Kochen in Deutschland zum Kult geworden. Profiköche werden wie Filmstars verehrt. Hobbyköche sind immer öfter bereit, für ein gutes Messer mehr auszugeben als für einen Laptop.

Tatsächlich entsteht gerade ein ansehnlicher Laienmarkt für Topmesser und professionelles Wetzgerät. Für ein Dick-Kochmesser der Serie 1893 etwa, Klingenlänge 21 Zentimeter, geschmiedet aus 33 Lagen Damaszenerstahl, berappen Freizeitköche heute ohne Wimpernzucken 258 Euro. Für ein Hackmesser aus der Serie 1778 mit Pflaumenholzgriff legen sie sogar 498 Euro hin. Dazu kommen das kleine Officemesser, das Tourniermesser, natürlich das Universalmesser mit Wellenschliff, ein Ausbeinmesser, ein Filiermesser, ein Santoku – die 96,90 Euro für den Rapid Steel einschließlich Standfuß erscheinen da fast kaum noch der Rede wert.

Natürlich kann man seine Messer auch an einem einfachen Wetzstahl schärfen, die meisten Köche und Metzger machen es heute noch so: Sie nehmen den Wetzstahl in die eine und das Messer in die andere Hand und fahren mit der Klinge über den Stahl, vorn, hinten, vorn, hinten, vorn, hinten, mit immer leichter werdendem Druck. Dabei wird das Messer übrigens keineswegs geschliffen. Denn Schleifen würde bedeuten: Material abtragen, die Geometrie der Schneide verändern. Das geht nur mit einem Schleifstein, und auch Profiköche und -metzger überlassen das lieber dem gelernten Messerschleifer. Sie hätten viel zu viel Angst, ihre teuren Messer dabei zu ruinieren.

Doch weil gerade die Schneide eines perfekt geschliffenen Messers in einem mikroskopisch feinen Grat ausläuft, muss gewetzt werden: Bei der Arbeit knickt er um und bekommt winzige Scharten. Erst beim Wetzen wird der Grat wieder aufgerichtet.

Leser-Kommentare
  1. 1. und...

    ...zum reinigen niemals in die spülmaschine stecken.

  2. 2. und

    warum nicht?

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    macht selbst gute Messer stumpf.

    ______________________________________________
    Erkenne dich selbst zuerst, dann den Anderen.
    Gichin Funakoshi

    macht selbst gute Messer stumpf.

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    Erkenne dich selbst zuerst, dann den Anderen.
    Gichin Funakoshi

  3. Auch ich finde, dass die Zu- bzw. Vorbereitung eines Essens mit scharfen Messern wesentlich einfacher ist und entsprechend mehr Spaß macht. Was habe ich mich schon geärgert, dass ein Messer die zu schneidende Tomate zerquetscht, statt geschnitten hat.
    Allerdings weigere ich mich für ein Messer mehrere hundert Euro auszugeben! Irgendwann habe ich mir einen Wetzstahl zugelegt, im Manufactum-Katalog (ist das Schleichwerbung??) war eine nachvollziehbare Schärfanleitung abgedruckt und nun wetze ich meine Messer, wenn sie stumpf(er) erscheinen und freue mich, dass sie anschließend das tun, was sie sollen: nämlich schneiden!
    Witzigerweise funktioniert das bei einem 3 Euro-Grabbeltisch-Messer genauso wie bei einem teuren Messer; ich denke, dass es der Tomate egal ist, mit welch edlem Arbeitsgerät sie zerteilt wird und auch das Fleisch, das zu Gulasch verarbeitet wird, hat bisher nicht über mein (scharfes) Preiswert-Messer gemeckert! Ich frage mich schon, was bei Hobby-Köch(innen) ein 300-Euro-Messer zu suchen hat..respektive was für Vorteile es hat?!!
    Achso ja..ausser den kleinen (Billig-)Küchenmessern zum Kartoffelschälen etc. spüle ich die Messer auch stets mit der Hand...aber das mache ich ja auch mit Holzbrettchen oder Pfannen - ist sozusagen ein Aufwasch!!
    Nun geht's ab zum Schnibbeln..heute gibt es fernöstlich :-)

  4. macht selbst gute Messer stumpf.

    ______________________________________________
    Erkenne dich selbst zuerst, dann den Anderen.
    Gichin Funakoshi

    Antwort auf "und"
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    Wenn die Messer in das Körbchen gesteckt und an anderem Metall gerieben werden, mag das im ungünstigen Fall passieren. Spülmaschine an sich macht aber kein Messer stumpf.

    Problematisch sind allerdings:

    - Holz- oder auch manche Kunststoffgriffe, die kaputt gehen können
    - Messer, die aus nicht rostfreiem Stahl bestehen, können Rost ansetzen
    - Spülmittel können das Material angreifen

    Ansonsten kann Stahl nicht von Spülmaschinen oder dessen Schliff durch das Wasser zerstört werden und wenn man das richtige Spülmittel und eine gute Position für die Messer wählt, gibt es keine Probleme, wie ich seit Jahren erlebe.

    Wenn die Messer in das Körbchen gesteckt und an anderem Metall gerieben werden, mag das im ungünstigen Fall passieren. Spülmaschine an sich macht aber kein Messer stumpf.

    Problematisch sind allerdings:

    - Holz- oder auch manche Kunststoffgriffe, die kaputt gehen können
    - Messer, die aus nicht rostfreiem Stahl bestehen, können Rost ansetzen
    - Spülmittel können das Material angreifen

    Ansonsten kann Stahl nicht von Spülmaschinen oder dessen Schliff durch das Wasser zerstört werden und wenn man das richtige Spülmittel und eine gute Position für die Messer wählt, gibt es keine Probleme, wie ich seit Jahren erlebe.

  5. Wenn die Messer in das Körbchen gesteckt und an anderem Metall gerieben werden, mag das im ungünstigen Fall passieren. Spülmaschine an sich macht aber kein Messer stumpf.

    Problematisch sind allerdings:

    - Holz- oder auch manche Kunststoffgriffe, die kaputt gehen können
    - Messer, die aus nicht rostfreiem Stahl bestehen, können Rost ansetzen
    - Spülmittel können das Material angreifen

    Ansonsten kann Stahl nicht von Spülmaschinen oder dessen Schliff durch das Wasser zerstört werden und wenn man das richtige Spülmittel und eine gute Position für die Messer wählt, gibt es keine Probleme, wie ich seit Jahren erlebe.

    Antwort auf "Spülmaschine"
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    Also wirklich, gute Messer in die Spülmaschine......
    das machen doch nur Hausfrauen und Banausen!!

    Also wirklich, gute Messer in die Spülmaschine......
    das machen doch nur Hausfrauen und Banausen!!

  6. Also wirklich, gute Messer in die Spülmaschine......
    das machen doch nur Hausfrauen und Banausen!!

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    ... sind scheinbar zum Teil in der hochpreisigen Gastronomie anzutreffen.

    Aber schön, wenn man so zielgerichtet urteilen kann.

    ... sind scheinbar zum Teil in der hochpreisigen Gastronomie anzutreffen.

    Aber schön, wenn man so zielgerichtet urteilen kann.

  7. ... sind scheinbar zum Teil in der hochpreisigen Gastronomie anzutreffen.

    Aber schön, wenn man so zielgerichtet urteilen kann.

  8. dass hier noch niemand die einzig wirklich interessante Frage gestellt hat:

    Wieviel hat die Firma Dick für diese Werbung, die ja in auch als Artikel getarnt im Wissen-Teil der gedruckten Zeit-Ausgabe erschienen ist, zahlen müssen?

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