Umweltpolitik Prognose: Heiß und trocken

Austern statt Miesmuscheln, Wolfsbarsch statt Seelachs – so schön kann Klimawandel sein! Fehmarn meldet Wassertemperaturen wie vor den Azoren, schon reisen Touristen aus dem heißen Italien an. Die »Nordsee wird zum Mittelmeer«, verkündet die »Süddeutsche Zeitung«. Natürlich nörgeln Fischer und Meeresbiologen – aber davon abgesehen, könnte man glauben, eine wärmere Welt sei aus deutscher Sicht eine feine Sache.

Wärmeres Küstenwasser, ein steigender Meeresspiegel, Dürre und sintflutartige Regenfälle – Klimaprobleme sind Wasserprobleme. Aber nur an wenigen Orten äußern sie sich so harmlos wie in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat die insgesamt noch geringfügige Aufheizung der Erdoberfläche weltweit schätzungsweise 300000 Menschen das Leben gekostet. Sie sind an Durchfall infolge verseuchten Trinkwassers gestorben, an Hunger in Dürregebieten, einige sind im Hochwasser ertrunken, das auf heftige Monsunregenfälle folgten. Jedes einzelne Opfer lässt sich so wenig dem Klimawandel zuordnen wie ein einzelnes Wetterereignis, Dürreperioden und Überschwemmungen gab es schon immer. Doch heute kommen sie häufiger vor als früher. Klimaopfer sind ein statistisches Phänomen, aber darum nicht weniger real.

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Und in Zukunft? Im Detail weichen die Modelle der Forscher voneinander ab, in der Tendenz aber sind sie sich einig: In vielen trockenen Erdregionen wird es in Zukunft noch weniger Wasser geben – und mehr davon vor allem dort, wo ohnehin kein Mangel herrscht. Zehn, fünfzehn, stellenweise zwanzig Prozent weniger Niederschlag am Ende dieses Jahrhunderts sagen die Computermodelle der Wissenschaftler für die Mittelmeerregion, den Nahen und Mittleren Osten, für Teile Nordafrikas, die Südspitze Afrikas und das australische Inland voraus. Und zehn Prozent weniger Regen bedeutet keineswegs, dass die Bewohner der betroffenen Region zehn Prozent weniger Wasser zur Verfügung haben. Sondern es kann bedeuten, dass Flüsse nur noch halb so viel Wasser führen wie zuvor und Ernten nur halb so ergiebig sind – in armen Gegenden, deren Bevölkerung schnell wächst.

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Hinzu kommt, dass Dürreperioden und extreme Niederschläge häufiger vorkommen als bisher. Wo warme Regionen sich weiter aufheizen, wird das knappe Wasser noch schneller verdunsten. Weltweit schmelzen Gebirgsgletscher dahin, von denen einige die wichtigste oder gar einzige Trinkwasserquelle für Millionen von Menschen sind. Und vor den Küsten drückt der steigende Meeresspiegel Salzwasser ins Grundwasser.

Im allerbesten Fall, nämlich wenn sich der Klimawandel insgesamt noch beherrschen lässt, wird die Menschheit dennoch lernen müssen, mit ihrem Wasser sparsamer umzugehen als bisher.

 
Leser-Kommentare
  1. ist ein extrem unqualifiziertes Beispiel. Warum?, weil:

    - es sich um eine Deltaschüttung handelt deren Ausdehnung direkt von der Hebungsrate des Liefergebietes (Himalaya) abhängt.

    - zur Zeit signifikant weniger Sediment abgelagert als erodiert wird (Der Vorgang wird in klarer Verkennung der Tatsachen als "Versinken" angesprochen!

    - die natürliche Subsidenzrate nur durch erheblichen Sedimentzuwachs ausgeglichen werden könnte.

    - es sich um einen nicht konsolidierten Untergrung handelt und für die Besiedlung nur begrenzt geeignet ist.

    - es gibt parktisch keine homogenen Grundwasserstockwerke, nur sehr variable kleinsträumige Vorkommen die ihren Eigenschaften nach unbrauchbar sind.

    - weil die Sedimente erhebliche Mengen humantoxischer Erzparagnenesen enthalten, die nun das dortige Grundwasserproblem mit Arsen begründen. Dort ist anthropogene Verschmutzung für die Unbewohnbarkeit nicht mehr erforderlich.

    Karl Müller

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