Afghanistan Der richtige Einsatz

Afghanistan ist nicht Irak: Warum die Bundeswehr zu Recht am Hindukusch kämpft. Eine Entgegnung auf Martin Walser

Eckart von Klaeden ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

In der jüngsten Ausgabe der ZEIT hat Martin Walser einen offenen Brief an Angela Merkel gerichtet. Ich teile seine Wertschätzung für die Kanzlerin, aber nicht seine Einschätzung des deutschen Afghanistaneinsatzes. Walser irrt, wenn er den Irakkrieg und den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr in einem Atemzug nennt. Und er zeigt sich schlecht informiert: Deutschland ist nie um eine militärische Beteiligung am Irakkrieg gebeten worden.

Gerhard Schröder handelte nicht außen-, sondern innenpolitisch: Öffentlich lehnte er jede Beteiligung auch im Falle eines UN-Mandates ab und schwächte damit die Vereinten Nationen. Intern stellte er nicht nur logistische Unterstützung und Überflugrechte, sondern auch wertvolle und kriegsrelevante Geheimdienstinformationen zur Zielerfassung zur Verfügung, die der Bundesnachrichtendienst in Bagdad gewonnen hatte. Gerhard Schröder ließ Murat Kurnaz in Guantánamo schmoren, obwohl selbst die Amerikaner ihn entlassen wollten. Angela Merkel holte ihn nach Hause. Und das Vorgehen Schröders soll nun Vorbild für Afghanistan sein? Gerhard Schröder war es doch, der den Einsatz der Bundeswehr gegen den transnationalen Terrorismus unter anderem in Afghanistan mit der Vertrauensfrage verknüpfte und so in seinen eigenen Reihen durchsetzte. Und das war richtig so.

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Afghanistan ist nicht Irak. Entgegen Walsers Postulat führt die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit 36 weiteren Nationen, darunter islamische, und mit eindeutig völkerrechtskonformen Mandaten des UN-Sicherheitsrates und des Deutschen Bundestages keinen Krieg in Afghanistan. Gegen wen denn? Die von den Vereinten Nationen mandatierte Nato bekämpft nicht, sondern unterstützt die demokratisch legitimierte afghanische Regierung. Sie verteidigt sie gegen Aufständische, überwiegend Taliban, die versuchen, sie mit aller Gewalt zu beseitigen, um ihre fundamentalistische Schreckensherrschaft wieder zu errichten. Wie die RAF in den 1970er Jahren beanspruchen sie für sich, Kombattanten zu sein. Und wie die RAF sind sie doch nichts anderes als gemeine Verbrecher.

Ein amerikanisches Sprichwort lautet: »Wenn man einen Hammer hat, fangen alle Probleme an, wie Nägel auszusehen.« Wir Europäer – auch die Briten – haben daher über Jahre an unsere amerikanischen Verbündeten appelliert, nicht von einem »war on terror« zu sprechen, obwohl das Wort im amerikanischen Sprachgebrauch auch »Kampagne« bedeuten kann. Ich kann verstehen, dass im Großraum Kunduz eingesetzte Bundeswehrsoldaten solche Unterscheidungen angesichts der in Gefechten verwundeten oder gefallenen Kameraden und der Gefahren für Leib und Leben als spitzfindig empfinden. Das ändert aber nichts an den strategischen Zielen des Einsatzes, die sich nicht militärisch erreichen lassen. Das gilt auch für die Bekämpfung des Terrors, dem nur durch Entwicklung der Nährboden entzogen werden kann.

Walser zitiert zustimmend den kürzlich verstorbenen ehemaligen US-Verteidigungsminister McNamara mit den Worten: »Militärgewalt von außen kann nicht die politische Ordnung und Stabilität ersetzen, die ein Volk für sich erkämpfen muss.« Das tun die Afghanen, und wir helfen ihnen dabei.

Die Sowjetunion wollte mit ihrem Einmarsch in Afghanistan im Winter 1979 gegen den Willen der Afghanen ihr sozialistisches Marionettenregime auf Dauer an der Macht halten. Wir wollen gemeinsam mit den Afghanen ihr Land stabilisieren, um damit die Rückkehr der Taliban zu verhindern, und dann gehen, wenn wir dafür nicht mehr gebraucht werden. Wenn Walser diesen Unterschied nicht erkennt, die Afghanen kennen ihn.

Nach 30 Jahren Krieg und Bürgerkrieg ist das Land noch zu schwach, sind seine Institutionen noch zu defizitär, als dass es sich schon am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen könnte. Es ist aber nicht fair, den Afghanen zu unterstellen, sie würden sich nicht für die Sicherheit ihres Landes engagieren. Afghanische Soldaten sind an 80 Prozent aller militärischen Einsätze beteiligt, und jeder zweite Einsatz wird von afghanischen Offizieren geführt. Afghanische Soldaten und Polizisten zahlen bei Weitem den höchsten Blutzoll für den Aufbau ihres eigenen Landes.

Stabilität lässt sich nur mit einer integrierten zivil-militärischen Strategie erreichen, dem Konzept vernetzter Sicherheit: keine Sicherheit ohne Entwicklung, aber auch keine Entwicklung ohne Sicherheit. Spätestens seit dem Nato-Gipfel in Bukarest bestimmt diese Strategie das Vorgehen aller Bündnispartner. Ein solcher Ansatz wurde noch unter Präsident Bush erfolgreich im Irak (»surge«) erprobt und wird nun von seinem Nachfolger Obama auf Afghanistan übertragen. Schon vorher waren die USA der mit Abstand größte Geber für den zivilen Aufbau Afghanistans, einschließlich der Polizei- und Armeeausbildung. Obama verstärkt dieses Engagement nochmals deutlich. Das hat mit dem angeblichen Willen der USA, die Welt »mit Waffengewalt ordnen zu wollen« (Walser), der den USA in Deutschland immer wieder an beiden politischen Rändern und manchem Stammtisch unterstellt wird, nichts zu tun.

Obama weiß, dass alle Bemühungen in Afghanistan fehlschlagen werden, wenn es nicht gelingt, das weitere Abrutschen der Nuklearmacht Pakistan zu verhindern. Doch es gilt auch umgekehrt: Pakistan wird nur zu stabilisieren sein, wenn Afghanistan nicht wieder in eine Schreckensherrschaft der Taliban zurückfällt.

Walsers Irrtum ist, zu glauben, dass uns das alles nichts anginge. Zur Schattenseite der Globalisierung gehört es aber, dass Terrornetzwerke wie al-Qaida weltumspannend agieren. Schon heute sind bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York, in London, Madrid, Bali oder Djerba mehr deutsche Staatsbürger ums Leben gekommen als durch den Terror der RAF. Die Anschläge vom 11. September 2001 wurden nicht nur in Afghanistan, sondern auch in Deutschland und in den USA selbst vorbereitet. Ziel islamistischer Extremisten wie al-Qaida ist die Errichtung eines Kalifats, in dem kein Platz ist für Religionsfreiheit, Toleranz oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau; universelle Werte, die die große Mehrheit der Muslime mit uns teilt. Islamische Extremisten hassen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind.

Die Größe der Aufgabe in Afghanistan hatten wir in den ersten Jahren nach der Intervention unterschätzt. Heute haben und brauchen wir mehr Erfolg, der dann wie schon im Kosovo eine schrittweise Reduzierung der militärischen Präsenz möglich macht. Dafür kann kein fester Zeitpunkt genannt werden.

Unverantwortliches Gerede über angebliche Abzugsstrategien nährt aber den Zweifel an unserer Verlässlichkeit.

Es treibt die Afghanen, die dann nicht mit uns abziehen könnten, jetzt aber für den Aufbau ihres eigenen Landes so dringend gebraucht werden, schon heute in die Arme der Taliban und untergräbt damit die Voraussetzungen für unseren Erfolg. Sie wären nämlich die Ersten, die nach deren Rückkehr an die Macht ihr Engagement für die Islamische Republik Afghanistan mit ihrem Leben bezahlen müssten. Auch wenn die Terroristen uns nach einem Abzug aus taktischen Gründen für einen Moment verschonen würden, würde Walsers Irrtum den Extremisten zeigen, dass Terror sich lohnt; in Afghanistan und in Europa. Was wäre, wenn sie als Nächstes darauf zielten, dass wir unsere besonderen Beziehungen zu Israel aufgeben? Deshalb bleibt richtig: Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.

Eckart von Klaeden, 44, ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

 
Leser-Kommentare
  1. - Was ist unser Ziel in Afganistan ?
    Wir wollen gemeinsam mit den Afghanen ihr Land stabilisieren, um damit die Rückkehr der Taliban zu verhindern, und dann gehen, wenn wir dafür nicht mehr gebraucht werden.
    Ok, das ist eine vernünftige Antwort

    - Welcher Vorteil erwächst Deutschland aus diesem Ziel ?
    Ziel islamistischer Extremisten wie al-Qaida ist die Errichtung eines Kalifats, in dem kein Platz ist für Religionsfreiheit, Toleranz oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau; universelle Werte, die die große Mehrheit der Muslime mit uns teilt. Islamische Extremisten hassen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind.
    Das wollen wir verhindern, vermute ich mal. Ok.

    - Mit welchen Mitteln ist diese Ziel zu erreichen ?
    Stabilität lässt sich nur mit einer integrierten zivil-militärischen Strategie erreichen, dem Konzept vernetzter Sicherheit: keine Sicherheit ohne Entwicklung, aber auch keine Entwicklung ohne Sicherheit.
    Ok, schwammig aber ok.
    Die Größe der Aufgabe in Afghanistan hatten wir in den ersten Jahren nach der Intervention unterschätzt. Heute haben und brauchen wir mehr Erfolg, der dann wie schon im Kosovo eine schrittweise Reduzierung der militärischen Präsenz möglich macht. Dafür kann kein fester Zeitpunkt genannt werden.
    Wenn ich mich recht erinnere sind pro Einwohner 10x soviele Soldaten im Kosovo (gewesen) wie in Afganistan.
    - Haben wir diese Mittel ?
    Die Größe der Aufgabe in Afghanistan hatten wir in den ersten Jahren nach der Intervention unterschätzt.
    Wohl nicht.
    - Wenn alle Fragen bis hier beantwortet sind (#3 und #4 mit ja)
    Naja....
    - Wollen wir dann das Ziel immer noch erreichen ?
    Deshalb bleibt richtig: Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.
    Herr von Klaeden sagt ja.

    Was sagen die ZEIT-Freizeit-Kommentatoren ?

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    ...Argumente abgeklopft.

    Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.

    ...Argumente abgeklopft.

    Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.

  2. ...Argumente abgeklopft.

    Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.

  3. in einem hat walser jedenfalls recht. mit militärischen fehlschlägen erhöhen wir den widerstand. jedes zivile opfer, das der westen zu verschulden hat, treibt den terrororganisationen weitere kämpfer zu. wenn wir die akzeptanz der bevölkerung und deren vertrauen nicht gewinnen können, werden wir unsere sicherheit, egal wo diese gefährdet sein möge nicht erhöhen.

  4. Kann mich der dem Artikel anschliessen. Überhaupt habe ich das Gefühl, das die ganze Debatte nicht mit klarem kopf, sondern auf Basis von Prinzipien geführt werden. Nun bin ich kein Feind von Prinzipien, ganz im Gegenteil. Nu müssen sich diese an Realitäten orientieren, nicht an Wunschdenken.

    Ich höre immer wieder, Afghanistan wäre zu zurückgebliben, zu chaotisch, niemals wird diese Gesellschaft sich aufrichten können und die Bundeswehr, oder überhaupt alle westlichen Mächte in diesem Land, verschlimmern diese Situation nur noch.

    Nur, hält man sich die Vergangenheit in Afghanistan vor der westlichen Intervention vor Augen, die zustände im Land, wie auch mit anderen Kulturen umgegangen wurde, dann frage ich mich, wie viel schlimmer es überhaupt noch werden kann.

    Und eines sollte man auch nicht vergessen. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben sich die deutschen noch nicht mit massenhaft und willentlich in Kauf genommen zivilen Opfern herumzuschlagen. Zwar hat sich der ursprüngliche Aufbaueinsatz inzwischen zum Kampfeinsatz entwickelt. Das ändert jedoch nichts am afghanischem Zuspruch zu der Bundeswehr in diesem Gebiet. Anders als oft verbreitet gibt es nämlich durchaus Zustimmung in breiten Teilen der afghanischen Bevölkerung. Und wie in dem Artikel schon angesprochen, diese Menschen wären die ersten die unter den Taliban zu leiden hätten. Und wie das aussähen würde können wir alle am Verhalten der Taliban im Land vor dem Einsatz sehen.

    Ich sprech in diesem Fall nur für mich, aber ich glaube aus dem zweiten Weltkrieg sollten andere Lehren gezogen werden als der totale Pazifismus um jeden Preis, so ersterbenswert richtiger Frieden auch ist. Dafür sind die Realitäten einfach nicht gestrickt und wir würden uns einen Bärendienst erweisen, jetzt abzuziehen. Zumal das auch jedem Ehrbegriff wiedersprechen würde (so überladen dieser Begriff heute auch ist), den Afghanen, den westlichen Allierten, die nach dem kalten Krieg heute nur noch als lästig empfunden weden, als auch der Bundeswehr selbst gegenüber, die tatsächlich etwas bewegen will und sich nicht zur befehlsempfangenden Maschine degardieren lassen will.

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    Die Bundeswehr können Sie im Zusammenhang mit dem Angriff auf Afghanistan nicht isoliert betrachten. Sie ist Teil der NATO - und somit Teil der Angreier und Besatzer. Und als solche - nur als solche -werden Bundeswehrsoldaten dort wahrgenommen. Alles andere ist Kriegspropaganda.

    Die Bundeswehr können Sie im Zusammenhang mit dem Angriff auf Afghanistan nicht isoliert betrachten. Sie ist Teil der NATO - und somit Teil der Angreier und Besatzer. Und als solche - nur als solche -werden Bundeswehrsoldaten dort wahrgenommen. Alles andere ist Kriegspropaganda.

    • Chali
    • 21.07.2009 um 11:43 Uhr

    dass wir nicht noch die demokratisch legitimierte russische Regierung gegen ihre Gegner unterstützen müssen.

    - - - - - - - - -


    "Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
    A Fish called Wanda

  5. kann sich rhetorisch bemühen wie er will, im Endeffekt zählt was die afghanischen Stammesführer wollen.
    Hätte Herr von Klaeden den Vietnamkrieg mitbekommen, würde er heute (hoffentlich) anders denken. Der Abzug der westlichen Truppen ist nur eine Frage der Zeit - schließlich können sie nicht ewig bleiben - und danach kommen die in Afghanistan wirklich Mächtigen zum Zug.
    Die Art wie die USA Krieg führen ist besonders kontraproduktiv - erst bombardieren, dann nachschauen ob es Freund oder Feind traf. So machen sie sich auch noch die letzten Afghanen zum Feind. Im übrigen soll nicht unerwähnt bleiben, dass die USA sich die Taliban selbst herangezüchtet haben - schließlich haben sie sie selbst zum Kampf gegen die Sowjetunion benutzt und ausgerüstet. Das die Taliban nach dem Zusammenbruch der SU sich dann gegen ihre früheren Finanziers wandten entbehrt nicht der Ironie - nun werden die USA die Geister die sie riefen nicht mehr los.
    Die Rolle Deutschlands - nämlich die eines willigen Vasallen der USA - mag Herrn von Klaeden nicht stören. Ich sehe nicht ein warum auch nur ein deutscher Soldat dafür sterben soll, denn schließlich ist das eigentliche Kriegsziel, der Zugriff auf die Erdölvorkommen nördlich Afghanistans.
    Auch das Verhalten unserer Verbündeten bzw. ihrer Presse sollte ein Grund sein an diesem Krieg - der angeblich keiner ist - nicht teilzunehmen. Besonders schäbig ist das Verhalten der britischen Presse, insbesondere der Times, die keine Gelegenheit zu Hetze gegen deutsche Soldaten in Afghanistan auslässt, die nur Bier trinken und Wurst essen und bei passender Gelegenheit ihren norwegischen Natokameraden nicht helfen, wenn diese in Gefahr sind; um nur den Inhalt von zwei Artikeln der letzten 4 Monate anzudeuten.
    Das schlimmste an den Auffassungen von Herrn Klaeden aber ist, dass er noch nicht verstanden hat, dass Kriege keine Probleme lösen, sondern immer nur neue Probleme schaffen. Wenn Herr von Klaeden so von der Richtigkeit des deutschen Engagements in Afghanistan ist, sollte er sich freiwillig dort hin melden und seinen Kopf hinhalten. Ich fürchte nur, dass er meint in der Heimat unabkömmlich zu sein, weil zu wichtig.
    Kommt mir alles irgendwie bekannt vor!

  6. einige Daten hier:

    http://www.uni-kassel.de/...

  7. Eckard von Klaeden ist Politiker. Und Politiker beschönigen so gerne. Innen- wie außenpolitisch. Die Renten sind sicher! Und: Wir führen keinen Krieg in Afghanistan, sondern einen Stabilisierungseinsatz!

    Krieg in Afghanistan? "Gegen wen denn?" Gegen die Taliban? Das sind doch keine Soldaten, sondern "gemeine Verbrecher" wie in den 70ern bei uns die RAF. Ein friedensstiftender Polizeieinsatz ist das, bei dem wir mitmachen, kein Krieg mit Bomben und so. Der CDU-Wähler soll sich beruhigen, dafür verteufelt Von Klaeden die Taliban in der Tradition der Bush-Regierung "Das sind Terroristen, gemeine Verbrecher, keine Soldaten". Und diese Verteufelung, die aus Krieg etwas Harmloseres, eine Art Polizeieinsatz machen soll, beunruhigt mich, weil mit ihr Folter gerechtfertigt wurde: Isolationshaft zum Beispiel, und was Guantanamo sonst noch so zu bieten hatte. Von Klaeden geht es - da bin ich mir sicher - nicht um Folter, sondern um Beruhigung seiner Wähler: Wir sind nicht im Krieg! Und Recht hat er mit seiner Feststellung, unser Abzug aus Afghanistan würde "den Extremisten zeigen, dass Terror sich lohnt; in Afghanistan und in Europa". Deshalb bin ich auch für die Fortsetzung des Afghanistankrieges, aber ohne Beschönigung und ohne Folter - beides sollte der Westen nicht mehr nötig haben.

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