Afghanistan Der richtige EinsatzSeite 3/3
Eckart von Klaeden, 44, ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
- Datum 17.07.2009 - 17:40 Uhr
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- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 16.07.2009 Nr. 30
- Kommentare 30
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- Was ist unser Ziel in Afganistan ?
Wir wollen gemeinsam mit den Afghanen ihr Land stabilisieren, um damit die Rückkehr der Taliban zu verhindern, und dann gehen, wenn wir dafür nicht mehr gebraucht werden.
Ok, das ist eine vernünftige Antwort
- Welcher Vorteil erwächst Deutschland aus diesem Ziel ?
Ziel islamistischer Extremisten wie al-Qaida ist die Errichtung eines Kalifats, in dem kein Platz ist für Religionsfreiheit, Toleranz oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau; universelle Werte, die die große Mehrheit der Muslime mit uns teilt. Islamische Extremisten hassen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind.
Das wollen wir verhindern, vermute ich mal. Ok.
- Mit welchen Mitteln ist diese Ziel zu erreichen ?
Stabilität lässt sich nur mit einer integrierten zivil-militärischen Strategie erreichen, dem Konzept vernetzter Sicherheit: keine Sicherheit ohne Entwicklung, aber auch keine Entwicklung ohne Sicherheit.
Ok, schwammig aber ok.
Die Größe der Aufgabe in Afghanistan hatten wir in den ersten Jahren nach der Intervention unterschätzt. Heute haben und brauchen wir mehr Erfolg, der dann wie schon im Kosovo eine schrittweise Reduzierung der militärischen Präsenz möglich macht. Dafür kann kein fester Zeitpunkt genannt werden.
Wenn ich mich recht erinnere sind pro Einwohner 10x soviele Soldaten im Kosovo (gewesen) wie in Afganistan.
- Haben wir diese Mittel ?
Die Größe der Aufgabe in Afghanistan hatten wir in den ersten Jahren nach der Intervention unterschätzt.
Wohl nicht.
- Wenn alle Fragen bis hier beantwortet sind (#3 und #4 mit ja)
Naja....
- Wollen wir dann das Ziel immer noch erreichen ?
Deshalb bleibt richtig: Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.
Herr von Klaeden sagt ja.
Was sagen die ZEIT-Freizeit-Kommentatoren ?
...Argumente abgeklopft.
Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.
...Argumente abgeklopft.
Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.
...Argumente abgeklopft.
Ob diese Argumente Substanz haben steht auf einem ganz anderen Blatt.
in einem hat walser jedenfalls recht. mit militärischen fehlschlägen erhöhen wir den widerstand. jedes zivile opfer, das der westen zu verschulden hat, treibt den terrororganisationen weitere kämpfer zu. wenn wir die akzeptanz der bevölkerung und deren vertrauen nicht gewinnen können, werden wir unsere sicherheit, egal wo diese gefährdet sein möge nicht erhöhen.
Kann mich der dem Artikel anschliessen. Überhaupt habe ich das Gefühl, das die ganze Debatte nicht mit klarem kopf, sondern auf Basis von Prinzipien geführt werden. Nun bin ich kein Feind von Prinzipien, ganz im Gegenteil. Nu müssen sich diese an Realitäten orientieren, nicht an Wunschdenken.
Ich höre immer wieder, Afghanistan wäre zu zurückgebliben, zu chaotisch, niemals wird diese Gesellschaft sich aufrichten können und die Bundeswehr, oder überhaupt alle westlichen Mächte in diesem Land, verschlimmern diese Situation nur noch.
Nur, hält man sich die Vergangenheit in Afghanistan vor der westlichen Intervention vor Augen, die zustände im Land, wie auch mit anderen Kulturen umgegangen wurde, dann frage ich mich, wie viel schlimmer es überhaupt noch werden kann.
Und eines sollte man auch nicht vergessen. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben sich die deutschen noch nicht mit massenhaft und willentlich in Kauf genommen zivilen Opfern herumzuschlagen. Zwar hat sich der ursprüngliche Aufbaueinsatz inzwischen zum Kampfeinsatz entwickelt. Das ändert jedoch nichts am afghanischem Zuspruch zu der Bundeswehr in diesem Gebiet. Anders als oft verbreitet gibt es nämlich durchaus Zustimmung in breiten Teilen der afghanischen Bevölkerung. Und wie in dem Artikel schon angesprochen, diese Menschen wären die ersten die unter den Taliban zu leiden hätten. Und wie das aussähen würde können wir alle am Verhalten der Taliban im Land vor dem Einsatz sehen.
Ich sprech in diesem Fall nur für mich, aber ich glaube aus dem zweiten Weltkrieg sollten andere Lehren gezogen werden als der totale Pazifismus um jeden Preis, so ersterbenswert richtiger Frieden auch ist. Dafür sind die Realitäten einfach nicht gestrickt und wir würden uns einen Bärendienst erweisen, jetzt abzuziehen. Zumal das auch jedem Ehrbegriff wiedersprechen würde (so überladen dieser Begriff heute auch ist), den Afghanen, den westlichen Allierten, die nach dem kalten Krieg heute nur noch als lästig empfunden weden, als auch der Bundeswehr selbst gegenüber, die tatsächlich etwas bewegen will und sich nicht zur befehlsempfangenden Maschine degardieren lassen will.
Die Bundeswehr können Sie im Zusammenhang mit dem Angriff auf Afghanistan nicht isoliert betrachten. Sie ist Teil der NATO - und somit Teil der Angreier und Besatzer. Und als solche - nur als solche -werden Bundeswehrsoldaten dort wahrgenommen. Alles andere ist Kriegspropaganda.
Die Bundeswehr können Sie im Zusammenhang mit dem Angriff auf Afghanistan nicht isoliert betrachten. Sie ist Teil der NATO - und somit Teil der Angreier und Besatzer. Und als solche - nur als solche -werden Bundeswehrsoldaten dort wahrgenommen. Alles andere ist Kriegspropaganda.
dass wir nicht noch die demokratisch legitimierte russische Regierung gegen ihre Gegner unterstützen müssen.
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
kann sich rhetorisch bemühen wie er will, im Endeffekt zählt was die afghanischen Stammesführer wollen.
Hätte Herr von Klaeden den Vietnamkrieg mitbekommen, würde er heute (hoffentlich) anders denken. Der Abzug der westlichen Truppen ist nur eine Frage der Zeit - schließlich können sie nicht ewig bleiben - und danach kommen die in Afghanistan wirklich Mächtigen zum Zug.
Die Art wie die USA Krieg führen ist besonders kontraproduktiv - erst bombardieren, dann nachschauen ob es Freund oder Feind traf. So machen sie sich auch noch die letzten Afghanen zum Feind. Im übrigen soll nicht unerwähnt bleiben, dass die USA sich die Taliban selbst herangezüchtet haben - schließlich haben sie sie selbst zum Kampf gegen die Sowjetunion benutzt und ausgerüstet. Das die Taliban nach dem Zusammenbruch der SU sich dann gegen ihre früheren Finanziers wandten entbehrt nicht der Ironie - nun werden die USA die Geister die sie riefen nicht mehr los.
Die Rolle Deutschlands - nämlich die eines willigen Vasallen der USA - mag Herrn von Klaeden nicht stören. Ich sehe nicht ein warum auch nur ein deutscher Soldat dafür sterben soll, denn schließlich ist das eigentliche Kriegsziel, der Zugriff auf die Erdölvorkommen nördlich Afghanistans.
Auch das Verhalten unserer Verbündeten bzw. ihrer Presse sollte ein Grund sein an diesem Krieg - der angeblich keiner ist - nicht teilzunehmen. Besonders schäbig ist das Verhalten der britischen Presse, insbesondere der Times, die keine Gelegenheit zu Hetze gegen deutsche Soldaten in Afghanistan auslässt, die nur Bier trinken und Wurst essen und bei passender Gelegenheit ihren norwegischen Natokameraden nicht helfen, wenn diese in Gefahr sind; um nur den Inhalt von zwei Artikeln der letzten 4 Monate anzudeuten.
Das schlimmste an den Auffassungen von Herrn Klaeden aber ist, dass er noch nicht verstanden hat, dass Kriege keine Probleme lösen, sondern immer nur neue Probleme schaffen. Wenn Herr von Klaeden so von der Richtigkeit des deutschen Engagements in Afghanistan ist, sollte er sich freiwillig dort hin melden und seinen Kopf hinhalten. Ich fürchte nur, dass er meint in der Heimat unabkömmlich zu sein, weil zu wichtig.
Kommt mir alles irgendwie bekannt vor!
einige Daten hier:
http://www.uni-kassel.de/...
Eckard von Klaeden ist Politiker. Und Politiker beschönigen so gerne. Innen- wie außenpolitisch. Die Renten sind sicher! Und: Wir führen keinen Krieg in Afghanistan, sondern einen Stabilisierungseinsatz!
Krieg in Afghanistan? "Gegen wen denn?" Gegen die Taliban? Das sind doch keine Soldaten, sondern "gemeine Verbrecher" wie in den 70ern bei uns die RAF. Ein friedensstiftender Polizeieinsatz ist das, bei dem wir mitmachen, kein Krieg mit Bomben und so. Der CDU-Wähler soll sich beruhigen, dafür verteufelt Von Klaeden die Taliban in der Tradition der Bush-Regierung "Das sind Terroristen, gemeine Verbrecher, keine Soldaten". Und diese Verteufelung, die aus Krieg etwas Harmloseres, eine Art Polizeieinsatz machen soll, beunruhigt mich, weil mit ihr Folter gerechtfertigt wurde: Isolationshaft zum Beispiel, und was Guantanamo sonst noch so zu bieten hatte. Von Klaeden geht es - da bin ich mir sicher - nicht um Folter, sondern um Beruhigung seiner Wähler: Wir sind nicht im Krieg! Und Recht hat er mit seiner Feststellung, unser Abzug aus Afghanistan würde "den Extremisten zeigen, dass Terror sich lohnt; in Afghanistan und in Europa". Deshalb bin ich auch für die Fortsetzung des Afghanistankrieges, aber ohne Beschönigung und ohne Folter - beides sollte der Westen nicht mehr nötig haben.
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